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jrunge 19.10.2022 23:54

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2254936)
Das statische Bundesamt kommt für Wind im ersten Halbjahr 2022 auf andere Zahlen.
...

Liegt der Unterschied vielleicht nur darin, dass das statistische Bundesamt den Durchschnitt für das 1. Halbjahr 2022 betrachtet, während in der von Klaus gezeigten FAZ-Tabelle der Strommix für einen Tag, nämlich genau den 17.10.22, betrachtet wird? Vielleicht einfach zuviel Windstille an diesem Tag.

turboengine 20.10.2022 00:52

Verkauft Eure Häuser und bringt Euer Geld in Sicherheit. Der Bundestag untersucht die Möglichkeit einer Vermögensabgabe ähnlich dem Lastenausgleich nach dem zweiten Weltkrieg! Das heisst Häuser werden mit einer Zwangshypothek belastet, Bankkonten werden angezapft und Sachwerte werden mit Steuern belastet.
https://www.bundestag.de/resource/bl...2-pdf-data.pdf

Die „Klimakrise“ soll dafür als Grund herhalten.

https://www.bundestag.de/resource/bl...2-pdf-data.pdf

Zitat:

Die Entscheidung, welcher Anlass für die Erhebung in Betracht kommt und ob der jeweilige Finanzbedarf die Erhebung rechtfertigt, muss daher – wie bei Steuern generell – dem Gesetzgeber überlassen bleiben. Auf der Grundlage dieser Auslegung können auch die Folgelasten der Klima- krise oder des Krieges gegen die Ukraine nach der Einschätzung des Gesetzgebers ein tauglicher Anlass für die einmalige Erhebung einer Vermögensabgabe sein.
Wow. Ich gehe gleich morgen mein Sparkassenkonto in Deutschland für meinen Einkaufstourismus in Waldshut auflösen. :D

Die Klimakrise braucht also viel, viel Steuergeld aus Deutschland- Gute Nacht.

flyppo 20.10.2022 00:55

Sind das die Nachwirkungen des Alkoholkonsums von gestern?
Oder was hast du inhalliert?

turboengine 20.10.2022 02:48

Zitat:

Zitat von flyppo (Beitrag 2254949)
Oder was hast du inhalliert?

Keine Ahnung was „inhallieren“ ist. :D
Und nein - auch kein Alkoholkonsum.

Du wirst nicht mehr lachen, wenn auf die neue Steuererklärung der Grundsteuer ein Eintrag einer Zwangshypothek zugunsten des Staates erfolgt. Alleine dass schon Konfiszieren von Eigentum in Erwägung gezogen wird ist ein Skandal.
Das oben verlinkte Schriftstück ist immerhin vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Das machen die nicht aus Jux und Tollerei!

Und die Begründung mit der „Klimakrise“ ist interessant, oder? Dabei profitiert Deutschland eigentlich vom Klimawandel.

Zitat:

Konkret heißt das: Deutschland könnte beim Klimawandel sogar gewinnen, die USA hingegen könnten zu den größten Verlierern gehören.
Das jedenfalls ist das Ergebnis einer wirtschaftswissenschaftlichen Studie, die unter Leitung von Katharine Ricke von der University of California in San Diego entstand. Die Fokussierung auf die Kosten führt zu anderen Ergebnissen als der bloße Blick auf ökologische Faktoren: Was Rickes internationale Forschungsgruppe interessierte, war die volkswirtschaftliche Rechnung des Klimawandels.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/...a-1229692.html

Eine Nachfrage beim jeweiligen Bundestagsabgeordneten kann nicht schaden.

db2gu 20.10.2022 19:48

Zitat:

Zitat von jrunge (Beitrag 2254942)
Liegt der Unterschied vielleicht nur darin, dass das statistische Bundesamt den Durchschnitt für das 1. Halbjahr 2022 betrachtet, während in der von Klaus gezeigten FAZ-Tabelle der Strommix für einen Tag, nämlich genau den 17.10.22, betrachtet wird? Vielleicht einfach zuviel Windstille an diesem Tag.

Jup, das ist die Methode der Lobbyisten!

Kurt Weinmeister 20.10.2022 20:33

Zitat:

Zitat von jrunge (Beitrag 2254942)
Liegt der Unterschied vielleicht nur darin, dass das statistische Bundesamt den Durchschnitt für das 1. Halbjahr 2022 betrachtet, während in der von Klaus gezeigten FAZ-Tabelle der Strommix für einen Tag, nämlich genau den 17.10.22, betrachtet wird?

Das hatte ich mir auch gedacht, fand es dann aber als Erklärung zu simpel und zu plump.
Wer macht denn schon eine Tagesbetrachtung?

peter2tria 20.10.2022 22:13

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2255010)
....
Wer macht denn schon eine Tagesbetrachtung?

Wenn es um Versorgungssicherheit geht, muss man natürlich die 'ungünstigen' Zeiträume betrachten - da hilft ein Durchschnittswert nix.

BeHo 20.10.2022 22:41

Ein Tageswert z.B. beim Gasverbrauch sagt für Dich mehr aus als der Durchschnittsverbrauch über das Jahr?

Kurt Weinmeister 20.10.2022 23:02

Zitat:

Zitat von peter2tria (Beitrag 2255022)
Wenn es um Versorgungssicherheit geht, muss man natürlich die 'ungünstigen' Zeiträume betrachten - da hilft ein Durchschnittswert nix.

Dafür muss man wahrscheinlich noch filigraner reingehen.
Ich finde, eine Tagesbetrachtung hat im Kontext “Energiewende wird abgewürgt”, wenig Relevanz. Das sind operative Notwendigkeiten und in dem Thread geht es ja eher um strategische Positionierungen.

atlinblau 21.10.2022 10:46

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2255029)
Dafür muss man wahrscheinlich noch filigraner reingehen...

Sehr filigran - minütlich!!!

Die Stabilität der "momentanen Energiesicherheit" zeigt die Frequenz. Diese ist mit 50 Hz gegeben und man erlaubt sich innerhalb des europäischen Verbundnetzes eine Bandbreite (+/-) 0,2 Hz.
Energiemangel führt zur Frequenzsenkung, Energieüberschuss zur Frequenzsteigerung.
...klick!!!

Zur Erhaltung der Netzfrequenz dient die Last-Frequenz Regelung (Load-Frequency Control) wofür den Übertragungsnetzbetreibern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen:
* Primär-, Sekundär- (und Minutenreserve), Tertiärregelleistung
* Redispatch
* Abschaltbare Lasten
...klack!!!

Das Problem...
Ursprünglich erfolgte die Gewährleistung der Energiesicherheit/Frequenzstabilität aus den Grundlastkraftwerken (Kohle, Atom) und den Spitzenlastkraftwerken (Wasser/Pumpspeicher). Dementsprechend wurde auch das Stromnetz ausgelegt, wurden die Techniker geschult. Ebenso war es nicht jedem erlaubt, Energie in das Netz einzuspeisen.
Mit dem Aufkommen der Erneuerbaren bekamen die "Grundlasterzeuger" kalte Füße, drohte doch das Stromeinspeisegesetz 1990 und das EEG 2002 ihr Geschäftsmodell und Monopol zu gefährden. Sie prognostizierten damals den Erneuerbaren einen Anteil von maximal 4%. Zeitgleich erfanden sie den Begriff "Stromlücke" um noch weitere Grundlastkapazitäten aufzubauen. Wir hatten damals (ohne EE) 50% mehr an Leistung gegenüber dem Eigenverbrauch installiert.
Ich habe über 30 Jahre die Strategien, Erfolge und Misserfolge der "uneinsichtigen Grundlaststromerzeuger" (bzw. den Würgern der Energiewende) direkt vor meiner Haustür miterlebt:
* die Erneuerbaren sind nicht unser Geschäftsbereich
* ohne neue Tagebaue hat sich die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens in der Lausitz erledigt (Arbeitsplätze, Steueraufkommen. Sponsoring etc...)
* die Energiesicherheit Deutschlands ist in Gefahr, wir stehen vor Blackouts
* die Strompreise steigen - Unternehmen wandern ins Ausland ab
* bei mehr als 20% EE bricht das Netz zusammen
* der Ausbau der Erneuerbaren muss beschränkt werden (Altmeierdelle)
* der deutsche Beitrag zum Klimawandel ist zu vernachlässigen
* besseres Pflanzenwachstum bei höherer Kohlendioxidkonzentration zudem
* alle Ministerpräsidenten der Braunkohle-Bundesländer Ost sind Ehrenbergmänner

Als 2015 die Abschaltung und Reserve von 2 Blöcken im Kraftwerk Jänschwalde vom Bund beschlossen wurde war es wie ein Meteoriteneinschlag. Ab 2017 gab es in der Landes- und Firmenpolitik nicht mehr nur den den Begriff "Strukturwandel" sondern die konkrete Hinwendung und Umsetzung.
Die "Grundlast" im Strombereich verschwindet und damit auch das Wissen der bisher in diesem Bereich geschulten Techniker. Nicht jedem ist es gegeben, diese Veränderung zu begreifen. Seid geduldig mit denen...


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