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turboengine 02.03.2022 20:53

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2236032)
Du darfst gerne weitergähnen!

Ich gähne, weil wieder einmal die abgenudelte Anti-Atom-Folklore-Platte der alternden Pluderhosen- und Palästinensertuchträger:*ihnen (m/w/d) abgespielt wird. Aber die Erde dreht sich weiter und Deutschland steht mit seiner Politik diesbezüglich ziemlich alleine da - wie so oft.

Die Lage kann aber im Herbst dramatisch werden, da die Kohlelieferungen aus Russland ausbleiben und Europa 50% seiner Kohle aus Russland bezieht. Außerdem liefern die Russen über die Pipelines nur die langfristig kontrahierten Mengen und keinen Kubikmeter mehr. Das reicht nicht. Aus dieser Erkenntnis heraus sind die Kohlepreise in diese Woche förmlich explodiert. Jeder spricht über Gas, dabei ist die Lage bei Kohle viel verzweifelter. Die Tonne API2 FOB ARA (Kohle frei Schiff Amsterdam/Rotterdam/Antwerpen) handelte für den April-Kontrakt zuletzt bei 435 USD/t. Normal sind 60 USD/t. Eine derartige Preisdynamik habe ich in meiner Karriere im Energiehandel seit 2001 noch nie gesehen.

https://www.theice.com/products/243/...5310586&span=2

Die Erkenntnis setzt sich durch, dass es im nächsten Winter sehr knapp werden könnte. Darum gibt es Hamsterkäufe für Kohle, da diese sich leicht lagern lässt - sowas wie das Toilettenpapier der Energiekrise.

Kohle ist so lange böse bis man frieren muss. Dann geht man auf die Suche nach brennbarem. Ähnlich mit Kernkraft. Ob es vor dem Hintergrund klug ist, nichtfossile Kraftwerke anzuschalten? Die ersten Journalisten hängen ihr Fähnchen schon um.

https://www.faz.net/aktuell/technik-...-17838946.html

Da ihr mich immer so gerne rechnen lassen wollt: wieviele Opfer kostet wohl ein Blackout nächsten Winter? Bei Blackouts in Berlin kam es schon innerhalb einer Stunde zu ersten Plünderungen.
https://www.bz-berlin.de/tatort/frie...ng-und-randale

An Häme und Spott habe ich mich schon gewöhnt. Aber die Naivität und Sorglosigkeit die man sich in der jetzigen Lage glaubt leisten zu können nachdem die zuverlässige Energieversorgung ruiniert wurde finde ich bemerkenswert.

steve.hatton 02.03.2022 21:00

Söder hat heute auch schon geäußert, dass man Isar II (?) etwas länger laufen lassen wolle...

M.E. sollte man - auch wenn ich Kernkraft absolut nicht befürworte, da der Mensch bewiesen hat diese eben nicht zu beherrschen - einige der Kraftwerke im Bedarfsfall einfach 2-3 Jahre weiter laufen lassen.

Paralel kann man dann die "regenarativen" Baustellen hochziehen.

BTW Weder Pludehosen noch Palestinensertücher sind mein bevorzugter Kleidungsstil - allerding möchte ich vermuten, dass weitaus größere Schäden auf der Welt durch white-collar-criminals verursacht werden.

BeHo 02.03.2022 21:00

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2236052)
Ich gähne, weil wieder einmal die abgenudelte Anti-Atom-Folklore-Platte der alternden Pluderhosen- und Palästinensertuchträger:*ihnen (m/w/d) abgespielt wird. [...]

Sonst ist aber noch alles in Ordnung bei Dir?

berlac 02.03.2022 21:15

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2236049)
Wie kommt ein Psychisch gestörter mit seinen Auto in eine Turbinenhalle?
Haben die dort keinen Zaun um die Anlage? Keine Security? ...

Falsch! Tschernobyl war ein unverantwortlicher und unverzeilicher Designfehler, ....

Fukushima hat keiner verharmlost, aber ein Erdbeben der Stärke 9,7 hatte keiner auf dem Radar, dennoch hatten die Reaktoren das überlebt, denen ist der folgend Tsunami zum Verhängniss geworden......

Stimmt was Du schreibst und zeigt warum es ziemlich sicher ist, dass ähnliches immer wieder geschieht.

Ja, auch in anderen Kraftwerken wird es immer wieder zu Unfällen und Fehlern kommen nur ist da der Kollateralschaden nicht so hoch.

guenter_w 02.03.2022 21:20

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2236052)
Ich gähne, weil ...

Wenn man keine sachbezogenen Argumente mehr hat, wird man beleidigend polemisch!

Kein Mensch bestreitet, dass wir uns ganz aktuell in einer bescheidenen Lage befinden, in der ein Umschwenken der Energiepolitk äußerst prekäre Momente schafft.

Das ändert aber absolut nichts an der Sache an sich. Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten schlichtweg gepennt und uns von den verschiedenen EVU über den Tisch ziehen lassen. Mit aller Lobbymacht wird seit einem halben Jahrhundert der massive Ausbau alternativer Energien torpediert.

guenter_w 02.03.2022 21:27

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2236049)

Fukushima hat keiner verharmlost, aber ein Erdbeben der Stärke 9,7 hatte keiner auf dem Radar, dennoch hatten die Reaktoren das überlebt, denen ist der folgend Tsunami zum Verhängniss geworden.

Dass Fukushima falsch platziert wurde entgegen der Regeln ist Fakt. Der Störfall wäre davon abgesehen im frühen Stadium durchaus noch beherrschbar gewesen. Die Arroganz der Betreiberfirma hat das aber verhindert. Das war eine Kette von Fehlreaktionen.

"Vor den Unfällen gab es Hinweise auf Risiken der verwendeten Reaktortypen und Konstruktionsmängel der Anlage in Fukushima Daiichi, mangelnden Schutz vor Erdbeben und Tsunamis sowie unzureichende Kontrolle und Wartung. Tepco und die japanischen Atomaufsichtsbehörden ignorierten die meisten dieser Hinweise." Nachzulesen bei Wikipedia

Kernkraft ist während der Nutzung von der Technik her beherrschbar, wenn nur der Faktor Mensch nicht wäre.

Die Problematik mit den Abfällen und den kontaminierten Resten nach der Nutzung ist das Thema ungezählter Nachfolgegenerationen.

turboengine 02.03.2022 21:38

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2236061)
Mit aller Lobbymacht wird seit einem halben Jahrhundert der massive Ausbau alternativer Energien torpediert.

Quatsch. Das besorgen die Umweltschützer schon selber - und die Nimby-Aktivisten.
An allen Übeln der Welt sind dunkle Mächte und böse Lobbyisten schuld. Das hat schon was Sektenhaftes.

Aber es ist immer gut wenn man schon Schuldige hat, wenn eine Schnapsidee nicht funktioniert.

turboengine 02.03.2022 21:48

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2236056)
ich Kernkraft absolut nicht befürworte, da der Mensch bewiesen hat diese eben nicht zu beherrschen

Der Mensch hat auch bewiesen dass er das Rad nicht beherrscht - schliesslich gibt es Millionen Verkehrstote jedes Jahr. Trotzdem ist es nicht weltweit verboten und ich setze mich sogar als Beifahrer neben meine Frau ins Auto:D.

Mit der kulturpessimistischen Einstellung hätte schon das Feuer niemals benutzt werden dürfen.

guenter_w 02.03.2022 22:00

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2236063)
Quatsch. Das besorgen die Umweltschützer schon selber - und die Nimby-Aktivisten.
An allen Übeln der Welt sind dunkle Mächte und böse Lobbyisten schuld. Das hat schon was Sektenhaftes.

Aber es ist immer gut wenn man schon Schuldige hat, wenn eine Schnapsidee nicht funktioniert.

"So wurde bekannt, dass RWE Ende 2004 etwa 200 haupt- und vor allem nebenamtliche Mandatsträger in der eigenen Mitarbeiterschaft hatte und über Jahrzehnte hinweg auf diese und ähnliche Weise auf die Politik Einfluss zu nehmen versuchte." Zitat aus Wikipedia

Schon 2018

Ich hatte in den 80ern von nicht ganz unwichtigen Leuten der RWE sowie der damaligen Siemens-KWU deutliche Informationen über die Lobbyarbeit damals noch in Bonn. Das hatte und hat mit Sektierertum nun ganz gewiss nichts zu tun. Meine ganz persönlichen Erlebnisse mit Korruption in der damals noch staatlichen Deutschen Bundesbahn lasse ich mal ganz außen vor. Das ging teilweise in Richtung Nötigung...

steve.hatton 03.03.2022 13:49

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2236064)
Der Mensch hat auch bewiesen dass er das Rad nicht beherrscht - schliesslich gibt es Millionen Verkehrstote jedes Jahr. Trotzdem ist es nicht weltweit verboten und ich setze mich sogar als Beifahrer neben meine Frau ins Auto:D.

Mit der kulturpessimistischen Einstellung hätte schon das Feuer niemals benutzt werden dürfen.

Naja, ob einer sich die Finger verbrennt oder ein Landstrich unbewohnbar wird mag ein marginaler Unterschied sein.

Die Fahrradfahrer sind übrigens nie Schuld wenn es kracht.:cool:

Nochmals: Lobbyismus ist per se nicht verwerflicht, nein sogar notwendig.
Wer will es einem Poliiker der von wo auch immer her in die Regierung aufsteigt über nehmen, dass er nicht all die Felder die er zu vertreten hat in und auswendig kennt, studiert un promoviert hat und zudem 30 Jahre Berufserfahrung in der Sparte mitbringt.

Somit muss Lobbyismus dazu beitragen Politiker auf den richtigen Weg zu bringen, Illusionen auszuräumen und machbares von wünschenswertem oder parteipolitisch oder ideologisch gewolltem zu differenzieren.
So weit so gut.
Wenn sich aber Lobbxyismus darauf reduziert ie Gewinnmaximierung der Auftraggeber als solitäres Ziel zu vertreten, benötigt man statt einer Demonstrationsbannmeile eine für Lobbyisten.

Warum ist es denn so schwer ein ordentliches Register aufzustellen, welcher Lobbyist von wem beauftragt ist umd potentielle "Konflikte" zu erkennen?

Es kommt mir so vor als seine die Hintergründe einiger/vieler Lobbyisten mindestens so nebulös wie die wirtschaftlich Begünstigten der Immobilieneingetümer-Companies und Holdings in Higate.


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