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jrunge 03.08.2022 13:47

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247746)
... Wenn man das Nachrechnet kommt man auf etwa 250 l/sek Wasserverbrauch, das ist die Wasserführung eines größeren Baches.
...

Und wie hoch darf die Temperaturdifferenz zwischen Kühlwasserentnahme und Wiedereinleitung maximal sein?
Übrigens war es bereits im letzten Jahrhundert schon nötig, dass die KKWe an Weser und Elbe regelmäßig im Sommer ihre Leistung teilweise massiv absenken mussten, da die Temperaturen die zulässigen Grenzwerte überschritten. Egal ob mit oder ohne Kühlturm. Als Lastverteiler konnte man da ohne eigenes Kühlmittel auch schon mal ins Schwitzen kommen, obwohl die Warte klimatisert war. :eek:

Porty 03.08.2022 14:10

Du weißt, wie ein Kühlturm funktioniert?
Da geht nichts zurück in den Fluss. Das Wasser verdunstet und sorgt für die vor allem im Winter weit sichtbaren Nebelfahnen.
In der Praxis wird man einen gewissen teil des Kühlwassers zurück in den Fluss leiten, um zu verhindern, dass sich im Wasser gelöste Salze unzulässig aufkonzentrieren.

Das Wasser, was sich am Boden des Kühlturmes sammelt, ist in der Regel deutlich kälter wie die Umgebungsluft. Wenn wir schwitzen ist das das gleiche Prinzip.

Der Fluss ist nur die Rückfallebene im Störungsfall.

jrunge 03.08.2022 14:25

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247762)
Du weißt, wie ein Kühlturm funktioniert?
...

Nee, weiß ich nicht, das wurde 1975 in Energietechnik noch nicht gelehrt. :lol:

Porty 03.08.2022 14:39

Zitat:

Zitat von jrunge (Beitrag 2247766)
Nee, weiß ich nicht, das wurde 1975 in Energietechnik noch nicht gelehrt. :lol:


Kühltürme gab es schon vor 1900.....:shock:;)

turboengine 03.08.2022 15:16

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2247744)
Hätte jeder "Aldi" ein umfangreiches Solardach wäre die Ladeinfrastruktur für die Einkaufenden wohl gesichert.

Sicher nicht. Mit dem Aldi-Dach bekommst Du selbst bei bestem Wetter während eines einstündigen Einkauf gerade mal ein Auto halbvoll.

40kW Peak Anlage, 75 KWh Akku, Umwandlungsverluste.

Das meine ich mit „geringer Energiedichte“.

KSO 03.08.2022 15:32

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247762)
....
Der Fluss ist nur die Rückfallebene im Störungsfall.

und wenn die ausfällt (weil zu wenig Wasser oder schon zu warm), arbeitet ein Kraftwerk* nicht, oder?

*Gilt das jetzt nur für Atomkraftwerke oder generell für Kraftwerke?

Porty 03.08.2022 16:12

Im Prinzip funktioniert ein AKW wie jedes andere Wärmekraftwerk, nur mit dem Unterschied, dass die Wärme aus einen Kernreaktor kommt und nicht durch das Verbrennen von Kohle, Öl, Gas oder was auch immer erzeugt wird. Allerdings sind die Sicherheitsbestimmungen bei AKWs halt sinnvollerweise höher.
Mir sind aber auch AKW´s bekannt, die als Wärmesenke das Meer verwenden haben, wie z.B. Greifswald (DDR) oder das AKW Wylfa in Wales.
Im Greifwald war die Erwärmung des Greifswalder Bodden durchaus ein Thema. Ich war 1975 ganz in der Nähe zum Zelten, da waren dort die Erwärmungsgutachten veröffentlicht. Wir ist in Erinnerung, dass sich unter ungünstigen Bedingungen das Wasser der Ostsee um max 1 K erwärmen würde. Wir haben damals im Abwasserkanal des Kraftwerkes gebadet War angenehm warm. ;)

BeHo 03.08.2022 16:54

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247781)
[...]dass sich unter ungünstigen Bedingungen das Wasser der Ostsee um max 1 K erwärmen würde.[...]

Die max. 1 Kelvin waren in der DDR natürlich wissenschaftlich abgesichert? :crazy:

Im Westen durfte ich als naturwissenschaftlich interessierter Schüler auf einer Exkursion auch mal in einen der Kühltürme des AKW in Philippsburg reinschauen. War ganz schön beeindruckend. Beeindruckend war auch die rein positive Informationsvermittlung zur Stromgewinnung mit Atomkraft. Alles super. Null Probleme.

Las ich vor ein paar Beiträgen etwas über Gehirnwäsche?

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247781)
[...]Wir haben damals im Abwasserkanal des Kraftwerkes gebadet War angenehm warm. ;)[...]

Angenehmes Badewasser empfinden die heimischen Wasserbewohner in der Gegend wahrscheinlich eher nicht als angenehm.

Ein gutes Kühlturmsystem verringert zumindest den thermischen Eingriff in die Gewässerökologie, verhindert ihn aber nicht. Dass die Wassertemperatur eines Flusses durch ein Wärmekraftwerk nicht beeinflusst wird, halte ich für ein Märchen.

Apropos Kühlung mit Meerwasser: Das AKW Torness in Schottland hatte wohl ab und an mal ein Problem mit Quallen im Kühlsystem. :crazy:

jrunge 03.08.2022 17:17

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247762)
... Der Fluss ist nur die Rückfallebene im Störungsfall.

Und das glaube ich trotz deiner Erklärung nicht.
Das KKW Grohnde hat z.B. 2 Kühltürme, dazu nun folgender Fall als Beispiel aus der näheren Vergangenheit:
Zitat:

Zitat von wiki
Während der Hitzewellen in Europa 2019 war im Juli 2019 die Weser als Kühlwasserlieferant so stark aufgeheizt, dass geplant war, das Kraftwerk abzuschalten, wenn der Fluss den kritischen Grenzwert von 26 Grad Celsius Wassertemperatur erreichen sollte.[30] Diese erhöhte Grundtemperatur des Kühlwassers und zu wenig Durchfluss ermöglicht damit keine ausreichende Kühlung in allen Betriebszuständen des Kraftwerks.[31] Zudem sollte damit das Ökosystem des Flusses geschützt werden und die Temperatur des Flusswassers nicht zu stark durch das Rückführen von erwärmtem Kühlwasser in die Weser erhöht werden.[32] Dieser Fall trat jedoch nicht ein, da die Weser „nur“ 25 Grad Celsius warm wurde.

KKW Unterweser hat übrigens keinen Kühlturm, genau wie die KKWe Krümmel, Stade, Brokdorf und Brunsbüttel an der Elbe.
Aber alle haben ein Kühlwassereinlaufbauwerk und ein Kühlwasserauslaufbauwerk, das ist dort, wo oft die Angler sitzen. Das gilt übrigens auch für konventionelle Dampfkraftwerke. ;)

So, das war für mich jetzt genug OT in der abgewürgten Energiewende. :oops:

atlinblau 03.08.2022 18:03

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247743)

Das musst du mir jetzt erklären.
Wenn auf einem Feld Mais wächst und man daraus Biogas macht hat das erzeugte Biogas einen Energieinhalt von etwa 10 000 kWh je Hektar Fläche
Die Eingestrahlte Sonnenenergie beträgt in Süddeutschland etwa 1000 kWh/m² oder 10 000 000 kWh/Hektar und Jahr.
Macht einen Wirkungsgrad von?
Richtig 0,1 %! Brutto! Weil davon geht noch dein Energieaufwand für Bodenbearbeitung, Dünger, Ernte und Transport ab.

Sowohl Sonne als auch Wind zählen nicht zum Primärenergieverbrauch in Deutschland.
Daher gilt in den Energiebilanzen für die Erneuerbaren ein Wirkungsgrad von 100% bzw. Brutto = Netto.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247743)
Und die zur Verfügung stehende Fläche ist bekanntermaßen begrenzt.

Man beachte die Skaleneffekte bei Solar- und Windkraftanlagen. Fossile und atomare Blöcke sind fast ausgereizt - Verbesserungen im Wirkungsgrad im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247743)
Auch sollte man bedenken, das sowohl Windräder und PV erst mal hergestellt werden müssen, auch dafür braucht es Energie. Also nichts mit Brutto gleich Netto.

Immer diese Bedenkenträger...
Sie verwechseln den Energiebedarf für die Herstellung mit dem Energiebedarf der Stromumwandlung. Einer erneuerbaren Anlage muss keine Energie zugeführt werden, wie z.B. die Kohlezüge für ein Kraftwerk.
Jede EE-Anlage amortisiert sich hinsichtlich ihrer Herstellungsenergie mehrfach - etwa Faktor 10.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2247743)
Und auch diese Anlagen halten nicht ewig und müssen irgendwann ausgetauscht werden. Enercon gibt für seine Windräder eine Lebensdauer von 20, in Ausnahmen 25 Jahren an.

Da sie dann aber betriebswirtschaftlich abgeschrieben sind, senken sich ab diesem Zeitpunkt die Stromherstellungskosten signifikant. Für Atom- und Kohlekraftwerke trifft dies nicht zu.

So wie Deutschland erst mit der Gasknappheit anfängt sich Gedanken zur Energiesicherheit zu machen, bedurfte es ein Überangebot an EE ( > 4%) um die Grundlaststromerzeuger zum handeln zu zwingen.
Jahrelang galt - jede Kilowattstunde installierte EE-Leistung gefährdet Arbeitsplätze bei Kohle und Atom. Die EE sind ja nie ein Zuschussgeschäft gewesen, aber die Gewinnmargen für Kohle und Atom waren vielfach lukrativer. Auch weil den Konzernen nicht alle anfallenden Kosten in Rechnung gestellt werden.


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