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-   -   Konstante Lichtstärke bei Festbrennweiten??? (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=29213)

Bastilo 29.06.2006 18:47

Zitat:

Je nach Auszug verschlechtert sich deren Lichtstärke, die angegebene Lichtstärke bezieht sich nur auf die unendlich-Einstellung. Bei 1:1 kann aber z.B. aus f2,8 schnell mal f5,6 werden (auch wenn nicht alle Kameras -wie auch die Minoltas- das dann anzeigen).
super schon wider was gelernt :top: als ich das erste mal mein Makro in Nahbereich benutz habe, dachte ich da ist irgendwo ein kleines schwarzes Loch drinn, weil das Ding soviel Licht brauchte aber jetzt weiss ich ja warum!

Danke

Grüße
Basatilo

Jens N. 29.06.2006 19:37

Zitat:

Zitat von Bastilo
super schon wider was gelernt :top: als ich das erste mal mein Makro in Nahbereich benutz habe, dachte ich da ist irgendwo ein kleines schwarzes Loch drinn, weil das Ding soviel Licht brauchte aber jetzt weiss ich ja warum!

Jo, sowas steht halt eher nicht in Bedienungsanleitungen ;) Der Auszug muß sich aber auf die Lichtstärke auswirken, weil die fotografierte Fläche und damit auch die Lichtmenge verkleinert wird (und der Frontlinsendurchmesser nunmal der begrenzende Faktor bleibt). Zwischenringe kosten deshalb auch Lichtstärke. Oder Balgen...

Man kann das auch leicht selbst testen: Kamera mit Makro auf's Stativ und eine möglichst homogen beleuchtete (am besten weiße) Wand anvisieren. Einmal mit Fokus auf unendlich (muß nicht scharf sein, es geht ja nur um die Belichtung) und einmal auf die Nahgrenze (und auch mal einige Zwischenschritte). Bei meinem schnellen Test kamen dabei Zeiten zwischen 1/640 und 1/100 raus, bei gleicher Blendeneinstellung - laut Kamera versteht sich. Wie ich gelesen habe, passen Nikonkameras in dem Fall sogar die Blendenanzeige an, aber unsere Minoltas (und andere) tun das nicht. Evtl. hängt es auch mit dem Objektiv zusammen, also dessen Elektronik. Auf älteren Makroobjektiven müsste diese Abhängigkeit von Auszug und Blende/Lichtstärke aber noch aufgedruckt sein, denn ohne TTL-Messung musste man da natürlich bei der Belichtung ziemlich aufpassen.

Ich habe o.g. Experiment auch mit dem 50mm /1,4 ausprobiert, dabei sprang die Zeit mal von 1/2000 auf 1/1600 um, mal nicht. Der Auszug kostet also auch hier etwas Licht (logisch), aber das ist nicht der Rede wert. Aber wenn man es ganz genau nehmen will, hat auch diese Festbrennweite eben keine durchgehende Lichtstärke (über den gesamten Entfernungsbereich).

PeterTV 29.06.2006 22:43

Hallo,

die Blende ist das rechnerische Verhältnis zwischen Brennweite und Durchmesser des Lichtdurchlasses im Zentrum, da wo die Lamellen sind.

Solange die Brennweite und der Durchmesser der Lamellenöffnung nicht verändert werden bleibt auch die Blende konstant.

Die Blende ist kein echtes Maß für die Menge Licht die am Sensor ankommt. Diese kann durch Linsen, Vergütungen, Baulänge etc verändert werden. Einen Einfluß auf die Blende hat es allerdings nicht, weil wie schon gesagt lediglich die Brennweite und die Lamellenöffnung in die Berechnung einfließen. Eine Veränderung von f2,8 auf f5,6 durch Verlängerung des Objektives ist nicht möglich.

Sollte ich mich irren, bin ich gerne bereit die Prügel einzustecken.

Bastilo 29.06.2006 23:30

Hallo, aber in der Praxis ist es doch wirklich so das man mit längerem Auszug auch mehr Licht benötigt und deswegen quasi "scheinbar" mit einer größeren Blendenzahl fotografiert bzw. eine längere Belichtungszeit braucht? Was war ich erstaunt als ich mich im Februar das erste mal die 1:1 Stellung meines neuen Makros getestet habe und am helligsten Tag gerade mal bei Blende 8 1/100 hatte...oder ist da meine Cosina Kaffeemühle mit Vorsatzlinse besonders "Lichtschluckend"?

Grüße
Bastilo

Edit:
Habs gerade nochmal gelesen und verstanden, da steht ja quasi die Antwort auf meine Frage schon drin :oops:
Zitat:

Die Blende ist kein echtes Maß für die Menge Licht die am Sensor ankommt. Diese kann durch Linsen, Vergütungen, Baulänge etc verändert werden

Jens N. 30.06.2006 00:36

@Peter: ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du dich an den von mir verwendeten Begrifflichkeiten störst, oder ob du die Tatsache anzweifelst, daß ein Lichtverlust durch Objektivauszüge auftritt. Da man letzteres leicht selbst ausprobieren kann (ich habe beschrieben wie), nehme ich an, du störst dich daran, daß ich diese Tatsache als abnehmende Lichtstärke bezeichne.

Ich schrieb: "wenn man es ganz genau nimmt". Da die Lichtstärke eines Objektivs idR. für die unendlich-Stellung angegeben ist und es üblich ist, diese Werte auch zu verwenden, ist es vielleicht Haarspalterei, über die Lichtstärke bei unterschiedlichen Entfernungseinstellungen zu diskutieren, aber sachlich falsch ist es meiner Meinung nach nicht.

Zitat:

Zitat von PeterTV
die Blende ist das rechnerische Verhältnis zwischen Brennweite und Durchmesser des Lichtdurchlasses im Zentrum, da wo die Lamellen sind.

Vorab: "die Blende" ist ein Bauteil im Objektiv (so genau muß man dann schon sein). Du meinst sicher die Blendenöffnung, dann stimmt diese Definition natürlich. Es gibt hier aber eine Besonderheit zu beachten, auf die ich gleich eingehen werde. Übrigens sorgt der Auszug u.a. auch dafür, daß die Blende sich eben nicht mehr "im Zentrum" (oder wo auch immer) befindet, sondern sich von der Film-/Sensorebene entfernt und dadurch relativ gesehen kleiner wird - das kann man sogar mit bloßem Auge deutlich sehen, wenn man von hinten durch ein Makro wie z.B. das 90er Tamron sieht und an die Nahgrenze fährt.

Die absolute Blendenöffnung des Objektivs bleibt selbstverständlich auch an der Nahgrenze gleich groß (wie sie sich auch bei Teleobjektiven mit nicht durchgängiger Lichtstärke nicht ändert, der Frontlinsendurchmesser wird einfach nur zum begrenzenden Faktor). Aber wenn man den Auszug verlängert und die Abbildungsmaßstäbe größer werden, kippt irgendwann das Verhältnis zwischen Bildweite und Objektivbrennweite und nicht mehr Blendenöffnung/Brennweite, sondern Blendenöffnung/Bildweite wird zum bestimmenden Faktor für die Lichtstärke, besser erklärt findest du das z.B. hier im letzten Absatz von "Die Blende". Das Objektiv mit Auszugsverlängerung musst du dir dabei einfach wie einen variablen Zwischenring vorstellen, die Grundlagen sind die gleichen. Siehe dazu auch diese Diskussion.

Das bedeutet in der Praxis: die Belichtungszeiten werden länger (wie gesagt, Nikonkameras rechnen diese längeren Belichtungszeiten sogar in die entsprechenden Blendenöffnungen um und zeigen diese an) und selbst der Sucher wird dunkler - wer mal mit einem Balgen (nichts anderes als ein Auszug) gearbeitet hat, kann ein Lied davon singen, aber auch mit einem normalen Makroobjektiv kann man das nachvollziehen.

Ich würde deshalb sagen, die Lichtstärke nimmt ab. Das ist eigentlich so üblich und ich wüsste auch nicht, wie man es besser ausdrücken sollte. Hast du eine bessere Idee?

Umgekehrt (als "Gegenbeweis", wenn du so willst) gibt es übrigens auch Makros, bei denen die Lichtstärke mit größerem Maßstab/geringerem Abstand nicht (oder kaum, aber das ist noch ein anderes Thema) abnimmt. Das sind (die rel. seltenen) innenfokussierenden Makros wie z.B. das Minolta 200mm /4 G Makro. Weißt du, wieso die Lichtstärke hier nicht abnimmt? Weil dafür die Brennweite mit steigendem Abbildungsmaßstab abnimmt ;) Und auch das gilt nicht nur für Makros...

OK, die ganzen Sonderfälle oben beziehen sich auf Makros, nicht auf 50mm Objektive und ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob man das einfach so übertragen kann (vielleicht war das mit der Belichtungszeit bei meinem Versuch nur ein Zufall), aber ursprünglich ging's mir ja auch eigentlich um Makros als Beispiel für Festbrennweiten mit nicht konstanter Lichtstärke. Meinem Verständnis nach müsste das alles eigentlich für jedes Objektiv gelten, aber letztendlich wären die Abweichungen da eh so minimal, daß sie keiner Diskussion bedürfen.

Zitat:

Zitat von Bastilo
Hallo, aber in der Praxis ist es doch wirklich so das man mit längerem Auszug auch mehr Licht benötigt und deswegen quasi "scheinbar" mit einer größeren Blendenzahl fotografiert bzw. eine längere Belichtungszeit braucht?

Ja, das ist so und hat in deinem Beispiel auch nichts mit dem Vorsatzachromaten zu tun. Nahlinsen als Makrozubehör haben den Vorteil, daß sie eben kein Licht kosten. Daher ist dein Zitat aus Peters post auch mitnichten die Antwort auf deine Frage.


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