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TONI_B 30.06.2012 23:21

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 1335473)
Das ist genau die dämliche Argumentation, die mir die Zornesröte ins Gesicht treibt.

Danke für das Lob und den tollen Diskussionsstil! :evil:

Hast du dir schon mal den Tagesgang des Stromverbrauchs angeschaut? Wann braucht die Industrie am meisten Strom? Dann, wenn ICH einspeise!

hanito 30.06.2012 23:22

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1335486)
Hast du dir schon mal den Tagesgang des Stromverbrauchs angeschaut? Wann braucht die Industrie am meisten Strom? Dann, wenn ICH einspeise!

Bist Du dir sicher, das Dein Strom dort genutzt wird bzw kann? Naja abends und nachts braucht die Industrie auch noch Strom, meisten viel länger als die Sonne scheint. Die brauchen eine Sicherheit das immer Strom da ist, das kann Fotovoltaik nicht leisten.

Crimson 01.07.2012 00:11

würde man die Energien derer, die sich über Wende, Zurückwende und Wiederhinwende aufregen und wasauchimmer um die Ohren hauen, auffangen und speichern können, bräuchte man über nix zu diskutieren - Rumpelstilzchenkraftwerke ;)

TONI_B 01.07.2012 07:14

Zitat:

Zitat von hanito (Beitrag 1335487)
Bist Du dir sicher, das Dein Strom dort genutzt wird bzw kann? Naja abends und nachts braucht die Industrie auch noch Strom, meisten viel länger als die Sonne scheint. Die brauchen eine Sicherheit das immer Strom da ist, das kann Fotovoltaik nicht leisten.

Es wird ja von niemanden behauptet, dass die Photovoltaik die gesamte Energieversorgung übernehmen kann/soll/muss!

Ein guter Energiemix aus Sonne/Wind/Wasser usw. sollte die Zukunft sein...

Und wenn wir nicht nur an morgen oder nächstes Jahr denken, sondern an die nächste und übernächste Generation wird es schlicht und einfach nicht anders gehen, denn wie lange halten die Vorräte an Öl, Uran usw.?

dey 01.07.2012 09:26

Hi Porti,
deine zeitliche begrenzte Betrachtung und Zahlenschubserei vergisst zwei wichtige Punkte:
die Gesamtkosten AKW sind nicht wirklich ermittelt, da Rückbau und Endlagerkosten teils nicht eingerechnet sind oder schlicht nicht bekannt
ohne die blinde AKW-Begeisterung der letzten 60 müssten wir über gar nichts streiten. Hätte man nach Tschernobil einen ehrlichen Umgang mit den Fakten und Zahlen betrieben und einen 25-jahrePlan für eine Umstellung festgelegt hätten wir heute schon +50% regenerativ und auch die Netze und Speicher.
Leider haben uns die Atomlobby und Schwarzgelbe Regierungen eines entspannten Zeitplans beraubt.
Wobei ich auch nicht annehme, dass die 80er-Grünen einem 25y-Plan zugestimmt hätten.
Insgesamt müssen wir alle 10-20% Stromverbrauch reduzieren, ein Weiter-so geht nicht.

Bei jedem Atomkraft-Befürworter wundere ich mich über seine (wahre) Motivation.

Bydey

eiq 01.07.2012 09:52

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann: angeblich muss wegen der Nutzung erneuerbarer Energien das Netz unglaublich stark ausgebaut und erneuert werden. Das kostet laut Netzentwicklungsplan der Betreiber bis 2022 20 Milliarden Euro (2 Milliarden Euro pro Jahr).

Ende 2006 ging der VDEW aber – ohne die EE-Panik – davon aus, bis 2020 40 Milliarden für Modernisierung und Erweiterung investieren zu müssen (~2,9 Milliarden Euro pro Jahr). Die Kosten sind also offensichtlich erheblich gesunken – warum dann der Aufschrei?

dey 01.07.2012 10:03

Hi eiq,

die Antwort lautet politische Meinungsführerschaft.
2006 war 7 Jahre Rot-Grün vorhanden; da wurde lange genug am geistigen Fundament gearbeitet.
Die Merkelsche Rolle rückwärt hat die alten geisitgen Mauern verstärkt wieder hoch gezogen.

Bydey

Porty 01.07.2012 11:32

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1335486)
Danke für das Lob und den tollen Diskussionsstil! :evil:

Hast du dir schon mal den Tagesgang des Stromverbrauchs angeschaut? Wann braucht die Industrie am meisten Strom? Dann, wenn ICH einspeise!

Seltsam, ich muß in Herbst und Winter auch dann arbeiten wenns Dunkel ist....
Spaß bei Seite. Unsera Anlagen laufen von Sonntag nacht bis Samstag Mittag. An- uns Abfahren dauert je ca 2 Stunden und glaube mir, wir nutzen bei den derzeitigen Energiepreisen jede wirtschaftlich einigermaßen sinnvolle Möglichkeit den Energieverbrauch zu senken .

Übrigens vor 500 Jahren wurden die Uhren so gestellt, das Tag und Nacht immer 12 Stunden hatten, also die Sunde im Sommer war 3 mal so lang wie im Winter. Irgendwo las ich , wir bewegen uns zurück zum Mittelalter......

Grüße Michael

steve.hatton 01.07.2012 14:45

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 1335473)
...
Genug der Polemik. 25% zeitlicher Versorgungsanteil ist das, was unter unseren Klimabedingungen möglich ist. Für die restliche Zeit braucht jede PV ein Schattenkraftwerk.


Oder Speicher und/ oder vernünftige Stromleitungen.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 1335473)
......
@ Steve Hatton:
..
Was meins Du, warum seit den 20er Jahren unvorstellbare Summen in ein Stromnetz investiert wurden? Lastausgleich und Versorgungssicherheit!
Wer erneuerbare Energien will muß diese Kröte schlucken, alles Andere ist verlogen

Grüße
Michael

Logisch, dass man vom Herrsteller zum Verbraucher eine Leitung braucht, nur muss man das bisher sehr zentralistische System nicht unbedingt so beibehalten nur um die Olgarchie zu fördern.

Zudem wäre es sinnvoll gewesen die seit den 20-iger Jahren gebauten Leitungsnetze mal ein bißchen mehr zu warten, damit sie nicht reihenweise einknicken.

Wenn es stimmt dass AKW nur weniger als 20% des Strombedarf decken und mit newussterem Umgang mit Strom seitens des Verbrauchers ca. 20% eingespart werden könntre, so erübrigt sich doch die Diskussion oder ?

Natürlich kosten die Leitungsnetze was und natürlich müssen sie irgendwo laufen - entlang der Autobahn zB und wenn ich Tomaten hier in Augsburg verkaufen will muss sie auch irgendwie herbringen, weshalb mir da aber die Bürger da Auto vorab bezahlen sollen, damit ich die Tomaten in Sizilien holen kann, verstehe ich nicht - aber genau so argumentiert das Energie-Oligopol.

Zwei Fragen an die AKW Fans: Warum werden mit schöner Regelmäßigkeit Störfälle nicht gemeldet und vertuscht ?
Warum wird Leuten die Störfälle vertuschen nicht einfach die Betrieberlizenz entzogen.

Ich bin wirklich nicht der Total-Öko, aber ich will auch kein Restrisiko tragen, anders formuliert - wenn ich mal 2 Stunden keinen Strom hätte wäre mir das lieber als das AKW um die Ecke ( wobei Gundremmingen schon nah genug ist).

dey 01.07.2012 14:52

Hi Michael,
deine Betrachtungsweise erscheint so eindimensial, wie das, was du anprangerst.
Ca. 60y einseitige Lobbypolitil haben uns eine Einbahnstr. geführt, die viele für eine Sackgasse halten.
Die Kehrtwende in dieser situation kann und wird nicht ohne Kratzer abgehen.
Mir erscheinen die (Ex-)Symptisanten dieser Lobbypolitik nicht zu sinnsollen Kompromissen bereit, so dass auf beiden Seiten mit den immer gleichen Totschlägerargumenten rumgeprügelt wird.
Ich wäre bereit eine Laufzeitverlängerung zu akzeptieren, wenn mir die Atomlobby garantiert, dass
a) für meine Enkel (in 20-25y) keine Atomkraft mehr existiert und
b) komplett für die Abfälle mit ihren Gewinnen gerade stehen.
Derzeit versuchen sie jedoch das maximale an Gewinn vom Status Quo zu erzielen. einsicht bezüglich 50y naturfeindliche Strtegie = 0.

Bydey


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