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Hallo Peter
Erst einmal vielen Dank für die RAW-Files! Ich habe mir jetzt einmal das Foto von Gräsern vorgeknöpft und ein bisschen was ausprobiert. Hier ein 100%-Crop, wie ihn ACR 4.2 in den Standardeinstellungen liefert: http://www.sonyuserforum.de/galerie/...W-Standard.jpg Und so würde ich mir das Bild in etwa vorstellen: http://www.sonyuserforum.de/galerie/...-optimiert.jpg Zunächst einmal stimme ich Jürgen zu, dass die Bilder sehr hell sind, jedoch ohne ausreißende Lichter. Von daher glaube ich nicht, dass die A700 einfach „heller“ belichtet. Es wirkt eher so, also wäre der Gamma-Wert verschoben. Oder kann es sein, dass der Sensor einfach eine höhere Dynamik hat als die üblichen 8 EV? Dann würden die Tiefen natürlich heller wirken, da besser durchgezeichnet. Bei den Gräsern habe ich mir ein deutlich 1 kräftigeres Himmelsblau, so im „Velvia-Look“ gewünscht. ACR 4.2 (Photoshop CS3) bietet dazu hervorragende Möglichkeiten, wie z. B. hier beschrieben. Das Problem bei solch extremen Anpassungen: Fehlende (Farb-)Dynamik macht sich gnadenlos durch ein „Ausbrechen“ der Farbabstufen bemerkbar. Das sieht so aus, als sei ein Farbverlauf mit hoher JPEG-Kompression gespeichert worden. (Ich bin jetzt zu faul, ein Bildbeispiel dafür herauszusuchen.) Die 3 Halos rühren übrigens daher – sie sind keine Schärfe-Artefakt. (Man könnte dieser Störung relativ leicht in PS mit dem Filter „Dunkle Bereiche vergrößern“ Herr werden – aber auch hier war ich zu faul, die Schadstellen auszuwählen und zu bearbeiten.) Die A700 liefert m. E. Daten mit sehr guter Farbdynamik – soweit man das an einem Beispielbild sagen kann. Nicht ganz überzeugt bin ich allerdings von der Schärfe/Detailauflösung. Unter 2 ist deutlich zu sehen, dass es an „Mikro-Kontrasten“ (=Schärfe) fehlt. Oder hat hier die Auflösung der Optik nicht gereicht, das Potenzial des Sensors auszureizen? (Ich habe zusätzlich zu einem moderaten Nachschärfen im ACR noch in PS mit „Hochpass“, Radius 1 Pixel geschärft). Jedenfalls sieht’s ein wenig aus, wie von einem Impressionisten um 1900 gemalt. Aber: Wir reden hier von 12 MP Sensor-Auflösung. Da sollten wir vielleicht wirklich aufhören, ständig 100%-Crops zu begutachten – man wird nur wahnsinnig dabei. -Anaxaboras |
Hallo Anaxaboras,
vielen Dank für deinen sehr informativen und ausführlichen Beitrag. Es ist natürlich richtig, dass wir hier alle auf sehr hohem Niveau "leiden". Die Frage danach, was wir eigentlich wollen, ist schon berechtigt. Es gab Zeiten, da freute man sich schon, wenn ein Digitalbild bei 50% erträglich war. Heute soll es das natürlich auch bei 100% und das natürlich mit einer extrem hohen Auflösung... . Dein Satz mit den verbesserungswürdigen Mikrokontrasten ist genau das, was ich derzeit ACR und LR bei den A700 Dateien ankreide. Die Details werden von der A700 geliefert, denn ich glaube bei meinem Crop sind die sichtbar. Es ist ACR, das die hier im Rahmen der zwangsweisen Farbglättung wegbügelt - die A700 macht das richtig. ACR und LR nehmen aber ungefragt eine ganze Reihe von Massnahmen zur "Bildverbesserung" vor, die bei mittelmässigen Eingangsbildern vielleicht hilfreich sein mögen, aber wenn die Bilder so gut wie aus der A700 sind, dann werden dort einfach nur Farbdetails und Mikrokontraste vernichtet. Und das lässt sich nicht einmal voll abstellen, auch wenn alle Regler auf Null stehen, das Ding macht es trotzdem... . Vielleicht bessert Adobe da noch nach. Es war bei der Sigma SD14 so, bei der Fuji S5 Pro auch, dass man sehr schnell "kompatibel" zu einem neuen Rohformat war, es aber nicht wirklich verstanden hatte und dann mehrfach nachbessern musste. Ich sage es ganz ehrlich. Photoshop ist klasse, ACR in meinen Augen nicht wirklich. Aber ACR hat Macht: Jeder hirnige Redakteur benutzt es. Es ist halt der Standard, den fast alle kennen und damit irgendwie arbeiten können. Wenn also ACR ein Format unzureichend dekodiert heisst es, die Kamera würde miese Bilder liefern. Kann man dutzendfach nachlesen. Ich mag so etwas nicht und zum Glück sind die Bilder der A700 aus ACR wirklich nicht schlecht, wenn auch IMHO nicht voll ausgereizt. Aber worüber reden wir eigentlich? Solange man nur am Bildschirm betrachtet ist der grösste Teil dieser Spitzfindigkeiten rein theoretisch. Beim Druck wird es dann aber auch schon wieder schnell enger. 100% der A700 Auflösung reichen bei 300dpi, was natürlich ein sehr hochwertiger Druck ist, für genau 24,11 x 36,17 cm Bildgrösse. Wer auf A3, A2, A2+ oder mehr möchte, muss das Bild dann entweder deutlich hochrechnen und damit alle bei 100% sichtbaren Schwächen gleich mitvergrössern oder eben in geringerer Auflösung drucken, was bei Einhaltung des vernünftigen Sichtabstandes auch eine ganze Weile gut geht. Schaut man sich dann aber so ein Bild mit z.B. nur 180 dpi näher an, dann wird schnell klar, dass hier Kompromisse gemacht werden mussten. Aber: Auflösung ist keineswegs ein Allheilmittel und wenn die restlichen Elemente der Bildqualität nicht stimmen, siehe billige Kompaktkamera mit 12MP, dann wird es doch eher albern. Wenn aber alle Elelemente der Bildqualität, inklusive die Auflösung stimmen, wird es herrlich und es ensteht der Zauber, den ich aus meiner Mittelformatfotografie kenne und der das Auge immer wieder an einem Bild fesselt und nach jedem Detail suchen lässt. Ich finde, mit der A700 ist man da auf einem richtigen Weg in diese Richtung. Hier nun eben noch ein 100% Crop von mir zum direkten Vergleich. Die Farben blass, eine Körnung im Himmel, aber die Details und Feinzeichnung gefallen mir. Ich will damit primär zeigen, dass die Details in den Rohdaten der A700 enthalten sind. Ich denke, dass jedes dieser Bilder seine Berechtigung hat und zeigt, wie unterschiedlich ein Bild im RAW-Format jederzeit nachträglich bearbeitet werden kann und Interpretationsraum lässt, wie er eben nur mit RAW möglich ist. Was denkt Ihr? http://www.sonyuserforum.de/galerie/...19Peterbx1.jpg |
Zitat:
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Heute Abend wirds nix, aber ich kann ja morgen mal gucken, ob ich noch mal zwei 100% Ansichten einstelle. Zitat:
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-Anaxaboras |
Hi Jürgen,
vielen Dank für dein Reaktion. Ich bin leider wirklich nicht sehr begabt, was Bildgestaltung angeht - ich bin da mehr der Technikfummler - aber Spass habe trotzdem :D Sehgewohnheiten ist interessant. Letzendlich entsteht ja, bei jedem bevor er auf den Auslöser drückt, eine bestimmte Vorstellung wie das Bild aussehen und welchen Ausdruck das Bild haben soll. Natürlich weiss auch jeder halbwegs bewusste Fotograf, worauf er nachher am Bildschirm achten und sich entweder freuen oder ärgern wird. Ich finde es generell sehr interessant, wie verschiedene Menschen das exakt gleiche Thema bzw. sogar das gleiche Bild behandeln. Ich habe eben noch einmal ein wenig mit verschiedenen Variantionen gespielt und bin doch wieder zum Schluss gekommen, dass meine "Interpretation" mir persönlich mit diesem leicht verträumten Ausdruck dem von mir gewünschtem Ausruck am nächsten kommt. Diese Körnung/Griesel/Rauschen-Geschichte prüfe ich jetz mal eben und schmeisse den Drucker für einen Superfine-Print auf A2 an und schaue mir dass mal sehr genau an. Der Druck läuft, ich melde mich gleich wieder. So, der Print ist durch und ich bin sehr erfreut zu sehen, was ich sehe. Das Bild sieht wirklich prima aus. Exakt so, wie ich es will. Etwas flache Gradation, denn bekanntermassen kriege ich auf Photopapier vielleicht 8 Blenden Kontrastumfang drauf, der Rest geht verloren und das passt dann ganz gut. Über das ganze Bild zieht sich eine ganz feine Struktur, die nur bei einem Betrachtungsabstand von unter 20cm direkt sichtbar wird. Bei einem Abstand ab ca. 50cm wird bleibt nur der Eindruck eines natürlichen Bildes erhalten, dass auf einem Papier mit einer ganz leichten Struktur, fast wie ganz feine Leinwand, gedruckt wurde und damit irgendwie "analog" (jetzt frag' mich bloss nicht, was das ist :D)wirkt. Vielleicht steigt mir die A700 auch zu Kopf. Jürgen, dein Urteil ist mir wichtig. Darf ich dir den A2 Print einmal Per Post zuschicken, damit du dir auf den Ausdruck einmal anschauen kannst, um zu sehen, was ich meine? |
Hi Anaxaboras,
ich bin sehr gespannt auf deine Meinung :D |
Peterbx1:
http://www.sonyuserforum.de/galerie/...19Peterbx1.jpg Jerichos: http://www.sonyuserforum.de/galerie/...6/_DSC119a.jpg Also mir würde das von mir bearbeitet Bild (oben ein Ausschnitt) vollkommen ausreichen. Für meine Begriffe überschärfst Du die Bilder maßlos, und Dein RAW-Konverter schärft das Rauschen gleich mit, wodurch es so stark zum Vorschein kommt. Probier doch mal folgendes, lass zwei Bilder ausbelichten/drucken, eins so geschärft wie Du es gewohnt bist und eins deutlich! zurückhaltender. Guck mal, ob Du überhaupt einen Unterschied siehst. |
Hallo Jürgen,
vielen Dank für deine Antwort. Deine Interpretation gefällt mir in der Tat sehr gut. Hast du es nur mit ACR oder noch in Photoshop nachgeschärft? Ich werde deinen Rat befolgen, zwei A2 Prints machen und mir dann einmal sehr genau anschauen. |
Zitat:
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Hmm. Ich finde das Rauschen im blauen Himmel schon ziemlich stark fuer ISO 200, und das "Rauschmuster" wirkt dabei sehr artifiziell. Merkwuerdig. Das fiel mir auch schon bei den Outdoor-Raw-Beispielen von Imaging-Resource auf. Dafuer rauscht es kaum in den Schatten.
Ganz gluecklich bin ich noch nicht, wenn ich mir diese Beispiele anschaue, aber vielleicht muss man sich einfach darauf einstellen, auch schon bei niedrigen ISOs die Luminanz-NR-Keule herauszuholen, um wirklich glatte Himmel hinzubekommen. Gruss, Wolfram |
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