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HaPeKa 27.03.2020 11:49

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2128022)
die ganze Rechnerei und Gegenrechnerei sollte man hier lassen, weil es zu vieler Annahmen bedarf und schon eine falsche Annahmen die Ergebnisse so verändern können, dass ganz andere Schlussfolgerungen gezogen werden.

Genau, so ist es ...
Zitat:

Trotzdem stelle natürlich ich auch Überlegungen und Abschätzungen an, bei denen ich aber möglichst nur wenige und gesichert Daten verwende. Aktuell wurden heute morgen 3.500 freie Betten auf Intensivstationen gemeldet, die für Coronapatienten zur Verfügung stehen, mit 691 sind rund 700 von den übrigen Betten mit Coronapatienten belegt, d.h. für Corona stehen also aktuell insgesamt 4.200 Betten zur Verfügung. Aktuell verdoppelt sich die Zahl der Infizierten rund alle 4 Tage. Wenn sich auch die Zahl an benötigen Betten alle 4 Tagen verdoppelt, benötigen wir in 12 Tagen 5.600 Betten.
Bei deinen Überlegungen und Abschätzungen lässt du eine wichtige Grösse aussen vor: Die Betten, die wieder frei werden. Von denen, denen die Beatmung geholfen hat und leider auch von denen, die's nicht geschafft haben ...

kiwi05 27.03.2020 11:53

Allerdings werden die Betten teilweise viel länger für einen Patienten gebraucht, als anfangs angenommen. Manchmal 2-3 Wochen.

malo 27.03.2020 12:14

was ich nicht so recht verstehe: die Gesamtsterblichkeit der Bevölkerung ist (Stand 26.03.) in den letzten Wochen nicht signifikant gestiegen. Weder in Italien noch in Frankreich oder Spanien.
Quelle https://youtu.be/lebIK5bnYCw
(Dr. Schiffmann, Arzt aus Sinsheim)

Auch nicht in China. Wie kann das sein?

HaPeKa 27.03.2020 12:16

Solange es vorallem alte Leute über 80 und Personen mit schweren Vorerkrankungen trifft, wird das die Gesamtsterblichkeit nicht massiv verändern ... Höchstens die Lebenserwartung dürfte sich statistisch leicht nach unten bewegen ...

HaPeKa 27.03.2020 12:21

Zitat:

Zitat von kiwi05 (Beitrag 2128053)
Allerdings werden die Betten teilweise viel länger für einen Patienten gebraucht, als anfangs angenommen. Manchmal 2-3 Wochen.

Ich denke auch, dass das bei uns (D und CH) anders sein wird, als in Italien. Dort sprach man nach den ersten 2'000 Toten ja davon, dass sie im Schnitt ca. 4 Tage am Beatmungsgerät überlebt haben.

In unserem System könnte es aber auch gut sein, dass einige nach ein paar Tagen Beatmung wieder in einem normalen Spitalbett mit Sauerstoff versorgt werden können ... So hoffe ich wenigstens ...

dey 27.03.2020 12:40

Zitat:

Zitat von malo (Beitrag 2128058)
Quelle https://youtu.be/lebIK5bnYCw
(Dr. Schiffmann, Arzt aus Sinsheim)

Das war jetzt aber nicht aus "Die Anstalt" oder der Postillion, oder?
Wenn nein, dann sollte der Herr mal einen Medienexperten zu seinem Experten-Team hinzufügen.

Ach ja, zu deiner Frage.
Zitat:

Wie kann das sein?
Nicht, dass ich Experte wäre, aber
1. Geht so eine Grippe-Saison ja länger als ein paar Wochen
2. Sieht man bei ITA wie nahe dran sie an den Grippe-Toten sind
3. Genau dagegen sollen die Maßnahmen helfen und offensichtlich tun die das ja auch
4. Die Hochrechnungen, was passiert, wenn wir die Maßnahmen auslassen spreche eine klare, aber unbewiesene Sprache

Der Aufforderung sich bei Wodarg und Co. zu entschuldigen, wird er in 5 Monaten wahrscheinlich selber stellen müssen; gegenüber anderen Leuten. Zu dem denke ich das ich nicht mehr als Arzt praktiziert, sondern weiter versucht seinen Lebensunterhalt als Influenzer zu verdienen. Es bleibt spannend.

Vielleicht täusche ich mich auch.

Ernst-Dieter aus Apelern 27.03.2020 12:44

Man kann durch den temporären Wegfall von "Nicht Notfall OPS" etwas an Betten schaffen, doch es gibt noch genug Notfälle die auf die Intensivstation müßen und nicht vorhersehbar sind.
Ösophagusvarienblutungen, Perforierter Magen , Aneurismenblutungen, Polytraumen, Herzinfarkte, Hirnblutungen.Unser Gesundheitswesen ist sehr gut.Wie das in anderen Ländern wie Italien und Spanien, England aussieht mit den genannten Noffällen mag man sich garnicht vorstellen.

HaPeKa 27.03.2020 12:57

Hier in der Gegend sprachen sie gestern noch von 'Ruhe vor dem Sturm' ...
Alle Operationen, die nicht nötig sind, sind seit Wochen ausgesetzt, die Betten leer.
Schön, wenn das möglichst lang so bliebe ...

Noringer 27.03.2020 13:09

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2128039)
Mir würde es in Neuseeland zur Zeit besser gefallen als hier:
Erst 368 bekannte Fälle, 0 Tote ... Also quasi ein Quarantäneland ...
Und wenn deine Tochter keine Vorerkrankungen hat, dann kann ihr dort wirklich nichts passieren ...

Meine Tochter hängt mit ihrer Familie auch in Neuseeland fest und mit ihen noch 15 000 andere Europäer, darunter 12 000 Deutsche. Sie versuchen seit längerer Zeit aus Neuseeland rauszukommen, aber Qatar-Airways meldet immer noch, der reguläre Rückflug finde am 31.03. statt. Somit war die Möglichkeit einer Umbuchung nicht gegeben, höchstens eine Umbuchung auf einen früheren Flug in der Business-Class - für 20 000 Euro. Sie haben sich zwar für das Rückholprogramm angemeldet, aber dafür schießt jetzt die neuseeländische Regierung quer, die einen "proper plan" verlangt, bevor sie ihre Zustimmung zu den Flügen gibt. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Anordnung, dass alle für die nächsten Wochen an dem Ort zu bleiben haben, an dem sie sich gerade befinden. Klingt vernünftig, aber die Campingplätze sind geschlossen, die Hotels dicht. Wo sollen die Familien übernachten? Außerdem läuft bei fast allen die Reisekrankenversicherung aus - die nicht verlängert oder neu abgeschlossen werden kann. Sie hat jetzt das Glück, dass eine Bekannte der Mutter einer Arbeitskollegin für sie und noch eine deutsche Familie eines ihrer beiden Häuser kostenlos zur Verfügung stellt.
Neuseeland macht dicht und tausende Touristen hängen in der Luft.

ha_ru 27.03.2020 13:33

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2128052)
Genau, so ist es ...

Bei deinen Überlegungen und Abschätzungen lässt du eine wichtige Grösse aussen vor: Die Betten, die wieder frei werden. Von denen, denen die Beatmung geholfen hat und leider auch von denen, die's nicht geschafft haben ...

Ich sagte ja grobe Abschätzung, und wer mal in der Beatmung gelandet ist , liegt dort 2-3 Wochen., es werden also wenige frei und dann nur in Größenordnungen, die das Ergebnis der Abschätzung für mich nicht wesentlich beeinflussen und daher vielleicht doch keine so wichtige Größe darstellt.

Das Klinikum in Nürtingen (Kreis Esslingen, der aufgrund Ski-Urlauber mit eine paar Verteilerpersonen eine leicht überdurchschnittliche Anzahl an Coronaerkrankten je 100.000 Einwohne hat) hat aktuell alle Beatmungsplätze belegt und musste Patienten mit dem Hubschrauber in andere Kliniken auszufliegen. Ich kenne einen Arzt aus dem Krankenhaus, der mir dieses Szenario vor einer Woche vorhergesagt hatte bzw. sagte, dass sie sich darauf vorbereiten, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch keinen Coronapatienten mit schwerem Verlauf hatten. Die können offensichtlich ganz gut rechnen bzw. abschätzen.

Ein Hubschrauber aus der Schweiz mit der Möglichkeit die Patienten unter Beatmung auszufliegen wurde offensichtlich rechtzeitig bereitgestellt. Denke das war kein Zufall.

Erübrigt für mich die Diskussion, ob die Maßnahmen übertrieben sind und aktuell gelockert werden können.

Hans


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