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TONI_B 01.02.2017 19:05

Zitat:

Zitat von lampenschirm (Beitrag 1889687)
ein mobiler abgeschwächter speed booster ?

:?:


Zitat:

Zitat von lampenschirm (Beitrag 1889687)
ich hatte schon mal was von wegen irgendwie konischer bauart gehört

:?:

Aleks 03.02.2017 12:34

Zitat:

Zitat von fhaferkamp (Beitrag 1889637)
Ich bin auch kein Optiker, aber ich denke, das hängt im wesentlichen von der Konstruktion ab. Die wirksame Eintrittspupille, von der die Blendenzahl laut Definition abhängig ist, ist in der Regel nicht gleich dem Durchmesser der Frontlinse, kann sich also in Abhängigkeit bestimmter Parameter auch ändern.
Ob ein Objektiv nun mechanisch die Blende mit dem Zoomen etwas schließt oder ob es andere Konstruktionsmechanismen (Verschieben von Linsen im Inneren) sind, die die Eintrittspupille verändern, das hängt dann von der Objektivkonstruktion ab.

Eigentlich ist damit alles gesagt.

Es gibt in Objektiven mit durchgehendem Blendenwert tatsächlich eine Mechanik, welche die Blende mit abnehmender Brennweite auf den konstanten Sollwert verkleinert. Ohne diese Mechanik wäre ein 70-200/2.8 möglicherweise ein 70-200/2.3-2.8.

So sind nun mal die optischen Gesetzmäßigkeiten die auf alle Zoomobjektive zutreffen - da der Durchmesser der Frontlinse konstant ist, nimmt mit zunehmender Brennweite die Lichtstärke ab.

Bei den meisten Objektiven gibt es diese Mechanik zur Anpassung an eine konstante Lichtstärke nicht, da wird schlicht und einfach die variable Lichtstärke über den gesamten Brennweitenbereich angegeben, z.B. mit 18-70/3.5-5.6.

Bei dem 18-70 Kit strebt aber auch kein Hersteller eine konstante Lichtstärke an, weil ein Objektiv mit 18-70/5.6 keiner kaufen würde.
Ein 16-50/2.8 dagegen schon, das macht aber größere Linsen erforderlich = teurer.

VG
Aleks

Man 03.02.2017 22:33

Wenn tatsächlich ein 70/200 F/1,8-2,8 (oder so ähnlich, bei einem Kitobjktiv sind bei ebenfalls rd. 3-fachem Zoom rd. 1,5 Blendenstufen Unterschied zwischen kleinster Brennweite 18/F3,5 und 55/F5,6) preiswerter wie ein 70/200 F/2,8 herzustellen und auch zu kaufen wäre (weil die gleichbleibende Blende über den gesamten Zoombereich eine zusätzliche Mechanik kostet und anscheinend nur dafür sorgt, dass bei kleinen Brennweiten die Blendenöffnung kleiner erscheint): dann würde ich vermutlich lieber das preiswertere Objektiv mit der bei kleinen Brennweiten größeren Blendenöffnung kaufen.

Ich kenne den Grund nicht, aber es muss doch einen Sinn machen, wenn für schlechtere Leistung (kleinere Blendenöffnung bei geringer Brennweite) mehr Aufwand getrieben wird.

Meine Vermutung geht dahin, dass es sich im Beispielfall 70/200 eher um ein 70/200 F/2,4-4,0 oder sogar F/2,8-4,0 handeln würde, dass also der "Trick" mit der verschiebbaren Linsengruppe mit Wirkung wie eine Lupe für die Blende dafür sorgt, dass das Objektiv im oberen Brennweitenbereich eine scheinbar größere Blendenöffnung hat ohne dass dies der Blendenöffnung bei kleinen Brennweiten schadet.

Keine "Leute vom Fach" hier, die das bestätigen oder widerlegen könnten?

vlG

Manfred

dey 03.02.2017 22:44

@man
Ist aber auch nicht logisch. Alle Zooms im Bereich 70-210 mit variabler Brennweite oder auch das alte Ofenrohr haben einen deutlich kleineren Frontlinsendurchmesser trotz max f/4.5. Nach deiner Logik wären die Riesenlinsen der 2.8er-Telezooms nicht wirklich notwendig.
In der Vergangenheit gab es ja entsprechend lichtstarke Telezooms mit variabler Brennweite, die aber wohl keinen so richtig guten Ruf hatten.

Aleks 03.02.2017 23:07

Hallo Manfred,
Zitat:

Zitat von Man (Beitrag 1890374)
Wenn tatsächlich ein 70/200 F/1,8-2,8 (oder so ähnlich, bei einem Kitobjktiv sind bei ebenfalls rd. 3-fachem Zoom rd. 1,5 Blendenstufen Unterschied zwischen kleinster Brennweite 18/F3,5 und 55/F5,6) preiswerter wie ein 70/200 F/2,8 herzustellen und auch zu kaufen wäre (weil die gleichbleibende Blende über den gesamten Zoombereich eine zusätzliche Mechanik kostet und anscheinend nur dafür sorgt, dass bei kleinen Brennweiten die Blendenöffnung kleiner erscheint): dann würde ich vermutlich lieber das preiswertere Objektiv mit der bei kleinen Brennweiten größeren Blendenöffnung kaufen.

Die Folgerung ist nicht richtig.
Zitat:

Zitat von Man (Beitrag 1890374)
Keine "Leute vom Fach" hier, die das bestätigen oder widerlegen könnten?

Gerne. Vereinfachte Formel: Brennweite in mm geteilt durch Linsendurchmesser der Frontlinse in mm gleich Lichtstärke.

Beispiel: Minolta AF 50mm/1.7

50mm / 29mm = 1.7

Noch Fragen? Anders geht es nicht. Du kannst die Physik nicht austricken.

Gruß, Aleks

wernersbacher 04.02.2017 00:38

Und dabei wären wir dann wieder am Anfang. Oder ist der Frontlinsendurchmesser von Zooms mit konstanter Blende variabel? :shock:

embe 04.02.2017 08:55

Also wie denn jetzt?
Ich hatte es eigentlich auch so verstanden wie Toni_B es beschrieben hatte. 'Wirksame Eintrittspupille'

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1889674)
Es kommt weder auf den realen Durchmesser der Frontlinse noch auf den realen Durchmesser der Blendenlamellen an, sondern auf die wirksame Eintrittspupille des Objektivs. D.h. vor den Blendenlamellen befinden sich Linsengruppen, die beim Zoomen verschoben werden und dadurch wie ein Lupe wirken. Wenn man von vorne in das Objektiv schaut, verändert sich scheinbar die Größe der Blende.

Liegt die Betonung hier dann auf 'Vereinfachte'?
Und eine Festbrennweite ist es ja auch. :D
Zitat:

Zitat von Aleks (Beitrag 1890382)
...
Gerne. Vereinfachte Formel: Brennweite in mm geteilt durch Linsendurchmesser der Frontlinse in mm gleich Lichtstärke.
Beispiel: Minolta AF 50mm/1.7
50mm / 29mm = 1.7
Noch Fragen? Anders geht es nicht. Du kannst die Physik nicht austricken.


TONI_B 04.02.2017 09:37

Zitat:

Zitat von wernersbacher (Beitrag 1890408)
Oder ist der Frontlinsendurchmesser von Zooms mit konstanter Blende variabel? :shock:

Nein, wie sollte das denn funktionieren? Schau mal in ein Zoom-Objektiv von vorne hinein: beim Verändern der Brennweite bewegt sich eine Linsengruppe und das Bild(!) der Blende ändert sich. D.h. die mechanische Größe der Blende bleibt konstant, aber die optisch wirksame Größe ändert sich. Damit kann bei kleinen Zoom-Faktoren (zB.: 2,8/70-200) eine konstante Lichtstärke erreicht werden. Bei größeren Zoom-Bereichen (zB. 16-300) gelingt das nur teilweise und die Lichtstärke ändert sich von 3,5 bis 6,3.

Möglicherweise gibt es auch Zooms, die auch die mechanische Größe der Blende ändern - nur ist mir solch ein System noch nicht untergekommen. Und bei einem großen Zoom-Bereich stelle ich mir das auch recht schwer vor, wenn sich die Blende von 2 auf 20mm ändern sollte...;)

leica02 04.02.2017 11:52

Zitat:

Zitat von Man (Beitrag 1890374)
Meine Vermutung geht dahin, dass es sich im Beispielfall 70/200 eher um ein 70/200 F/2,4-4,0 oder sogar F/2,8-4,0 handeln würde, dass also der "Trick" mit der verschiebbaren Linsengruppe mit Wirkung wie eine Lupe für die Blende dafür sorgt, dass das Objektiv im oberen Brennweitenbereich eine scheinbar größere Blendenöffnung hat ohne dass dies der Blendenöffnung bei kleinen Brennweiten schadet.
vlG

Manfred


Genau so sehe ich das auch, das durch die Vergrößerung die Lichtstärke erhalten wird und die wirkliche Endbrennweite größer ist als die angegebene, was die Baugröße des 70/200 2.8 im Gegensatz zum 70/400 erklärt und der Speedbooster ein Abfallprodukt dieser Technik ist. Denn beim Speedbooster verkleinert er ja die wirkliche vorgesetzte Brennweite um die höhere Lichtstärke zu erreichen.

Grüße aus Rostock:top:
Steffen

leica02 04.02.2017 13:01

So, um das ganze dann auf die Spitze zu Treiben, hier mal ein gutes Beispiel:

Ein Sigma ART 18-35 1.8 APS-C hört sich doch gut an, ist aber nur ein

27-52 2.8 Vollformat mit eingebautem Speedbooster, womit sich Größe und Dimension erklären lassen.

Das dann wiederum dazu führt, dass man sich den Sahneteil der Linsen herausholt (APS-C) und es als ART verkaufen zu können. Ich denke auch, das es mehr APS-C Besitzer und Käufer für ein Sigma ART 18-35 1.8 APS-C gibt,
als für ein 27-52 2.8 mit wahrscheinlich schlechterer Abbildungsqualität in Vollformat.
Woraus sich ein, denke ich, besserer Gewinn erzielen lässt .

P.s. wobei ich auch als APS-C Besitzer über diesen kleinen Brennweitenbereich grübeln würde, aber (Ironie) ,, 1.8 Lichtstärke und ein ART-OBJEKTIV zu haben ist doch schon geil, Bravo Sigma ,,
Und Bravo Sony, das du uns solche unnötigen Mogelpackungen ersparst !

Grüße aus Rostock:top:

Steffen


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