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Zitat von Jan
(Beitrag 563750)
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Stimmt, mein Fehler. Ob der Vergleich mit Shiftobjektiven aber so gut funkioniert, wage ich zu bezweifeln: die werden absichtlich extrem dezentriert (was nur wegen der größeren Bildkreise möglich ist), dadurch ändert sich in erster Linie die Perspekive, die Abweichungen in der Mitte müssen aber gar nicht unbedingt stark ausfallen (einfach mal die Beispiele halbtransparent übereinander legen und die Mittelpunkte vergleichen).
Wenn man also ein Objektiv für solche eher kleinen Abweichungen im Mittelpunkt so stark absichtlich dezentrieren muß, kann ich mir nur schwer vorstellen, daß der gleiche Effekt für das hier diskutierte "Problem" verantwortlich ist. Die gezeigte Abweichung ist zwar auch nur klein (vielleicht sogar kleiner - obwohl, der Abstand spielt hier auch eine Rolle...), aber die Möglichkeiten einer Dezentrierung der kompletten Optik innerhalb der baulichen Möglichkeiten, bzw. Toleranzen (die durch den Bildkreis und letztendlich das Bajonett vorgegeben sind), sind -verglichen mit Shiftobjektiven- absolut winzig, oder konkret: wie weit kann man z.B. die letzte Linse eines Objektivs überhaupt so "unmittig" verbauen, daß sich das ganze Bild sichtbar verschiebt und trotzdem keine einseitigen Unschärfen auftauchen?
Sicher, es gibt diese Abweichungen, auch gut zu sehen, wenn ein Objektiv z.B. in einer Ecke stärker vignettiert als in anderen, aber die gehen dann oft auch wieder mit einseitigen Unschärfen einher und sind eigentlich vergleichsweise klein. Letztendlich ist kein Objektiv perfekt zentriert, alles nur eine Frage der Messgenauigkeit, bzw. ab wann es sichtbar wird. Man sollte doch aber erwarten, daß zwei nicht durch einseitige Unschärfe auffallende Objektive für's gleiche Bajonett, selbst wenn sie von verschiedenen Herstellern sind, auch beide die Bildmitte treffen und nicht wie ein Shiftobjektiv den kompletten Strahlengang verschieben. Das ist offensichtlich nicht der Fall, aber deine Erklärung ist für mich auch noch nicht schlüssig. Da ich allerdings keine eigene anbieten kann, muß ich mich wohl geschlagen geben ;)
EDIT: vielleicht fallen diese Bildverschiebungen aber auch einfach eher auf als einseitige Unschärfen? Sprich, die Objektive sind in der Tat dezentriert (z.B. im Fall auszugsfokussierender Teleobjektive, weil der lange Tubus vorne "hängt", oder beim 18-70 ist ja auch das sich bewegende Sucherbild beim Fokussieren bekannt usw.), aber eben doch noch nicht (zwingend) unscharf, weil Unschärfen erst später auffallen. Für mich immer noch schwer nachzuvollziehen, da ich aus meinen Objektivreparaturerfahrungen weiß, welch minimale Verschiebungen einzelner Linsen schon zu fatalen Unschärfen führen können, aber eine andere Idee habe ich auch nicht.