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Harry Hirsch 06.05.2019 08:18

Zitat:

Zitat von Arco (Beitrag 2062189)
Ich bin der Meinung, wenn Menschen sich in Orte begeben, wo sie von der Natur aus nichts zu suchen haben, setzen sie ihr Leben aufs Spiel, ...schnipp....

Autobahnen? Flugzeuge? Motorrad?

Auf was beschränkt sich "in Gefahr begeben"?

aidualk 06.05.2019 08:20

... im Haushalt sterben pro Jahr fast 3x so viele Menschen in D als im Straßenverkehr (nur geht das meist in Randnotizen unter).

Harry Hirsch 06.05.2019 08:30

...wahrscheinlich ist die Geburt der Anfang allen Übels... ;)

About Schmidt 06.05.2019 08:31

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2062237)
Autobahnen? Flugzeuge? Motorrad?

Auf was beschränkt sich "in Gefahr begeben"?

Das ist halt die Frage? Wenn ich mich auf ein Motorrad setze, weiß ich um die Gefahr und kann sie in weiten Grenzen selbst beeinflussen. Und da weiß ich, wovon ich rede, denn auf meiner Motorraduhr standen fast 200.000 km als ich es aufgab. Wenn ich mich in ein Flugzeug setze, das ich allermeist nicht selbst steuere, dann habe ich darauf keinerlei Einfluss, bin ausgeliefert.

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2062238)
... im Haushalt sterben pro Jahr fast 3x so viele Menschen in D als im Straßenverkehr (nur geht das meist in Randnotizen unter).

Die Frage ist, wie unausweichlich diese Unfälle sind. Wenn ich mit einem Fallschirm vom Felsen hüpfe, wenn ich im Tiefschnee auf abgesperrten Pisten unterwegs bin oder mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug hüpfe, was ich auch schon als Tandem gemacht habe, da ist das Risiko ungleich größer. Man denkt halt, wird schon gut gehen.
Wenn aber im zweiten Stock jemand Fenster putzt, denkt er gewiss nicht daran, dass er herausfallen und sich das Genick brechen könnte. Das sind dann echte Unglücksfälle.
Die Frage ist doch, wenn ich ein Base Jump mache, erst im letzten Moment den Fallschirm ziehe und dieser nicht öffnet, was war es dann? Ein Unfall, ein unglücklicher Umstand, Unvermögen, Dummheit, Überheblichkeit, technisches Versagen?

Gruß Wolfgang

Arco 06.05.2019 08:48

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2062237)
Autobahnen? Flugzeuge? Motorrad?

Auf was beschränkt sich "in Gefahr begeben"?

In mein Beispiel hat es nichts mit Auto, Flugzeug usw. zu tun. Das sind doch Schutzanzüge gegen die Naturgesetze.

Es wäre schön wenn Du Mein Beitrag von Anfang bis zum Ende gelesen hättest den ich hatte geschrieben ....

ob in den Bergen in dem Bereich wo kaum Sauerstoff ist oder in der Tiefsee.

Es gibt noch einige Bereiche wo die Natur uns die Grenze anzeigt wie z.B. Temperatur.

Viele Grüße, José María

Crimson 06.05.2019 08:53

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 2062074)
...Gerade die Menschen, die Natur gern pur und intensiv erleben, hinterlassen allein am Everest mehr als 100 Tonnen Müll...

woher genau diese Erkenntnis? Würde man sich wenigstens ein wenig wirklich mit der Materie beschäftigen (oder wäre gar selbst mal dort gewesen), könnte man zur Erkenntnis gelangen, dass Leute wie Lana und Co. eben nicht die sind, die diese touristischen Auswüchse (be)treiben.
Die, die üblicherweise Natur pur und intensiv erleben, lassen sich nicht nach Lukla fliegen, um von dort ihr Gepack zum Basecamp tragen zu lassen. Aber es ist natürlich schön einfach, das eine mit dem anderen zu verquicken und (wie man sieht) der Beifall ist sicher


Toni hat das schon sehr gut zusammengefasst, danke.

Harry Hirsch 06.05.2019 08:57

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 2062241)
...weiß ich um die Gefahr und kann sie in weiten Grenzen selbst beeinflussen. Und da weiß ich, wovon ich rede, denn auf meiner Motorraduhr standen fast 200.000 km als ich es aufgab...

Dann dürften die drei Bergsteiger und du ungefähr auf dem gleichen Erfahrungsstand in ihrem "Fachgebiet" gewesen sein.
Mir ist aber nicht klar, warum Motorradfahren jetzt die "bessere" Gefahr ist...

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 2062241)
Wenn ich mich in ein Flugzeug setze, das ich allermeist nicht selbst steuere, dann habe ich darauf keinerlei Einfluss, bin ausgeliefert.

Ich halte Fliegen generell für ungefährlich. Habe das als plakatives Beispiel in Bezug auf die Aussage von Arco genommen ("sich in Orte begeben, wo sie von der Natur aus nichts zu suchen haben")
Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 2062241)
Wenn aber im zweiten Stock jemand Fenster putzt, denkt er gewiss nicht daran, dass er herausfallen und sich das Genick brechen könnte.

Da würde ich mir ernsthaft Sorgen um mein Warnsystem machen....
Ich weiß, du meintest es nur (ebenfalls als plakatives) Beispiel.

HWG 62 06.05.2019 09:33

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2062240)
...wahrscheinlich ist die Geburt der Anfang allen Übels... ;)

Ist das Leben nicht ein Gärungsprozess zwischen Geburt und Tot. Die einen Leben es intensiver, andere weniger. Die Bergsteiger waren Profis und wusten genau worauf sie sich einlassen und was passieren kann. Dieses Risiko haben sie bewusst in Kauf genommen. Dabei waren sie bestimmt nicht Lebensmüde sondern genau das Gegenteil sie wollen Leben. Am Tragischen Ende, sind sie bei einer Sache gestorben, die ihnen Spaß gemacht hat. Ich war selber ein Vierteljahrhundert in den Bergen aktiv, mit einigen Grenzerfahrungen, und hätte beinahe am Pik Pobebeda im Tienschan mein finales Ende gefunden. Trotz dieser (Negertiv)Erfahrung bin ich weiter in den Bergen unterwegs gewesen.
Das mein Leben, wobei auch immer plötzlich vorbei sein kann, damit kann ich gut leben. Der Gedanke, meine letzten Jahre sabbernd mit vollgesch........ Windel im Rollstuhl im Pflegeheim zu verbringen, das macht mir Angst. "Du willst noch Leben irgend wann, ja wenn nicht heute wann denn dann....."

lampenschirm 06.05.2019 09:39

was man sich gewohnt ist von einem selbst oder von zig anderen und es eigentlich schon immer sehr viele male geklappt hat (bis jetzt) sieht man gerne als nicht so gefährlich an.....wie z.b. die Fliegerei ....(trotzdem: ich bin doch jedesmal echt froh wieder festen Boden unter meinen Füssen zu haben)

aber z.b.
diese Kletterei / Todeszone wo es kein erholen gibt für den Körper selbst, wenn man nichts tut und bequem herum liegt , der lebenswichtige Sauerstoff mangelware ist ..hmmm.......und das aller wichtigste die sog.Hilfe ist nicht innerhalb 20-30Min auf Platz wo spätestens nach 1h aber auch im Spital ect bist....

od.
auch , wenn man schon vieles vorhersagen kann...aber urplötzliche Wetterumschwünge......hmmm......hält die Scheedecke wirklich in diesem Hang.....und auch da , wie weit ab bist von möglicher Hilfe in nützlicher Frist

diese Freistilkletterer....hmm mitten in der Felswand einen kurzen Krampf im Fuss oder was weiss ich....da gibts aber unweigerlich wirklich nur noch einen letzten Weg.....

André 69 06.05.2019 09:49

Ein paar Gedanken von mir:

Risiko - Manchmal nennt es sich einfach "Leben" - im Haushalt, als Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, Bahnfahrer, ... wer ein erhöhtes Risiko eingeht, dem unterstelle ich nicht sofort suizidale Absichten, mein erhöhtes Risiko ist, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin!

Mitgefühl - Ein Toter braucht kein Mitgefühl, er hat nichts mehr davon. Aber jemandem sein Mitgefühl zu verweigern, sagt über denjengen aus, daß er entweder weniger emphatisch ist, oder die Beweggründe des Verunglückten nicht versteht.

Auch für mich gibt es Risiken die mir zu hoch wären, aber das beruht auf meiner Physis und oft genug mangelnder Kenntnis, und dem Wissen, daß es so ist! Oder mich interessiert es einfach nicht.

Gruß André


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