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aidualk 23.02.2019 08:36

Zitat:

Zitat von benmao (Beitrag 2050747)
ISO-invariant in diesem Bereich bedeutet für mich in der Praxis, dass ich bei Blende und Zeit auf manuell gestellt die ISO in der Kameraeinstellung auf 1600 begrenzen könnte und nachher wieder aufhellen. Belichtungskorrektur hätte den selben Effekt.
Was wäre aber der Vorteil die ISO auf 1600 zu begrenzen und statt dessen unterbelichtet? Die Lichter sind dann weniger ausgewaschen? Nachteile?

Was spricht gegen selbst ausprobieren? Was hast du denn konkret damit vor?
Bei nächtlichen Stadtszenen fotografiere ich schon immer eher Richtung 'ettl' anstatt das ewig propagierte 'ettr', genau aus dem Grund, den du genannt hast.
Bei nächtlichen Landschaften/Nachthimmel dagegen bekommen mir die Sterne aber auf die Art zu wenig Licht. Sie sind zu dunkel und zu wenige und die Schatten saufen dennoch ab beim aufhellen bzw. verfärben sich. Da hat mir nur eine hohe ISO geholfen.
Beispiel, über das wir genau darüber erst im Dez. diskutiert hatten.

dey 23.02.2019 11:33

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2050750)
Bei nächtlichen Landschaften/Nachthimmel dagegen bekommen mir die Sterne aber auf die Art zu wenig Licht. Sie sind zu dunkel und zu wenige und die Schatten saufen dennoch ab beim aufhellen bzw. verfärben sich. Da hat mir nur eine hohe ISO geholfen.
Beispiel, über das wir genau darüber erst im Dez. diskutiert hatten.

Extremes Hochziehen verändert das Bild und besonders die Farben. Ist ja der Effekt bei HDR.
Für Kunstwerke sinnvoll, aber für Motive die realstisch wirken sollen geht das schief.
1-2 ev scheinen verträglich, darüber hinaus wird es Kunst.
Bei Lichtquellen als Hauptmotiv scheint ettr das logische Mittel zu sein.

TONI_B 24.02.2019 14:44

Mich trifft diese ISO-less Eigenschaft in Astrofotografie nur bedingt, weil ich ja kaum Einzelaufnahmen mache, sondern viele Aufnahmen stacke.

Mein subjektives Empfinden (ohne es jetzt durch Tests überprüft zu haben) ist, dass man mit lichtstarken Objektiven (f/2 oder f/2,8) mit ISO200 bzw. ISO400 und mit den lichtschwachen Fernrohren (f/5,6-f/8) mit ISO800 bzw. ISO1600 am besten fährt.

Es wirkt sich am ehesten auf die Dynamik aus, denn das Rauschen wird durch die vielen Aufnahmen und die nachfolgende EBV bestimmt.

fritzenm 24.02.2019 15:27

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2050738)
... weil für mich bei Hallensport eger unwichtig ist. Für war allein der Detailverlust durch Rauschen spannend....

Das ist ohnehin für meine Begriffe eine andere Problematik, die vielmehr mit dem Kontrastspektrum in Hallen (Schwimmhallen) zusammenhängt. Wer einmal analog in S/W gearbeitet hat, bzw. wer auch heute noch ab und zu eine S/W-Ausarbeitung von einer Digitalaufnahme macht, merkt schnell, welche Belichtungs- bzw. Kontrastsituationen "in SW funktionieren" und welche nur zu einem uninteressanten Grau-Matsch werden. Und in Hallen sieht es meistens so aus, dass zwar Lichter (künstlich, bzw. durch Fensterfronten) hohe Peaks erzeugen, aber im wichtigen Mitteltonbereich sind die Differenzierungen, nach Reflexion/Diffusion (Boden / Wände / Wasser) nur gering. Falls noch (kräftige) Farben da sind, gehts noch, aber Hauttöne mit indirekt beleuchteten Flau-Farben: da wirds dann schnell matschig, besonders wenn die indirekte Motivbeleuchtung über grün/türkis/grau von Schwimmbecken kommt. Und da spielt dann auch noch das Rauschen rein. Einfacher Test: eine graue Nebellandschaft aufnehmen, denn da scheint in der Vergrösserung am Bildschirm selbst im mittleren ISO-Bereich schon Rauschen sichtbar / dominierend zu sein. Bzw. aus einem solchen Nebelfoto lassen sich für Niedrige-Kontrast-Indoor-Fotos passende Rauschunterdrückungseinstellungen ableiten (erproben), mit der Zielsetzung, Rauschen zu entfernen, bei gleichzeitigem Erhalt von Details - eben eine Kompromisslösung.

aidualk 16.09.2019 09:05

Im Rahmen einer Recherche zu einer anderen Kamera bin ich auf das bekannte, aber etwas veränderbare, Vergleichstool gestoßen.

Damit ist die Frage für mich endgültig beantwortet. Ursprung ist ein Bild mit ISO 6400. Ab +3 EV (Aufnahme mit ISO 800 und +3 aufhellen) ist ein deutlicher Unterschied zu sehen, im Rauschen und auch im Farbdriften: Schatten - Lichter

skewcrap 16.09.2019 20:06

Die Unterschiede sind sehr deutlich! Heisst, dass noch einiges vor dem A/D Wandler passieren muss.

The Norb 16.09.2019 21:14

Zitat:

Zitat von usch (Beitrag 2050689)
.....daß in der Standardeinstellung ein Bild mit ISO 100 zurückhaltender entrauscht wird als eins mit ISO 6400. Wenn man das dann um 6 EV anhebt, verstärkt man das restliche Rauschen natürlich mit..

Das würde ich "auch so sagen",

und das entpricht natürlich auch meiner täglichen Alltagserfahrung :D

Eikazon 17.09.2019 19:04

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2088645)
Im Rahmen einer Recherche zu einer anderen Kamera bin ich auf das bekannte, aber etwas veränderbare, Vergleichstool gestoßen.

Damit ist die Frage für mich endgültig beantwortet. Ursprung ist ein Bild mit ISO 6400. Ab +3 EV (Aufnahme mit ISO 800 und +3 aufhellen) ist ein deutlicher Unterschied zu sehen, im Rauschen und auch im Farbdriften: Schatten - Lichter

Vielen Dank für diese Recherche und das gute Beispiel! Du hast recht, der Unterschied wird hier sehr deutlich, noch deutlicher als bei dem oben von Dir in Erinnerung gerufenen Beispiel aus dem dpreview-Artikel zur α7R ΙΙ. Muss ich mir unbedingt merken …

Ich habe den genannten dpreview-Artikel damals für mich so ausgelegt, dass ich bei Aufnahmen in dunkler Umgebung ohne Stativ eben nicht gleich die Empfindlichkeit hochdrehe, sondern im A-Modus erst die Blende wähle, dann die Belichtung soweit austariere, dass Lichter und Schatten für mich stimmen und dann die ISO-Zahl soweit erhöhe, dass die Belichtungszeit OK ist. Auf diese Weise vermeide ich ausgefressene Lichter und vermeide es zugleich, die Empfindlichkeit unnötig hoch anzusetzen. (Ich spreche nicht von Astrofotografie, sondern eher von Stadt- und Innenaufnahmen bei ungünstigem Licht.) Dieses Vorgehen bleibt OK, auch/gerade wenn ich nicht von einer wirklichen ISO-Invarianz der Sony-Sensoren ausgehe. Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?

dey 18.09.2019 08:04

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2088645)
Im Rahmen einer Recherche zu einer anderen Kamera bin ich auf das bekannte, aber etwas veränderbare, Vergleichstool gestoßen.

Damit ist die Frage für mich endgültig beantwortet. Ursprung ist ein Bild mit ISO 6400. Ab +3 EV (Aufnahme mit ISO 800 und +3 aufhellen) ist ein deutlicher Unterschied zu sehen, im Rauschen und auch im Farbdriften: Schatten - Lichter

Deckt sich mit meiner selbst ermittelten Erkenntnis innerhalb +/- 2EV ist das Rauschen kaum zu unterscheiden.

Zitat:

Zitat von Eikazon (Beitrag 2088889)
Dieses Vorgehen bleibt OK, auch/gerade wenn ich nicht von einer wirklichen ISO-Invarianz der Sony-Sensoren ausgehe. Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?

Ab einer Unterbelichtung von 3EV, die du später am PC wieder pushen willst wird das Thema der nicht perfekten Iso-Invariance wieder relevant.
Wann man das wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt.
Ich nutze es gar nicht mehr...
Wobei, stimmt nicht. Bei handgehaltenen Abend/Nachtaufnahmen nutze ich eher die Unterbelichtung um das Rauschen/ ISO im Durchschnitt niedriger zu halten. Eigentlich ist das bis 2 EV ja falsch. Ich werde es bei Gelegenheit noch mal selbst durchspielen.
Letztlich habe ich hier aber auch keine große Wahl, da die Lichter ja immer mein ETTR definieren und ich dann letztlich wieder unterbelichte.

Mudvayne 18.09.2019 15:40

Ich empfinde die um +6 EV aufgehellten Bilder aber tatsächlich als schärfer, auch wenn die Farbverschiebung diesen minimalen Vorteil völlig negiert. ISO 800 ist aber bei meinen Nachtaufnahmen sehr häufig im Einsatz und ich habe da immer gute Erfahrungen sammeln können :top: Laut Dynamic-Range-Kurve ist dort die Dynamik sogar höher als bei ISO 640 (a7iii).


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