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Maze 19.07.2007 22:40

Hallo
Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 517746)
Je kleiner der Sensor und je größer die Pixelanzahl, desto kleiner muss der Zertreuungskreis sein.

Den Hinweis, bei Megapixe-Monster nicht so weit abzublenden, kann ich dennoch nicht ganz nachvollziehen. Die 12-MP-Taschenknipsen (um die es in dem Spiegel-Beitrag geht), haben doch oft nur zwei oder drei Blenden (z. B. 4, 5.6, 8).

-Anaxaboras

Aber bei den meisten aktuellen Knipsen ist die begrenzende Blende
ja schon bei ca. f/3.
Da haben ja die meisten in Telestellung gar keine so große Anfangsblende.
Da hast du schon Beugungsunschärfe bei Offenblende.

gruß Maze

dbhh 20.07.2007 09:01

Zitat:

Zitat von jms (Beitrag 517735)
Vielleicht kapiert es nun auch mal die breite Masse ...
http://www.spiegel.de/netzwelt/spiel...495333,00.html
Grüße jms

Nö, das glaube ich nicht. Im TV bewerben die Marktschreier AIPTECH oder JAYTECH KompakCAMs mit einer Auflösung "auf bis zu 12 MPix interpolierbar". Ich habe mir den Stress gegönnt und mal 10 Min zugeschaut. Es ist mir nich gelungen herauszuhören wie die _native_ Auflösung ist.
Beim LCD gehts übrigens in die gleiche irreführende Richtung: die oben zitierte CAM glänzt mit 3 Zoll. Niemand sagt dem "leicht bedienenden" Kunden, das es schon zu 2.5 Zoll Zeiten LCDs mit unterschiedlichen Auflösungen, Farb- und Kontrststärken gab. Was nutzen3 Zoll mit 100T Pixel?

Ich fürchte: der Vertrieb wird sich die Pixel-Maßeinheit noch lange nicht nehmen (lassen). Der mündige Konsument muss halt auch mal drüber nachdenken, das man (s.o.) für 130,-- Euro nicht das bekommen kann, wofür Markenhersteller 300,-- Euro nehmen.

Zitat:

Zitat von Backbone (Beitrag 517743)
Ich frage mich gerade ob die Zielgruppe der "ultraflachen, superschicken 10Megapixel und mehr"-Kameras solche Artikel liest oder die Technik auch nur im Ansatz versteht. :twisted:
Letztlich isses auch völlig wurscht. 90% in meinem näheren Umfeld (Familie/Freunde) knipsen mit den billigsten "Digicams" die im Mediamarkt zu finden waren und freuen sich über die tollen Urlaubsbilder. Was solls also. :top:
Backbone

Das ist die Praxis !

Gruß

Tom 20.07.2007 13:22

Zitat:

Zitat von Maze (Beitrag 517894)
Aber bei den meisten aktuellen Knipsen ist die begrenzende Blende ja schon bei ca. f/3.
Da haben ja die meisten in Telestellung gar keine so große Anfangsblende.
Da hast du schon Beugungsunschärfe bei Offenblende.

An was willst Du bei Offenblende eine Beugung haben?
Am Objektivtubus?

MaGu 20.07.2007 14:38

Zitat:

Zitat von Tom (Beitrag 518043)
An was willst Du bei Offenblende eine Beugung haben?
Am Objektivtubus?

Vielleicht an der Blende? - Die kann ja auch nicht verschwinden, sondern ist nur maximal geöffnet, aber immernoch vorhanden.

bleibert 20.07.2007 17:12

Zitat:

Zitat von Tom (Beitrag 518043)
An was willst Du bei Offenblende eine Beugung haben?
Am Objektivtubus?

Ganz genau, an der offenen Blende, woran denn sonst? Nur, weil die Blende offen ist, löst sich ja nicht gleich der ganze Mechanismus in Luft auf. Beugung gibt's immer, und sie ist immer "gleich stark", nur die Intensitätsverhältnisse ändern sich, weil die Kreisfläche mit abnehmendem Durchmesser schneller schrumpft, als der Umfang.

Stuessi 20.07.2007 21:46

Zitat:

Zitat von Maze (Beitrag 517894)
Aber bei den meisten aktuellen Knipsen ist die begrenzende Blende ja schon bei ca. f/3.

Hallo,
schon vor vielen Jahren trat dieses Problem in der analogen Zeit auf.
Meine 50 Jahre alte Minox hat nur die Blende 1:3,5 bei 15mm Brennweite.
Fotografiert habe ich mit IFF Film, laut Datenblatt 185 Lp/mm. Rechnet man das in Pixel um, so erhält man bei einem Filmformat von 8mm x 11mm ca. 12 MPixel.
Gruß,
Stuessi

Tom 20.07.2007 23:30

Irgendwie macht es doch keinen Sinn, größere Linsen zu verbauen, als der Strahlengang bei Offenblende nutzen würde. Alles andere wäre Material- und Geldverschwendung.
Der Umkehrschluß heißt: Die Offenblende begrenzt den Strahlengang nicht weiter als die davor liegenden Linsen.
Wenn die Randstrahlen die Blende also nur leicht tangieren, ist zwar theoretisch die Vorraussetzung für Beugung gegeben, daß der Effekt aber im Verhältnis zur freien Fläche der Blende überhaupt sichtbar wird, kann ich mir kaum vorstellen.

Ehrlich gesagt höre ich hier zum ersten mal von Beugungseffekten an eine Offenblende von ca. 3.
Selbst bei der D7 mit dem kleinen 11mm Sensor traten sichtbare Beugungen erst ab Blenden größer 6 auf.

bleibert 21.07.2007 12:38

Zitat:

Zitat von Tom (Beitrag 518149)
Irgendwie macht es doch keinen Sinn, größere Linsen zu verbauen, als der Strahlengang bei Offenblende nutzen würde. Alles andere wäre Material- und Geldverschwendung.

Ein wenig größer sind die Linsen immer (schon mal ein Obejtiv zerlegt?), denn die Randbereiche sind optisch nicht nutzbar. Natürlich sind sie nicht viel größer, aber ein paar Millimeter sind das schon.

Zitat:

Der Umkehrschluß heißt: Die Offenblende begrenzt den Strahlengang nicht weiter als die davor liegenden Linsen.
Nicht die Linsen, sondern die Fassungen der Linsen. Und wie oben schon gesagt, die mechanische Blende ist immer der begrenzende Faktor für das Strahlenbündel.

Zitat:

Wenn die Randstrahlen die Blende also nur leicht tangieren,
Die Blende verschwindet doch nicht beim Öffnen! Der Blendenkorb hat eine Öffnung, und diese Öffnung entspricht der Offenblende. Es ist ein solider Metallrand, kreisrund. Und "leicht" tangieren gibt es nicht - genauso wenig, wie ein bisschen schwanger. Die Randstrahlen werden entweder durch die Blendenlamellen oder den Blendenkorb erzeugt. Gäbe es keinen Rand, gäbe es keine Randstrahlen.

Zitat:

ist zwar theoretisch die Vorraussetzung für Beugung gegeben, daß der Effekt aber im Verhältnis zur freien Fläche der Blende überhaupt sichtbar wird, kann ich mir kaum vorstellen.
Die Vorraussetzung für die Beugung ist nicht nur theoretisch erfüllt, sondern auch praktisch. Beugung gibt's immer. Die Randstrahlen werden an der Blende gebeugt - egal, wie weit sie geöffnet ist.
Die Frage ist nur, wie weit sich die Beugung im Bild sichtbar macht. Die Beugung entsteht am Umfang der Blende, ist also proportional zu 2*Pi*r. Der Bildpunkt wird durch das komplette Strahlenbündel beschrieben, ist also in der Helligkeit proportinal zu Pi*r². Wenn r abnimmt - also bei Abblendung - dann schrumpft die Fläche schneller, als der Umfang. Folglich wird der Anteil des gebeugten Lichtes in Relation zum gebrochenen Lichtkegel größer, und die Beugung wird langsam sichtbar.
Beugungsbegrenzte Objektive sind nicht gerade häufig, aber es gibt sie. Bei ihnen nimmt die Auflösung (also der Kontrast) schon bei der ersten Blendenstufe ab. Bei Offenblende überlagern meist sowieso die optischen Fehler die Beugungserscheinung, daher ist sie i.d.R. bei Offenblende nicht wahrnehmbar. Allerdings führen die Minisensoren mit ihren winzigen Fotozellen im Bereich zwischen 1 bis 2 µm in Regionen, wo Beugung schneller sichtbar wird, als bei großen Senoren oder gar Film.

Zitat:

Selbst bei der D7 mit dem kleinen 11mm Sensor traten sichtbare Beugungen erst ab Blenden größer 6 auf.
Ja, aber die D7 war ja auch nicht gerade die Krönung der Schöpfung. Sie hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, in denen die Entwicklung nicht stehen geblieben ist. Heute gibt es Sensoren mit deutlich kleineren Fotozellen, und vielleicht auch bessere Optiken. Bei der A2 ist die goldene Blende die F4, oder maximal die F5.6.


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