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kk7 01.03.2022 21:25

Dann ist dieses Dokument veraltet? Da wird von max. 166 Jahren geschrieben.

berlac 01.03.2022 21:29

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2235812)
Und was hilft uns das jetzt bei der Versorgung mit elektrischen Strom, wenn es draußen dunkel ist?
Wärme zu speichern ist ein schon seit mindestens 120 Jahren gelöstes Problem und da gibt es deutlich cleverere Lösungen, als nur Wasser warm zu machen.
Das erste Bahnkraftwerk in Muldenstein bei Bitterfeld hatte vor 100 Jahren schon Roots- Speicher, wo man große Mengen Dampf speichern konnte, um damit die damals noch überschaubaren Lastspitzen der elektrischen Zugförderung abzupuffern.
Desertec hatte einen ähnlichen Ansatz, da wollte man Wärme in Salzschmelzen speichern.
Aber diese Technologie wurde ja abgewürgt.....

Ich sehe schon, Du bist viel zu eingefahren und viel zu überzeugt von Dir selbst, sonst hättest Du vielleicht gemerkt, dass dies ein Beispiel sein sollte, dass natürlich bereits etwas gemacht wurde um sich auf regenerative Energien einzustellen. Nichts anderes ist diese Maßnahme, sie soll dazu dienen, ein Wärmekraftwerk besser in ein Netz mit regenerativen Energien einzugliedern. Wenn ich mich recht erinnere hast Du selbst irgendwo in diesem Thread geschrieben, dass man Wärmekraftwerke ja nicht einfach runter fahren kann, wenn kein Strom benötigt wird. Da hat sich das wohl schon jemand zu Herzen genommen und Maßnahmen ergriffen um Wärme- und Stromerzeugung etwas zu entkoppeln.

Porty 01.03.2022 21:29

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235882)
Das AKW-Schnäppchen ist höchstens für die Nutzungszeit und den Betreiber ein Schnäppchen. Irgendwann ist die Nutzungszeit des Bauwerkes vorbei - und dann fallen für die nächsten Jahrtausende die Lagerkosten an. Die Risiken lassen wir mal großzügig weg. Après nous le déluge...

Wenn man sich für ein entsprechendes Lager entschlossen hat und man das Zeug verbuddelt hat ist der Aufwand überschaubar, ein paar Leute zum Aufpassen und zum Monitoring....
Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235882)
Während der Routinewartungen produziert das AKW wieviel? Sind ja nur knapp 10% der Laufzeit, wenn keine Störungen dazwischen kommen. Nebenschauplatz CO2-Belastung: wieviel Beton braucht ein AKW für Fundament, Einhausung und das Drumherum? Wieviel Leitungsverlust bei Transport und Umspannung? Wieviel Wassererwärmung der Flüsse bei Abwärmeeinleitung? Wieviel Flusswasserverlust durch Kühltürme, welche regionalen Klimaveränderungen durch Abwärme und Wasserdampf?

Die Routinewartung kann man aber so planen, dass die nicht gerade in die Zeiten des höchsten Verbrauchs fällt. PV liefert exakt dann am wenigsten, wenn man das meiste braucht.
Und zum Beton: die 2500 WKA´s brauchen etwa 7, Mio t Beton und 5000 km² Solaranlagen wachsen auch nicht auf Bäumen, allein für die Glasscheiben braucht es 60 Mio t Glas, die wollen erschmolzen werden. Die ebenso nötigen 2,5 Mio t Halbleitersilizium sind die nächste Baustelle, das ist deutlich mehr wie die Jahresweltproduktion.
Ob es überhaupt soviel Gallium und Indium für Dotierung und Kontaktierung gibt, ist noch mal eine andere Frage, die ich aber nicht beantworten kann, da man an solche Informationen nicht so einfach ran kommt.
Alu und Stahl für Rahmen und Unterkonstruktionen und Kunststoffe als Einbettungsmasse bitte noch oben drauf.

Welche Auswirkungen haben diese riesigen Flächen mit veränderten Absorptionsverhalten auf das Klima?
Ach ja zu den Leitungsverlusten: Auch Solarstrom möchte transportiert werden, nur erfolgt das auf deutlich niedrigeren Spannungsebenen mit entsprechend höheren Strömen und dementsprechend mehr Materialaufwand für die elektrischen Leiter und natürlich auch höheren Verlusten. Bitte nicht vergessen, die Kraftwerke lagen früher alle in der Nähe der großen Verbraucher, Windparks vorzugsweise im Norden und Solar vorzugsweise im Süden.....

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235882)

Rein betriebswirtschaftlich ist der Strom aus Kernenergie nur durch staatliche Subventionierung und Übernahme der Nachfolgekosten durch die Gesellschaft für die Betreiber lohnenswert.

Belege?
Hast du dich mal mit dem Thema Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus auseinander gesetzt?
Die Auslegungslebensdauer der WKA´s ist laut Datenblatt auch nur 20 Jahre, einige sollen auch 25 Jahre laufen können. Was dann? Abreißen und neu bauen? Abbauen aufbereiten und mit neuen Flügeln wieder aufbauen? Oder ist dann der Turm durch Ermüdung so geschädigt, dass man ihn nur noch abreißen kann?.
Schon eine simple Reparatur, wo man an die Hauptlager ran muss, bedeutet, dass mann die Rotorblätter abnehmen und die Gondel abbauen muss.
Allein zum Aufbauen des Kranes braucht es mal 1 Woche.....
Wenn denn nicht gerade zu viel Wind ist, was ja wieder eine Voraussetzung für gute Standorte ist.

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235882)
Der Pferdefuß der Solar- und Windenergie durch die Speicherung könnte durch ebenso große Förderung staatlicherseits in absehbarer Zeit gelöst werden.

Immer diese Behauptungen, in Bezug auf Speicherung ist noch nicht mal ein tragfähiger Ansatz in Sicht und ich möchte gar nicht wissen wie viele kluge Köpfe sich darüber schon den Kopf zerbrochen haben. Und zur Erinnerung, allein die EEG der letzten Jahre betrug über 250 Mrd €, da hätte man doch fleißig forschen können.....
Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235882)
Nebenbei ist der Vergleich der Stromabgabe eines Januarmonats mit der durchschnittlichen Abgabe eines AKW (das zudem in den letzten Jahren nur mit halber Leistung lief) schon ein kleines bisschen außerhalb der sportlichen Fairness.

Erstens wurde Gundremmingen 2 auf politischen Druck und nicht aus technischen Gründen abgeschaltet und der Stromverbrauch ist nun mal im Winter an höchsten. Stromspeicher haben wir auch noch nicht in nennenswerter Größe.....

turboengine 01.03.2022 21:42

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2235894)
Da wird von max. 166 Jahren geschrieben.

Das ist selbstverständlich Quatsch. Es kommt darauf an, was wirtschaftlich ausbeutbar ist. Erze mit geringerer Konzentration gibt es sehr häufig, sind aber teuerer auszubeuten.

Bei Öl gilt dasselbe. Seit fünfzig Jahren geht das Öl in jeweils dreissig Jahren zur Neige.
„Peak Oil“ in den 0-er Jahren war auch so eine Irrlehre, die den technischen Fortschritt negiert hat.

Merkst Du was?

Robert Auer 01.03.2022 21:42

@Porty: Dich kann man nicht mehr ernst nehmen! :roll:

turboengine 01.03.2022 21:43

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2235899)
@Porty: Dich kann man nicht mehr ernst nehmen! :roll:

Du meinst wohl: Du WILLST ihn nicht erst nehmen.
Rechnen kann er. :top:

berlac 01.03.2022 21:44

Ich finde es lustig was einige hier schreiben.

Atomenergie: Alles planbar. Alles problemlos. Endlager kein Problem? Wie lange nochmal soll das sicher gelagert werden? Ein GAU? Halb so wild. Das bisschen verstrahlte Gebiet und die paar Toten. Ungeplante Ausfälle undenkbar. Atomstrom natürlich das Schnäppchen schlecht hin.

Regenerative Energien: Unlösbare Probleme. Ganz Deutschland muss mit Solarzellen und Windrädern zugepflastert werden. Alle Vögel werden geschreddert. Speicherung der Energie? Ein Ding der Unmöglichkeit. Die Kosten dafür? Unbezahlbar.

Wenn ich mir den deutschen Strommix so anschaue ist es mir ein Rätsel wie man auf diesen schon recht hohen Anteil an regenerativer Energie kommen konnte. Laut den Berechnungen der Experten hier, müsste eigentlich ja schon halb Deutschland mit Solarzellen und Windrädern bebaut sein.

steve.hatton 01.03.2022 21:49

Ist es richtig, das der Neubau des AKW Hinkley Point C von Hitachi(?) nur mit massiven, hochpreisigen Garantieabnahmen seitens der brit. Regierung gebaut werden sollte - oder bin ich falsch informiert.

Robert Auer 01.03.2022 21:50

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235900)
Du meinst wohl: Du WILLST ihn nicht erst nehmen.
Rechnen kann er. :top:

Ach ja, da ist ja noch jemand der genau weiß wie alles geht, was zu tun ist und natürlich alles souverän überblickt! :cool:

turboengine 01.03.2022 21:53

Zitat:

Zitat von berlac (Beitrag 2235901)
Wenn ich mir den deutschen Strommix so anschaue ist es mir ein Rätsel wie man auf diesen schon recht hohen Anteil an regenerativer Energie kommen konnte. Laut den Berechnungen der Experten hier, müsste eigentlich ja schon halb Deutschland mit Solarzellen und Windrädern bebaut sein.

Weil man den Anteil mit viel Subvention parasitär in das bestehende Energiesystem hineingedrückt hat. Das funktioniert, weil auch das Ausland einen anderen Mix hat und damit den deutschen Zappelstrom im europäischen Verbundnetz ausgleichen kann.
Der Effekt sind die Rekordpreise für Strom in D weltweit, aber trotzdem vergleichsweise hohe CO2-Emissionen.

Die Deutsche Energiewende ist deshalb international ein Ladenhüter und ein Beispiel wie man es gerade nicht machen sollte.

Nur auf den deutschen Strommix oder sein klein Häuschen zu schauen ist nett aber sinnlos.


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