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frame 15.03.2022 17:18

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2237066)
Fahrräder gibt es kaum noch zu kaufen. D

Genau das ist es - ich wollte letztes Jahr ein Fahrrad kaufen beim örtlichen Händler, erst hat er mich schräg angeguckt weil ich sagte es muss kein Pedelec sein, dann hatte er genau EINES in meiner Rahmengrösse und meinte ich soll in einem halben Jahr wieder versuchen.

Jetzt will ich eine PV-Anlage und bin bereit was zu investieren, aber ich bekomme bisher nichtmal jemand der mir auch nur ein Angebot macht, alle halbwegs seriösen Firmen sind für 2022 ausgebucht in der Gegend. Dafür sehe ich im Forum dass sich die Preise bei den Leuten die gerade Angebote bekommen um mehr als 50% erhöht haben gegenüber letztem Jahr. Und das wo die Einspeisevergütung immer weiter reduziert wird in der Annahme dass die Anlagen immer billiger werden ...
aber dann sehe ich die Politiker im Fernsehen die verlangen dass "wir" ganz schnell umsteigen???

Porty 15.03.2022 17:25

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2237069)
Wenn Verkehrsgroßprojekte ein bis zwei Berufsgenerationen bis zur Realisierung benötigen, dann ist etwas faul im System. Bizzarerweise erfahren Projekte immer Widerstand, egal ob man eine neue Strecke bauen, oder eine stillgelegte reaktivieren oder abbauen möchte.

Dass es anders gehen kann, hat man in den Jahren nach 1990 gesehen.
Aber wenn halt Bauer Mayrhuber und der Verband "Rettet den Kohlweißling" bis zum EuGH klagen können und am Stammtisch der gewinnt, der ein Projekt am längsten hat verzögern können, brauchen wir uns über die jetzigen Verhältnisse nicht zu wundern.
Ich kann mich noch an eine Sendung vom WDR erinnern, da ging es um einen Hochwasserschutzdamm für eine Kleinstadt, die regelmäßig abgesoffen ist. Da haben sie einen Umweltgutachter begleitet, der natürlich irgend einen seltenen Käfer gefunden hat....
Über das Drama zu den auszuweisenden Überflutungsflächen an der Donau bei Donauwörth reden wir besser nicht, Das wird seit Jahren von einigen Bauern blockiert. Vermutlich sind die Entschädigungszahlungen noch zu niedrig.
Und das bei der Planung der damaligen Bundesbahn und heutigen DB AG so einiges darauf hin zielte, sich von nicht so optimal ausgelasteten Strecken zu trennen und gerade Güterkunden massiv verprellt wurden, dürfte bekannt sein. Der letzte große Schub war so zwischen 2005 und 2010, da war der Schrottpreis auf Rekordhoch und es war halt zu verlockend, mit den alten Schienen noch schnell Kasse zu machen....
Da hat es hier Wemding- Nördlingen und Fünfstetten- Mohnheim erwischt.

Wenn dann noch ein Bürgermeister mit im Spiel ist, der unbedingt einen Bahnradweg haben will, aber keine Bahnverbindung, dann hat die Bahn endgültig verloren
Das man im Zuge von fragwürdigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen in unverantwortlicher Weise auch noch Überholgleise und Weichenverbindungen auch auf vielen Hauptstrecken abgebaut hat, kommt noch dazu.
So kann heute halt nicht mehr so einfach ein Güterzug oder langsamer Personenzug zur Seite genommen werden und die Kapazität der Strecken ist gesunken.

BeHo 15.03.2022 17:39

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237071)
[...]Aber wenn halt Bauer Mayrhuber und der Verband "Rettet den Kohlweißling" bis zum EuGH klagen können und am Stammtisch der gewinnt, der ein Projekt am längsten hat verzögern können, brauchen wir uns über die jetzigen Verhältnisse nicht zu wundern.[...]

Wieso erinnert mich dieser Satz an Stammtisch? ;)

Diese einseitigen Schuldzuweisungen und Plattitüden sind doch Käse. Immer das Klischee der dummen Naturschützer und Dörfler.

Im (städtischen) ÖPNV sind es nicht selten auch Landes-, Gemeinde- oder Verbundgrenzen - u.a. durch unterschiedliche Bedingungen für Förderungen -, die eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen verhindern.

Dat Ei 15.03.2022 17:56

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237071)
Dass es anders gehen kann, hat man in den Jahren nach 1990 gesehen.

die Zeiten sind aber lange vorbei. Das letzte Wendebahnprojekt, die VDE8, ist in Teilen immer noch in Planung bzw. Bau, auch wenn die Strecke M-B schon seit Dezember 2017 in Betrieb ist. Die aktuellen Prognosen für die Gesmatfertigstellung liegen im Bereich 2028/2029. Also auch wieder deutlich über eine Generation.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237071)
Und das bei der Planung der damaligen Bundesbahn und heutigen DB AG so einiges darauf hin zielte, sich von nicht so optimal ausgelasteten Strecken zu trennen und gerade Güterkunden massiv verprellt wurden, dürfte bekannt sein. Der letzte große Schub war so zwischen 2005 und 2010, da war der Schrottpreis auf Rekordhoch und es war halt zu verlockend, mit den alten Schienen noch schnell Kasse zu machen....

Wenn man aus einem Staatsbetrieb ein privatwirtschaftliches Unternehmen macht, darf man sich nicht wundern, wenn das Unternehmen auch unternehmerisch denkt und agiert. Dass es der Kollege Mehdorn "etwas" übertrieben hat, ist unbestritten. Das hat die Bahn ziemlich zurückgeworfen. Aber der Marktausstieg oder Pleiten wie von Abellio zeigen, dass es gar nicht so einfach ist, mit dem Thema Schiene (genügend) Geld zu verdienen.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237071)
Das man im Zuge von fragwürdigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen in unverantwortlicher Weise auch noch Überholgleise und Weichenverbindungen auch auf vielen Hauptstrecken abgebaut hat, kommt noch dazu.
So kann heute halt nicht mehr so einfach ein Güterzug oder langsamer Personenzug zur Seite genommen werden und die Kapazität der Strecken ist gesunken.

Nutzen-Kosten-Analysen und Folgekostenrechnungen sind nicht fragwürdig, sondern standardisierte und gesetzlich vorgeschriebene Bewertungsmethoden, um die Förderwürdigkeit von Projekten durch die öffentliche Hand zu beurteilen. Die Verfahren werden regelmäßig aktualisiert und neu parametriert, um weitere Aspekte abzudecken bzw. vorhandene neu zu bewerten und zu gewichten.


Dat Ei

Porty 15.03.2022 19:50

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2237072)
Wieso erinnert mich dieser Satz an Stammtisch? ;)

Diese einseitigen Schuldzuweisungen und Plattitüden sind doch Käse. Immer das Klischee der dummen Naturschützer und Dörfler.

Das hat leider nichts mit Stammtisch zu tun, sondern ist die traurige Wahrheit.
Zitat Wikipedia zur Schnellfahrstrecke München Berlin- Abschnitt Bamberg- Erfurt:
"Kritiker wie Bündnis 90/Die Grünen und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hielten das Projekt für sinnlos und für eine Verschwendung öffentlicher Gelder. Sie schlugen vor, stattdessen das Eisenbahnnetz in Nordbayern auszubauen.[28] Vieregg-Rössler, der BUND und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) schlugen Ende 1992 vor, den Verkehr von Erfurt über Gera, Plauen und Hof nach Nürnberg zu führen.[266] Seit 1992 fungiert Das bessere Bahnkonzept als Dachverband für die gegen die Strecke engagierten Bürgerinitiativen"

Wie hirnrissig dieser Vorschlag ist, zeigt ein kurzer Blick auf die Landkarte. Nicht nur, dass diese Strecke ein Mehrfaches länger ist, sie verläuft auch über weite Strecken durch enge, dicht besiedelte Täler und muss mehrere Höhenzüge überwinden auch beträgt die Fahrzeit von Nürnberg nach Erfurt über dies Strecke im günstigsten Fall 5 Stunden 30 Minuten im Vergleich zu reichlich einer Stunde jetzt. Damit bekommt man garantiert niemanden auf die Bahn

Wolle man die Bestandsstrecken ausbauen, wären auf Grund der Topografie zahlreiche Tunnels erforderlich und man würde dennoch sehr viele Leute massiv belasten.
Der ebenso vorgeschlagene Ausbau der vorhandenen Frankenwaldbahn über Kronach , Ludwigstadt und Saalfeld wäre ein ähnliches Desaster, nicht ohne Grund fuhren auf der generalsanierten Strecke die ICE- T (mit Neigetechnik) auch nur 80 und Güterzüge müssen wegen Steigungen von bis zu 28 Promille nachgeschoben werden.
Eine nachhaltige Erhöhung der Reisegeschwindigkeit wäre nur durch eine weitgehende Neutrassierung mit einen langen Basistunnel möglich gewesen.
Da fragt man doch, ob bei den Leuten überhaupt ein Funken von Kompetenz vorhanden ist, oder ob es um reine Ideologie geht.

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2237072)
Im (städtischen) ÖPNV sind es nicht selten auch Landes-, Gemeinde- oder Verbundgrenzen - u.a. durch unterschiedliche Bedingungen für Förderungen -, die eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen verhindern.


Dass sind doch wirklich keine gottgegebenen Naturgesetze, aber wahrscheinlich spielen da Eitelkeiten der beteiligten Personen und fehlende Bereitschaft zusammen zu arbeiten eine Rolle.
Also nichts, was man nicht ändern könnte. Dass das, wie alles in der Politik nicht einfach ist.....

turboengine 15.03.2022 20:00

Wollt ihr nicht einen eigenen ÖPNV-Thread aufmachen?
Beeindruckend.

Dat Ei 15.03.2022 20:56

Moin, moin,

Berater, Gutachter, Ingenieure und Planer sollten sich nicht von der Politik oder Parteien instrumentalisieren und vor einen Karren spannen lassen. Wenn die Neutralität nicht mehr gegeben ist, ist man angreifbar, wenn nicht sogar verbrannt.

Porty hat ein paar Dinge fallen lassen, die ich nicht weiter kommentieren werde. Hier werde ich ihm nicht widersprechen.


Dat Ei

steve.hatton 15.03.2022 21:24

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237096)
Das hat leider nichts mit Stammtisch zu tun, sondern ist die traurige Wahrheit.
Zitat Wikipedia zur Schnellfahrstrecke München Berlin- Abschnitt Bamberg- Erfurt:
"[I]Kritiker wie Bündnis 90/Die Grünen und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hielten das Projekt für sinnlos und für eine Verschwendung öffentlicher Gelder. Sie schlugen vor, stattdessen das Eisenbahnnetz in Nordbayern auszubauen.....

Ich lese das etwas anders, lasse mich aber gerne berichtigen:

Die Grünen meinen, dass ein massiver Ausbau München - Berlin nicht sinnvoll ist, weil man nur wenig Zeit ersparnis mit Millionen erkauft - stattdessen das Netz in Nordbayern auszubauen wäre sinnvoller.

Ich denke da an die 7min Zeitgewinn für die Strecke München - Stuttgart.
DIe Mios könnte man pot. sinnvollr einsetzen, oder ?

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2237106)
Moin, moin,

Berater, Gutachter, Ingenieure und Planer sollten sich nicht von der Politik oder Parteien instrumentalisieren und vor einen Karren spannen lassen. Wenn die Neutralität nicht mehr gegeben ist, ist man angreifbar, wenn nicht sogar verbrannt.

Porty hat ein paar Dinge fallen lassen, die ich nicht weiter kommentieren werde. Hier werde ich ihm nicht widersprechen.


Dat Ei

Da will ich Euch uneingeschränkt recht geben !

Porty 15.03.2022 21:55

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2237107)
Ich lese das etwas anders, lasse mich aber gerne berichtigen:

Die Grünen meinen, dass ein massiver Ausbau München - Berlin nicht sinnvoll ist, weil man nur wenig Zeit Ersparnis mit Millionen erkauft - stattdessen das Netz in Nordbayern auszubauen wäre sinnvoller.

Welche nennenswerte Stadt in Nordbayern war unzureichend angebunden?
Mir fällt nur Coburg ein, und die haben einen eigenen Zubringer zur Schnellfahrstrecke bekommen und einen 200 km/h schnellen RE nach Nürnberg. Ab nächsten Jahr wohl auch nach Erfurt.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2237107)
Ich denke da an die 7min Zeitgewinn für die Strecke München - Stuttgart.
DIe Mios könnte man pot. sinnvollr einsetzen, oder ?


Na ja, es sind nicht 7 min sondern eine halbe Stunde und der Ausbau Stuttgart Ulm ist nicht mal bei den Grünen umstritten.

Fahr mal mit dem Zug von Augsburg nach Stuttgart. Da fühlt sich die Fahrt im ICE an, wie im beschleunigten Personenzug von 1930......

Ich hab mal die Fahrzeiten verglichen
1939: 2 Stunden 5 min
ICE heute: 1 Stunde 57 Minuten......:roll::mad:


Im Vergleich dazu Straßburg - Paris 1939 6 Stunden 35 min , heute 1 Stunde 50 min.....

turboengine 15.03.2022 22:31

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2237108)
Ich hab mal die Fahrzeiten verglichen
1939: 2 Stunden 5 min
ICE heute: 1 Stunde 57 Minuten

Die Modernisierung und Elektrifizierung der Strecke Lindau - München war auch so ein Desaster.

Zitat:

Die Reisezeit zwischen München und Zürich konnte mit der Elektrifizierung zunächst auf rund vier Stunden verkürzt werden. Doch benötigte der TEE Bavaria bereits zwischen 1969 und 1971 nur vier Stunden und sieben Minuten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbau...nchen–Lindau

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