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RoDiAVision 20.01.2009 23:55

Aber auch Spezialglas kann man zweckentfremden

Nahaufnahme
http://www.sonyuserforum.de/galerie/...usschnitt-.jpg

Makroaufnahme mit Zwischenring
http://www.sonyuserforum.de/galerie/...2.0_1024px.jpg

Ich finde dieses Objektiv ist schon recht universell einsetzbar :top:

Anaxaboras 21.01.2009 00:18

Zitat:

Zitat von RoDiAVision (Beitrag 774872)
Aber auch Spezialglas kann man zweckentfremden

Äh, was haben deine Beispielbilder jetzt mit dem Eingangsposting zu tun :roll::roll::roll:?

Nicht, dass das jetzt alle Besitzer eines 85/1,4 als Einladung verstehen, hier ihre Bilder mit dem Objektiv zu posten :cool:.

Martin

Jens N. 21.01.2009 00:30

Zitat:

Zitat von binbald (Beitrag 774689)
Glaubst Du, dass kürzere Brennweiten prinzipbedingt (Bauart, Linsendurchmesser, etc.) weniger anfällig dafür sind, oder dass es bei diesen nur weniger stark auffällt?

Eher ersteres. Das hat einfach damit zu tun, wie CA entstehen, nämlich durch unterschiedlich starke Brechung des verschiedenfarbigen (=verschiedene Wellenlängen) Lichts. Bei langen Brennweiten ist die Brechung, bzw. Abweichung der verschiedenen Farben prinzipiell stärker, also sind CA da eher ein Problem. Bei ganz kurzen Brennweiten ist es eher wegen der Bauweise (dicke, stark gewölbte Linsen) wieder ein Problem. Das 35er neigt durchaus auch zu CA, gerade axiale CA scheinen in dem Photozone-Review noch ausgeprägter. Ich habe die beiden Objektive nie mit Schwerpunkt auf diese Themen verglichen, aber so aus dem alltäglichen Gebrauch würde ich sagen, ist das 35er etwas weniger anfällig. Das kann aber ein Irrtum sein.

Natürlich spielen auch die fotografierten Motive wie gesagt eine Rolle, insofern kann das mit dem weniger auffallen schon auch eine Rolle spielen. Und bei gleichem Abstand und Blende hat das 85er natürlich die geringere Schärfentiefe, was mehr "Angriffsfläche" (holprig formuliert, aber ich hoffe es ist klar was ich meine) für diese CA im Bokeh gibt. Also vielleicht eine Mischung aus beidem: bauartbedingt und einfach nur weniger auffällig (motivbedingt usw.).

heldgop 21.01.2009 01:13

Also das 135iger hat ja auch Probleme mit axialen cas, zwar etwas schwächer als beim 85iger, aber durchaus vorhanden. Purple fringing an kontrastkanten IN der fokusebene (sieht zumindestens so aus als wäre die tischkante noch scharf, und auch der "lila" ast is scharf) hab ich allerdings noch nie gesehen.

Bist du dir sicher das das mit den axialen cas zusammenhängt? Pf tritt ja auch bei Objektiven auf die sonst keine probleme mit Axialen Cas haben. So ganz blick ich bei der PF sache nicht durch...

Jens N. 21.01.2009 01:24

Beim ersten Bild und da speziell bei der Tischkante bin ich tatsächlich nicht sicher, ob das nicht (auch) PF sind (siehe dazu hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Purple_fringing ), da hatte ich mich allerdings auch eher auf den unscharfen Hintergrund konzentriert muß ich zugeben. Aber beim zweiten bin ich mir wegen der grün/magenta Farben ziemlich sicher, daß es sich um axiale CA handelt. PF kann insgesamt natürlich auch eine Rolle spielen, vor allem wenn man die Schilderung liest (immer lila und dann das mit den Haaren). Meine eigene Erfahrung mit dem 85er geht aber auch eher in Richtung axiale CA und nicht PF, auch darum habe ich so geantwortet. Und letztendlich wäre mein Tip da eh der gleiche: (etwas) abblenden, so schwierige Lichtsituationen meiden, ggf. EBV oder damit leben.

Thomas F. 21.01.2009 01:36

Zitat:

Zitat von Jens N. (Beitrag 774642)
Es verträgt sich nicht mit Offenblende ;) (wenn ich mich nicht irre, schrieb ich das auch damals schon in deinem ellenlangen Empfehlungsthread - du warst doch der mit der Frage 35mm /1,4 oder 85mm /1,4 für "Blümchenfotos" - richtig?). Das sind axiale CA, die sind bei vielen Objektiven ganz normal, aber speziell bei lichtstarken Objektiven natürlich besonders störend. Die findest du auch beim CZ 85er, siehe das Photozone Review, wo das ganze recht gut veranschaulicht und auch ansatzweise erklärt wird (hier: http://www.photozone.de/sony-alpha-a..._85_14?start=1 der Absatz über Bokeh, bzw. CA). Für weitere Infos siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatische_Aberration

Das Problem an diesen Farblängsfehlern: sie lassen sich -anders als Querfehler- nachträglich nicht so gut automatisch entfernen und auch manuell kann es eine Qual bis unmöglich sein (bei deinen Bildern aber evtl. rel. einfach: Magentasättigung mal verringern, sowas können gewisse tools auch automatisch). Darum: etwas abblenden, solche Situationen meiden, oder damit leben. Apochromatische Korrekturen helfen hier übrigens etwas, aber nicht unbedingt zu 100%. Und die 85er sind halt nicht APO korrigiert. Bevor du fragst: das 35er ist das auch nicht, allerdings sind kürzere Brennweiten nach meinem Verständnis weniger anfällig für diese Art Farsäume - ganz ohne ist das 35er diesbezüglich aber trotzdem nicht (siehe wiederum Photozone). Letztendlich kann man sowas mit sehr vielen Objektiven provozieren, aber die lichtstarken sind eben besonders betroffen. Genau auf solche Dinge habe ich übrigens damals angespielt als ich (sinngemäß) meinte, hochlichtstarke Objektive seien Spezialisten, die nicht unbedingt immer nur Topleistungen schon bei Offenblende bringen.

Hallo Jens,

hast Du schon mal Silky Pics 3.0 probiert? damit habe ich bisher noch alle meine Ca`s in den Griff bekommen.


mfg
Thomas

heldgop 21.01.2009 01:39

Der wiki Artikel is auch wieder so ne Sache, da steht ja eigentlich das PF nichts anderers ist als eine normale chromatische Abberation, aber das ist ja definitiv nicht immer der fall!

In dem Artikel:
http://www.dpreview.com/learn/?/Glos...rration_01.htm
hingegen wird PF als ein Sensor Phenomen erklärt. Was dann aber nicht erklärt, wiso es bei verschiedenen Objektiven unterscheidlich stark auftritt.

Ich hab wärend meiner Entscheidung zwischen 85/135mm recht viel zu dem Thema gelesen, aber eine eindeutige Erklärung konnte ich nirgends finden...

Jens N. 21.01.2009 01:53

Zitat:

Zitat von heldgop (Beitrag 774917)
Der wiki Artikel is auch wieder so ne Sache, da steht ja eigentlich das PF nichts anderers ist als eine normale chromatische Abberation, aber das ist ja definitiv nicht immer der fall!

In dem Artikel:
http://www.dpreview.com/learn/?/Glos...rration_01.htm
hingegen wird PF als ein Sensor Phenomen erklärt. Was dann aber nicht erklärt, wiso es bei verschiedenen Objektiven unterscheidlich stark auftritt.

Ich hab wärend meiner Entscheidung zwischen 85/135mm recht viel zu dem Thema gelesen, aber eine eindeutige Erklärung konnte ich nirgends finden...

Ich meine es ist ein bisschen was von beidem, liegt also quasi am Zusammenspiel Optik und Sensor (schonmal PF auf Film gesehen?). Aber so ganz genau kann ich das auch nicht sagen und Wiki ist sich ja auch nicht ganz so sicher. Ich meine ich hätte auch mal ein bessere Quelle (als Wiki) zum Thema PF gehabt, finde die aber gerade nicht wieder.

TommyK 21.01.2009 02:00

Von dem was ich bislang verstanden habe liegt es an den Mikolinsen auf dem Sensor. Die haben damit ein Problem wenn Licht Schräg auftifft.
Dieses Schräge auftreffen von Licht hängt vom Objektiv und von der Brennweite ab.

Zuminindest so habe ich das Verstanden. Korrigiert mich wenn ich falsch liege.

Jens N. 21.01.2009 02:22

Zitat:

Zitat von TommyK (Beitrag 774925)
Von dem was ich bislang verstanden habe liegt es an den Mikolinsen auf dem Sensor. Die haben damit ein Problem wenn Licht Schräg auftifft.
Dieses Schräge auftreffen von Licht hängt vom Objektiv und von der Brennweite ab.

Zuminindest so habe ich das Verstanden. Korrigiert mich wenn ich falsch liege.

Nicht ganz. was du beschreibst, ist eigentlich die klassische (Marketing)Erklärung für Vignettierungen und (Rand)Unschärfen. Aber so oder so ist es auch ein bisschen oberflächlich - daß die Mikrolinsen der Sensoren etwas damit zu tun habe, liegt nahe - aber was genau haben sie damit zu tun und wie genau ist hier das Zusammenspiel zwischen Objektiv und Sensor? Denn wie schon gesagt wurde: nicht jedes Objektiv und auch nicht jedes Aufnahmemedium neigt zu PF.

Es ist bei Wiki doch eigentlich ganz gut beschrieben, allerdings auch als hypothetisch bezeichnet (also eine bisher nicht gesicherte Vermutung):

-Chromatic aberration in each CCD cell (microlenses)
-Digital noise in dark areas
-Image processing and interpolation artifacts (almost all CCDs require considerable processing)
-Stray ultraviolet light
-Stray infrared light
-Image bloom from overexposure
-Leaks between cells of the CCD

Wobei man Blooming (der vorletzte Punkt) bei einem Cmos Sensor ausschließen kann, das ist ein reines CCD-Problem und auch dort hat man es schon länger recht gut im Griff.

Am plausibelsten sind hier für mich eigentlich die Punkte 1., 4. und 5.


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