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peter2tria 14.03.2022 15:28

Übrigens gehört die Pendlerpauschale zu den Werbungskosten, also Kosten die man hat um Gehalt oder Einkommen zu erzielen bzw. zu erhalten, so wie Arbeitskleidung oder Fortbildung.

Mit Subventionen, wie fälschlicherweise oft berichtet wird, hat sie nix zu tun.

Dat Ei 14.03.2022 15:33

Moin, moin,

der Pendlerpauschale haben wir u.a. die fortschreitende Zersiedelung und die täglichen Staus zu verdanken. Niedrigere Grundstückspreise im Umland plus die staatliche Subventionierung des Landlebens führen zu einigen Verkehrsproblemen.


Dat Ei

Crimson 14.03.2022 15:34

1. hat @DatEi Recht, aber lustig sind die Reflexe schon...

2. @turboengine: meine Einlassung bezüglich der unterschiedlichen Bewertung bezog sich auf das in "..."

frame 14.03.2022 16:07

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2236934)

der Pendlerpauschale haben wir u.a. die fortschreitende Zersiedelung und die täglichen Staus zu verdanken. Niedrigere Grundstückspreise im Umland plus die staatliche Subventionierung des Landlebens führen zu einigen Verkehrsproblemen.

Weiter Arbeitswege führen zu Verkehrsproblemen - aber nicht wenn sie von einem Dorf 30km weiter in's nächste Dorf gehen. Ich dachte München ist voll, willst du nun das Umland zwingen auch noch nach München zu ziehen?
Das mit der Zersiedelung würde ich verstehen wenn die Leute im Umland wohnen und in der Stadt steht viel leer, dann wäre das ein Argument.

Der Trend mit dem Wohnen im Grünen ist doch vorbei, heutzutage will die Mehrzahl in der Stadt wohnen. Und dann aber dort die Ruhe und die gute Luft haben natürlich.

Wie gesagt - das Kernproblem hier ist dass es in Gegensatz zu anderen Ländern sehr aufwendig ist umzuziehen in Deutschland. Bei Eigentum sowieso, Grunderwerbssteuer, Nebenkosten, Kredite, etc. Aber auch aus einer Mietwohnung umzuziehen bedeutet Aufwand.

Mit einer Förderung von arbeitsplatznäherem Wohnen und von Homeoffice würde man viel mehr Effekt erzielen (können) als mit dieser Diskussion um die Pendlerpauschale.

Dat Ei 14.03.2022 16:28

Moin, moin,

Du glaubst gar nicht, wie weit der Speckgürtel von München mittlerweile reicht, und welche Strecken täglich mit dem Auto bei dünner Besetzung im Fahrzeug absolviert werden. Die Gemeinden in den Speckgürteln wiederum halten sich bei ihrer eigenen Infrastruktur gerne zurück und verweisen auf das Angebot der Stadt. Dafür siedeln sie gerne Gewerbeparks für Gewerbe, große Supermärkte, Möbelketten etc. pp. an. Hohe Steuereinnahmen bei wenig Kosten - das ist effizient! Die direkten Nachbarn von München können sich in Teilen die Kanaldeckel vergolden lassen.

Und das gilt für viele Städte - Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Erlangen etc. pp. Verkehr und Transport ist gerade im Bereich des motorisierten Individualverkehrs, aber auch Güterverkehrs zu billig.


Dat Ei

turboengine 14.03.2022 16:48

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2236941)
Der Trend mit dem Wohnen im Grünen ist doch vorbei, heutzutage will die Mehrzahl in der Stadt wohnen.

Das sehe ich nicht so - der Immobilienmarkt auch nicht.
Da es sich nun abzeichnet dass Homeoffice gekommen ist um zu bleiben, sind die Häuserpreise in der Peripherie kräftig angestiegen. Man will mehr Platz. Außerdem hat man als Familie in den Städten das Problem, dass man nicht überall hinziehen kann. Jedenfalls nicht wenn man in den Schulen noch auf einen einigermaßen geregelten Unterricht wert legt.

turboengine 14.03.2022 16:49

Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 2236936)
2. @turboengine: meine Einlassung bezüglich der unterschiedlichen Bewertung bezog sich auf das in "..."

Ärzte haben gewisse Vorkommen an Hirn bei mir gefunden :D

turboengine 14.03.2022 17:06

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2236928)
ökologisch betrachtet ist die Pendlerpauschale viel zu hoch.

1955 - 1966 betrug die Entfernungspauschale 50 Pfennig pro Entfernungskilometer.
Inflationsbereinigt ab 1966 müssten dies heute 1,01 Euro / km sein.

Dat Ei 14.03.2022 17:18

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2236950)
1955 - 1966 betrug die Entfernungspauschale 50 Pfennig pro Entfernungskilometer.
Inflationsbereinigt ab 1966 müssten dies heute 1,01 Euro / km sein.

Und das macht den zunehmenden motorisierten Individualverkehr ökologischer oder sinnvoller? Es wird Zeit, dass wir mehr Push-Pull-Modelle in den Städten sehen. Und dazu gehört m.E. auch, dass wir mal die Pendlerpauschale unter anderen Blickwinkeln als den der deutschen Autoindustrie oder den der Umsteigeunwilligen betrachten.

Dat Ei

ha_ru 14.03.2022 17:51

Zitat:

Zitat von peter2tria (Beitrag 2236931)
Übrigens gehört die Pendlerpauschale zu den Werbungskosten, also Kosten die man hat um Gehalt oder Einkommen zu erzielen bzw. zu erhalten, so wie Arbeitskleidung oder Fortbildung.

Das ist so seit 1982 nicht mehr Stand der Rechtsprechung.

Laut BFH vom 20.12.1982, VI R 64/81, BStBl. II 1983, S. 306, sind es gemischte Aufwendungen, die nach § 12 Nr. 1 S. 2 EStG „...auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen...“ nicht vom Betrag der steuerpflichtigen Einkünfte abgezogen werden dürften. Nur durch § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG, der insoweit konstitutiven Charakter habe, würden diese Aufwendungen als Werbungskosten qualifiziert. Es gibt auch andere Meinungen, aber das ist nun mal Stand der BFH-Rechtsprechung

Wer mehr dazu nachlesen will: Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags.

Hans


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