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HaPeKa 28.05.2022 13:43

Zielgruppe der Canon APS-C Geräte sind vor allem bestehende Canon Kunden, denen man den Einstig in die spiegellose Zukunft erleichtern möchte. Daher auch der zum Lieferumfang gehörende Adapter, mit dem genau diese Kunden ihre Objektive weiter nutzen können.

matti62 28.05.2022 13:43

Zitat:

Zitat von DerGoettinger (Beitrag 2242485)
O.k., das müsstest Du mir mal erklären. Warum haben R10 und a6400 unterschiedliche Zielgruppen? Und ja, ich glaube schon, dass die Leute sich auch die technischen Daten ansehen, wenn sie rund 1.000,- € zahlen müssen.

MEINE Meinung:

a6400: gut geeignet für kleinere Objektive, kleine Zooms. Ansonsten wirkt sie wie ein zu großer Objektivdeckel

r7&10: geeignet für Alles, insbesondere für größere Zooms.

HaPeKa 28.05.2022 13:58

Sehe ich auch so. Neueinsteiger werden starke Präferenzen bei Grösse und Gewicht haben. Mit der Grösse eines Canon R7 / R10 Systems kommen Leute, die von einer Spiegelreflex her kommen, sicher besser zurecht als jemand, der entschliesst, in Zukunft nicht nur mit dem Smartphone unterwegs zu sein.

Und schliesslich kommen auch noch Marken-Präferenzen dazu. Auch wenn man nicht Fanboy ist, findet man persönlich Canon oder Sony sympathischer ...

DerGoettinger 28.05.2022 16:46

O.k., erstmal Danke an alle Poster hier. Das war echt gutes Futter, das Ihr mir da gegeben habt und über das ich erst sehr viel nachdenken musste. Merci!

Ich hab mal versucht, meine Gedanken und meine Worte etwas zu strukturieren. Wems immer noch zu lang ist, darf gerne den ganzen Post auch ignorieren :lol: Es ist eh nur eine Einzelmeinung, die keinen Anspruch auf Wahrheit erheben darf ;)


Technische Daten, deren Aussagekraft für Einsteiger und das Verhalten von Einsteigern:
Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2242487)
Es könnte aber auch sein ,dass die technischen Daten von Einsteigern nicht richtig eingetütet werden können.

Das mag sein, aber ich sehe darin noch keinen Grund, dass deswegen Einsteiger gleich von sich aus aufhören, Zahlen zu vergleichen. Im Gegenteil: ist es nicht häufig sogar so, dass "Dumme" sich ihrer "Dummheit" gar nicht bewusst sind ("Dumm ist nur, wer Dummes tut...")


Zielgruppen der APS-C-Kameras von Canon und Sony
Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2242491)
Zielgruppe der Canon APS-C Geräte sind vor allem bestehende Canon Kunden, denen man den Einstig in die spiegellose Zukunft erleichtern möchte. Daher auch der zum Lieferumfang gehörende Adapter, mit dem genau diese Kunden ihre Objektive weiter nutzen können.

Ja, ich gebe Dir recht, Bestandskunden sind eine Zielgruppe von Canon. Aber Du sagst ja selbst "vor allem" und deutest damit selbst an, dass es daneben noch andere Zielgruppen gibt, die Canon irgendwie bedienen muss. Ich würde zwei Bereiche sehen, in denen man die verorten könnte: Umsteiger aus anderen Systemen und Fotografie-Neueinsteiger. Ja, erstere wird man weder mit einer R7 noch mit einer R10 kriegen. Ich glaube, Canon ist selbst klar, dass sie kein lockendes Paket für diese Leute hat. Aber deswegen anzunehmen, Canon sei auch nicht an Fotografie-Neueinsteigern interessiert, finde ich eine sehr steile These. Und wir sollten uns auch nicht davon täuschen lassen, dass das APS-C-Portfolio von Canon Stand heute "noch" vollkommen unattraktiv ist. Allein schon, dass Canon die R10 unter 1.000,- € anbietet, ist eine deutliche Aussage.


Große (Canon-)Gehäuse versus kleine (Sony-)Gehäuse:

Zitat:

Zitat von matti62 (Beitrag 2242492)
MEINE Meinung:

a6400: gut geeignet für kleinere Objektive, kleine Zooms. Ansonsten wirkt sie wie ein zu großer Objektivdeckel

r7&10: geeignet für Alles, insbesondere für größere Zooms.

Der Vergleich mit dem Objektivdeckel gefällt mir :lol: Und ja, ich respektiere Deine Meinung und will Dich auch gar nicht umstimmen. Verwende z.B. ein Sigma 150-600 (die ältere Version, die man nur mit MC-11 benutzen kann), und das wirkt schon irgendwie so, als hätte man ein Objektiv mit einem schwarzgemalten Holzbrettchen hintendran :lol: Aber ehrlich gesagt ist mir die Wirkung ehrlich gesagt nachrangig, wenn sie nur wenig Auswirkung hat. Wenn andere das Gefühl haben, meine Kamera sei wg. ihres kleineren Gehäuses schlechter, dann dürfen sie das. Ich muss am Ende des Tages mit meinen Bildern zufrieden sein, und darauf das die Größe des Gehäuses nur minimalste Auswirkung.

Ich sehe es für mich tatsächlich sogar als Vorteil, dass ich nicht so viel Kameragehäuse hintendran habe. Das Argument, dass, wenn man große Objektive an einer a6x00 hat, das Ganze "unausgewogen in der Hand liege", kann ich für mich nicht nachvollziehen. Ich hab das mal spaßhalber an eine a7III gemacht und fand keinen signifikanten Unterschied. Gerade wenn man große Objektive (wie z.B. das o.g. Sigma) an der Kamera hat, ist das Gewicht des Objektivs so vorherrschend, dass das bisschen Mehrgewicht eines größeren Kameragehäuses kaum ins Gewicht fällt (zumindest für mich nicht). Bei einem großen Objektiv ist immer die linke Hand diejenige, die das System hält, die rechte "führt" es nur, trägt aber kaum etwas vom Systemgewicht (geht ja auch gar nicht, weil man dann die Finger zum Festhalten braucht und dann keine Knöpfe mehr bedienen könnte. Selbst mit dem Sony 70-200/2.8, das ich gerade hier hab, finde ich keine grundsätzlichen Unterschiede.

Was ich allerdings zugeben muss ist, dass sich mit einem größeren Gehäuse auch ein größerer Griff ergibt. O.k., darauf habe ich reagiert und mir den Smallrig L-Bracket mit Holzgriffvorsatz besorgt. Jetzt hab ich einen Griff, der wahrscheinlich dem eines großen Gehäuses nahekommt, habe aber immernoch die sonst kleinen Abmaße der Kamera (Und das Problem, das meine Nase mit den großen VF-Gehäusen habe, lasse ich mal außen vor, das ist selbst mir zu OT.).

Aber (und damit, lieber matti62, zurück zu Dir und Deinem richtigen Eindruck) die optische Wirkung vermittelt möglichweise tatsächlich, dass die Sony nicht für große Objektive geeignet sei (was in der Realtität aber anders ist ;)) Ungewohnt möglicherweise, aber dadurch nicht ungeeignet.

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2242495)
Sehe ich auch so. Neueinsteiger werden starke Präferenzen bei Grösse und Gewicht haben. Mit der Grösse eines Canon R7 / R10 Systems kommen Leute, die von einer Spiegelreflex her kommen, sicher besser zurecht als jemand, der entschliesst, in Zukunft nicht nur mit dem Smartphone unterwegs zu sein.

Und schliesslich kommen auch noch Marken-Präferenzen dazu. Auch wenn man nicht Fanboy ist, findet man persönlich Canon oder Sony sympathischer ...

Das sind sicher gute Argumente. Allein schon die "Anmutung" einer großen Kamera hat natürlich auch eine entsprechende Wirkung auf Neueinsteiger. Dieser Eindruck, dass man nur mit "großen Kameras" "gute Bilder" machen kann, ist aus den Köpfen nicht wegzubekommen. Und ich sehe auch den Ruf vieler, die gerne von Sony eine APS-C-Kamera im Gehäuse einer VF-Kamera hätten. Vor dem Hintergrund kann ich die Entscheidung von Canon für dieses Gehäusedesign sogar sehr gut nachvollziehen. Der Entwicklungshintergrund ist hier auch ein ganz anderer.

Wenn wir zurück nach 2010 gehen, dann gab es bei Sony ja grob gesagt entweder nur spiegellose Bridge-Kameras (wie z.B. die Sony DSC-H10) oder die Spiegelreflex-Kameras mit A-Mount. Spiegellose Systemkameras gab es nicht. Ich denke, es war damals tatsächlich um ein vielfaches einfacher, aus einer DSC-H10 eine NEX-3/5 zu entwickeln als einer a33 den Spiegelkasten herauszuoperieren. Daraus leitet sich die Gehäuse-Entwicklungslinie bis heute ab. Für Canon heute ist es hingegen viel leichter, die schon vorhandenen spiegellosen VF-Systemkameras auch zu APS-C-Kameras weiterzuentwickeln. Die Notwendigkeit, sich an kleineren Bridgekamera-Gehäusen zu orientieren, gibt es nicht.

Tatsächlich glaube ich, dass es Canon mit diesem Design sogar leichter hat, seine Kameras als "vollwertige Kameras" zu bewerben. Wie ja auch matti62 sagt, ist die "Wirkung" eine ganz andere. Insofern, lieber HaPeKa, stimme ich Dir vollumfänglich zu.


Conclusio:

Für mich bedeutet das aber gerade deshalb eben auch, dass eine weitere ausgewiesene Zielgruppe der R7/R10 eben die Fotografie-Neueinsteiger sind. Und genau deswegen sehe ich beide Kameras in direkter Konkurrenz zur a6400/a6600. Grundsätzlich sprechen beide Kameras für mich die gleichen Zielgruppen an. Canons Wahl einer Gehäuseform, die sich mehr an VF-Kameras orientiert, widerspricht dem nicht, sondern ist ein "gerade deshalb". Und deswegen muss man eben diese Kameras eben auch technisch sehr eng im Verhältnis zueinander sehen.

Und das ist das, was ich dazu zu sagen hab....

wus 28.05.2022 23:59

Neueinsteiger und bestehende Kunden sind sicher zwei Zielgruppen, die Canon im Auge hat. Ich sehe aber durchaus eine 3. Gruppe, nämlich Leute, die die Vorteile von Systemkameras kennen, aber nicht gerne 2000 € oder gar noch mehr für eine ausgeben (können).

Oder auch einfach Leute, die lieber mit einer Kamera - mit entsprechender Haptik und Ergonomie, und mit einem Sucher, in dem man auch bei großer Umgebungshelligkeit noch gut sieht, was man fotografiert - als mit einem Smartphone.

erich_k 29.05.2022 09:19

Geht es hier um Canon oder um die Alpha 6400 ????

DerGoettinger 29.05.2022 10:25

Zitat:

Zitat von erich_k (Beitrag 2242527)
Geht es hier um Canon oder um die Alpha 6400 ????

Naja, irgendwie schon. Die Frage ist ja schon berechtigt, ob Sony die Produktion der a6400 wieder aufnimmt, weil Canon die R10 veröffentlicht hat. Damit verbunden ist dann eben auch die Frage, was Canon mit der R7/10 beabsichtigt (und was das wiederum für Sony insgesamt bedeudet)

Ernst-Dieter aus Apelern 29.05.2022 11:02

Ja, die Canon Neulinge als Katalysator für Sony APS-C.

DerGoettinger 29.05.2022 12:12

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2242476)
Denkst du wirklich, dass sich Leute aufgrund einer detaillierten Gegenüberstellung von technischen Daten für die eine oder andere Kamera entscheiden?

Schau Dir mal das Video von Stephan Wiesner von heute an :lol: Ja, in Deutschland machen das die Leute tatsächlich :lol::lol::lol: (übrigens geht es in dem Video u.a. um die - angebliche - Reaktion von Sony auf die Canon-Präsentation)

usch 29.05.2022 14:40

Bestellungen annehmen kostet ja erst mal nix ;). Ist doch auf jeden Fall besser, als wenn die Verkäufer sagen müssten "Wenn Sie was Kleines wollen, gibt es im Augenblick nur Canon. Die Kameras von Sony wären zwar besser, aber die hab ich nicht auf Lager und könnte sie Ihnen nicht einmal bestellen".


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