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-   -   Wurden wirklich schon alle Fotos gemacht? (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=182606)

usch 30.10.2017 23:31

Zitat:

Zitat von DiKo (Beitrag 1953341)
Grün wird zwar doppelt aufgenommen, aber die Genauigkeit erhöht sich doch da theoretisch um maximal 1 Bit.

Die Genauigkeit nach dem Demosaiken, ja. Aber nur bei realen Fotos. In dem Fall ist der Gewinn ohnehin vom Bildinhalt abhängig, bei allen drei Farbkanälen. Wenn du eine nur schwach strukturierte Fläche hast, kommt mit den Zusatzaufnahmen dasselbe heraus, was auch durch die Interpolation herausgekommen wäre, der Gewinn ist in dem Fall also gleich Null.

Wir reden hier aber vom theoretisch möglichen Informationsgehalt der RAW-Files. Da zählt jedes Bit, auch wenn es später vom real existierenden Raw-Konverter wieder eliminiert wird. Theoretisch könnte der eine Grünwert ja auch z.B. 1234 und der andere 9876 sein, das ist etwas anderes als zwei Mal 5555, auch wenn der Mittelwert in beiden Fällen der gleiche ist.

hpike 31.10.2017 00:30

Was hat das hier überhaupt mit Glaskugel zu tun wenn ich mal fragen darf? Ich finde ehrlich gesagt überhaupt nichts.

usch 31.10.2017 00:54

Mein Reden.

aidualk 31.10.2017 08:12

Vielleicht meint der TO: Um die Zahl korrekt darzustellen, ist vielleicht schon die Glaskugel von Nöten? :cool:

kilosierra 31.10.2017 08:54

Nun, die Frage war ja: "Wurden schon alle theoretisch möglichen Fotos aufgenommen?"
Das passt für mich gut in den Bereich des Spekulativen.




LG Kerstin

TONI_B 31.10.2017 09:01

Na, ja - aber die Frage ist sehr leicht zu beantworten: eindeutig nein! ;)

hpike 31.10.2017 09:24

Die Frage ist doch längst geklärt. Natürlich wurde schon alles fotografiert, nur noch nicht von jedem. :crazy: ;)

Sir Donnerbold Duck 31.10.2017 11:16

Wenn man sich die Bilder so anschaut, die auf den einschlägigen Fotoseiten im Netz gezeigt werden, dann kann man schon auf die Idee kommen, dass schon alle Bilder gemacht wurden: immer und immer wieder die gleichen Motive (Vestrahorn, Antelope Canyon, Kirkjufell etc.). Da müssen ja schon Löcher im Boden sein von den Stativfüssen, die immer am gleichen Ort platziert werden.

Aber die Frage "Wurden schon alle theoretisch möglichen Fotos aufgenommen?" ist angesichts der schieren Menge theoretisch möglicher Fotos natürlich mit "Nein" zu beantworten. Viel lustiger ist es aber, mal darüber nachzudenken, das man ja eigentlich aufs Fotografieren verzichten könnte und die Bilder einfach alle berechnen lassen könnte, indem man alle möglichen Kombinationen ausprobiert... Das scheitert natürlich an der schieren Menge an Bildern, die soviel Speicherplatz benötigen würden, dass der Speicher wahrscheinlich zu einem schwarzen Loch kollabieren würde. Und auch wenn man das lösen würde, bräuchte man ja immer noch eine unsinnig hohe Zeit, um unter all dem Schrott die Meisterwerke zu finden.

Das gleiche Frage kann man sich auch mit Büchern stellen. Es ist schon eine lustige Vorstellung, dass man alles Wissen der Menschheit von Computern generieren lassen kann, die einfach alle möglichen Buchstabenkombinationen zu Papier bringen. Da wären tolle Sachen dabei, wissenschaftliche Durchbrüche, Shakespeares Sonette... Aber: mit Sicherheit ist auch einmal z.B. der "Faust" dabei, aber dummerweise eben auch alle Faustversionen mit einem Tippfehler etc.. Und das zu sichten und die Spreu vom Weizen zu trennen oder gar die inhaltliche Richtigkeit zu bestätigen, ist angesichts der Menge einfach unmöglich.

Gruß
Jan

Rudolfo 31.10.2017 11:31

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1953377)
Na, ja - aber die Frage ist sehr leicht zu beantworten: eindeutig nein! ;)

Eindeutig ja und Nein! :top::lol::P
Ich fang mal mit Ja an:
Wenn du mal an die vielen Kameras auf den Satelliten oder auf der ISS denkst, wurde jeder Punkt der Erdoberfläche hunderte Male abgelichtet. Verbleiben nur noch die Motive in Gebäuden, Tunneln, Höhlen, Bergwerken usw. Da sorgen aber auch schon "Spezialisten" dafür, jeden Quadratzentimeter abzulichten. Mit Photoshop werden dann aus profanen Fotos noch nie gesehene Ansichten. Sind das dann neue Fotos? (geht bereits in Richtung Nein)

Zum Spaziergang mit dem Hund nehme ich jeden Tag meine Kamera mit. Es ergibt sich immer mal wieder ein neues Lichtspiel, eine Wetterlage, einen Steinpilzfund = ein Motiv, dass nur ich so sehen und fotografieren konnte. Hier treffe ich mich mit TONI_B: Also klares NEIN. :D

Zum Schluß eine Anmerkung:
Was soll die Frage? Mutlos machen? Oder hatte der TO einfach nur Langeweile, die er unbedingt mit seinen Lesern teilen wollte.
Jeder ist doch seines eigenen Glückes Schmied und kann mit der ihm eigenen Sichtweise die ihm genehmen Bilder schießen.
Also lasst uns wieder fotografieren gehen. Jeder nach seiner Fasson.

Harry Hirsch 31.10.2017 11:38

Ich finde das Thema gar nicht so uninteressant. Aber mehr aus dem Grund, weil die Wahrscheinlichkeitsrechnungen aus einfachen Fragen (sind schon alle Bilder gemacht worden) unvorstellbare Ergebnisse hervorbringt (2^10E6000).

Zitat:

Zitat von mr.jb (Beitrag 1953282)
Wenn man eine Kamera mit 24 Megapixel und 14 Bit RAW Farbtiefe hat (z.B. Sony A9), ergibt sich eine maximale Anzahl an Bildmöglichkeiten... Dabei kann jedes Pixel mit seinen drei Farbe verschiedene Helligkeitsstufe annehmen.

Und damit kann jedes Bild erzeugt werden - sogar man selbst, nackt, pfeife rauchend auf dem Eiffelturm und das neben einem Topmodel (nur mal so fürs Kopfkino).

Da steckt ja schon eine Grundsatzfrage dahinter. Es sollte unterschieden werden in:

1. Wie viele Abbildungen der Realität, also Fotos, sind möglich?
2. Wie viele Bilder, also auch Photoshop Art, sind machbar?

Bei 1. kann ich die hier zitierte Berechnungsmethode nicht anwenden. Denn das hängt ja nicht von den Möglichkeiten des Sensors ab. Sondern die Frage geht in die Richtung wieviele mögliche Motive gibt es. Und ist nur die Erde oder das Universum oder was gemeint?

Bei 2. sind wohl eher die aktuellen Anzeigemöglichkeiten (Monitore, Ausdrucke) relevant.

Überhaupt, greift so eine einfache Rechnung? Wenn ich nur die Mathematik anwende, bekomme ich eine fast unendlich große Zahl an möglichen Ergebnissen. Allerdings dürften die meisten dieser Ergebnisse eher ein Farben-/Lichtbrei sein, auf denen nicht viel (á la die Postkarte "London in the Fog") sinnvolles erkennbar ist.

Vergleichbar mit der Frage, ob schon alles an Musik komponiert wurde. Die Aneinanderreihung von allen möglichen Tönen reicht dazu nicht. Es sollte ja auch eine hörbare Melodie entstehen. Ok einige Musikstücke lassen das anzweifeln;)

Fazit: Es gibt noch viel zu fotografieren! Und das macht einfach Spaß!


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