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M.D. 17.06.2012 20:29

Hallo, ich mache es genau andersrum:
Ich schütze gute Bilder auf der Karte direkt nach der Session (das sind immer weniger als es schlechte/mittelmäßige gibt, oder die zumindest nicht so gut sind wie das Beste der Serie), dann lösche ich den gesamten Ordner.

Man hat sonst viel Müll auf der Platte, den man - auch wenn man das beim Fotografieren manchmal denkt - NIE wieder anschaut, ausdruckt, oder sonst etwas damit anstellt.

Bei Urlaubsbildern habe ich im Urlaub natürlich keine Lust das zu tun und sortiere nach dem Urlaub am Rechner in Top/Naja/Schrott. Nach einem Monat oder so gehe ich nochmals durch die Schrott/Naja-Ordner ob nicht doch was dabei war, das ich übersehen habe und lösche ihn dann.

Grüße

ingoKober 17.06.2012 21:30

Zu Analogzeiten war die Standardantwort auf die Frage: Was macht einen guten Fotografen aus eigentlich immer: Zuerst mal ein großer Mülleimer.
Das gilt auch heute noch.

Viele Grüße

Ingo

Dana 18.06.2012 10:20

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1330918)
Ich bin da old-school. Früher habe ich die Negativstreifen aufgehoben, heute eben die RAWs. Egal was, wie oder wie viel.
Wenn ich Bilder lösche zensiere ich mich selber. Ich archiviere den ganzen Krempel und fertig. Oftmals schaue ich in Jahre alte Archive und bin erstaunt über den Weg zu einem Bild. Wie sich ein Bild entwickelt hat, welches am Ende das "richtige" war. Gleich das Erste? Das Letzte? Warum dies und nicht das andere? usw.
Also, ich sehe alle Bilder als Teil des Prozesses und dementsprechend werden sie auch alle archiviert.

Dazu würde ich gerne noch etwas sagen.

alberich, du arbeitest auf einem ganz anderen Niveau, das kann man so gar nicht vergleichen. Du arbeitest deine Idee aus - und da kommen halt mal "Nebenprodukte" raus. Da geht es aber nicht um "schief" oder "unscharf" oder sowas. Da geht es dann um einen Winkel oder etwas, was dir im Bild nicht so gefallen hat wie bei dem anderen. Logisch, dass du dann archivierst.

cdan 18.06.2012 10:30

Nicht selten habe ich zu einem älteren Bild ganz neue Ideen zur Bearbeitung oder Verarbeitung in einer Serie. Dann wandert sogar ein zuvor aussortiertes Bild wieder ganz nach oben. Hätte ich es gelöscht, dann wäre es unwiederbringlich verloren. Nur die wirklich schlechten Bilder wandern in den Papierkorb. Direkt von der Kamera schicke ich kein Foto ins Nirvana, denn auf das Kameradisplay verlasse ich mich nur sehr ungern. Manchmal haben auch unscharfe oder augenscheinlich mislungene Bilder ihren eigenen Reiz - ich bin da nicht so wählerisch. ;)

BeHo 18.06.2012 10:42

Bilder, die "schief" oder "unscharf" sind, werden in der Regel noch in der Kamera gelöscht. Gleiches gilt für manche Bilder, die technisch zwar einigermaßen in Ordnung sind, von denen ich aber bessere Versionen habe (z.B. Tiefblicke bei einer Wanderung, wo man bei der Aufnahme noch nicht weiß, ob sich noch eine schönere Aussicht bietet). Bilder besonderer Momente (z.B. Viechzeugs, das ich noch nicht besser erwischt habe) bleiben aber auch auf der Karte, wenn sie nicht so gut geworden sind.

Alles was dann auf der Karte bleibt, wird auch archiviert. Klar sind da auch einige Sachen dabei, die nicht präsentabel sind, aber das ist mir wurscht.

Ich beschränke mich aber auch beim Fotografieren. Sogar in motivreichen Urlauben mache ich selten mehr als 100 Bilder am Tag.

hameln 18.06.2012 10:55

Nun, ein jeder entwickelt seine eigene Methode.

Ich habe auf meinem Rechner einen Ordner „Neuzugang“ angelegt, in den ich zunächst sämtliche Aufnahmen überspiele. Unmittelbar nach der Aufnahme (also noch in der Kamera) lösche ich diese nur sehr selten. Die Aufnahme muss dann schon total verhauen sein.

Ansonsten werden die Aufnahmen am PC begutachtet. Alles was mir spontan zusagt, wird dann in den Ordner „Bearbeitung“ verschoben (und dort dann irgendwann bearbeitet und schließlich in einem „festen“ Archivordner gespeichert).

Die übrigen Aufnahmen im Ordner „Neuzugang“ werden nach einiger Zeit nochmals begutachtet und rigoros gelöscht, soweit nicht das eine oder andere Bild dann doch noch erhaltenswert erscheint.

Ganz generell kann ich sagen, dass von den Aufnahmen, die ich gemacht habe, wohl nur etwa 20% überleben; ich habe also einen hohen Ausschuss.

hameln 18.06.2012 11:52

Zitat:

Zitat von ingoKober (Beitrag 1330994)
Zu Analogzeiten war die Standardantwort auf die Frage: Was macht einen guten Fotografen aus eigentlich immer: Zuerst mal ein großer Mülleimer.
Das gilt auch heute noch.

Viele Grüße

Ingo


Da ist schon etwas dran. :top::top:

Mal eine Milchmädchenrechnung:

Anfang der 50er schenkte mein Vater, der selbst eine begeisterter Amateurfotograf war, mir eine Box; seither fotografiere ich (und habe auch selbst vergrößert). Übrigens habe ich die ersten rund 30 Filme komplett aufbewahrt, die SW-Negative wären heute noch vergrößerungsfähig.

Nehmen wir also der Einfachheit halber 60 Jahre, die ich (nahezu) durchgehend fotografiert habe, die letzten rund zehn Jahre teils hybrid, jetzt fast nur noch rein digital. Davon etwa 40 Jahre zusammen mit meiner Frau, die nicht minder „fotografierbesessen“ ist.

Im Durchschnitt setze ich mal einfach drei Filme (36er) pro Woche an. Das wären (bei rechnerisch 52 Wochen) in einem Jahr 156 Filme, in 50 Jahren (rein analoge Zeit) 7.800 Filme. Rechnerisch wären das dann innerhalb von 50 Jahren 280.800 Negative, Dias usw. Das alles aufbewahren? Wahnsinn.

Wie gesagt, etwas Milchmädchenrechnung. Aber die grobe Aussage stimmt schon. Wenn ich diese Zahlen jetzt so sehe, bin ich heilfroh, dass mein Vater mich rigoros zum Ausmisten angeleitet hat. Wie man sieht, hat man früher aber auch ein kleines Vermögen verpulvert. Das ist im digitalen Zeitalter dann doch erheblich preiswerter, verleitet aber vielleicht auch zum großzügigeren Fotografieren.

cat_on_leaf 18.06.2012 12:11

Zitat:

Zitat von Dana (Beitrag 1330983)
Tu dir was Gutes und schmeiße rigoros alles raus, was nicht zu gebrauchen ist. Du wirst Müll eh nie groß analysieren, denn man lernt durch immer neues Machen von Bildern und Ausprobieren. Behalte nur das, was dir deinen Fortschritt zeigt und grübele nicht über dem, was schief lief.

Schmeiße raus, lösche weg und dein Speicherplatz wird lange halten und du musst nicht in ner Müllkippe nach Verwertbarem suchen.

Meine Ordner sind überschaubar, ich behalte nur, hinter dem ich irgendwie stehen kann. Alles andere fliegt - und ich bin da sehr glücklich mit.

Dana, du hast meinen Workflow für das Löschen kopiert. Wird das ähnlich geahndet wie Bilderklau?

Im Ernst. Es gibt nix unwichtigeres als schlechte Bilder. Ich habe noch aus keinem schlechten Bild etwas expliziert gelernt.

Stoney 18.06.2012 12:51

Zitat:

Zitat von marco_b (Beitrag 1330886)
da ich ja beim Experimentieren und die relativ neue Kamera beim Kennenlernen bin, sind die meisten Bilder nicht unbedingt gut, einige mit Sicherheit reif für den Mülleimer.
Trotzdem frage ich mich ob ich die Bilder doch aufbewahren soll, um z.B. über die EXIF-Daten vielleicht zu erkennen was schiefgelaufen ist, oder soll ich da beinhart sein und diese löschen?

Schau Dir doch die EXIF-Daten sofort an, erkenne, was schiefgelaufen ist (falls das nicht eh schon klar ist), und lösche die Bilder dann gleich.

der_knipser 18.06.2012 13:05

Meine Festplatten werden ständig zu klein, weil sich zu viel Datenmüll darauf sammelt. Ich habe schon Löschaktionen gestartet, aber das macht richtig viel Arbeit, und fertig geworden bin ich auch nicht. So viele lange Winterabende gibt's gar nicht.

Inzwischen habe ich gelernt, etwas konsequenter zu sein, und lösche schon früher.
Testbilder, die ich zum Lernen oder Ausprobieren gemacht habe, lösche ich ziemlich schnell, denn ihren Zweck haben die Bilder bereits erfüllt, indem ich meine Erkenntnisse daraus gezogen habe. Wenn ich sie archivieren würde, müsste ich auch dokumentieren, zu welchem Zweck sie gemacht wurden, denn das sieht man den Bildern oft nicht an. Also weg damit.
Auch die Originalbilder der meisten Kugelpanoramen lösche ich, wenn das Panorama fertig ist, denn ich bin ganz sicher, dass ich die Arbeit des Zusammenfügens und Retuschierens nur einmal mache. Deshalb bewahre ich nur die Ergebnisse.

Ich wünschte, ich wäre so konsequent wie manch anderer, dann würde meine Ausbeute viel hochwertiger sein.


Das Ganze hat bei mir auch einen technischen Haken, denn ich habe bisher kein funktionierendes Konzept, wie ich meine Bilder übersichtlich sortieren, markieren, bewerten und archivieren kann, so dass ich ohne langes Suchen etwas Bestimmtes wiederfinde. Die Programme, mit denen ich das versucht habe, behandeln die Bilder nur "äußerlich". Das heißt, die erarbeiteten Sortier- und Bewertungs-Strukturen funktionieren nur innerhalb dieses Programms (z.B. xnView). Ich möchte mich aber nicht lebenslang an diese eine Software binden, und ich möchte auch nicht, dass ich die ganze Sortierarbeit beim Verwenden einer anderen Software noch einmal komplett neu machen muss.

Was ich eigentlich haben will, ist eine datenbankähnliche Info innerhalb der jpg-Dateien, die von beliebigen Viewern gelesen und ausgewertet werden kann. Vielleicht (hoffentlich!) gibt es sowas schon, und ich hab's bisher nur nicht entdeckt.


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