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BeHo 01.07.2022 18:15

Nennt sich Globalisierung.

Robert Auer 01.07.2022 18:28

Mir sind als Gepr. Wirtschaftsförderer die Zusammenhänge von Markt und Nachfrage sowie Subventionen durchaus vertraut. Aber auch die Problematik der strategischen Abhängigkeit und auch die Notwendigkeiten von funktionierenden Technologieclustern für Innovationen sowie die Bedeutung des Lernfeldes Betrieb bzw Produktion.

Nachdem wir schon bei so vielen Technologien die Produktion in sogenannte Billiglohnländer ausgelagert haben und dabei dann auch den Anschluss bei deren Weiterentwicklung verloren haben, sollten wir mit dem Knowhow unseres Maschinenbaus doch irgendwann in der Lage sein, mindestens in einem Kernbereich eine gesamte Wertschöpfungskette (zB die der umweltfreundlichen Energieerzeugung) wirtschaftlich im Lande aufrecht zu erhalten. Wobei ich weiß, dass das händisch übliche Laminieren von Rotorblättern da nicht das beste Beispiel ist.
Trotzdem: Ich habe Zweifel, ob man dafür bereits alle Anstrengungen unternommen hat.

In Zeiten des Klimawandels hätte ich mir aber auch eine neue Erkenntnis zB hinsichtlich der sogenannten externen, also tatsächlichen Kosten gewünscht. Wie lange wollen die Europäischen Unternehmen noch mitspielen beim Absägen des eigenen Astes? Wie viel Abhängigkeiten will man sich noch erlauben? Der kurzfristige Profit und die Bedienung des Kapitals ist heute nicht mehr alles, was man einkalkulieren sollte. Ja, zur Not muss man auch mal gegen ein Übermaß an strategischen Subventionen ankämpfen. Solange man es noch kann.

twolf 01.07.2022 19:11

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 2245022)
Wobei Siemens mit ca. 40% Anteilen Mehrheitseigner bei der Energy Sparte ist.
Und wenn Konkurrenzfähigkeit nur am Preis fest gemacht wird, kann irgend etwas nicht stimmen.

Das war mal. Siemens hat eine Minderheitsbeteiligung im Moment 23%
https://www.siemens-energy.com/de/de...ionarsstruktur

Und wollen weiter ihren Anteil verringern.

turboengine 01.07.2022 22:38

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2245034)
sollten wir mit dem Knowhow unseres Maschinenbaus doch irgendwann in der Lage sein, mindestens in einem Kernbereich eine gesamte Wertschöpfungskette (zB die der umweltfreundlichen Energieerzeugung) wirtschaftlich im Lande aufrecht zu erhalten.

Das ganze Know-How unserer Maschinenbau-Ingenieure, Techniker und Facharbeiter (jeweils m/w) nützt nichts, wenn die Energiepreise so hoch sind, dass nicht wirtschaftlich produziert werden kann.

Auch in diesem Thread wurde ja immer geschrieben, dass Energie viel zu billig sei. Jetzt ist sie teuer. Mal sehen was passiert. Russland hat noch nie so viel Öl wie zur Zeit verkauft und schippert es über die Ostsee, Gibraltar, Suezkanal nach Indien und China. Unser Embargo funktioniert ganz toll. Gratulation. Klassischer Sockenschuss.

https://www.dw.com/de/faktencheck-ve...and/a-62239985

Genau dahin gehen auch die produzierenden Industrien.

Die beste Standortentwicklung ist eine günstige und zuverlässige Energieversorgung. Und das wurde vergeigt. Denn mit der Energiewende werden hier fossile Energien viel zu schnell und viel zu unwirtschaftlich vermieden die dann dafür in China und Indien zum niedrigeren Preis verfeuert werden. Bei uns verschwindet die Industrie - dort entsteht sie - mit niedrigerer Energieeffizienz. Dem Planeten hilft das null. Grünes Paradoxon.

https://www.hanswernersinn.de/de/the...uenesParadoxon

Rudolfo 01.07.2022 23:24

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2245034)
Nachdem wir schon bei so vielen Technologien die Produktion in sogenannte Billiglohnländer ausgelagert haben und dabei dann auch den Anschluss bei deren Weiterentwicklung verloren haben, sollten wir mit dem Knowhow unseres Maschinenbaus doch irgendwann in der Lage sein, mindestens in einem Kernbereich eine gesamte Wertschöpfungskette (zB die der umweltfreundlichen Energieerzeugung) wirtschaftlich im Lande aufrecht zu erhalten.
...
Solange man es noch kann.

Dieses Land besteht mehrheitlich nur noch aus Konsumenten, denen man jegliche Eigenverantwortlichkeit abgewöhnt hat. Z.B. Diese Desinteressierten waren trotz klarer Katastrophenvorhersagen, siehe Ahrtal- und Erft-Hochwasser nicht in der Lage eigenverantwortlich ihren Hintern in Sicherheit zu bringen. Sie warteten vergeblich auf die Ansagen der Risikobewertungsstäbe, der örtlichen Behörden, der Feuerwehren usw. Die wiederum vergeblich auf die göttlichen Ansagen warteten. Alle zusammen hätten nur mal ihr Gehirn benutzen müssen. Dann hätten die 180 Menschen nicht jämmerlich ertrinken müssen.

Das in der Schweiz die Bevölkerung an wesentlichen Entscheidungen im Staat beteiligt wird, kann ich mir bei den Uninformierten in diesem Land nicht vorstellen. Es käme nur noch mehr Unsinn heraus.

Wir haben systematisch aus purem Übermut, Gewinnstreben, in den Tag hineinleben und poltitischem Unverstand dieses Land über beide Ohren verschuldet. Damit das niemanden sauer aufstößt oder jemand merkt, redet man nur noch von der sogenannten Neuverschuldung. Altverschuldung? Hä, was ist das?

Man hat beginnend mir der Vernichtung der riesigen Steinkohleindustrie systematisch zwecks kurzfristiger Gewinne weitere Industriezweige im Rahmen der Globalisierung ausgelagert/abgebaut und damit unserer Verfügung entzogen und damit indirekt für dieses Land vernichtet. Siehe Beispiele der Vorredner. Die vormals "deutsche Apotheke der Welt" kann noch nicht mal mehr die eigenen Leute mit lebenswichtigen Medikamenten versorgen.

Der Bau des Berliner Flughafens, Stuttgart 21, Münchener U-Bahn usw. zeugen von größtmöglicher administrativer Unfähigkeit. Die gesetzliche Anordnung, nur dem billigste Angebot den Zuschlag zu erteilen, ist ein weiterer Beweis für die Unfähigkeit deutscher Behörden.

Die Bundeswehr mit hochmotivierten Soldaten sitzt auf einem Berg von defekten Waffen (siehe z.B. Panzer). Der Bundeswehrbeamtenapparat beschäftigt sich lieber mit der Zertifizierung von Bauteilen, statt sich endlich mit deren Beschaffung zur Reparatur der defekten Panzer zu beschäftigen. Die Verteidigungsminister geben lieber viele Millionen für Beratungsverträge und Milliarden für neue Waffenentwicklungsabenteuer aus, statt mal auf ihre Leute zu hören und das dringend Notwendige für eine einsatzfähige Bundeswehr zu tun. Es gäbe auch noch viel zu Mali, Afganistan und anderer politischen Fragwürdigkeiten/Scheinheiligkeiten zu sagen.

Genau die gleichen Idiotien bei der Endlagerproblematik. Man hat komischerweise keine Angst, dass das strahlende Zeug an viele Stellen in der Bundesrepublik in Abklingbecken und/oder simplen Lagerhallen herum liegt. Wenn aber jemand ein Bergwerk bauen will, in dem es mit Sicherheit besser untergebracht wäre, geht die Welt unter. Wir hatten schon drei. Milliarden für den Müll.

Und zu guter letzt die unsäglich verdummende Klimaschutzdebatte:
Man macht den Leuten weiß, dass die Klimaerwärmung allein am CO2 liegt. Dass es noch andere genauso wichtige Einflussgrößen gibt, wird unter den Teppich gekehrt. Hauptsache man kann den Dummen einen Schuldigen (=CO2) präsentieren. Das ist gut fürs Geschäft: Die Industrie hat sofort begriffen, dass man nun Windräder, Solarzellen, E-Autos, Wärmepumpen, Biotreibstoffe usw. bestens verkaufen kann. Die Klimaforschungsinstitute schwimmen seitdem im Geld. Ein einziger Forscher war mal so ehrlich zu sagen, selbst wenn man sofort alle Klimaneutralitätsanstrengungen in die Tat umsetzen würde, dauert es mindestens 10-15 Jahre bis man das Ergebnis am Klima erkennen würde. Was machen wir bis dahin?

Man holzt weiter die klimaausgleichen Wälder ab. Man vergeutet weiter das Untergrundwasser mit dem Ergebnis der Trinkwasserkappheit weltweit. Man vernichtet die wertvollen Ackerböden durch Auspowern, Überbauen und Verseuchen mit Spritzmitteln. Inzwischen wird der lebenswichtige Phospatdünger knapp, weil die Lagerstätten ausgeerzt sind. Mit Fracking, Ölschiefer- und sonstigem Oberflächenbergbau, Torfabbau, Städtebau und sonstige Versiegelung der Erdoberfläche werden nicht nur die die Erdoberflächenstrukturen verwüstet, sondern auch die Wasserkreisläufe aus dem Gleichgewicht gebracht und damit das Klima gleich mit. Es hängt nun mal alles zusammen und ist nicht gesondert zu betrachten.

Jetzt habe ich keine Lust mehr, obwohl es noch viele weitere Themen gibt: Wohnungsbaublase, Müllproblem, Meeresausbeutung, Weltraumwetter, Satelliteneinfluss, Lichtverschmutzung, Pandemien usw.

Fazit: Wir könnten jetzt Wetten abschließen, welches der genannten Probleme uns in den nächsten drei Jahren die nächste ernste (vielleicht sogar tödliche) Krise bescheren wird. Falls uns Putin nicht mit dem dritten Weltkrieg zuvorkommt.

Robert Auer 01.07.2022 23:50

Ups! Da hat sich jemand mal richtig Luft gemacht und dabei so einiges vermischt. Hauptsache es geht ihm nun besser!

suchm 02.07.2022 09:31

Nein, das geht nicht alleine darum, dass es ihm besser geht, wenn ich ihn richtig verstanden habe.
Es geht darum, dass es mehr als nur ein Problemfeld zu lösen gibt.
Und dann braucht es Kompetenzen, um Probleme wirklich zu lösen.

Rudolfo 02.07.2022 10:22

Ihr habt beide recht! Als ich heute morgen in die Tageszeitung gesehen habe, fielen mir spontan weitere zehn Themen auf und zusätzliche ein. Ich werde euch damit verschonen.

Ich wünschte, wir hätten so kompetente Politiker und Bürger wie die Schweiz!

Solange in Deutschland jeder mit großer Klappe, kräftigen Ellbogen und noch dickerem Fell Politiker werden kann, wird sich nichts ändern. Statt auf die Parität von Männer und Frauen in Gremien zu achten, sollte man mal auf deren Kompetenzen sehen und dafür sorgen, dass alle Berufsgruppen in den Bundesgremien und in den Länderregierungen vertreten sind. Soziologen, Juristen und Beamte (Lehrer) reichen nicht aus, um Kompetenzen für unsere Zukunft bereitzustellen. Zumal die meisten auch noch biologische Analpabeten sind, d.h. sie haben nicht die leiseste Ahnung von der Natur und den biologischen Abläufen und Zusammenhängen. Wie sollen solche Ahnungslosen einen Klimawandel und die damit verbundenen wirtschaftlichen Umgestaltungen meistern. Sie haben ja von beidem keinen blassen Schimmer.
Aus dem bisher gesagten erwachsen tödliche Gefahren für unsere Welt. In vielen Ländern ist dies bereits bittere Realität. Wer in Europa glaubt, wir wären außen vor, der irrt sich gewaltig. Durch die Pandemie und den Ukrainekrieg werden die Abläufe so beschleunigt, dass uns die Krisen viel schneller erreichen werden, als bisher gedacht.

Es gäbe noch viel zusagen. Nun seit ihr erstmal dran.

Robert Auer 02.07.2022 10:41

Es gibt keinen Dissens darüber, dass es viele ungelöste Probleme gibt und dass die Wurstigkeit und Naivität von so vielen Zeitgenossen Frust erzeugt. Da kann es helfen, auch mal mit groben Vereinfachungen auf den Tisch zu hauen. Nur, wen erreicht man damit? Was wird dabei besser? Es gibt leider auch viel zu viele, die glauben, die Lösungen müssten von "oben" kommen.
Mein Credo ist, in unserer Gesellschaft selbst aktiv werden und sich auch selbst für die Lösung von Problemen einzusetzen - und sei es nur mit kleineren Taten. Zumindest das eigene "Fehlverhalten" kritisch reflektieren und beim eigenen Verhalten ansetzen.

RoDiAVision 02.07.2022 10:58

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2244924)
Für die PV-Anlage bezahle ich rd 12.600 € zzgl MwSt, für den hochwertigeren Heizstab rd. 1.800 € zzgl MwSt und für den Hygienespeicher rd. 4.000 € zzgl MwSt. Zusätzlich Gerüstkosten und ggf noch Teuerungen aufgrund der derzeitigen Situation. Auch nicht unbedingt wirtschaftlich, aber ich erhoffe mir, dass ich im Falle einer Gassperre wenigstens noch lauwarm duschen kann. Zum Trocknen und Aufwärmen habe ich ja zur Not noch drei Kaminöfen. :crazy:

Hast Du auch mal Solarthermie-Kollektoren in Erwägung gezogen?

Wieviel Platz beansprucht die PV Anlage?
Meine Solarthermie-Anlage mit 10 m² hat rund 13.500,- gekostet, incl. Steuer.
Davon kann ich noch 45% Förderung abziehen, weil Ölheizung ersetzt.
Regulär sollten es 35% Förderung sein.

Ich kann damit neben Warmwasserbereitung auch die Heizung unterstützen.


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