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Crimson 12.04.2020 19:11

besser was wissen wollen, als nichts wissen wollen. Armut ist erstens ein äußerst relativer Begriff und man kann natürlich auch unsere Grundsicherung kaputtreden - viele Menschen in anderen Ländern beneiden uns darum. Ach ja, kommende Rentnergenerationen werden auf deutlich kleineren Rössern sitzen müssen, als heutige.

HaPeKa 12.04.2020 19:22

Das ist so, Armut ist ein relativer Begriff. Und natürlich auch stark dadurch geprägt, mit wem man sich vergleicht. Das Phänomen, dass hierzulande Leute unter Brücken übernachten (müssen?), kenn ich nicht, hab's aber in D schon mehrmals gesehen.
Trotzdem gibt es auch bei uns Armut und Leute, die trotz Arbeit nicht für ihre Lebenshaltungskosten aufkommen können ...

chefboss 12.04.2020 19:46

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2131603)
Das Phänomen, dass hierzulande Leute unter Brücken übernachten (müssen?), kenn ich nicht, hab's aber in D schon mehrmals gesehen.

Gemäss einer Studie aus 2019: Basel hat gut 170'000 Einwohner, 100 Obdachlose und 200 ohne eigene Wohnung.

https://www.aargauerzeitung.ch/schwe...asse-134300229

kilosierra 12.04.2020 19:48

Ich informiere mich über Deutschland überwiegend bei der Tagesschau und meine da öfter was von Altersarmut gelesen zu haben. Für wen wird denn Essen bei den Tafeln angeboten, wenn niemand arm ist?
Natürlich ist Armut ein unklarer Begriff. Vielleicht verhungert ja kaum jemand in Deutschland, aber wer von euch kann sich vorstellen, im Alter gerade noch seine Miete zahlen zu können und mit geschenktem Essern nicht zu verhungern? Und noch einen Fernseher betreiben zu können. Sonst keine Kultur, keine Ausflüge, kein gesellschaftliches Leben mehr. Für mich ist das Armut!

Gepard 12.04.2020 19:55

Ich stimme dir da voll und ganz zu.

Conny1 12.04.2020 21:10

Zitat:

Zitat von Gepard (Beitrag 2131607)
Ich stimme dir da voll und ganz zu.

Da kann ich auch nur zustimmen! Vor 20 Jahren habe ich keinen Rentner gesehen, der Flaschen aus Mülltonnen sammelt, um mit dem Pfand die karge Rente aufzubessern.

Porty 12.04.2020 21:14

Ich war vor wenigen Jahren geschäftlich in Southhampton.
Dort war in der Hauptstraße ca. jeder 2. Hauseingang von einem Obdachlosen "bewohnt".

War beschämend und deprimierend zugleich.

Porty 12.04.2020 21:23

Zitat:

Zitat von Conny1 (Beitrag 2131627)
Da kann ich auch nur zustimmen! Vor 20 Jahren habe ich keinen Rentner gesehen, der Flaschen aus Mülltonnen sammelt, um mit dem Pfand die karge Rente aufzubessern.


Ich schon, in Nürnberg z.b. Dort schien es damals auch vergleichsweise viele Obdachlose zu geben.


Abgesehen davon, selbst in der DDR war das ein recht häufiges Phänomen, ich bin als Student viel mit dem Zug unterwegs gewesen und fuhr dort regelmäßig mit dem Bauarbeiterzug aus Berlin nach Saalfeld bis zur Endstation. Da stiegen immer Einige in Rudolstadt (vorletzte Station, ca 20 km bis Saalfeld) ein und lieferten sich mit dem Zugpersonal ein Wettrennen um die liegen gelassenen Bierflaschen der Bauarbeiter.

Die Mindestrente in der DDR war nicht üppig......

minfox 12.04.2020 21:39

Zitat:

Zitat von Conny1 (Beitrag 2131627)
Vor 20 Jahren habe ich keinen Rentner gesehen, der Flaschen aus Mülltonnen sammelt, um mit dem Pfand die karge Rente aufzubessern.

Kein Wunder: Die Pfandpflicht für Einwegverpackungen von Getränken gilt in Deutschland erst seit dem 1. Januar 2003 (verschiedene Pfandsysteme) und in der einheitlichen, heute üblichen Form seit 1. Mai 2006. Bis Ende 2002 hat es sich überhaupt nicht gelohnt, Pfandflaschen in Mülltonnen zu suchen, weil dort in der Regel nur unbepfandete Einwegverpackungen zu finden waren. Richtig lukrativ ist das Flaschensammeln erst seit Mai 2006. :top:

Conny1 12.04.2020 21:55

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2131639)
Kein Wunder: Die Pfandpflicht für Einwegverpackungen von Getränken gilt in Deutschland erst seit dem 1. Januar 2003 (verschiedene Pfandsysteme) und in der einheitlichen, heute üblichen Form seit 1. Mai 2006. Bis Ende 2002 hat es sich überhaupt nicht gelohnt, Pfandflaschen in Mülltonnen zu suchen, weil dort in der Regel nur unbepfandete Einwegverpackungen zu finden waren. Richtig lukrativ ist das Flaschensammeln erst seit Mai 2006. :top:

Okay, war mir nicht bewußt. Dennoch ist unübersehbar, dass Kleinrentner kaum noch mit ihrer Rente klarkommen. Wie sonst ist zu erklären, dass die Tafeln immer mehr von ihnen frequentiert werden?


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