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Robert Auer 10.08.2022 11:55

Das Fass "Globalisierung" wäre ein eigenes Thema. Auch hier haben wir (bzw die meist kurzfristig denkenden unselbständigen Manager) mit dem Argument Deutschland ist bei Energie und Arbeit zu teuer, die Produktionen ausser Landes verlegt. Oft ging es der Wirtschaft darum, an immer neuen Standorten die Ansiedlungssubventionen und unterentwickelten Umweltauflagen mitzunehmen. Die aktuell schwierige Situation bei Lieferketten und Abhängigkeiten von Teilen aus ausländischen Produktionen ist teilweise hausgemacht und kann von den Verursachern dieser Misere nun auch nicht mehr ohne Staatshilfen behoben werden. Neben der Energie fehlt es insbesondere am Fachkräftenachwuchs. Ausgebildet werden die an den ausgelagerten Produktionsstätten.
Ich weiß, das ist plakativ und ungenau formuliert, aber ich wollte das nur kurz anreißen, da außerhalb des Themas.

Porty 10.08.2022 12:01

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2248479)
Je fester man davon Überzeugt ist, im Recht zu sein desto natürlicher ist der Wunsch, jeden anderen mit allen Mitteln dahin zu bringen, ebenso zu denken.

Georg Orwell:crazy:

In der Tat ein sehr interessantes Zitat :top:
Ziehe ich mir den Schuh an? sicher ein Stückchen schon, obwohl ich eigentlich nur die Leute dazu bringen möchte, über die Zusammenhänge selbst intensiv nachzudenken und nicht alles unkritisch nachzukauen, was unsere Medien den Leuten gern unterschieben möchten.


Das Zitat geht übrigens genau so in die andere Richtung, sozusagen ein Eigentor..... ;):)


Sorry Peter, du warst schneller. :top:

KSO 10.08.2022 14:41

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2248477)
Vielen Dank dafür.

Das Problem ist, dass die Konsequenzen der Globalisierung nicht begriffen werden bzw. aktiv ausgeblendet werden. Wir haben hier sowas wie eine "National Ökologie" sie sich in Symbolpolitik äussert die lokal hohe Kosten verursachen aber global keinerlei Nutzen bringen. Und das Klima ist einfach global.

Die Alternative nichts zu tun, weil es global nichts bringt, kann es aber auch nicht sein, oder? Den aktuellen Weg, sich seine kleine grüne Insel hier zu bauen, in dem man seinen eigenen Dreck und die Emissionen in die Welt verschiebt, ist natürlich etwas kurzsichtig. ;) Man darf da nicht stehen bleiben, die Hoffnung ist, dass so etwas eine Art Kondensationskeim ist und sich diese grüne Insel möglichst weit auf der Welt verbreitet. Das wird sehr schwierig bei so Schwergewichten wie Russland, China, Indien, Brasilien undundund, die da nicht so wirklich mitspielen wollen.

KSO 10.08.2022 14:43

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2248484)
In der Tat ein sehr interessantes Zitat :top:
Ziehe ich mir den Schuh an? sicher ein Stückchen schon, obwohl ich eigentlich nur die Leute dazu bringen möchte, über die Zusammenhänge selbst intensiv nachzudenken und nicht alles unkritisch nachzukauen, was unsere Medien den Leuten gern unterschieben möchten.


Das Zitat geht übrigens genau so in die andere Richtung, sozusagen ein Eigentor..... ;):)


Sorry Peter, du warst schneller. :top:

und wenn die Leute nur lange genug darüber nachdenken, müssen sie einfach einsehen, dass du im Recht bist. ;)

steve.hatton 10.08.2022 14:59

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2248477)
Vielen Dank dafür.

Das Problem ist, dass die Konsequenzen der Globalisierung nicht begriffen werden bzw. aktiv ausgeblendet werden. Wir haben hier sowas wie eine "National Ökologie" sie sich in Symbolpolitik äussert die lokal hohe Kosten verursachen aber global keinerlei Nutzen bringen. Und das Klima ist einfach global.

Da ist was dran, wir betreiben aber nicht nur beim Plastikmüll keine nationale Ökologie, es sei denn Du verstehst darunter hier eine heile Welt aufzubauen und den Müll zu exportieren um lokal hohe Kosten zu vermeiden.

Am Ende fressen wir alle das Plastik in den Fischen mit......

turboengine 10.08.2022 15:37

Zitat:

Zitat von KSO (Beitrag 2248499)
Die Alternative nichts zu tun, weil es global nichts bringt, kann es aber auch nicht sein, oder?

Nichts zu tun ist nicht gut. Aber durch Planwirtschaft in die falsche Richtung loszumarschieren ist noch dümmer.

Beim Beispiel Mobilität sehen wir hier ein sich wiederholendes Muster: Verbrenner werden verboten und man wirft sich damit den Chinesen in die Arme. Grund ist die Zentralisierung der Veredelung von Lithium und anderen Mineralien, die primär im Reich der Mitte stattfindet.

Lithium kommt derzeit vor allem aus Australien, Chile und China, Kobalt stammt zu 70 Prozent aus Kongo, Nickel zu 50 Prozent aus Indonesien, Russland und den Philippinen, seltene Erden kommen überwiegend aus China.

Offenbar hat man die Putins Lektion nicht gelernt.

Anstatt technologischer Verbote sollte man sich auf vernünftige Politik konzentrieren.

BeHo 10.08.2022 16:03

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2248504)
[...]Anstatt technologischer Verbote sollte man sich auf vernünftige Politik konzentrieren.

Hat die Schweiz genügend Ressourcen um ihren exorbitanten "Luxus" unabhängig von anderen Ländern aufrecht zu halten (Das gilt natürlich für viele Länder)? Was ist da "vernünftige" Politik? Dem Markt mehr Freiheiten zu lassen, geht schnell in die Hose. Die meisten sind sich selbst am nächsten. Technologische Verbote und Gebote sind natürlich manchmal kontraproduktiv. Die Politik ist doch aber genau dafür da, einen Rahmen für ein möglichst gutes Zusammenleben zu schaffen. Bei technologischen Verboten erinnere ich nur mal kurz an etliche Giftstoffe, die aus gutem Grund für die Herstellung von Produkten verboten wurden.

KSO 10.08.2022 17:29

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2248504)
Nichts zu tun ist nicht gut. Aber durch Planwirtschaft in die falsche Richtung loszumarschieren ist noch dümmer.

Beim Beispiel Mobilität sehen wir hier ein sich wiederholendes Muster: Verbrenner werden verboten und man wirft sich damit den Chinesen in die Arme. Grund ist die Zentralisierung der Veredelung von Lithium und anderen Mineralien, die primär im Reich der Mitte stattfindet.

Lithium kommt derzeit vor allem aus Australien, Chile und China, Kobalt stammt zu 70 Prozent aus Kongo, Nickel zu 50 Prozent aus Indonesien, Russland und den Philippinen, seltene Erden kommen überwiegend aus China.

Offenbar hat man die Putins Lektion nicht gelernt.

Anstatt technologischer Verbote sollte man sich auf vernünftige Politik konzentrieren.

Es ist halt schwierig wenn die Politik Rahmenbedingungen setzt und die Industrie und meistens auch der Privatsektor, reagiert darauf mit der billigsten Lösung. Da kommen dann halt die wundersamsten Dinge dabei heraus, die vorher keiner Bedacht und keiner gewollt hat (Stichwort z.B. Kükentötung und Bruderhahnaufzucht, auch so eine nicht zu Ende gedachte Sache). Was will man es denn der Industrie auch verdenken, wenn sie mit Weltmarktpreisen konkurieren müssen, wobei ich mich manchmal Frage warum wir hier in Deutschland Schweine für den Weltmarkt produzieren müssen, dabei in Gülle ertrinken, unsere Böden verseuchen und das Tierwohl komplett ignorieren, nur damit China billiges Schweinefleisch bekommt? Wobei Gülle ja jetzt ein begehrter Rohstoff zur Biogaserzeugung geworden. Wie sich die Prioritäten doch alle hin und her schiften. ;)

Wie wir ja jetzt von Herrn Habek gelernt haben, schließt nicht die Bundesregierung Gaslieferverträge, sondern Anbieter und Abnehmer. Sprich, in Pre-Ukrainekrieg Zeit hat nicht Angie das billge Gas in Russland gekauft, sondern BASF, mit einem Anteil von 4% am Gesamtgasverbrauch von Deutschland!, hat sicherlich sehr gerne das billige Gas in Rußland bestellt.

Robert Auer 10.08.2022 19:42

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2248448)
.....
..... Frage.... bezüglich möglicher Probleme für die Kühlung von KWs (insbesondere AKWs) durch eine zunehmende Wasserknappheit im Sommer (immer länger dauernde Phasen der Trockenheit) und / oder ob durch immer häufigere Unwetter (mit Sturm und Hochwasser) Situationen entstehen können, die die KW/AKW-Stromversorgung gefährden?

Da sich hier die AKW-Experten dazu partout nicht äußern, zitiere ich mal selber die Antwort aus den aktuellen Nachrichten. Das ZDF hat inzwischen wiederholt aus Frankreich berichtet, dass dort mehrere AKWs bereits Probleme mit der Kühlung haben. Wegen der aktuellen Energienot dürfen drei AKWs - per Sondergenehmigung - über 30Grad warmes Kühlwasser zurück in den Fluss leiten. Damit will man wenigstens eine reduzierte Energiegewinnung ermöglichen. Dabei befürchten dortige Umweltpolitiker, dass massenhaft Fische ersticken und Frankreich im Winter noch mehr Strom (als bereits jetzt im Sommer) importieren muss.
Das wird ja lustig, bei zunehmender Hitze und Trockenheit sind große Kraftwerke mit Kühlwasserbedarf wohl nicht die Technik der Zukunft.

turboengine 10.08.2022 20:02

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2248525)
Das wird ja lustig, bei zunehmender Hitze und Trockenheit sind große Kraftwerke mit Kühlwasserbedarf wohl nicht die Technik der Zukunft.

Ich habe mich dazu nicht geäußert, weil Du mit ein wenig Nachdenken selbst darauf kommen könntest wo Dein Denkfehler ist.

F: Wann werden wir das größte Problem mit der Energieversorgung haben?
A: Im Winter. Besonders Mitte Januar bis Anfang März.

F: Ist es im Winter kalt?
A: Ja.

F: Gibt es dann Kühlwasserprobleme?
A: Nein.

F: Liefert dann Solarenergie nennenswert Strom?
A: Nein.

Technik, die verlässlich im Winter Strom und Wärme liefert ist so dumm nicht.

https://www.mdr.de/geschichte/katast...er-ddr100.html

Weisst Du noch?


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