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aidualk 02.03.2020 21:09

Da hier keiner etwas schreibt, versuche ich es mal.

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2122130)
Nach mehr als 5 Wochen, in denen meine neue gekühlte Astro-Cam ungenutzt herum lag, gab es gestern endlich die Möglichkeit zumindest zwei Stunden zu belichten. Als Objekt habe ich mir die relativ kleine Galaxie NGC2903 im Sternbild Löwe ausgesucht.

Ich muss aber sagen: Zum einen kann ich eine solche Kamera nicht einschätzen, und dann fällt es mir auch etwas schwer, das Bild zu bewerten bzw. würdigen zu können weil ich nicht wirklich beurteilen kann, was es bedeutet, diese Galaxie auf ein Bild zu bekommen, einmal weil ich sie nicht kenne und dann was 20 Mio LJ bedeuten.
Ich denke, anderen geht es ähnlich. Deshalb hat noch niemand etwas dazu geschrieben.

Diese Galaxie sieht sehr interessant aus. Ich habe sie zuvor nicht bewusst gesehen.
Ich kann aber nur bemerken, dass die BQ nicht ganz so optimal wirkt. Ich weiß natürlich nicht, ob es einfach an der unglaublichen Entfernung und/oder der extremen Brennweite liegt?

Hast du inzwischen auch schon etwas anderes mit dieser Kamera aufnehmen können?

kppo 02.03.2020 23:15

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2121169)
Gleichzeitige Aufnahme mit einer zweiten Kamera und WW Objektiv:


→ Bild in der Galerie

Mir als Laie :oops: gefällt schon das :top:
Denke da brauch man schon einen Ort mit wenig Lichtverschmutzung.

Meinst Du so was würde auch auf einer Insel gehen? Fahre dieses Jahr ein paar Tage nach Helgoland.

Gruss
Klaus

Superwideangle 02.03.2020 23:52

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2122130)
...Diese Galaxie ist ca. 20 Mio. Lichtjahre entfernt...

→ Bild in der Galerie

Sorry Toni, den post hab´ich verschlafen ;)
...liegt wohl an der trostlosen Sicht zum bayrischen Sternenhimmel in diesen Tagen:|

Reschbäägd! ich find´ das Bild sehr stark :top::top:
und praktisch rauschfrei. klasse!

Das Bild dürfte gar nicht viel gecropt sein bei der Brennweite, oder?

TONI_B 03.03.2020 07:53

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2122378)
Da hier keiner etwas schreibt, versuche ich es mal.

Danke! :top: Und es ist mir schon klar, dass es keine "leichte Kost" für die meisten user hier ist. Aber nachdem sich in der letzten Zeit immer mehr für die Astrofotografie interessieren, poste ich sehr gerne meine Bilder - auch wenn nicht so viel an Feedback kommt. Ist aber kein Problem.

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2122378)
Diese Galaxie sieht sehr interessant aus. Ich habe sie zuvor nicht bewusst gesehen.Ich kann aber nur bemerken, dass die BQ nicht ganz so optimal wirkt. Ich weiß natürlich nicht, ob es einfach an der unglaublichen Entfernung und/oder der extremen Brennweite liegt?

Das ist natürlich ein eher unbekanntes Objekt, aber für mich eine sehr schöne Galaxie. Die BQ leidet einerseits an der geringen Belichtungszeit und andererseits am Seeing. Die neue Kamera hat 3,76µm Pixel und damit einen Abbildungsmaßstab von 0,4"/Pixel. Das Seeing ist bei mir selten unter 3" bei Langzeitbelichtungen. Nur mit kurzen Belichtungen und dem "lucky imaging" kommt man bei Mond und Planeten unter 1". D.h. die kleinsten Sterne haben mindestens einen Durchmesser von 7 oder 8 Pixel. Also nix mit pixelscharf...:cry:

Ich werde bei nächster Gelegenheit 2x2-Binning versuchen. Vielleicht wirkt es dann schärfer. Man könnte auch noch bei der EBV mit deconvolution "tricksen" - aber da bin ich noch nicht so weit. Meine Versuche dahingehend waren noch nicht wirklich erfolgreich.

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2122378)
Hast du inzwischen auch schon etwas anderes mit dieser Kamera aufnehmen können?

Ja, den Mond:


→ Bild in der Galerie

Und ein 100% crop:

→ Bild in der Galerie
Und auch da macht sich das Seeing extrem bemerkbar! Da gabs starke Windböen und damit extrem unruhige Luft. Eigentlich sollte man bei solchen Bedingungen keine Bilder machen, aber ich wollte wissen wie sich die kleinen Pixel am Mond so schlagen. Denn es ist schon verlockend mit 26MP den Mond zu fotografieren. Diese Kamera kann zwar nur 6Bilder/s mit 16Bit und 10Bilder/s mit 12Bit - dafür ist mit einer Aufnahme von 500-1000Bilder alles erledigt. Die anderen Kameras, die ich für den Mond einsetze, können zwar 100Bilder/s, haben dafür aber ein wesentlich kleineres Bildfeld und ich muss 10-40Bilder als Pano zusammen setzen.

TONI_B 03.03.2020 08:06

Zitat:

Zitat von Superwideangle (Beitrag 2122415)
Reschbäägd! ich find´ das Bild sehr stark :top::top:
und praktisch rauschfrei. klasse!

Danke! Ja, mich fasziniert auch das geringe Rauschen schon bei dieser kurzen Belichtungszeit. Mit 2x2-Binning sollte es noch besser werden.

Zitat:

Zitat von Superwideangle (Beitrag 2122415)
Das Bild dürfte gar nicht viel gecropt sein bei der Brennweite, oder?

Nein, das ist kaum gecroppt. Nur die Ränder, die durch das Dithern entstehen, habe ich weggeschnitten.

Schnöppl 03.03.2020 08:27

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2121095)

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2122130)

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2122431)

Ja, den Mond:


→ Bild in der Galerie

Wegen solchen Bildern schau ich hier immer gerne vorbei.
Faszinierend was es alles über unseren Köpfen zu entdecken gibt!
Allerdings nur mit dem richtigen Werkzeug und ambitionierten Leuten wie euch. :top:
Ich bedanke mich, dass ihr uns an euren brillianten Aufnahmen teilhaben lasst. :top:

aidualk 03.03.2020 09:28

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2122431)
Das ist natürlich ein eher unbekanntes Objekt, aber für mich eine sehr schöne Galaxie. Die BQ leidet einerseits an der geringen Belichtungszeit und andererseits am Seeing. Die neue Kamera hat 3,76µm Pixel und damit einen Abbildungsmaßstab von 0,4"/Pixel. Das Seeing ist bei mir selten unter 3" bei Langzeitbelichtungen. Nur mit kurzen Belichtungen und dem "lucky imaging" kommt man bei Mond und Planeten unter 1". D.h. die kleinsten Sterne haben mindestens einen Durchmesser von 7 oder 8 Pixel. Also nix mit pixelscharf...:cry:

Das ist genau die Erklärung meiner Beobachtung an dem Bild. :top:
Das ist natürlich schade, dass du bei dir die Möglichkeiten deiner Ausrüstung gar nicht voll ausschöpfen kannst.

Mich würde aber auch mal interessieren, wie bekannte Objekte mit dieser Kamera sichtbar werden, wie z.B. Andromeda, der Pferdekopf- oder Rosettennebel o.ä.. ;)

aidualk 03.03.2020 09:33

Zitat:

Zitat von kppo (Beitrag 2122408)
Mir als Laie :oops: gefällt schon das :top:
Denke da brauch man schon einen Ort mit wenig Lichtverschmutzung.

Meinst Du so was würde auch auf einer Insel gehen? Fahre dieses Jahr ein paar Tage nach Helgoland.

Gruss
Klaus

Vielen Dank.

Helgoland ist nach Lightpollution-Map sehr dunkel und gut geeignet.
Aber man muss bedenken: In den Monaten Juni und Juli wird es auf der Breite (54. Grad Nord) nicht mehr dunkel genug um richtig gute Nachthimmelaufnahmen zu machen. Möglicherweise könnte sogar der Mai und August auch teilweise problematisch werden.
(Ich habe im Juni und Juli Probleme mit zu viel Licht schon auf dem 50. Grad - Wasserkuppe)

Superwideangle 03.03.2020 10:29

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2122450)
Das ist genau die Erklärung meiner Beobachtung an dem Bild. :top:
Das ist natürlich schade, dass du bei dir die Möglichkeiten deiner Ausrüstung gar nicht voll ausschöpfen kannst.

Den Standpunkt kann ich nachvollziehen; beste Auflösung, Schärfe bis zum Pixelpiepen gehört bei mir oft dazu bei Landschaft-und Naturfotografie;
nach dem Aufenthalt in Namibia hab´ ich aber vom Astrofoto-Experten noch im Ohr,.."nicht kaputtschärfen, u.U. gar nicht schärfen ", "natürlicher look von Sternen".... und so weiter;
immer angelehnt an den "analogen" Seheindruck visueller Beobachtung.
In Tonis Bild finde ich die "Natürlichkeit" sehr gut; weiche Sterne, sehr rauscharm, toll.
ok, ein paar Sterne im Hintergrund sind etwas matschig, aber das finde ich, ist kaum relevant;
Wie seht ihr das?

TONI_B 03.03.2020 11:00

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2122450)
Das ist natürlich schade, dass du bei dir die Möglichkeiten deiner Ausrüstung gar nicht voll ausschöpfen kannst.

Das ginge natürlich auch nur unter den besten Bedingungen - sprich am Mauna Kea oder auf LaPalma. Bei uns ist es halt so, dass gute Durchsicht für DeepSky eigentlich immer mit schlechtem Seeing verbunden ist und umgekehrt. Und bei 1865mm spielt das Seeing eine wichtige Rolle. Bis 300 oder 400mm ist es eigentlich egal, da ist die Durchsicht am wichtigsten. Und da komme ich ganz selten über einen SQM von 20. :cry: Trotzdem reizt es mich unter den vorhandenen Bedingungen das Maximale raus zu holen.

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2122450)
Mich würde aber auch mal interessieren, wie bekannte Objekte mit dieser Kamera sichtbar werden, wie z.B. Andromeda, der Pferdekopf- oder Rosettennebel o.ä.. ;)

Andromeda und Rosettennebel sind ganz einfach zu groß für 1865mm Brennweite. Pferdekopf geht zwar noch ins Bildfeld, aber der steht so tief, dass er eigentlich immer im Lichtsumpf von Wien versinkt.

Meine Bilder, von diesen Objekten habe ich bis jetzt noch nicht gezeigt, weil sie nicht wirklich gut sind, aber nachdem du danach fragst...:cool:

M31 mit 1865mm und der APS-C Astrocam:

→ Bild in der Galerie

Da müsste man ein Mosaik aus 6 oder 8 Bildern machen, damit alles von M31 im Bild zu sehen ist. :roll:

Der Pferdekopfnebel:

→ Bild in der Galerie

Nur 34x6min und daher viel Rauschen. Noch dazu muss man die schwachen Signale aus dem - wegen der Lichtverschmutzung von Wien - überbelichteten Bild rauskitzeln.


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