guenter_w |
29.09.2016 17:39 |
Zitat:
Zitat von wiseguy
(Beitrag 1854038)
Ein anderes Thema wäre das Wechselpotenzial aus dem Canon/Nikon-Lager. Das ist, wie wir alle wissen, natürlich gering aufgrund der Markenbindung durch vorhandene Objektivparks und vermutlich auch anderer Präferenzen (z.B. OVF vs EVF). Als Wechsler in Frage kämen nur, wer
- eine DSLR mit EVF wünscht und/oder eine hochauflösende Sport- und Actioncam mit FF-Sensor / 12 FPS haben möchte
- mit dem vorhandenen Objektivangebot leben kann
- den organisatorischen / finanziellen Aufwand eines Systemwechsels / einer Systemergänzung nicht scheut
Das dürften unterm Strich nicht allzu viele sein. Aber mal eine andere Frage... glaubt ihr denn, dass Canon oder Nikon untereinander groß räubern, oder dass Pentax Marktanteile der anderen Anbieter abgräbt? Da besteht doch im Grunde genau das gleiche Problem, das Sony mit dem A-Mount hat. Der DSLR-Markt ist ein Markt in einem so ziemlich endgültigen Verteilungszustand; hier wird es aufgrund seit Jahren ausgereifter Technik und der Systembindungseffekte kaum noch zu größeren Veränderungen der Marktanteile kommen. Einen Unterschied machten eben die Spiegellosen, die als neu geschaffene Unterkategorie Anreize für Systemwechsel oder -ergänzungen bieten. Fakt ist jedenfalls, dass es sich bei den hochwertigen DSLR weitestgehend um ein Bestandskundengeschäft handelt, und zwar Wettbewerber-übergreifend. Das ist allerdings ein Zustand, den Spiegellosen auch noch erreichen werden; meiner Meinung sogar ziemlich bald.
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Da ist wieder einer mit profunder Kenntnis der beruflichen Fotografenszene! Spätestens nach drei Jahren ist üblicherweise ein Gehäuse ausgelutscht und bei Freiberuflern steuerlich abgeschrieben. Je enger der Markt ist, desto schlimmer wird der Wettbewerb und der Zwang, mit optimalem Gerät ein betriebswirtschaftlich hinreichendes Ergebnis zu erreichen. Da spielt der Name des Systems keine Rolle! Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Fotografen, die sich nicht trauen, übern Zaun zu schauen, weil sie keine Zeit dafür haben und erst mal Brötchen verdienen müssen. Aber diejenigen, die sich nicht auf dem aktuellen Stand halten, sind auch mehr oder weniger bald abgehängt.
Sony hat in letzter Zeit ganz schön für Unruhe und Bewegung gesorgt. Die Sony-Schwachpunkte liegen in der mangelhaften Unterstützung von Blitzsystemen, dem noch unzureichenden Profi-Service und der Objektivpalette. Nicht zu vergessen im mangelhaften Kontakt zu den Bestandskunden und der extrem mangelhaften Infopolitik zur zukünftigen Entwicklung. Immer wieder mal den Weihnachtsmann mit Hauruck-Überraschungen und der Vorstellung von Superprodukten zu spielen, das kann kein Berufsfotograf brauchen. Der will eine gewisse Kontinuität für die Systemsicherheit für die nächsten fünf Jahre zumindest. Unsicherheit herrscht bei den Canon- und Nikon-Fotografen schon, denn beide Hersteller betreiben noch nur marginale Produktpflege, gepaart mit Produktionsverschlechterungen und Rückrufen.
Chancenlos ist Sony ganz gewiss nicht, aber die Interview-Äußerungen zur Objektivpflege waren ein kontaproduktiver Schuss ins eigene Knie mal wieder!
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