bleibert |
04.12.2006 02:05 |
Hallo Stuessi!
Zunächst mal Hut ab - das Problem der Planlage (parallele Ausrichtung von Optik und Sensor) und Fokussierung scheinst Du perfekt gelöst zu haben!
Zitat:
Zitat von Stuessi
ich bestimme anhand meiner Bilder das Auflösungsvermögen nicht so exakt, wie ein Testlabor der oben genannten Firma.
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Vor allem bestimmt die das ganz anders: Zur Ermittlung der Auflösung des Filmmaterials wird die Emulsion direkt in Kontakt mit einer Schablone gebracht und belichtet. Daher auch der hohe Kontrastumfang von 1:1000 und die hohen Werte wie 350 Lp/mm und mehr. Für fotografische Belange ist das völlig irrelevant, da ja dort eine Optik zum Einsatz kommt (im Falle einer Lochkamera haut eben die Beugung rein).
Zitat:
Zitat von Stuessi
Der als Testvorlage verwendete Siemensstern auf Fotopapier hat 180 Linienpaare...
Demnach ist die Auflösung meines Objektivs in der Filmebene größer als 156 Lp/mm.
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Das kann ich soweit logisch nachvollziehen, mag es aber trotzdem nicht so recht glauben. Zum einen hast Du in dem Auschnitt der Konverteraufnahme am inneren Ende des Kreises bei errechneter Auflösung von 156 Lp/mm nur noch einen MTF-Wert von ca. 27 %. Was sagt uns das? Eigentlich gar nichts, denn ich konnte ja nur das JPEG-Bild vermessen, und das wurde ja schon kameraintern kontrastverstärkt. Den wahren MTF-Wert kann man nur an Hand der Raw-Daten gewinnen. Denn schließlich kannst Du leicht durch eine Spreizung des Histogrammes den Kontrast auf 100 % anheben. Wenn ich die Auflösung eines Objektives an Hand eines Filmes oder digitalen Bildes bestimmen will, habe ich immer das Problem, dass ich ja nur den Kontrast des Mediums messe, und nicht den der Optik. Ich will damit nur sagen, dass der Kontrast für fotografische Belange schon sehr schwach ist, Du hast ja keine schwarzen Linien auf weißem Grund mehr, sondern nur noch dunkelgraue auf mittelgrauem Grund. Du kannst mit dem Kontrast noch runtergehen bis 5 %, auch da kann man gerade noch die Linien unterscheiden. Kann gut sein, dass Du dann da in Richtung 200 Lp/mm kommst, aber das ist wiederum ein sehr akademischer Wert, denn damit lässt sich keine Fotografie anfertigen. Ich persönlich bin ein Fan von MTF-50, das ist noch ein Kontrast, der "ordentlich" ist.
Bei Deinem ersten Ausschnitt-Bild (mit den 78 Lp/mm) kann ich noch einen MTF-Wert von gut 80 % messen. Zu beachten ist allerdings, dass Du mit dem Siemensstern nur die sagittale Auflösung ermittelst, die unkritischer ist, als die tangentiale. Wenn ich wiederum das Leica Summilux-M 50/1.4 ASPH. als Referenz betrachte, so bringt selbiges bei f/2.8 und 40 Lp/mm "nur" ca. 65 %. Den Unterschied erkläre ich mir weniger mit der absoluten Überlegenheit des MD 50/1.4, sondern vielmehr durch die digitalen Verzerrungen des Tests.
Ich werde mich da aber nochmal kundig machen.
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