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Dat Ei 15.03.2022 22:58

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237108)
Im Vergleich dazu Straßburg - Paris 1939 6 Stunden 35 min , heute 1 Stunde 50 min.....

bei uns undenkbar. Zum einen sind wir bei weitem nicht so zentralistisch wie Frankreich, wir haben eine andere Topologie und zu guter letzt zu viele Kleinstfürsten, die einen Halt einfordern, wenn der ICE denn schon über ihren Acker fährt.


Dat Ei

Dat Ei 15.03.2022 23:19

Für München - Zürich gibt es auch Verbindungen mit einer Fahrzeit von 3:32 h.


Dat Ei

Porty 15.03.2022 23:29

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2237111)
Moin, moin,
und zu guter letzt zu viele Kleinstfürsten, die einen Halt einfordern, wenn der ICE denn schon über ihren Acker fährt.
Dat Ei

Ich weis, der ICE Frankfurt Köln wird im Lockführerjargon auch schon mal RE 300 genannt, mit Halt in FFM Flughafen, Limburg, Montabaur und wenn es blöd kommt auch noch in Bonn Siegburg....

turboengine 16.03.2022 08:31

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2236464)
Und ich habe geschrieben, dass schon von sich aus viele Marktteilnehmer kein Öl aus Russland mehr beziehen. Shell hat das heute publik gemacht, andere machen stillschweigend dasselbe. Russland muss damit sein Öl zum Sonderpreis an die Chinesen und Inder verhökern. Das Preisdifferenzial von Russenöl zu Nordsee-Brent ist beträchtlich. Heute habe ich so 40 USD/bbl auf dem Schirm gesehen.

Die Chinesen freuen sich über billiges Öl auf unsere Kosten aber Putin schadet es.

Jetzt passiert genau dass, was ich geschrieben habe, die Inder kaufen billiges russisches Öl.
https://edition.can.com/2022/03/14/e...oil/index.html

Das ist der Mechanismus der als “grünes Paradoxon” bezeichnet wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_gr...e_Klimapolitik

Verzicht auf Öl und Gas bei uns bedeutet eben gerade nicht dass auch global weniger verbraucht wird. Sondern dass unsere Konkurrenz auf den Weltmärkten wie China und Indien billiger Energie importieren können.
Wenn Indien schon nicht davor zurückschreckt “Blutöl” zu kaufen, werden sie sicherlich auch zu normalen Zeiten Öl, Gas und Kohle kaufen. Gerade wenn wir darauf verzichten und damit sogar noch den Preis senken. Billigere Energieimporte als für deren Konkurrenten führt in Indien zu Wettbewerbsvorteilen, mehr Wirtschaftswachstum und damit letztlich zu noch mehr Energieverbrauch, da dann in Indien die Optimierungsanreize durch den Preis fehlen.

Umgekehrt bedeutet es bei uns Deindustriealisierung, Abhängigkeit von Importen, steigende Preise und Inflation. Bei der Stahlindustrie ist das ganz offensichtlich.

Der naive Glaube, dass durch westlichen Verzicht auf Kohle, Gas und Öl global auch nur ein Jota weniger Emissionen erreicht wird, ist aber wohl auch von der Realität nicht zu erschüttern. Da ist die Lust auf grünen Kitsch zu gross.

berlac 16.03.2022 08:45

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2237115)
Der naive Glaube, dass durch westlichen Verzicht auf Kohle, Gas und Öl global auch nur ein Jota weniger Emissionen erreicht wird, ist wohl nicht zu erschüttern.

Na welchen Vorschlag hat unser allwissender Experte denn dann? Einfach nichts tun? Oder am besten mehr verbrauchen?

Dass das natürlich ein globales Problem ist, ist übrigens auch uns westlichen Idioten klar.

turboengine 16.03.2022 08:46

Zitat:

Zitat von berlac (Beitrag 2237117)
Na welchen Vorschlag hat unser allwissender Experte denn dann? Einfach nichts tun? Oder am besten mehr verbrauchen?

Steht oben schon alles. Schau einfach nach. Stichwort “Klimaklub”.

https://de.wikipedia.org/wiki/Klimaklub

Edit: Um mit Goethes Mephisto zu sprechen:

“Allwissend bin ich nicht - doch viiiiiieeeel ist mir bewusst” :D

turboengine 16.03.2022 09:08

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2236490)
Was hat das KonTraG mit mit meiner Frage zu tun?

Zitat:

Unternehmen, die an ihrem Russland-Geschäft festhalten, stehen in Deutschland nach Einschätzung von Marketing-Experten unter einem extremen Rechtfertigungsdruck. «Ein Unternehmen muss heute schon eine sehr gute Argumentation haben, wenn es den russischen Markt weiter beliefern will, sonst droht ihm ein nachhaltiger Imageschaden», sagte der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist nicht einfach zu begründen, warum man weiterhin Geschäfte in einem Land macht, dass einen Krieg angefangen hat.»
Reputationsrisiken müssen im Risikoteil der Bilanzberichterstattung aufgeführt werden. Wenn ein grosser Teil darauf auf das Russlandgeschäft entfällt werden sich die Eigentümer (Aktionäre, Gesellschafter, Aufsichtsrat) damit wohl befassen und im Zweifel dafür sorgen, dass dieses Risiko reduziert oder vermieden wird.

Langfristig braucht es keine Embargos - und auch nicht immer neue Transparenzstandards mit bürokratischem Wahnsinn durch die EU. Das KonTraG ist ein Beispiel gelungener Regulierung und ich frage mich daher warum es immer mehr sein muss. Man sollte das vorhandene lieber wirklich erst nehmen. Wir ersaufen derartig in Regulierungen dass für gesundes Denken kaum noch Zeit bleibt.

guenter_w 16.03.2022 10:39

Was passiert, wenn infolge kriegerischer Ereignisse ein oder mehrere AKW nicht mehr ordnungsgemäß bedient werden kann?

Kommt dann Goethes Zauberlehrling?

Kurt Weinmeister 16.03.2022 11:19

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2237069)
Den dramatischen Rückgang [...] gibt es schon lange nicht mehr. Die Zahlen haben sich sehr schnell "erholt".

Das liegt aber eher daran, dass die Fallzahlen so hoch sind und sich nicht jeder in eine verstopfte S-Bahn bewegen möchte.
Unsere Bürotrakte sind jedenfalls größtenteils verwaist.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2237069)
Das elektrifizierte Fahrrad ist sicherlich einer der großen Gewinner der Pandemie. Allerdings ist seine Bedeutung für den Pendlerverkehr, über den wir hier diskutiert haben, eher von nachrangiger Bedeutung.

Wenn Pendlerverkehr den Weg von einer Stadt über eine Autobahn in eine andere Stadt beschreibt oder Strecken > 40KM, dann bin ich bei Dir.
Unser Anwalt für Arbeitsrecht wohnt in Pankow und fährt mit dem E-Bike (das ist das Teil mit Nummernschild) zu den meisten seiner Mandanten.
Unser Vorstand fährt im Sommer auch mit dem Rad ins Büro. Immerhin auch eine Strecke von 15 Kilometern.
Berlin ist halt ein Dorf aus vielen Dörfern.

Mit dem Ausbau der sicheren Radwege wird sich das Fahraufkommen auch noch erhöhen.
Und mit Ausbau ist durchaus auch der Komfort gemeint.
Böse Zungen sehen schon städtische Angestellte, die den schwachen Radlern Anschubhilfe an der Ampel leisten.

turboengine 16.03.2022 11:38

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2237130)
Was passiert, wenn infolge kriegerischer Ereignisse ein oder mehrere AKW nicht mehr ordnungsgemäß bedient werden kann?

Wollen wir uns vor Kriegsangst in die Steinzeit zurückbegeben? Was da passiert, sehen wir ja in der Ukraine. Die Kraftwerke werden im Extremfall heruntergefahren.
Wenn Raketen kommen ist das Kraftwerk das kleinste Problem.

In der Schweiz (und in Bayern) gibt es für den Kriegsfall Parallelstrukturen. Im schlimmsten Falle bleiben besonders gesicherte Wasserkraftwerke und an "sicheren Orten" vorhandene Hauptschaltleitungen für die Versorgung von essenzieller Infrastruktur.

Vor langer Zeit war ich mal bei einer Notfallübung in einem Bunker in den bayerischen Alpen dabei, wo wir Energieversorgung im Verteidigungsfall geübt haben. Energiehandel mit Österreich und der Schweiz per Notebook unter Neonlicht mit Nutzung militärischer Kommunikationsinfrastruktur.

Bei jeder Form von Energieversorgung gibt es kritische Strukturen. Bei den Windkraftanlagen haben wir das gesehen:
https://www.stern.de/gesellschaft/re...-31705412.html

Aktuell hat das tatsächlich Auswirkungen auf die Stromversorgung und den Spotpreis von Strom.


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