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-   -   "Wettbewerb" RAW vs. JPEG an einem Mondfoto (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=119889)

Alison 30.06.2012 21:07

Zitat:

Zitat von Tikal (Beitrag 1335377)
Ich finde das rechte Bild (Lightroom) ist etwas "überentwickelt".

Klar, ich bin über die Grenzen dessen, was ich normaler Weise machen würde hinausgegangen, um zu sehen, was möglich ist. Allerdings ist das auch eine 300% Ansicht, bei 100% und drunter sieht es besser aus. Die Details in den Lichtern sind verloren aber sehr hell. Letztlich ist jede Schärfung verlustbehaftet.
Gruß,
Alison

Alison 30.06.2012 21:10

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1335365)
Alison hat mir seine Version (in LR bearbeitet) geschickt...
Für mich ist da das jpeg noch besser, weil viel weniger Rauschen zu sehen ist.
Aber Danke auf jeden Fall für die Mühe, die du dir gemacht hast!

Das mit dem Rauschen ist eine Frage der Prioritäten, ich habe sie auf das Schärfen gelegt - kann ich aber bei Gelegenheit auch anders machen, gerade jetzt mit dem jpg als Referenz. Die Bearbeitung hat weniger lange gedauert als das Einstellen :).
Spannend wäre es, wenn ich auch noch Leute mit Spezialtools an die Arbeit machen würden.
Wie auch immer: das jpg ist sehr gut.

Tikal 30.06.2012 21:58

@Alison
Dachte ich mir schon. Ich habe ja auch daran versucht und um es klarer zu kriegen, überfressen die Lichter dann doch ein wenig. Mein Versuch sah aber dem OOC doch ähnlicher aus. Daher habe ich nichts gepostet.

Dieser Test (in meinen Augen ist es ein Test) besagt meiner Meinung nach aber nicht, das man generell durch RAW NICHT viel mehr raus holen könnte. Das ist eher eine schlechte Rahmenbedingung, wenn es um Schärfe und Kontrast geht. Da kommt man hier einfach nicht "viel besser" (so wie du es wolltest) heran. Bei Makroaufnahmen sieht es bestimmt bisschen anders aus.

Aber ich bin auch der Meinung, das die A77/A65 in Kombination mit einem geeignetem Objektiv in vielen Fällen gute Qualität bei den JPEGs bringt. Wie schon oft erwähnt, Qualitätsgrad (Artefakte, Details) ist nicht der Grund wieso man RAW heutztage nutzt, sondern eher die Kontrolle in der Entwicklung. Wollte ich mal gesagt haben, auch wenn es tausend mal gesagt wurde. :D

Alison 30.06.2012 23:53

Hi Tikal,
ich hab das wahrscheinlich das gleiche gemacht und auch noch eine Entwicklung gemacht, die dem JPG entspricht, was die Rauschreduktion angeht. Was dabei 'rauskommt ist dem jpg sehr ähnlich, lediglich das Farbrauschen ist besser 'raus, aber darum ging es ja nicht. Aber weil ich jetzt schon Screenshots habe, poste ich sie auch :)
Gute Nacht,
Alison

http://www.sonyuserforum.de/galerie/...s/6/Mond_3.png

TONI_B 01.07.2012 07:10

Ok, das schaut schon einmal sehr gut aus. Da sind wir zumindest dort, dass wir ein gleiches Ergebnis haben. :top:

swivel 02.07.2012 19:08

Hi,

hab den Beitrag erst eben über den Link vom Tread JPEG Engine usw. gelesen.

Ich finde das nicht "korrekt" die Qualität bei mehr als 100% Ansicht zu vergleichen.

Ich hab mal das RAW nach minimaler Entwicklung in LR mit NeatImage bearbeitet und mich dort entschlossen das Bild gar nicht zu entrauschen, sondern "nur" zu schärfen.
Und dann nochmal in PS bearbeitet.

Das Resultat finde ich zumindest nicht schlechter als das JPEG aus der Kamera (da bin ich auch erstaunt über die super "Umsetzung".

Aber bei Zoom über 100% sieht man Rauschen bei meiner Variante. Aber was ist hier qualitativ denn besser!

Mehr Rauschen sieht hier für mich bei 100% besser aus :).


Ich stell mein Bild hier nicht (?) ein*, weil deutlich (bzw. überhaupt?) besser ist es eher nicht.

Aber die Vorlage ist sowas von speziell, da müsste man sich länger/besser mit diesen Bildern beschäftigen um den Anspruch an solche Bilder überhaupt zu kennen. Ab wann ein solches Bild überschärft ist, kann ich z.B. schwer beurteilen - sind die Krater usw. nun noch ok usw..

*macht für mich nur/mehr Sinn einen genau definierten Crop aus dem RAW bei 100% zu vergleichen. Und komprimiert die Foren Software die JPEGs ?

TONI_B 02.07.2012 19:59

Zitat:

Zitat von swivel (Beitrag 1336140)
Hi,

hab den Beitrag erst eben über den Link vom Tread JPEG Engine usw. gelesen.

Ich finde das nicht "korrekt" die Qualität bei mehr als 100% Ansicht zu vergleichen.

Warum nicht? Die Optik ist eine (auf der optischen Achse) beugungsbeschränkte Linse (d.h. liefert eine extrem hohe Auflösung). Und man ist bei derartigen Aufnahmen auf extreme Ausschnitte angewiesen!

"Das letzte aus einer Aufnahme rausholen" wird dem RAW immer zugeschrieben - daher mein Ansatz es so extrem zu vergleichen...;)

Roland Hank 03.07.2012 23:24

Ich habe mir doch einmal die Mühe gemacht das RAW zu entwickeln obwohl es hier in erster Linie um technische Qualität und nicht um die gestalterische Möglichkeit geht.

Ich habe es mir aber trotzdem nicht nehmen lassen ein Bild in eine ganz andere Richtung zu entwickeln. Die Entscheidung besser oder schlechter ist nun mal ziemlich subjektiv.

Die erste Variante wurde nach den Vorgaben des TO entwickelt, möglichst rauscharm in der 300% Ansicht mit dem JPEG als Referenz. Die zweite Variante mit deutlich mehr Struktur und wesentlich härter im Kontrast gefällt mir persönlich wesentlich besser. Das Bild hat eine ganz andere Aussage, nicht der stille Mond am Himmel, sondern ein vernarbter Trabant aus Stein. In der 300% Ansicht zwar deutlich unruhiger, aber für mich irrelevant weil ich den gesamten Mond als Motiv sehe und selbst bei einer großen Ausbelichtung ist davon nichts zu sehen.

Die Möglichkeit aus einer Aufnahme, Bilder mit unterschiedlicher Aussagen zu erzeugen sehe ich als den großen Vorteil von RAW.

Was mich allerdings etwas schockiert hat ist die Tatsache wie weit ich den Weichspüler (Luminanz Rauschreduzierung) aufdrehen musste um mich dem JPEG anzugleichen und das bei ISO 50. Das habe ich bisher bei keiner Kamera so erlebt. D. h. der Sensor der A77 trägt seinem Ruf leider ziemlich Rechnung und die JPEGs aus der Kamera sind ziemlich weichgespült.

So und hier die Resultate:
Mond weichgespuelt

Mond mit Struktur

Jetzt wäre die Frage an den TO. Bringst du das als JPEG aus der Kamera auch hin ?

Gruß Roland

mrieglhofer 03.07.2012 23:43

Na ja, für eine normales Bild ist das kontrastreichere natürlich besser. Auch ein leichtes Rauschen ist beim Output unproblematisch, da nicht sichtbar.
Klar, bei 300% am Bildschirm muß man stärker Weichspülen.

Das ist auch nóch ein deutlicher Unterschied in den Ausgangsparameter. Normal ginge man davon aus, Bilder zu drucken oder am Beamer anzusehen. Eine Betrachtung mit 300% am Monitor ist eher für Spezialgebiete oder Pixelpeeper ein Thenma.

Danke für deine Mühe.

TONI_B 04.07.2012 07:13

Nochmals: die 300% machen aus folgendem Grund Sinn.

Die Aufnahmen sind mit ca. 1500mm Brennweite entstanden (ED-Refraktor Durchmesser=120mm; Brennweite=900mm; 1,7x Konverter). Bei ISO50 erhalte ich 1/25s (besser wäre 1/60s, aber der Mond war zu tief und es war leicht dunstig).

Dieses Fernrohr hat ein nachgewiesenes Auflösungsvermögen von 1 Bogensekunde! Das entspricht bei 1500mm Brennweite 7,3µm - also ca. 2 Pixel an der A77. In der langbrennweitigen Astrofotografie gilt das als optimal. Denn würde ich eine längere Brennweite nehmen, würden die Belichtungszeiten zu lang und das Seeing würde die Auflösung herabsetzen. Bei kürzerer Brennweite würde ich Auflösung verschenken!

Um aber die maximale Auflösung auch zu erkennen, muss man sehr stark heraus vergrößern.

Ist mein "Spezialfall" mit 300% crop Notwendigkeit jetzt ausreichend erklärt?


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