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Zitat von nex69
(Beitrag 2128610)
Der Mundschutz würde helfen die Tröpfchenübertragung zu reduzieren. Sich selber schützt man mit den üblichen Hygienemasken aber eher nicht.
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Wenn aber
jeder die einfachen Hygienemasken trägt, sollte eigentlich das Tragen einer FFP2-Make nur noch wenig zusätzlichen Schutz bieten. Je weniger behindernd die Maske ist, umso eher machen die Menschen auch mit.
Das Mitmachen beim Maskentragen muss jetzt langsam vorbereitet werden, da die Aktzeptanz (bzw. die Compliance) bei solchen Maßnahmen schwierig ist, besonders wenn gleichzeitig anstrengende Arbeit verrichtet werden muss und / oder es heiß ist. Für Billenträger gilt es zudem, eine Maske und Tragweise zu finden, die die Brille, die gleichzeitig auch ein wichtiger Infektionsschutz ist, nicht beschlagen lässt.
Ein bisschen Angst kann dabei nicht schaden um zum Tragen der Maske zu motivieren, denn es muss ein erheblicher innerer Widerstand in uns überwunden werden. Ein paar Beispiele:
Es ist unglaublich, wie leichtfertig die Menschen sich Gefahren aussetzen, die sie mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung umgehen können. Ich war eine Zeit lang Koordinator für Arbeitssicherheit in einem komtaminierten Bereich. Da lief der Chef eines örtlichen Ingenieurbüros mit Sandalen durch eine Grube mit giftigen Chemikalienschlämmen. Natürlich habe ich ihn sofort von der Baustelle verwiesen. Ein Polier krabbelte ohne Gasmaske in eine warme Reaktionstrommel in der Gaskonzentrationen in schwindelerregender Höhe herrschten. Die Dummheit der Menschen kann unglaublich sein und wenn man einschreitet, gibt es oft noch Ärger.
Als Student habe ich in einer Fabrik Mehrkomponentenklebstoffe auf Metalle gesprüht. Dafür gab es Gasmasken (Gummi-Halbmasken für Schraubfilter die organische Schadstoffe herausfilern. Die waren dreckig und falsch eingestellt und wurden von den Kollegen i.d.R. einfach nicht getragen. Wie kann man so verrückt sein, den Kleber den ganzen Tag einzuatmen (alles hat der Abzug nicht erfasst)? Ich bin zum Arbeitsschutzbeauftragten gegangen, habe sofort eine neue Maske für mich bekommen und den Hinweis, dass ich regelmäßig die Filter wechseln kann und soll und bei Bedarf auch jederzeit der Rest der Maske ersetzt werden kann.
Für das Tragen der "richtigen" Gasmasken ist i.d.R. auch eine arbeitsmedizinische Untersuchung mit Test der Lungenfunktion notwendig, da bei den Kombifiltern (FFP3+Aktivkohle usw.) der Atemwiderstand größer ist, als mit den FFP2 und leichteren Masken.
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Zitat von About Schmidt
(Beitrag 2128620)
Kannst du dir vorstellen, als Paket oder Briefzusteller ein ganzen Arbeitstag mit Maske herum zu laufen?
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Ja. Ich bin öfter mit Vollschutz (Gummistiefel, luftundurchlässiger Anzug und Vollmaske) im Sommer unterwegs gewesen. Schon bei einfachen Messungen und beim Laufen durch das Gelände steht dir nach einer Stunde das Wasser in den Gummistiefeln. Wenn du dann mit dem Spaten gräbst, kommt richtig Freude auf.
All das steht uns jetzt nicht bevor, sondern das Tragen von leichten Papier oder Gewebemasken. Die sind zweifellos auch lästig und ich setze sie auch nur auf, wenn es unbedingt sein muss, aber man kann damit zurechtkommen. Auf dem Weg von einem zum anderen Breifkasten kannst Du sie ja auch herunterklappen, wenn niemand in der Nähe ist. Ich war kürzlich am arabischen Golf, da trugen die körperlich arbeitenden Leute in dem Betrieb die FFP 1 oder 2 Masken den ganzen Tag.
Vieles ist eine Frage der Gewöhnung und es ist auch eine psychische Belastung. Nicht von ungefähr möchte unser Körper nicht, dass man ihn beim Atmen behindert und es gibt Leute, die es psychisch nicht hinbekommen, eine solche Maske länger zu tragen. Beim Flaschentauchen muss man auch erst die Panik überwinden, das fällt nicht jedem leicht.
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Zitat von About Schmidt
(Beitrag 2128629)
Dann muss man die Arbeitsweisen anpassen, so dass man sie mit den Masken auch bewältigen kann. Man befürchtet ja eine Welle hoher Arbeitslosigkeit. Dann müssten die Paketdienstleister einfach mehr Personal einstellen und die Arbeitszeiten anpassen. Dann funktioniert das auch.
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Ganz genau! Selbstverständlich werden dann mehr Pausen und mehr Leute benötigt! Das Arbeiten mit Maske ist eine erhebliche Erschwernis, die ggf. auch mit mehr Geld belohnt werden sollte. Wichtig ist, dass man auf sich achtet und dann, wenn es schwer wird, eine Pause macht. Nicht den Helden spielen!
Warum schreibe ich das Ganze? Ich möchte Euch motivieren, dann, wenn es wieder Masken gibt, Euch welche zu besorgen und sie auch zu tragen. Man muss sich langsam dran gewöhnen und dann fällt es mit der Zeit auch leichter. Die Pandemie ist irgendwann wieder vorbei und dann könnt Ihr auch wieder frei atmen.