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Jahresprogramm 20.03.2014 21:11

Hallo,

schön wäre es, wenn jetzt alles zu Ende wäre. Putin hat sein Gesicht nicht verloren und Krim behalten.... Der Westen regt sich wieder ab und alles ist gut!

Neee, so wird das leider nicht laufen. Putin hat weiteres begründtets Interesse an Ost- und Südukraine (Rohstoffe und wichtige Zulieferer für Rüstungsindustrie - Triebwerksbau). Die Ukraine/Ukrainer haben nun Angst, dass Putin die gleiche Masche wie in der Krim (das war nämlich die leichtere Übung) in der Ost-/Südukraine durchzieht. Ein bisschen Unruhe stiften und dann die rissischsprechende Bevölkerung schützen... Pro-Russische Oligarchen sind ja schon in der Regionenverwaltung, welche er auch noch locken kann. Die alte/neue Verfassung lockert auch noch zusätzlich ein bisschen mehr die Zügel bezüglich Rechte der Regionen...

Nur wird diesmal in der Ukraine niemand kampflos weitere Gebiete an Russland "abtreten". Denn eines was klar ist, Krim hat man schon längst (nach der Übernahme des Parlamentes durch die "Grünen Männchen") aufgegeben.

Wenn der Osten sich nun wirklich abspaltet, hat Putin auf der ganzen Linie gewonnen und der Westen (USA, EU) bleibt auf mehr oder weniger brachliegendem Land "sitzen".

Ich bin jetzt umso mehr auf die Reaktionen nach der Unterschrift des ersten Paketes des Aussoziierungsabkommens gespannt. Lässt Putin wirklich locker?

Grüße
Alex

Orbiter1 20.03.2014 21:41

Zitat:

Zitat von Jahresprogramm (Beitrag 1562269)
schön wäre es, wenn jetzt alles zu Ende wäre. Putin hat sein Gesicht nicht verloren und Krim behalten.... Der Westen regt sich wieder ab und alles ist gut!

Ich fürchte du verkennst die Situation. Das gesamte Geschehen spielt sich im russischen Vorgarten ab. Putin stand nie in Gefahr sein Gesicht zu verlieren und er hat die Krim nicht gehalten sondern mit minimalem Einsatz gewonnen. Im Gegensatz dazu haben die westlichen Regierungen ihr Gesicht verloren, stehen vollkommen hilflos da und man darf gespannt sein wie sie da wieder rauskommen wollen ohne einen politischen oder wirtschaftlichen Kollaps auszulösen. Die Wirtschaftsverbände auf beiden Seiten des Atlantiks werden ihnen hoffentlich klar machen können wie sie sich zu verhalten haben.
Zitat:

.... Lässt Putin wirklich locker?
Ja, sofern man ihn nicht weiter provoziert und in seinem Vorgarten Unruhe stiftet.

Jahresprogramm 20.03.2014 23:30

Hallo,

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 1562280)
Ich fürchte du verkennst die Situation. Das gesamte Geschehen spielt sich im russischen Vorgarten ab.

Ne ganz und gar nicht. Die Hälfte der Ukraine ist genau so wenig Russlands/Putins "Vorgarten" wie Polen. Das ist eben das gefährliche an der Situation...

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 1562280)
Putin stand nie in Gefahr sein Gesicht zu verlieren und er hat die Krim nicht gehalten sondern mit minimalem Einsatz gewonnen.

Ich habe ja auch gesagt, dass Putin sein Gesicht gewahrt und Krim behalten hat.... Eigentlich widerspricht es dem was Du schreibst gar nicht.

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 1562280)
Im Gegensatz dazu haben die westlichen Regierungen ihr Gesicht verloren, stehen vollkommen hilflos da und man darf gespannt sein wie sie da wieder rauskommen wollen ohne einen politischen oder wirtschaftlichen Kollaps auszulösen.

Das ist lustig, wie hartnäckig das sich hält, dass die westlichen Regierungen den Maidan angezettelt habe (ich denke, dass Du das meinst.) Die Assoziation zur EU war Teil von Janukovitsch`s Wahlkampagne. Ohne das Volk in Kenntnis zu setzen / vorzubereiten hat er mir nichts dir nichts die Unterschrift der Assoziation Ende letzten Novembers verweigert. Es sind zunächst Studenten in Kiew auf die Straßen gegengen. Diese Studenten wurden von den Sicherheitskräften verprügelt. Dann sind die Eltern da gestanden und haben nach Gerechtigkeit und Verurteilung der Gewalttäter verlangt. Und ab da ging alles sehr schnell bis sich die Demos über das ganze Land ausgeweitet haben. Erst später kam die Opposition dazu. Ich finde es ist einfach lächerlich zu behaupten, dass der Westen dort was angezettelt hätte. Wenn, dann höchstens der Opposition den Rücken gestärkt. Aber spätestens nach den Ereignissen kurz vor der Flucht von Janukovitsch sollte klar sein welche kleine Rolle die Opposition dort spielt. Und über die Assoziation geht es dort schon seit der orangenen Revolution von 2004...


Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 1562280)
Ja, sofern man ihn nicht weiter provoziert und in seinem Vorgarten Unruhe stiftet.

Erkläre doch mal bitte etwas näher, wie er provoziert wird!? Und das Thema Vorgaren ist wirklich lächerlich in Anbetracht der Menschen die dort wohnen und sich noch zu gut an Stalin Zeiten erinnern.

Was Putin zZ wirklich schafft ist das was die ukrainischen Politiker kaum geschafft haben. Ost und West weiter zusammen zu führen.

Grüße
Alex

GBayer 21.03.2014 03:53

Panikmache ist nicht!

Gevatter Putin ist schlau genug, aus der Krim ein neues Singapur zu machen. Das ist leistbar für Rußland, ohne sich zu überheben. Damit demoralisiert er die Restukraine und läßt alle nun folgenden Korruptionregierungen verzweifeln, die sich Milliarden aus der EU holen, ohne jemals die Investitionen zurückzahlen zu können. Sobald die Zahlungen nachlassen, gibt es einen neuerlichen Putsch und schwupp - eine bankrotte Ukraine fällt Rußland für einen symbolischen Euro zu.

Der Westen labert in Unterhaltungssendungen gekaufter Medien über alte Griechenlanderfahrungen und ist bestrebt Erklärungen abzugeben, die Ukraine wieder loszuwerden. Bombenkriege werden doch nur mehr in 3.-Weltländern angewendet.

Servus
Gerhard

About Schmidt 21.03.2014 07:14

Zitat:

Zitat von GBayer (Beitrag 1562266)
Der schlaue Stratege Putin gibt sich mit seinem "Gewinn" (Krim) zufrieden, lacht sich ins Fäustchen, wenn die doofe EU Sanktionen verhängt und zugleich Milliarden nach Ukraine pumpt. Elegant, wie Putin es schafft, den Westen nachhaltig zu schwächen, damit dieser keinen weiteren Krieg mehr finanzeren kann. Wenn das Geld im Westen knapp wird, werden die Sanktionen (ohne Gesichtsverlust) wieder aufgehoben und Rußland als Handelspartner 1. Güte hofiert. Wir (Westen) werden von Kasperln regiert, die sich "gut aufgestellt" haben. Als Unterhaltungskünstler für Asien.

Servus
Gerhard

:top: das trifft wohl den Nagel auf den Kopf und so wird es wohl kommen:top:
Allerdings frage ich mich, ob ein Land, in dem man sich mehr über die Inhaftierung eines Bundesligamanagers aufregt, als über US-Atomwaffen auf deutschem Gebiet, es überhaupt anders verdient hat. :cry:

Gruß Wolfgang

Jahresprogramm 21.03.2014 09:12

Hallo Gerhard,

Zitat:

Zitat von GBayer (Beitrag 1562334)
Gevatter Putin ist schlau genug, aus der Krim ein neues Singapur zu machen. Das ist leistbar für Rußland, ohne sich zu überheben. Damit demoralisiert er die Restukraine und läßt alle nun folgenden Korruptionregierungen verzweifeln....

1. Wozu noch Geld reinpumpen, wenn Propagandamaschine wie geöltes Uhrwerk läuft. Da braucht es keine wirklichen Verbesserungen für die Bevölkerung um eine Verbesserung und Aussicht auf bessere Zukunft zu propagieren. Funktioniert ja auch in Russland :D

2. Wenn er bei der aktuellen UA-Regierung länger wartet, ist es zu spät! Die politischen und wirtschaftlichen Bindungen an den Westen werden stärker.

Was meinst Du mit "Restukraine" genau?

Grüße
Alex

GBayer 21.03.2014 14:28

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1562336)
Allerdings frage ich mich, ob ein Land, in dem man sich mehr über die Inhaftierung eines Bundesligamanagers aufregt, als über US-Atomwaffen auf deutschem Gebiet, es überhaupt anders verdient hat. :cry:

Nun, die Menschen suchen sich ihre Helden selber aus. Ulli ist sympathisch.

US-Atomwaffen werden überall aufgestellt, wo die USA es gebietet. Erst recht in Ländern, die aus Sicht der USA als "eigene Bundesstaaten" gesehen werden. Besetzte Bundesstaaten mit allen Pflichten - ohne Rechte. Sonst würden sie ja ein Sternchen in der Flagge bekommen. :oops:

Servus
Gerhard

GBayer 21.03.2014 14:37

Zitat:

Zitat von Jahresprogramm (Beitrag 1562350)
Was meinst Du mit "Restukraine" genau?

Den restlichen Teil (nach Angliederung an Rußland) des Ostens und Südens der jetzigen Ukraine. Es wird bald eine Abspaltung nach Vorbild der Krim geben. Was verbleibt, dient danach als "Brücke" zwischen Ost und West.

Vorher müssen noch die "Funktionäre des Krieges" in Ost und West aus der aktuellen Politik gejagt werden. Neue Gesichter haben so gesehen keinen Gesichtsverlust und werden rasch einig werden. (Siehe die Ereignisse der letzten Stunden!)

Servus
Gerhard

fallobst 21.03.2014 19:40

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 1562280)
... Das gesamte Geschehen spielt sich im russischen Vorgarten ab.

... sofern man ihn nicht weiter provoziert und in seinem Vorgarten Unruhe stiftet.

Um die Abtrennung der Krim zu rechtfertigen, wird das Selbstbestimmungsrecht heran gezogen. Und mancher freut sich, dass jemand man den Kasperln im Westen gezeigt hat, wo der Hammer hängt. Toll. Wie geht es weiter? Wann ist mit dieser auf der Krim inszenierten Methode Schluss?
Wenn ein Land sich politisch und gesellschaftlich neu orientieren und organisieren will, dann werden über 600.000km² zum Vorgarten, in dem die Zwerge kein Recht haben, selbst zu entscheiden, denn das ist dann Unruhe stiften. Toll! Muss man das als ernthaftes politisches Prinzip für internationale Politik betrachten?

Wie kommt es, dass außer Nordkorea und Syrien bisher das russische Vorgehn gutgeheißen hat.
Mir ist selbst von Serbien keine diesbezügliche Äußerung bekannt.
Gibt es die?

Die Nato ist ja so aggressiv. Diese international wirkende Bedrohung gehört auf der Stelle abgeschafft, aufgelöst!
Aber bei passender Gelegenheit macht man sich über die geringe Zahl der Soldaten in Deutschland lustig. Was gilt denn nun? Wer will wirklich, dass Politik militärisch gestaltet wird? Oder brauchen/wollen wir nicht so viele Soldaten.
Wenn nicht, dann brauchen wir international gültige Regeln und ihre Einhaltung muss uns wichtig sein. Stellen wir Verstöße fest, dann müssen diese kritisiert werden und dürfen nicht als Rechtfertigung für spätere Verstöße benutzt werden. Handeln wir so, dann sind Verträge und Regeln sinnlos und wir müssen in der Tat wieder mehr Soldaten rekrutieren und ausstatten, damit sie für uns Politik gestalten. Ist das wirklich wünschenswert?

Die Ukraine hat in ihrer Geschichte mehrere Anläufe unternommen, aus dem Machtbereich Moskaus zu entkommen und politische Souveränität zu erlangen. Es ist ihr zu wünschen, dass sie erfolgreich sind.

Vielleicht hätten die Gedenkstätten für die von Moskau zu verantwortende Hungersnot 1932/33 für mehr als 3,5Millionen Toten zumindest halb so groß sein sollen wie die zum Gedenken für die Opfer des II. WK. Aus gutem Grund wurde diese Hungersnot bis 1993 von Moskau strikt geleugnet. Für viele Ukrainer hat es einen ähnlichen bitter-ironischen Beigeschmack, wie in allen ehemals "sozialistischen" Ländern, wenn man vom Brudervolk aus russischen Mund hört.

Nach der etwas längeren Leine durch die leininsche Nationalitätenpolitik ab 1924 war es in Stalins Augen notwendig die Zügel wieder anzuziehen. Da kam die "Entkulakisierung" und Kolchosenbildung gerade recht, um die Ukrainer zu disziplinieren. Nebenbei hat man das Volk ausgeplündert um eine Schwerindustrie zu errichten und die ist für das Russland Putins genauso wichtig, wie die Krim für die Schwarzmeerflotte.
Der Schutz der russich sprechenden Einwohner ist das Fokloregewand für die politischen Ambitionen. Die Leute haben in Zeiten der Sowjetunion freidlich nebeneinander gelebt, wie sie es auch nach 1991 getan haben.
Die Teilung der Ukraine ist eine Erfindung aus der Zeit des Wahlkampfes zwischen Juschtschenko und Janukowitsch 2004.
Wenn auf das Einkommensniveau in der Ukraine und in Russland hin gewiesen wird und dann versprochen wird, dass die Löhne auf das Dreifache erhöht werden, dann ist doch klar, wo die Kreuze in einer Abstimmung genmacht werden.
Für Staatsangestellte kann durch russiche Steuereinnahmen das auch realisiert werden, wie es für die anderen Einkommen realisiert werden soll, dass werden wir demnächst sehen oder auch nicht.

Matthias

Jahresprogramm 21.03.2014 20:49

Zitat:

Zitat von fallobst (Beitrag 1562543)
Die Teilung der Ukraine ist eine Erfindung aus der Zeit des Wahlkampfes zwischen Juschtschenko und Janukowitsch 2004.

:top::top::top: und der russischen Propaganda, möchte ich ergänzen - Es wird immer noch kräftig Angst gemacht mit dem "Bandera-Volk".

Grüße
Alex


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