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-   -   Zeiss Loxia 21mm f/2.8 (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=164001)

Eikazon 31.07.2016 13:22

Probleme mit Fokusierung auf unendlich
 
Liebe Forums-Experten und Schon-Loxia-Besitzer,

seit ein paar Tagen habe ich ein Loxia 21mm f/2.8 und gleich ein Problem – vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen.

Sowohl dem Handbüchlein, das dem Objektiv beiliegt, als auch diversen Reviews und Forums-Posts habe ich entnommen, dass alle Loxia-Objektive einen erkennbaren Überhub haben (und haben sollen!), sprich, dass man, um auf „unendlich“ entfernte Objekte wie den Horizont zu fokussieren, den Fokusring erst bis zum Anschlag dreht und dann ein kleines bisschen zurückdreht, bis das Objekt in der Fokuslupe etc. perfekt scharf erscheint. Das leuchtet mir auch vollkommen ein.

Mein Exemplar scheint aber keinen Überhub zu haben. Jedenfalls muss ich schon bei 10m entfernten Objekten den Fokusring bis zum Anschlag drehen, damit sie so scharf wie möglich sind. :roll:

Und daher frage ich mich nun: Sind dann weiter entfernte Objekte, z.B. ein 3 km entfernter Berghang, überhaupt so scharf, wie sie sein könnten? Müsste der Fokusring nicht noch ein winziges bisschen weiter gedreht werden als bei einem 10m entfernten Objekt? Wenn das Objektiv Überhub hätte, könnte ich das ja einfach ausprobieren, indem ich minimal vor- und zurückdrehe. Aber ich bin ja schon am Anschlag! :shock:

Die Frage ist nun: verstehe ich da was falsch oder ist das Exemplar nicht in Ordnung?

Und wenn letzteres: Kann ich das bei Zeiss innerhalb der Garantiefrist kostenlos/kostengünstig nachjustieren lassen (ich möchte einen Überhub haben)?
Oder soll ich das Objektiv sicherheitshalber gleich beim Händler zurückgeben, solange die 14 Tage Rückgabefrist gelten?

Vielen vielen Dank für Eure Hilfe!

PS: Ich habe das Loxia 21 an zwei ganz normalen Alpha 7 II-Exemplaren ausprobiert – kein „Tough E-Mount“ oder so etwas ähnliches montiert.

DerKruemel 31.07.2016 13:27

Sollte das Objektiv dejustiert sein, so ist eine Neujustierung über die Garantie abgedeckt:top: Aber man kann es auch zur Überprüfung einschicken - die dann in der Garantiezeit ebenfalls kostenlos ist.

aidualk 31.07.2016 13:34

Zitat:

Zitat von Eikazon (Beitrag 1840157)
Und daher frage ich mich nun: Sind dann weiter entfernte Objekte, z.B. ein 3 km entfernter Berghang, überhaupt so scharf, wie sie sein könnten?

Probier es auch: Nimm ein Motiv in 100-200m Entfernung und mache eine Blendenreihe, Offenblende, Bl 4.0 und Bl. 5.6. In der Bildmitte sollte beim Loxia nur eine minimale Leistungssteigerung mit Abblenden erkennbar sein. Wird das Bild im direkten Vergleich deutlich besser, ist es noch nicht sauber fokussiert. Dann würde ich es entweder umtauschen oder mich mit Zeiss in Verbindung setzen.

Eikazon 01.08.2016 15:52

Vielen lieben Dank Euch beiden für Eure Antworten! Gut zu wissen: wenn ein etwaige Dejustierung durch die Garantie abgedeckt ist, besteht ja nicht ganz so große Eile. Also werde ich sorgfältig aidualks Test durchführen – super Idee, ich hatte keine Ahnung, wie man so etwas testen kann. Ich werde Euch berichten …

Vielleicht (Entschuldigung!) hätte ich erst mal besser so fragen sollen:

Wie weit dreht Ihr beim Loxia 21mm den Fokussiering vom unendlich-Anschlag zurück, um ein sehr weit entferntes Objekt perfekt scharf zu stellen? Nach der Aussage im Handbuch und manchen Testberichten hätte ich zumindest 1mm erwartet, also einen deutlich erkennbaren Überhub. Dass es bei mir 0 oder höchstens vielleicht 0,1 mm sind, das ist es, was mich so stutzig macht …

MEPE 01.08.2016 16:01

Zitat:

Zitat von Eikazon (Beitrag 1840400)
Vielleicht (Entschuldigung!) hätte ich erst mal besser so fragen sollen:

Wie weit dreht Ihr beim Loxia 21mm den Fokussiering vom unendlich-Anschlag zurück, um ein sehr weit entferntes Objekt perfekt scharf zu stellen? Nach der Aussage im Handbuch und manchen Testberichten hätte ich zumindest 1mm erwartet, also einen deutlich erkennbaren Überhub. Dass es bei mir 0 oder höchstens vielleicht 0,1 mm sind, das ist es, was mich so stutzig macht …

Bei mir ist es ein ganzes Stück, 1-2mm würde ich schätzen. Ich sehe den Unterschied in der Schärfe zwischen Anschlag und optimal auch deutlich im Sucher (Fokuslupe).

aidualk 01.08.2016 16:18

Zitat:

Zitat von Eikazon (Beitrag 1840400)
Wie weit dreht Ihr beim Loxia 21mm den Fokussiering vom unendlich-Anschlag zurück, um ein sehr weit entferntes Objekt perfekt scharf zu stellen? …

Bei meinem Exemplar liegt die tatsächliche Einstellentfernung für Unendlich etwa am linken Ende des Unendlich-Symbols auf der Skala (geringfügig abweichend zwischen A7R und A7RII und Sommer oder Winter).

Yonnix 02.08.2016 09:12

Das scheint nicht ganz konsistent zu sein. Ein Loxia 2.8/21 war genau wie beschrieben, bei einem weiteren war der Anschlag vor Unendlich (und das Objektiv damit unbrauchbar), beim aktuellen ist der sog. Überhub nun recht groß, ca. 1-2mm.

Eikazon 02.08.2016 09:35

Vielen Dank Euch für Eure Hinweise! Das ist wirklich hilfreich zum Vergleich. Denn ich sehe beim Zurückdrehen vom Anschlag in der Fokuslupe jedenfalls keine Verbesserung der Schärfe (auch nicht bei der 2. Fokuslupen-Stufe mit 11-facher Vergrößerung). Mein Exemplar hat also entweder gar keinen Überhub bzw. der Anschlag liegt schon vor Unendlich (dann wäre es wirklich unbrauchbar), oder, wenn es doch einen Überhub gibt, dann müsste er minimal sein, max. 0,1mm …

Aus „familiären“ Gründen bin ich noch nicht dazugekommen, meine Testaufnahmen am Computer auszuwerten (entfernte Objekte 1. mit Fokus am Anschlag und 2. minimal zurückgedreht aufgenommen; sowie Testaufnahmen nach aidualks Tip, #173). Hoffentlich komme ich heute endlich dazu …

Eikazon 03.08.2016 12:24

Zuerst habe ich mal einen ganz simplen Test gemacht, um festzustellen, wo mein Loxia 21-Exemplar denn nun für weit entfernte Objekte am schärfsten ist: am ∞-Anschlag („unendlich“) oder kurz davor.

Ich habe mit Stativ, Fernauslöser etc. einen ca. 315m entfernten Kirchturm fotografiert, und zwar zuerst mit Fokus am ∞-Anschlag, dann immer weiter um je einen möglichst kleinen Schritt zurückgedreht. Blende immer 2.8 (ganz offen). Ihr seht hier die ersten vier Bilder, d.h. mit Fokus am ∞-Anschlag und dann 1, 2, 3 gefühlte Schrittchen zurückgedreht. Beim letzten Bild = 3. Schrittchen zeigt die fette Markierungslinie in der Mitte der Schärfentiefenskala ungefähr auf die Mitte der linken Schleife des ∞-Symbols, wie im folgenden mit V und ^ markiert:

HTML-Code:

  v
 _____  _____
/    \ /    \
|      X      |
\_____/ \_____/
  ^

Das sind die Bilder:

Bild in der Galerie

Bild in der Galerie

Bild in der Galerie

Bild in der Galerie
(Diese Bilder sind 100%-Crops aus der Bildmitte, der Einfachheit wegen Screenshots von der Default-Entwicklung der ARW-Dateien in RawTherapee. Auf die Farben habe ich nicht geachtet, nur auf die Schärfe.)

Mir scheint offensichtlich, dass schon bei 2 oder 3 Schrittchen (3. und 4. Bild) die Schärfe sichtlich schlechter wird. Über die beiden ersten Bilder kann man sich vielleicht streiten, aber wenn ich auf die Darstellung der Schallläden am Glockenstuhl oder auf die Dachziegel achte, scheint mir das 1. Bild = Scharfstellung auf ∞-Anschlag an schärfsten zu sein.

Mein Fazit wäre: mein Exemplar hat jedenfalls keinen Überhub, d.h. Zurückdrehen vom ∞-Anschlag verschlechtert die Schärfe weit entfernter Objekte nur, statt sie zu verbessern.

Haltet Ihr meinen Test für einigermaßen OK und dieses Fazit für korrekt? (Wenn nicht: wie könnte ich das besser testen?)

Damit stellt sich nun wieder die Frage, ob das Objektiv am ∞-Anschlag überhaupt schon optimal scharf ist oder ob ich so ein Exemplar erwischt habe, das sich gar nicht ganz auf unendlich fokussieren lässt, weil der Anschlag zu früh kommt … (Yonnix hatte so ein Exemplar, siehe #177). Dazu werde ich jetzt den von aidualk oben #173 vorgeschlagenen Test machen … Jetzt weiß ich immerhin schon mal, dass ich dabei den Fokusring einfach auf den ∞-Anschlag drehen kann ;).

CP995 03.08.2016 12:30

Mach' doch einfach mal einen Crop von der Turmuhr.

PS: Was sagt den eigetnlich die Fokuslupe?
Damit müsstest Du doch eigentlich alles auch ohne Testbilder kontrollieren können


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