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-   -   Interessanter Artikel über Leicas jüngste Entwicklung (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=108023)

planar+ 07.09.2011 16:21

Zitat:

Zitat von Sofian (Beitrag 1220504)
Der Artikel ist nicht nur für Fotoliebhaber interessant, ich finde er ist auch betriebswirtschaftlich und unternehmerisch ein Musterbeispiel, wie Veränderungen in der (ökonmischen oder technischen) Umwelt des Unternehmens trotz jahrzehnterlanger Erfahrung und Erfolg ein substanzielles Risiko selbst für ein Unternehmen wie Leica darstellen kann.

...genauso ist nicht nur in der Foto-Industrie: es gibt hunderte von liquditätsschwachen, am Abgrund stehende Unternehmen, welche innovative Produkte im Portfolio haben, ..nur eben wie bei Leica keinen Hobbyisten wie Dr. Kaufmann.

Schiesser Feinripp fand ihren Joop, der Kleinwindradhersteller Quiet Revolution fand die RWE u. Minolta machte eben irgendwie den "Sony-Deal"..., Glück gehabt..., Aber wieviel technologisches Know-How, Benefit für die Volkswirtschaft ging ...diesem unserem Lande... durch das Pech der Un-Glücklichen dadurch verloren...?

...Manfred.

batteriesnotincluded 08.09.2011 09:38

Ich stimme einige hier zu, dass der Artikel mehr wie eine Promotion klingt, nicht zuletzt weil auch einige Fakten der digitalen Erstversuche von Leica wohlweislich unter den Tisch gekehrt wurden. Verständlich, weil sie eher rufschädigend waren als ein ernstzunehmender Zugang in die digitale Welt. Aber nachdem es ja um eine Erfolgsmeldung geht (Umsatzzuwächse), muss man da wohl ein Auge zudrücken, niemand erzählt gerne von seinen Fehlern ;).

Meine sehr positive Erfahrung mit Leica war mit keinem ihrer Modelle, sondern mit einer Minolta X-E1, meine erste eigene Analogkamera während meiner Ausbildung. Weder der Verkäufer (habe ich natürlich gebraucht erstanden) noch ich wussten damals, dass es sich eigentlich dabei um ein baugleiches Gerät zur Leica R3 handelte. Erst als ich einige Jahre später auf ein "modernes" System wechselte (Canon A1), merkte ich was ich an der X-E1 hatte. Als ich die Canon das erste mal auslöste dachte ich, mir explodiert das Teil in der Hand; die Betätigung des Filmtransportes schien zu klemmen, bis ich mich traute richtig zuzupacken. Und erst als ich mich bei Canon wieder auf Fixbrennweiten (S.C.+S.S.C.) konzentrierte, stimmte auch wieder die Bildqualität verglichen mit meinen alten Rokkor-Objektiven. Der langen Rede kurzer Sinn, ich musste die X-E1 weggeben um darauf zu kommen, womit ich meine Einstieg in die Fotografie begonnen hatte.

Die meisten der mechanischen Vorteile von Gehäusen haben sich mit moderner Technik eliminiert, bei der digitalen Fotografie so und so (EVIL und Konsorten). Das die Objektive immer noch zum Besten (und teuersten) gehören was das Medium zu bieten hat, bleibt unbestritten. Und wie in dem Artikel schön beschrieben wird, sind ja die Kamerahersteller heute auch für den "Film" verantwortlich, und da haben eben eher die Elektronikhersteller das Rennen gemacht. Für mich ist weder die M- noch die S-Serie interessant. Ich glaube auch nicht, dass sie, gemessen am Preisunterschied, soviel besser Bilder abliefern bzw. sieht man das ja auch an seriösen Vergleichen.

Trotzdem möchte ich meine Erfahrung mit dem allerfeinstem Handwerk nicht missen. Wer weiß ob ich heute noch fotografieren würde, wenn ich mit einer Zenit oder Praktica begonnen hätte? ;)

RainerV 08.09.2011 10:03

Naja, da berichtet ein Leica-Mitarbeiter, der seit 27 Jahren dort arbeitet und vermutlich "Leica lebt". Da erwarte ich keine "Enthüllungsstory", sondern einen sehr subjektive Bericht.

Die FTD ist halt eine Zeitung, die sich für den aktuellen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens interessiert ist und eine Geschichte bringen will, die zeigt, wieso Leica erst in eine wirtschaftliche Schieflage und später wieder auf die Erfolgsspur kam. Und das kommt für mich schon rüber.

Rainer

Sofian 08.09.2011 10:41

Zitat:

Zitat von RainerV (Beitrag 1220847)
Naja, da berichtet ein Leica-Mitarbeiter, der seit 27 Jahren dort arbeitet und vermutlich "Leica lebt". Da erwarte ich keine "Enthüllungsstory", sondern einen sehr subjektive Bericht.
Rainer

Eben, das ist die FTD und nicht der Spiegel ;)

Pixelmatz 08.09.2011 10:50

Ich finde den Bericht gut und er ist keineswegs eine Leica Lobhudelei.

Wenn ich das Geld hätte, ich denke, daß ich dann auch eine M9 mein eigen nennen würde, weil es eben Fotografie pur ist und keine kleinen elektronischne Helferleins unterstützend da sind.

Über die Qualität der Objektive kann man nicht streiten, wenn man weiß, wie lange es braucht, um so ein Objektiv zu fertigen, dann relativiert sich das Gerede über den preis relativ schnell. Allein die Anzahl und Güte der Gläser trägt mit den höchsten Anteil der Kosten.

Nur mal zum Vergleich, wenn ich mir eine neue Brille kaufe und dazu richtig gute Gläser von Zeiss zum Beispiel, dann komme ich sehr schnell auf 600.-EURO und mehr und dann sind das nur zwei Gläser und wievile Gläser sind in einem Objektiv verbaut?

Ausserdem, einen Rolls Royce, einen Porsche gibt es auch nicht zum Preis eines Volkswagens...allein schon Mercedes C Klasse fahren kostet eben einen Großteil mehr als ein Toyota Avensis.

Ich finde es gut, wenn sich Hobbyisten finden, die Traditionsmarken nicht sterben lassen, Polaroid oder LOMO würde es heute auch nicht mehr geben...

About Schmidt 08.09.2011 11:02

Zitat:

Zitat von Pixelmatz (Beitrag 1220866)
Wenn ich das Geld hätte, ich denke, daß ich dann auch eine M9 mein eigen nennen würde, weil es eben Fotografie pur ist und keine kleinen elektronischne Helferleins unterstützend da sind.

Das kann ich auch an einer Alpha haben, in dem ich sie auf manuell stelle. Nur trauen sich dies die Wenigsten. ;) Auch ich nutze die elektronischen Helferlein bei der Fotografie gern zur Orientierung. Wer würde schon ESP, ESR, ABS usw. abschalten, nur um wieder vernünftig Auto zu fahren? Mir ist es lieber, etwas abzuschalten, was ich nicht unbedingt brauche, als auf vorn herein auf etwas zu verzichten, das ich später vielleicht vermisse und das auch noch teuer bezahlen.

Bitte versteht mich nicht falsch. Leica ist und bleibt eine der besten Marke auf dem Fotomarkt, das möchte ich einmal ganz deutlich sagen. Man bekommt mit einer Leica ein Werkzeug in die Hand, das seines gleichen sucht. Was nun der Fotograf damit macht, hängt einzig und allein von ihm ab.

Bleibt die Frage, wie konnten Fotografen die keine Leica haben, nur solch hervorragenden Aufnahmen machen? Antwort, das geht auch mit mit anderen Kameras, mitunter zum Bruchteil der Kosten. Ich sehe für mich immer den Kosten/Nutzen Faktor und dieser übersteigt bei Leica bei weitem mein Maß.

Gruß Wolfgang

Pixelmatz 08.09.2011 11:21

Natürlich kann ich auch ohne Leica hervorragende Bilder machen, das hat auch niemand bezweifelt.

Was aber die Preise betrifft, das kann ich doch nicht vergleichen. Leica ist eine Manufaktur, die keine Massenware herstellt, daher läßt sich das doch nicht mit Sony, Nikon usw vergleichen.

Ein Leica Objektiv wird keine Serienstreuung aufweisen, wie ich es immer wieder bei Kollegen mit Sigma oder Tamron Objektiven erlebe.

Designer Klamotten, die in Italien oder Deutschland produziert werden mit hochwertigen Materialien vergleiche ich doch auch nicht mit H&M, die in Massen in Bangladesch produziert werden.

mrieglhofer 08.09.2011 11:36

Zitat:

Ein Leica Objektiv wird keine Serienstreuung aufweisen
??? Also in allem was mir bekannt ist, sind handgefertigte Waren deutlich inkonsistenter in der Qualität als standardisierte Massenware. Das einzige, was die rettet ist, dass sie - hoffentlich - jedes Stück vor Verlassen der Firma auf die Specs prüfen. Bei Massenware halt nur stichprobenweise.

Vergleicht man so die Objektivtests, liegt die Manufaktur Leica zwar meist recht gut, aber auch nicht herausragend besser als die Massenproduzenten.

Serienstreuung bei Tamron und Sigma ist ein eigenes Thema, hier reden wir meist von Objektiven in der 300€ Klasse, das ist weniger als bei Leica ein ordentlicher Objektivdeckel ;-) (Achtung: das war übertrieben, natürlich kostet ein Objeitivdeckel weniger als 300€)

Zitat:

Designer Klamotten, die in Italien oder Deutschland produziert werden mit hochwertigen Materialien vergleiche ich doch auch nicht mit H&M, die in Massen in Bangladesch produziert werden.
Na, da muß ich dir wohl den Glauben an das Gute nehmen.
Apple iphone und ipad, sicher ein Hochpreisprodukt kommt aus China von Foxcomm. Die ganzen gekannten Labels von Sportschuhen, Leiberln usw. verlangen zwar in Europa high End Preise, lassen aber Low End in China produzieren. Der Unterschied zu H&M ist wohl nur der, dass die Marge höher ist und der Kunde sich durch den hohen Preis besser fühlt.

About Schmidt 08.09.2011 11:39

Zitat:

Zitat von Pixelmatz (Beitrag 1220883)
Natürlich kann ich auch ohne Leica hervorragende Bilder machen, das hat auch niemand bezweifelt.

Was aber die Preise betrifft, das kann ich doch nicht vergleichen. Leica ist eine Manufaktur, die keine Massenware herstellt, daher läßt sich das doch nicht mit Sony, Nikon usw vergleichen.

Ein Leica Objektiv wird keine Serienstreuung aufweisen, wie ich es immer wieder bei Kollegen mit Sigma oder Tamron Objektiven erlebe.

Designer Klamotten, die in Italien oder Deutschland produziert werden mit hochwertigen Materialien vergleiche ich doch auch nicht mit H&M, die in Massen in Bangladesch produziert werden.

Grundsätzlich hast du mal recht, ohne Zweifel.

Aber eine Nikon D3s oder eine Canon Eos 1ds Mark irgendwas ist ja auch nicht C&A oder H&M. Fast alle Kamerahersteller bauen heute Kameras, die hervorragende Qualität liefern. Diese kosten eben dann auch so viel, wie eine Leica. Was mich da wundert ist immer, dass eine Sony A900 für 2500 Euro zu teuer sein soll, aber das ist ein anderes Thema.

Mit der Serienstreuung ist das klar so eine Sache. Ich hab etliche Objektive von Minolta, Tamron, Zeiss und Sony gehabt und bin letztendlich bei Originalobjektiven gelandet. Wobei ein 50mm Zeiss T* f1,8 an einer Contax RTS mit das beste war, was ich je an einer Kamera hatte. Leider hatte ich aber auch mit einem Sony 70-200G an meiner A700 keine guten Erfahrungen gemacht und musste es gegen ein anderes Exemplar tauschen, dass dann aber gut funktionierte. Ob das Serienstreuung war oder es einfach an den Problemen mit den Digitalen Systemen hängt, ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dass es an der A700 des Käufers einwandfrei funktionierte, was ich selbst testen konnte.

Die drei Sony/Zeiss Objektive die ich jetzt besitze funktionieren an meiner A850 ganz hervorragend und machen mich glücklich. Glücklicher würde ich glaube ich mit einer Leica auch nicht, müsste dafür allerdings etwa das fünffache von dem Ausgeben, was ich ausgegeben habe und selbst das, war schon hart an meiner selbst auferlegten Grenze.

Gruß Wolfgang

alberich 08.09.2011 11:51

Passt gut hier rein.
Leica Factory Visit – August 2011


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