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berlac 01.03.2022 22:33

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235913)
Es gab und gibt zahllose Experten die jahrzehntelang auf unwissende und ideologisch verbohrte Politiker eingeredet haben, dass es so nicht geht. Da bin ich nicht der einzige.
Ausserdem vertrete ich auf internationaler Ebene die Schweiz.

Mist. Da hat die Schweiz uns wieder den Experten aus dem eigenen Land vor der Nase weg geschnappt. Wobei, noch wertvoller wären natürlich Experten die sagen wie es geht und nicht nur wie es nicht geht.

Porty 01.03.2022 22:43

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235918)
Hast Du den Bericht gelesen - im hinteren Teil? Da steht einiges über das Thema drin.
Es ist dumm eine Jahreszahl zu nennen, da das Ergebnis derartig „elastisch“ von Sensitivitäten abhängt.

Schon durch den Einsatz von Brutreaktoren ist diese Zahl Makulatur, weil dann ein ganz anderer Brennstoff-Kreislauf wirksam wird. Thorium wird auch nicht berücksichtigt.
Und wenn mehr KKWs gebaut werden müssen, dürfte vorher der Preis für andere Primärenergien gestiegen sein. Dann sind auch unergiebige Lagerstätten wirtschaftlich und die Reichweite steigt. Der Mechanismus ist rudimentär in dem verlinkten Bericht erwähnt.

Man müsste nur mal mehr lesen als nur die Zahl, die man als Argument bringen will. Ist schwer - ich weiss.


Man könnte auch auch die Schlacke der Kohlekraftwerke aufbereiten und aus dem Phosphordüngern das Uran abtrennen, das wäre ohnehin besser für die Umwelt.
Brutreaktoren find ich jetzt nicht so toll, nicht wegen der Natriumkühlung, das ist beherrschbar. Was mir bei den Dingern nicht gefällt ist das partiell instabile Lastverhalten, diese Reaktoren sind nicht über den Lastbereich selbststabilisierend und müssen permanent nachgeregelt werden.
Wenn dann die Regelung ausfällt kann es fatal werden. Siede- und Druckwasserreaktoren sind auch ohne Regeleingriffe stabil. Was so ein Reaktor aushält, sieht man an der Kursk- Katastrophe, da sind in knapp 100 m Entfernung 2 Dutzend Torpedos explodiert, von denen jeder einen Flugzeugträger versenken konnte. Dem Reaktor hat es nichts getan..
Was in dem Dokument interessant ist, die Kosten für die Endlagerung sind gerade mal mit 5% der Betriebskosten angegeben.

Porty 01.03.2022 22:46

Zitat:

Zitat von berlac (Beitrag 2235919)

Wenn Du meine Beiträge hier liest, gehöre ich nicht zu denen die komplett ignorieren, dass erneuerbare Energien, erheblichen Aufwand für ein stabiles Netz bedeuten. Es also natürlich nicht damit getan ist, ein paar Windräder und Photovoltaikanlagen zu bauen. Diesen Eindruck, dass viele das angeblich denken, scheinst ja eher Du und der Kollege aus der Schweiz vermitteln zu wollen. Ich bin auch durchaus nicht der Meinung, dass hier in Deutschland alles Bestens gelaufen ist. Die aktuelle Regierung ist da allerdings etwas zu kurz in der Verantwortung um sie hier schon in der Luft zu zerreißen und Putins Eskapaden machen die Aufgabe nun nicht leichter, ich glaube da sind wir uns wenigstens einig.


Da sind wir doch mal einer Meinung. :top:

steve.hatton 01.03.2022 22:52

Nicht nur ihr beide

turboengine 01.03.2022 23:00

Zitat:

Zitat von berlac (Beitrag 2235921)
Wobei, noch wertvoller wären natürlich Experten die sagen wie es geht und nicht nur wie es nicht geht.

Wie es geht, sage ich meinem Arbeitgeber. Er bezahlt mich seit vielen Jahren dafür.

turboengine 01.03.2022 23:17

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2235922)
Was mir bei den Dingern nicht gefällt ist das partiell instabile Lastverhalten, diese Reaktoren sind nicht über den Lastbereich selbststabilisierend und müssen permanent nachgeregelt werden.

Ja, aber sie haben den Vorteil, dass wenn die Pumpen ausfallen, die das Natrium umwälzen, sich der Reaktor ohne Zutun von Menschen oder Sicherheitssystemen ganz allein abschaltet. Den Void-Koeffizenten kann man durch das Design des Kerns und Dotierung beeinflussen. Problem ist eher dass Natrium tüchtig brennt.

Auch der Abfall aus Leichtwasserreaktoren lässt sich in diesen Anlagen verwerten. Aber zuvor müssen in einer Wiederaufarbeitungsanlage Uran und Plutonium vom wirklichen Atommüll getrennt werden. Aber was übrig bleibt, strahlt nur noch ein paar 100 statt 100.000 Jahre. Die Russen haben ja eine solche Anlage seit 2016 in Beloyarsk im Einsatz und „verbrennen“ so alte Atomwaffen.

Ich finde aber kleine Flüssigsalzreaktoren auch „spannender“. Da geht wohl bald die Reise hin.

guenter_w 02.03.2022 10:06

Mich würden mal die Kosten für TMI, Tschernobyl und Fukushima interessieren - und zwar die Gesamtkosten! Angeblich ist Kernenergie technisch beherrschbar, wäre nur nicht der dämliche Faktor Mensch... Ach - und die Entsorgung und Lagerung überlassen wir für die nächsten Jahrtausende auch den Nachfolgegenerationen. So ganz nebenbei kann die "friedliche" Nutzung der Kernenergie durch autokratische bzw. diktatorische Herrschaftssysteme konvertiert werden - siehe Indien, Pakistan, Iran, Nordkorea, China, Russland (läuft da nicht gerade was?)...

Ebenso die Gesamtkosten für die Nutzung der Steinkohle und die Minimierung der Schäden durch die Jahrhunderte dauernde Förderung(den größten Teil der Kosten überlassen wir ungezählten Nachfolgegenerationen), dasselbe gilt für Braunkohle. Das Ruhrgebiet hat unzählbare Bergschäden und die Pumpen für die Entwässerung müssen bis zum Weltende laufen, die Landschaftsschäden der Braunkohleförderung sind unbezahlbar, das Great Barrier Reef ist ja Down Under und hat keinen Einfluss auf das Weltklima, die Förderung der Steinkohle in China macht uns hier ja auch nix...

Weder Windenergie noch Solarenegie sind die allein seligmachenden Endlösungen, so vermessen kann niemand sein. Das was zählt, ist Ehrlichkeit bei den Argumentationen. Keiner darf sich nur in die eigene Argumentationstasche lügen!

Koenich 02.03.2022 10:48

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235965)
Mich würden mal die Kosten für TMI, Tschernobyl und Fukushima interessieren - und zwar die Gesamtkosten! Angeblich ist Kernenergie technisch beherrschbar, wäre nur nicht der dämliche Faktor Mensch... Ach - und die Entsorgung und Lagerung überlassen wir für die nächsten Jahrtausende auch den Nachfolgegenerationen. So ganz nebenbei kann die "friedliche" Nutzung der Kernenergie durch autokratische bzw. diktatorische Herrschaftssysteme konvertiert werden - siehe Indien, Pakistan, Iran, Nordkorea, China, Russland (läuft da nicht gerade was?)...

Ebenso die Gesamtkosten für die Nutzung der Steinkohle und die Minimierung der Schäden durch die Jahrhunderte dauernde Förderung(den größten Teil der Kosten überlassen wir ungezählten Nachfolgegenerationen), dasselbe gilt für Braunkohle. Das Ruhrgebiet hat unzählbare Bergschäden und die Pumpen für die Entwässerung müssen bis zum Weltende laufen, die Landschaftsschäden der Braunkohleförderung sind unbezahlbar, das Great Barrier Reef ist ja Down Under und hat keinen Einfluss auf das Weltklima, die Förderung der Steinkohle in China macht uns hier ja auch nix...

Weder Windenergie noch Solarenegie sind die allein seligmachenden Endlösungen, so vermessen kann niemand sein. Das was zählt, ist Ehrlichkeit bei den Argumentationen. Keiner darf sich nur in die eigene Argumentationstasche lügen!

:top:

guenter_w 02.03.2022 10:50

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235926)
Wie es geht, sage ich meinem Arbeitgeber. Er bezahlt mich seit vielen Jahren dafür.

Wes Brot ich ess...

minfox 02.03.2022 13:32

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235965)
Mich würden mal die Kosten für TMI, Tschernobyl und Fukushima interessieren - und zwar die Gesamtkosten! Angeblich ist Kernenergie technisch beherrschbar, wäre nur nicht der dämliche Faktor Mensch... Ach - und die Entsorgung und Lagerung überlassen wir für die nächsten Jahrtausende auch den Nachfolgegenerationen. So ganz nebenbei kann die "friedliche" Nutzung der Kernenergie durch autokratische bzw. diktatorische Herrschaftssysteme konvertiert werden - siehe Indien, Pakistan, Iran, Nordkorea, China, Russland (läuft da nicht gerade was?)...

Ebenso die Gesamtkosten für die Nutzung der Steinkohle und die Minimierung der Schäden durch die Jahrhunderte dauernde Förderung(den größten Teil der Kosten überlassen wir ungezählten Nachfolgegenerationen), dasselbe gilt für Braunkohle. Das Ruhrgebiet hat unzählbare Bergschäden und die Pumpen für die Entwässerung müssen bis zum Weltende laufen, die Landschaftsschäden der Braunkohleförderung sind unbezahlbar, das Great Barrier Reef ist ja Down Under und hat keinen Einfluss auf das Weltklima, die Förderung der Steinkohle in China macht uns hier ja auch nix...

Weder Windenergie noch Solarenegie sind die allein seligmachenden Endlösungen, so vermessen kann niemand sein. Das was zählt, ist Ehrlichkeit bei den Argumentationen. Keiner darf sich nur in die eigene Argumentationstasche lügen!

Zitat:

Zitat von Koenich (Beitrag 2235972)
:top:

:flop:


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