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KSO 06.04.2020 16:28

Mich auch nicht wirklich. Da werden worst case Szenarien diskutiert (die sicherlich bei unsachgemäßer Nutzung eintreten können), um eine allgemeine Nutzung nicht zu empfehlen. Was eventuell auch besser ist, diese Handschuhe sollten primär denen vorbehalten sein, die sie dringender benötigen und die damit umgehen können, also dem medizinischen Personal und dort werden sie sicherlich nicht eingesetzt, weil sie Keimschleudern sind und nicht schützen.
Frag doch mal einen Protologen, ob er seine Patienten lieber mit oder ohne Handschuhe untersucht. ;)

Ich sehe es bei den Handschuhen wie bei den Masken, die größte Gefahr besteht darin, dass die Leute sich dann zu sicher fühlen und alle anderen Regeln misachten. Wenn man sich aber weiterhin so verhält, als hätte man weder Maske noch Handschuhe an, sollte beides hilfreich; ein absoluter Schutz sind sie aber nicht.

TONI_B 06.04.2020 16:31

Zitat:

Zitat von Reisefoto (Beitrag 2130340)
Die Corona-Toten machen sich also auch in der allgemeinen Sterblichkeitsrate deutlich bemerkbar.

Dieser Artikel ist echt heftig! Wenn die Zahlen stimmen - und davon gehe ich aus - dann haben die Verschwörungstheoretiker wie unser Ecce einen Argumentationsnotstand, denn deren Argument war ja immer, dass es zu keiner signifikanten Erhöhung der allgemeinen Sterblichkeitsrate kommen wird. Und das trotz Maßnahmen! Was wäre erst gewesen, wenn Italien gar nichts gemacht hätte und auch auf die Herdenimmunisierung gesetzt hätte? :shock:

Reisefoto 06.04.2020 16:37

Zitat:

Zitat von WB-Joe (Beitrag 2130339)
Heute gab es einen sehr interressanten Artikel zum italienischen Gesundheitssystem und den Besonderheiten dazu in der Lombardei bei NTV

Da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Ich habe mal ein paar Passagen aus dem Artikel herausgepickt:
"Die allgemeine Sterblichkeit in der Lombardei hat sich mit dem Covid-19-Virus blitzartig vervierfacht. ... Auch ist die Sterblichkeit in ganz Italien nur in denjenigen Gemeinden besonders angestiegen, in denen Covid-19-Cluster aufgetreten sind. ...Man muss also davon ausgehen, dass allein in der Lombardei seit Beginn der Covid-19-Krise nicht nur 8905 Menschen an den Folgen des Virus gestorben sind, sondern, wie es Wissenschaftler vermuten, bereits 25.000.

Dabei haben die Überlebenden des Virus, vor allem diejenigen, die aus der Intensivtherapie entlassen wurden, in sehr vielen Fällen große bleibende Schäden an der Lunge und weiteren Organen: Das Coronavirus ist eben weder eine "Influenza", wie es zu Anfang noch oft geglaubt wurde, oder nur eine schwere Lungenentzündung, die wieder vergeht, sondern eine "systemische Krankheit" - eher vergleichbar einem Krebs, der überall im Körper ausstreut und viele Organe in Mitleidenschaft zieht. Und das bedeutet dauernde hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen als Ganzes.

Mittlerweile kommen immer mehr unfassbare Fehlentscheidungen des Lega-beherrschten Gesundheitswesens in der Lombardei ans Tageslicht. So beschloss dieses noch am 8. März, dass man "leicht erkrankte" Corona-Patienten in Senioren-Wohnheimen unterbringen sollte. ... Ein betreuender Geriatriker, der schon am 3. März dem Pflegepersonal Mundschutz und strengste Hygiene auferlegen wollte, wurde dafür vom Lega-Vertreter fristlos gekündigt."

eac 06.04.2020 16:42

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2130335)
Wenn ich dann andere Menschen sehe, wie sie mit ihren Handschuhen mehrere Dinge nacheinander anfassen und zum Teil wieder zurücklegen ist klar, denen geht es nur um ihren eigenen Schutz, nicht um den anderer.

Was ja auch völlig korrekt ist. Mit Handschuhen kannst du auch andere gar nicht schützen, weil über die Hände ja kein Virus abgegeben wird.

In die Handschuhe gehst du mit sauberen Händen rein, fasst potenziell infektiöse Sachen an und ziehst sie dann wieder aus und entsorgst sie - übrigens genau wie die FFP2-Masken.

Falsch ist, mit behandschuhten Händen die leere Sodastream-Kohlensäureflasche entgegenzunehmen, die volle zurückzugeben, das Geld entgegenzunehmen und das Wechselgeld rauszugeben und danach den nächsten Kunden zu bedienen, so wie es meine Apotheke nebenann macht. Ich hab die aber trotzdem lieb und kaufe dort auch weiterhin gern ein.

Reisefoto 06.04.2020 16:43

Zitat:

Zitat von hpike (Beitrag 2130341)
Da muss ich mich nicht noch zusätzlich mit Horrormeldungen belasten. Kann man ruhig anders sehen, ich sehe das so und mache das so. Bleibt gesund. :D:top:

Die Sondersendungen sehe ich mir schon lange nicht mehr an, aber ich lese täglich die Nachrichten. Ich gehe auch viel mehr raus als sonst, aber allein und fahre dann mit dem Fahrrad durch die Gegend (Felder, Wald). Derzeit lebe ich also gesunder als vor Corona.

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2130343)
Wenn die Zahlen stimmen - und davon gehe ich aus - dann haben die Verschwörungstheoretiker wie unser Ecce einen Argumentationsnotstand, denn deren Argument war ja immer, dass es zu keiner signifikanten Erhöhung der allgemeinen Sterblichkeitsrate kommen wird.

Genau aus diesem Grund habe ich darauf verwiesen. Der Artikel von WB-Joe hat es noch untermauert.

Alzberger 06.04.2020 16:48

Zitat:

Zitat von eac (Beitrag 2130348)
Falsch ist, mit behandschuhten Händen die leere Sodastream-Kohlensäureflasche entgegenzunehmen, die volle zurückzugeben, das Geld entgegenzunehmen und das Wechselgeld rauszugeben und danach den nächsten Kunden zu bedienen, so wie es meine Apotheke nebenann macht. Ich hab die aber trotzdem lieb und kaufe dort auch weiterhin gern ein.

Deine Apotheke wechselt Sodastream-Flaschen, echt?

Grüße :)

eac 06.04.2020 16:53

Zitat:

Zitat von Reisefoto (Beitrag 2130345)
Die allgemeine Sterblichkeit in der Lombardei hat sich mit dem Covid-19-Virus blitzartig vervierfacht. ... Auch ist die Sterblichkeit in ganz Italien nur in denjenigen Gemeinden besonders angestiegen, in denen Covid-19-Cluster aufgetreten sind. ...Man muss also davon ausgehen, dass allein in der Lombardei seit Beginn der Covid-19-Krise nicht nur 8905 Menschen an den Folgen des Virus gestorben sind, sondern, wie es Wissenschaftler vermuten, bereits 25.000.

Das ist dass, was die Virologen als "excess mortality" bezeichnen. Irgendeiner von den beiden Podcastern - entweder Kekule oder Drosten - hatte das kürzlich erklärt. Auf diese Weise ermittelt man die Grippetoten. Man schaut, wieviele Tote es normalerweise gibt, nimmt an, dass es gleichverteilt ist und schaut, wie viele in der Influenzasaison mehr gestorben sind.

Mich würden solche Zahlen mal für Deutschland interessieren. Aber wahrscheinlich ist der Zeitraum dafür noch zu kurz. Es sei denn, es gibt auch in Deutschland bereits eine signifikante Dunkelziffer. Prof. Wieler wurde ja letztens auf der PK des RKI gefragt, ob die Todeszahlen in Deutschland nicht vielleicht zu hoch wären. Er hat geantwortet, dass das RKI davon ausgeht, dass sie zu niedrig sind, weil genau dieser Effekt auch in Deutschland zu erwarten wäre.

amateur 06.04.2020 16:57

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2130343)
denn deren Argument war ja immer, dass es zu keiner signifikanten Erhöhung der allgemeinen Sterblichkeitsrate kommen wird.

Das siehst Du in der offizielle Sterbestatistik seit letzter Woche in einem All-time-Peak.

Stephan

eac 06.04.2020 17:02

Zitat:

Zitat von Alzberger (Beitrag 2130350)
Deine Apotheke wechselt Sodastream-Flaschen, echt?

Genaugenommen wechseln sie nicht mehr die Original Sodastream-Flaschen, weil ihnen das zu teuer geworden ist, aber leere gegen volle Kohlensäure Zylinder wechseln sie immer noch und zwar zu vergleichsweise günstigen Tarifen. 7,5€ pro Zylinder mit einem Sammelkarten Bonussystem, bei dem die achte Füllung dann gratis ist. Also knapp 6,6€ pro Zylinder. :top:

KSO 06.04.2020 17:21

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2130354)
Das siehst Du in der offizielle Sterbestatistik seit letzter Woche in einem All-time-Peak.

Stephan

Frage: Man sieht jetzt einen Peak. Wenn man annimmt, dass unter den Verstorbenen viele schwer vorerkannte Menschen waren, müsste es nach der Pandemie doch zu einer niedrigeren Sterberate als beim Durchschnitt kommen, die Menschen die sonst über das Jahr verteilt gestorben wären, sind schon während der Pandemie gestorben. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, sind die Zahlen dann eventuell nicht mehr so dramatisch über dem Durchschnitt, oder mache ich da einen Denkfehler?
Wenn sich das nicht "ausgleicht", würde man sehen, dass Menschen gestorben wären, die noch eine ganze Zeit gelebt hätten.


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