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steve.hatton 04.11.2022 15:41

Zitat:

Zitat von steffenl (Beitrag 2256298)
....
zu 07: aus fotografischer und landschaftlicher Sicht stimmt das. Andererseits ist so ein Braunkohletagebau auch keine Augenweide. Der Vorteil liegt optisch in der punktuellen Veränderung der Landschaft. Übrigens haben wir uns auch mit Strommasten abgefunden. Erdkabel wären schon auch schön, sind halt aber 5x so teuer.
....

Ist es denn wirklich so dass Erdkabel 5 x so teuer sind, wenn man die Kosten der Trasse mal auf 10-15 Jahre rechnet, also nicht nur die Errichtung sondern auch den Unterhalt mit einbezieht.
Zudem sollte man die höhere Akzeptanz in der Bevölkerung bei Erdkabeln auch ins Kalkül ziehen.

Ich habe auf die schnelle diese Artikel zu Freileitung vs. Erdkabel :

https://www.energieverbraucher.de/de/site__393/

https://www.energieverbraucher.de/de/site__393/

HoSt 04.11.2022 16:13

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2256331)
Zudem sollte man die höhere Akzeptanz in der Bevölkerung bei Erdkabeln auch ins Kalkül ziehen.

[OT]Ich wohne keine 100m von einer Stromtrasse entfernt, die im Zuge des Netzausbaus von Amprion als "Ultranet" aufgebohrt werden soll und dann gleichzeitig Gleich- und Wechselstrom transportieren soll. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens wurde nun über Jahre diskutiert und unter anderem kleinräumige Verschwenkungen ausgearbeitet, um die Trasse von Wohngebieten weg zu bekommen. Diese Verschwenkung wurde nun vom zuständigen hessischen Minister abgelehnt weil der gesetzliche Mindestabstand von 400m zur Wohnbebauung nicht eingehalten wird. Die Verschwenkung gilt als Neubau, die Modernisierung auf der alten Trasse hingegen nicht. Es ist also aus Sicht des Ministeriums besser die Trasse teilweise 50m von Wohnhäusern zu modernisieren, als sie 400m weiter neu zu bauen! Und das soll jemand verstehen?[/OT]

steve.hatton 04.11.2022 16:33

Interessanterweise gilt allein bei einer Nutzungsänderung eines Gebäudes - vorher Büro jetzt Wohnung oder umgekehrt, oder Büro in Praxis, - damit der aktuelle Brandschutz und das aktuelle Klofensterchen zum Nachbarn hin muss als Brandschutzfenster aufgeführt werden !

Man muss nicht alles verstehen - es ändert sich nichts am Gebäude aber .....

Allerdings wenn eine Leitung nicht nur saniert wird sondern "aufgebohrt" sollte man mal nachschauen ob das noch dem ursprünglichen Genehmigungsverfahren entspricht ...

KSO 04.11.2022 17:02

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2256160)
Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Nein das ist kein Gesinnungsjournalismus, aber ungenau. Wenn aus einem Preisindex bestimmte Marktsegmente herausgenommen werden, ist das nichts ungewöhnliches. Indizierte Verträge können daraufhin dann angepasst werden dass vor und nach Änderung des Index derselbe Preis in Euro/t herauskommt. Es gibt Klauseln dafür.

Dass solch Indices Gegenstand der Manipulation sind, liegt in der Natur der Sache, es gibt eine Europäische Richtlinie (BMR) dafür. Diese wurde im Nachgang des LIBOR-Skandals erlassen und ist m.E. Eine der gelungenen Regulierungen.

Auch Platts hat da keine saubere Weste, schon letztes Jahr wurde denen auf die Finger geklopft.

https://www.reuters.com/business/ene...ks-2021-10-04/

Dummerweise geht es nicht ohne solche Preisindices. Ich bin bei Projekten mit dabei, die solche Agenturen ggf. durch „distributed-ledger“ Methoden aka „Blockchain“ überflüssig machen können. Die Indizes werden dann aus allen zugänglichen anonymen Transaktionsdaten errechnet. Auch viele Broker und Zwischenhändler wären dann überflüssig. Die Regulatoren sperren sich aber dagegen, da sie bei einer Preisfestsetzung „im Schwarm“ dann niemandem bei einer vermuteten breit angelegten „Manipulation“ habhaft werden können. Im Falle des Index alter Methode wäre das Platts als Herausgeber und ggf. Marktteilnehmer die manipulierte Quotes abgegeben haben.

Ich halte das für vorgeschoben. Noch ist nicht aller Tage Abend. Je mehr überflüssige Zwischenhändler man raus nimmt desto effizienter ist der Markt.

Als nochmal: Hier ist nicht Platts das Problem sondern diejenigen Zwischenhändler, die ihren Kunden die Änderung des Index verschwiegen haben. Ob das Betrug ist, weiss ich nicht. Beide Seiten sind professionelle Marktteilnehmer die sich informieren müssten. Einfach die Preise zu erhöhen und die Kunden die Zeche zahlen zu lassen anstatt mit dem Vorlieferanten eine Anpassung der Preisparameter zu verlangen war offensichtlich möglich. Da ist in der Tata das Kartellamt gefordert und ich würde mir da etwas mehr „Biss“ erhoffen. In den USA langen die da ganz anders hin. Da verschwindet man schnell im Gefängnis dafür. Zurecht wie ich meine.

Ja, Zwischenhändler raus ist sicherlich eine gute Idee, aber es fängt ja schon beim Rohölerzeugerpreis an. Der wird doch einfach von großen Kartellen und staatlichen Playern, über die Fördermenge, festgelegt.

Porty 04.11.2022 18:01

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2256331)
Ist es denn wirklich so dass Erdkabel 5 x so teuer sind, wenn man die Kosten der Trasse mal auf 10-15 Jahre rechnet, also nicht nur die Errichtung sondern auch den Unterhalt mit einbezieht.
Zudem sollte man die höhere Akzeptanz in der Bevölkerung bei Erdkabeln auch ins Kalkül ziehen.

So lange man im normalen Mittelspannungsbereich (20 kV) sind Erdkabel recht unproblematisch, auch möchte man nicht unbedingt, wie in den USA, teilweise auch in Japan und Korea verbreitet die Hochspannungsleitungen neben formschönen Masttransformatoren an den Laternenpfählen neben der Straße haben. Dass es dort so gemacht wird, macht aber deutlich, dass Erdkabel wesentlich aufwendiger und teuer sind.
Das hat einige handfeste technische Gründe:
Kabel benötigen eine hochwertige und unbedingt betriebssichere Isolation. Ich hab hochgegangene 20 kV Erdkabel gesehen, da war auf 2-3 m nur noch verschmolzenes Erdreich übrig. Bei 60 oder noch mehr kV gibt es dann einen Krater in der Straße
In der Erde bekommt man die Abwärme durch den Leitungswiderstand deutlich schlechter weg, so dass ein Erdkabel gleichen Querschnittes nur ein Drittel bis die Hälfte der Belastbarkeit einer Freileitung hat. Diese beiden Punkte bereits machen allein schon den Stromleiter ein mehrfaches teurer.
Kabel muss man in der Erde verbuddeln, das ist ein mehrfaches teurer wie alle 50 oder 100 m einen billigen Mast aufzubauen. Man kommt im Wartungsfall nur mit hohen Aufwand ran und unter viel befahrenen Straßen oder gar Gebäuden wird es ganz schwierig.
Dann gibt es noch einen ganz üblen Umstand, Erdkabel haben eine sehr hohe Kapazität gegen Erde, so dass mit zunehmender Leitungslänge sehr hohe Blindströme fließen, die zum einen die Verluste drastisch steigern und zusätzlich aufwendige Kompensationseinrichtungen erfordern.
Bei sehr hohen Spannungen und langen Leitungen (ab 50- 100 km) werden die Blindströme so groß, dass die Leitungen gar keine Leistung mehr übertragen können. Das ist z.b. bei Offshore- Windparks ein Riesenproblem, deswegen werden dort Gleichstrom- Kabel verwendet. Da sind dann aber die Kopfstationen um aus Drehstrom Gleichstrom zu machen und umgekehrt richtig aufwendig und richtig teuer.
Ach ja, die Kabeltrassen bei uns auf dem Firmengelände erkennt man daran, dass dort im Winter kein Schnee liegt......
Wie aufwendig Höchstspannungskabel sind kann man hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/380-kV-Diagonale_Berlin
Zitat:
Aufgrund steigender Erzeugung regenerativer Energien in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg steigt die Auslastung der Leitung. Zudem sind die älteren Abschnitte im westlichen Teil zunehmend sanierungsbedürftig. Daher plant der Betreiber 50Hertz Transmission in den kommenden Jahren eine Erneuerung und Verstärkung der Leitung im rund 7 km langen Teilabschnitt vom Ende der bestehenden Freileitung an der Rudolf-Wissell-Brücke über das Umspannwerk (UW) Charlottenburg bis zum UW Mitte. Die hier bisher eingesetzten Einleiter-Ölkabel-Systeme in erdverlegten Rohren sollen durch zwei neue Kabelsysteme in einem begehbaren und damit wartungsfreundlichen Tunnel ersetzt werden. Die Stromtragfähigkeit soll von derzeit 1,6 auf 2,5 kA steigen. Zum Einsatz kommen dann kunststoffisolierte Hochleistungskabel.[6]
Der mittels Tunnelbohrmaschine aufzufahrende Tunnel wird einen Innendurchmesser von 3 m aufweisen und wird mit Tübbingen ausgekleidet. Er soll zwischen 20 und 30 m unter der Oberfläche verlaufen. Entlang der Strecke werden vier Schachtbauwerke angeordnet. Eine eingebaute Tunnelbahn erlaubt einfache Inspektion und Wartung. Der Aufbau entspricht den beiden bereits bestehenden Tunneln zwischen den Umspannwerken Mitte und Friedrichshain sowie zwischen Friedrichshain und Marzahn.[6]
Nach erfolgter Baugrunduntersuchung und dem Genehmigungsverfahren sind bis 2022 die vier Schächte errichtet worden.[7] Daraufhin erfolgte im September 2022 das Einsetzen der Tunnelbohrmaschine, die sich ab Oktober des gleichen Jahres mit 10 Metern pro Tag vorarbeiten soll.[8] Nach der Tunnelfertigstellung werden zwei Jahre für den Kabeleinbau veranschlagt. Die Inbetriebnahme und Integration der neuen Kabelanlage in den Netzverbund ist für das Jahr 2028 vorgesehen.[6][8]
oder hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Erdkabel#Energietechnik_2
Zitat:

"Erdkabel im Höchstspannungsbereich weisen auch höhere Initial- und Betriebskosten als vergleichbare Freileitungen auf. In der Studie über die 380-kV-Salzburgleitung wurde für den Leitungsabschnitt Salzburg–Tauern eine Kostensteigerung durch Verwendung von Erdkabeln gegenüber einer Freileitung um den Faktor 6,2 ermittelt. Die Länge der zu errichtenden Leitung beträgt 106 (bzw. 108) km. Die Freileitung hätte zum Zeitpunkt der Studie 2007 ca. 190 Mio. Euro gekostet, eine Vollverkabelung dagegen etwa 1,176 Mrd. Euro.[6][7]
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion verlegte im Oktober 2014 in der Gemeinde Raesfeld ein 380-kV-Erdkabel auf einer Länge von 3,4 km.[8][9] An den beiden Kabelgärten mit einem Flächenbedarf von je 60 m × 80 m wird die 380-kV-Leitung in die Erde überführt. In den 20 m breiten Kabelgraben (Breite der Baubedarfsfläche insgesamt 40 m) mit einer Tiefe von zwei Metern werden 14 Leerrohre (davon zwei für Datenleitungen)[9] verlegt. Die Kosten betragen 1,4 Mio. Euro pro Kilometer Freileitung, während die Verlegung des Kabels 8 Mio. Euro pro Kilometer kosten dürfte.[10] Die Gesamtkosten für die 3,4 km sollen bei 30 Mio. Euro liegen."

minolta2175 04.11.2022 20:14

Wir brauchen keine Stromtrassen von dem Norden nach den Süden, die Firmen sollten ihre Standorte da haben wo es auch den Strom gibt und nicht den günstigen Strom auf KOSTEN der Nordländer, dann gibt auch keine Belastung durch die Stromtrassen.

turboengine 04.11.2022 20:26

Zitat:

Zitat von minolta2175 (Beitrag 2256351)
Wir brauchen keine Stromtrassen von dem Norden nach den Süden, die Firmen sollten ihre Standorte da haben wo es auch den Strom gibt und nicht den günstigen Strom auf KOSTEN der Nordländer, dann gibt auch keine Belastung durch die Stromtrassen.

Also in China, oder?

turboengine 04.11.2022 20:28

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2256330)
....eine Rettungsgasse gebildet worden wäre.

Und den Aktivisten der ganz vorne in der Rettungsgasse pappt darf der RTW mit Deiner Erlaubnis überrollen? :shock::roll:

minolta2175 04.11.2022 20:40

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2256352)
Also in China, oder?

Keiner hat Stromtrassen nach China geplant.

turboengine 04.11.2022 21:42

Zitat:

Zitat von minolta2175 (Beitrag 2256355)
Keiner hat Stromtrassen nach China geplant.

Trotzdem geht die Industrie dahin.

https://www.manager-magazin.de/unter...3-9f6feec4cb28

Aber schlaf nur schön weiter den Schlaf der Selbstgerechten.


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