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-   -   Welcome to the Jungle: Waldlife auf Sumatra und Borneo (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=205309)

ingoKober 25.04.2026 10:58

So, jetzt gehts endlich los: Welcome to the Jungle. Am morgen holt uns Ismail unser ortskundiger Guide ab und gleich gehts los


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Zunächst hinter der Lodge durch die Kautschukplantagen


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Dann steil bergauf und an schönen Felswänden vorbei


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Nicht lang und die ersten Landblutegel tauchen auf.....und ein schöner großer Waldskorpion.
Es handelt sich um eine Heterometrus Art, wohl H. longimanus. In dieser Gattung sind die größten Skorpione überhaupt und auch dieser war gut 15 cm groß. Ihr Stich ist weitgehend harmlos aber extrem schmerzhaft.
Da das Tierchen sich rasch den Fotografen entziehen will, und im dichten Laub kaum sichtbar ist, führe ich vor, wie man einen Skorpion gefahrlos einfangen und handhaben kann - alle sind beeindruckt, keiner traut sich aber, es nachzumachen- und setze ihn in eine fotografisch günstige Position, wo er sich dann auch brav ablichten läßt


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Generell macht sich die Tierwelt aber leider rar. Auch Vögel gibt es kaum. Ich höre immerhin irgendeinen Bülbül und wir schauen nach, bis wir ihn gefunden haben Ein Gelbbauchbülbül.


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Wo es lichter ist, wachsen auf dem Boden schöne gelbe Iris, wohl Trimezia steyermarkii.
Hier eine mit "Taube"


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Nicht spektakulär aber da wir so wenige Insekten sahen: Hier eine (wahrscheinlich) Marienkäferlarve.


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Dann wackeln in der Nähe die Baumwipfel und eine Hordte Thomas Languren turnt druchs Laub.


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na ja, die Jugend muss das turnen erst noch lernen.


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Diese Affen mit der Punkfrisur sind endemisch für Sumatra, sie leben nirgendwo sonst.

Nun folgt schweisstreibendes Steigen, ich stöhne unter meinem Gepäck. Es ist drückend heiss und extrem schwül. Zu angestrengt znm Knipsen..sorry. Wir suchen Orangs. Also Orang Utans. Orang German ( so kündigt uns Anni immer in Restaurants an) sind wir ja selber.
Auf Sumatra werden seit ca 15 Jahren keine großen Rehabilitationsstationen mehr betrieben und auch keine Orangs mehr gefüttert. Also verteilen sie sich im Wald und sind nicht einfach zu finden. Es gibt auch keine Garantie, überhaupt welche zu sehen. Aber sie erinnern sich noch an die alten Zeiten und sind daher auch heute noch entspannt bei Menschenbegegnungen. Sie werfen in der Regel weder Äste nach Menschen, noch flüchten sie. Das sind schonmal gute Vorraussetzungen.
Und richtig, endlich finden wir ein Orang Utan Schlafnest, das ein wenig wackelt.
Nach einiger Zeit schaut ein verschlafen aussehender Kopf über den Rand


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Mehr tat sich aber leider nicht. Da diese Menschenaffen Einzelgänger sind, dachten wir schon, das würde unsere einzige Sichtung bleiben.
Aber schon recht bald trafen wir einen Jugendlichen, der gemächlich durchs Geäst turnte


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Er folgte wohl seine Mutterm die ihn aber sichtlich auf Abstand hielt


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Dann sahen wir auch warum Auf der Hüfte trug sie ein Neugeborenes


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Ismail sagte uns, das kleine wre gerad vor fünf Tagen geboren worden. Und so einzelgängerisch orangs auch sind so ein Baby wollen alle genau begutachten. Also versuchte das ältere Kind so nahe wie möglich zu kommen:


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Und auch der verschlafene Orang Herr aus dem Nest von vorhin tauchte auf einmal auf, um das Baby in Augenschein zu nehmen


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Jetzt sahen wir erst, dass ihm ein Auge fehlt.

Nahebei war als Überbleibsel einer alten Auswilderungsstaion noch ein Unterstand, in dem wir Picknickten und auch eine andere Touristengruppe fand sich dort ein.
Hier zeigte sich nun, an was sich die Orangs noch erinnern, denn das Männchen zeigte deutlich, dass es gerne mitgegessen hätte und kam nun ganz nah an uns heran.


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Natürlich musste es beim sehnsüchtigen Blick bleiben und wir gaben ihm nichts.


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ingoKober 25.04.2026 11:17

Jetzt ging es weiter durch den Wald in Richtung Camp. Ausgerechnet Vanessa, die sich besonders vor den Landblutegeln ekelte, hatte bald einen am Rücken und am Ende einen großen Blutfleck im Hemd, denn die Egel injizieren gerinnungshemmende Stoffe, damit sie in Ruhe saugen können. Birgit hatte einen am Bein.....aber alle wollten sie rasch entfernen und ich kam nicht zum Fotografieren. Zum gezielten suchen nach diesen Fotomodellen fehlte mit die Motivation, bzw ich war einfach zu geschafft.
Einmal flogen laut rufend zwei große Doppelhornvögel vorbei. Leider blieben es die einzigen auf dieser Reise und so habe ich leider kein Foro für Euch.
Die größten Tiere, die uns lange Zeit begegneten, waren Ameisen.


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Auf den Fotos kommt wie so oft nicht rüber, wie anstrengend das Gelände war


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Aber an den beschlagenen Linsen erahnt man immerhin die Feuchte.


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Irgendwann stiegen wir ab bis zum Fluß


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Den wir dann aber auch überqueren mussten


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Zweimal.....zwischen dem ersten und zweiten Mal fing es an zu regnen, richtig zu regnen. Alles war Klatschnass. Der Lenscoat war ein Schwamm und die Kameras tropften.
Aber Ismail trieb zur Eile, denn der Fluß begann schon anzusteigen und reissender zu werden. Aber wir kamen auch da szweite Mal noch sicher hinüber und kamen dann zum am Ufer gelegenen Camp.


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Überall lagen Reifen.....wir ahnten schon. Damit sollte es am nächsten Tag auf den Fluss gehen.

Das camp war sehr basic und sehr nass


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Nass warene wir auch durch und durch, aber der Regen liess zumindest nac einiger Zeit deutlich nach und einige zogen sich auch mutig schon um.


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Hier das Zelt unserer kleinen Gruppe


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Zur Nacht wurden da noch zwei kleine Schlafzelte reingestellt. Die waren aber leider so klein, dass ich mich nicht ausgestreckt hinlegen konnte. Und der Boden war sehr hart....

Der Regen wich dem Nebel


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Und ein kleines Hörnchen wagte sich wieder ins Freie


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Auch Javaneraffen tauchten jetzt wieder auf


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Wir erkundeten ein wenig die nähere Umgebung


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Aber da alle erschöpft waren, saßen wir bald schon wieder vor allem rum


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Kurz nach Sonnenuntergang gab es leckeres Abendessen



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...und damit schliess ich mal für heute.

ingoKober 30.04.2026 09:10

Sorry, ich komme nicht voran. Hoffentlich am langen Wochenende wieder.
Aber das Interesse scheint ja gerade eh nicht überwältigend zu sein.
Wie auch immer, es mag langsam gehen, aber ich mache weiter. Ich glaube ich kann schon das eine oder andere Nette zeigen

Schnöppl 30.04.2026 09:49

Auch wenn die Resonanz in Form von Kommentaren anderer User im Moment nicht sehr groß ist, glaube ich nicht dass das an mangelndem Interesse liegt.
Ich lese auch oft nur stumm mit, aber gerade deine Reisereportagen sind ein Highlight in diesem Forum.
Speziell dass du dir auch noch die Mühe machst und zu jedem Foto die passende Hintergrundstory verfasst macht es jedesmal zu etwas besonderem!

Vielen Dank für deine Mühe und dass du uns so intensiv teilnehmen lässt, ich für meinen Teil werde das vermutlich nie in natura sehen - Mensch und Material werden auf dieser Reise offensichtlich viel mehr auf die Probe gestellt, als ich mir selbst zumuten wollen würde! :shock:

Vielen Dank! :top:

bruno5 30.04.2026 11:13

Ich kann dem Kommentar von Schnöppl in allen Punkten nur zustimmen. Danke fürs Zeigen von Tieren und Pflanzen, welche die meisten SUFler in ihrem Leben nie zu Gesicht bekommen werden. Und bei den spannenden und auch extrem informativen Kommentaren zu den Bildern merkt man natürlich sofort, dass sie von einem Biologie-Profi verfasst wurden. :top::top::top:

fhaferkamp 01.05.2026 09:12

Ich lese auch interssiert mit, also kein Grund zur Sorge, dass kein Interesse bestände.

ingoKober 01.05.2026 18:51

Ach das freut mich...es kommt nun auch eine kleine Fortsetzung.
Einige Zeit nach Einbruch der Dunkelheit brach ich auf meine übliche Nachttour auf. Die Mitreisenden begleiteten mich.
Als erstes fiel mir eine nicht näher bestimmbare Laubheuschrecke direkt neben den Zelten auf.
Birgit meint übrigens, ich hätte diesen Thread "Ingo, was ist das? " nennen sollen. Das wurde nämlich zu einem häufigen Ausspruch.


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Auf dem Weg zum Fluß taten sich Nachtfalter an weggeworfenen Obstresten gütlich.


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In einer Pfütze am Fluss fanden wir...was wohl...einige Sumatra Pfützenfrösche, Occidozyga sumatrana:


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Auf den Steinen kletterte eine kleine Kröte der Art Ingerophryne parvus herum. Diese Art findet man - eher krötenuntypisch - oft an Fliessgewässern:


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Als nächstes stießen wir auf eine Raupe eines der großen Bananenfalter aus der Gattung Caligo. Mit ihrem Kopfschmuck haben diese Raupen etwas drachenhaftes:



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Ein ziemlich bunter Hundertfüßer huschte über den Boden..ich habe ihn leider nur unscharf erwischt:


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Tags machen sie einen Riesenlärm, man sieht sie aber meist nicht. Im Taschenlampenlicht wurde die Zikade dann aber nachts gut sichtbar:


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Auf vielen Blättern saßen große Weberknechte. Oft paarweise oder in kleinen Gruppen:


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Dann weckte ich noch eine Langschwanzagame der Art Bronchocela cristata aus dem Schlaf:


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Mir gelang nur dieses eine Foto, denn dann geschahen zwei Dinge, die mir gar nicht gefielen: Die Frontlinse meines Makros beschlug rapide von innen und der Blitz gab seinen Geist auf. Hinter dem Displayglas sah man Feuchtigkeit. Das Objektiv liess sich zum Glück später in der heissen Sonne wieder weitgehend trocknen. Der Blitz erholte sich aber während der ganzen Reise nicht mehr. Zu Hause, gut durchgetrocknet, nahm er zwar seine Arbeit wieder auf...aber fürs den nächsten Dschungeltrip brauche ich wohl einen feuchtiugkeitsgeschützteren.

A1 und 400-800 Linse versahen übrigens während der ganzen Reise klaglos ihren Dienst, obwohl die A1 teilweise wie in Wasser getaucht aussah und der Lenscoat öfter bis zur Sättigung mit Wasser vollgesogen war. Prima!
Die RIV begann aber am nächsten Morgen zu spinnen. Man konnte noch knipsen, aber alle 3 Sekunden poppte die Meldung auf, es sei nicht kompatibles Zubehör angeschlossen, obwohl nur Sony Teile im Einsatz waren.
Man sieht, das Klima war echt fordernd. So schlimm war es selbst am Amazonas nicht gewesen.
Für diesen Abend war es jedenfalls mit der Fotografiererei vorbei und für künftige Nachtmakros im weiteren Reiseverlauf musste die Taschenlampe herhalten.

Wir gingen also zu Bett. Ich fands furchtbar. Warm, nass, harter Boden und das Zelt kürzer als ich. Meine Smartwartch sagte mir am nächsten Morgen, ich hätte eine Stunde und siebenundvierzig Minuten geschlafen. Toll!
Birgit legte sich hin, machte die Augen zu und begann sofort dezent zu schnarchen. Bis zum Morgen...beneidenswert!
Die Mitreisenden im Nachbarzelt hatten noch etwas damit zu tun, sicher zu gehen, dass ihr Zelt Blutegeldicht wurde. Gerade Vanessa kam mit den kleinen Blutsaugern nämlich gar nicht gut klar, obwohl diese sie offenbar besonders gern hatten.
Mit dem nächsten Morgen geht es dann unausgeschlafen weiter.

kedge 04.05.2026 07:39

Toll was du mit Taschenlampe so im Dunkeln noch ablichten konntest. Die tropischen Witterungsbedingen schrecken mich von privaten Urlaubsreisen nach Südostasien immer noch ab. Bin beruflich mehrfach auf Borneo gewesen (Kuching, Malaysia) und das hat mir immer gereicht. Ich kann dir das gut nachvollziehen.

Grüße
Stefan

Ditmar 04.05.2026 08:04

Erst einmal es sind wirklich schöne Bilder die Du hier zeigst, ebenso die Beschreibung der Reise.
Freu mich auf weitere Berichte aus einem faszinierenden Land, so kann ich wenigstens auf diesem Wege noch mal dieses Land "bereisen".


Das mit dem Alter kenne ich, war selber 2015 auf Java und 2011 auf Borneo unterwegs, es war teilweise so heiß und feucht, das man sich nicht bewegen wollte, mittlerweile weis ich, so etwas geht Heute leider nicht mehr.

Aber um so mehr zehre ich beim betrachten der Bilder von den Erinnerungen an die Reisen, aber diese Strapazen sind irgendwann nicht mehr Gut für unseren Körper.

Windbreaker 04.05.2026 11:01

Zitat:

Zitat von ingoKober (Beitrag 2339816)
Aber das Interesse scheint ja gerade eh nicht überwältigend zu sein.

Hallo Ingo, auch wenn ich deinen Bericht nur still verfolge, möchte ich dennoch großes Interesse bekunden. Ich genieße deine Berichte und die dazu passenden Fotos.


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