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matti62 26.02.2022 22:03

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235518)
Auch die Industrie hat Dächer...

Wir könnten mit PV schon viel weiter sein, wenn bei Überschussproduktion per Elektrolyse Wasserstoff hergestellt würde und zur Speicherung benutzt würde. Dann kommt das Totschlagargument, dass die Elektrolyse zu teuer sei... Da schaltet man die PV lieber ab.

Dann fangen wir mit der Industrie an, und optimieren den Transport. Jedes Bürogebäude installiert eine PV. Ich bin mal gespannt, wie groß der Schrei der Lobbyisten sein wird. Wir haben ja keine.

turboengine 26.02.2022 22:18

Zitat:

Zitat von matti62 (Beitrag 2235538)
Jedes Bürogebäude installiert eine PV.

Kannst Du machen. Reine symbolische Übersprungshandlung. Deshalb scheint trotzdem nicht nachts die Sonne oder man kann damit im Winter heizen.
Langsam wird es Zeit sich von diesen Traumtänzereien zu verabschieden.

guenter_w 27.02.2022 09:52

Zitat:

Zitat von GerdS (Beitrag 2235537)
schon, gibt auch eine Berliner Firma die eine Lösung hat.

Problem: man braucht ordentlich Platz, einen Speicher mit mehreren Quadratmeter für die Gasflaschen und dann entsteht noch "etwas" Lärm.
...achja, die Kosten ~100k€:shock:

Für sich betrachtet ist die Elektrolyse aus PV teuer und unwirtschaftlich. Nimmt man dafür aber die Überproduktion, dann sieht das à la longue ganz anders aus. Der Platz für den benötigten Speicher ist praktisch vernachlässigbar.

guenter_w 27.02.2022 09:57

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235539)
Kannst Du machen. Reine symbolische Übersprungshandlung. Deshalb scheint trotzdem nicht nachts die Sonne oder man kann damit im Winter heizen.
Langsam wird es Zeit sich von diesen Traumtänzereien zu verabschieden.

Schon mal was von Speicherung und intelligenter Steuerung gehört? Dazu kommen noch ohne Komfortverlust Stromsparmechanismen. Schon alleine mit sensorgestützter Steuerung der Straßenbeleuchtung könnte man schon mal an einer Ecke der Energieverschwendung anfangen und damit etwas gegen die Lichtverschmutzung tun.

turboengine 27.02.2022 10:41

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235559)
Schon mal was von Speicherung und intelligenter Steuerung gehört?

ja, sicher. Alles winzig kleine Beiträge.
Am grundsätzlichen Problem der Energiewende, dass Wind und Sonne viel zu viel zugetraut wird und daher russisches Gas einen viel zu grossen Anteil an der Primärenergieversorgung übernimmt, ändert das nichts.

Auch in diesem Thread werden gerne Wattebäuschchen gepustet. Holzheizung, Vorlauftemperaturen, Batteriespeicher, E-Autos… Alles lobenswert aber nur der Tropfen auf dem heissen Stein. Es geht hier um die Umstellung einer Industriegesellschaft und nicht um das Wochenendhäuschen.

Das Problem ist aber das Grosse Ganze: Naive Annahmen, unrealistische Ziele und die ideologiegetriebene, nicht technologieneutrale Umsetzung der Energiewende. Nun steht man vor den Scherbenhaufen:
- Die Stromkosten sind bereits die höchsten der Welt und sollen nun mit riesigen jährlichen Budgetmitteln heruntersubventioniert werden. Da die Sonne keine Rechnung schicke, habe ein Land, dessen Energien grün seien, auf den Märkten einen Wettbewerbsvorteil. Pustekuchen. Da der grüne Strom den vorhandenen Kraftwerkspark weiterhin braucht, um Zeiten ohne Wind- und Sonnenstrom zu überbrücken, entstehen teure Doppelstrukturen und steigende Abhängigkeit von Erdgas.
- Eine Vielzahl technischer Auflagen, die zum Energiesparen zwingen, und eine rabiate Beschränkung des Flottenverbrauchs der Autohersteller ruiniert die eigene Industrie.
-Im Effekt hat diese „Energiewende“ auch Putins Krieg mitfinanziert. Es wird noch etwas dauern bis diese Gewissheit bei den Politikern ankommt, da sie sich ihren schönen Glauben nicht nehmen lassen wollen. Aber diese Party ist nun vorbei, viele wissen es nur nicht oder wollen es nicht wahrhaben. Es wird weiter getanzt obwohl die Musik schon längst aus ist.

Robert Auer 27.02.2022 11:00

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2235487)
Großbritannien hat m.W. die Verbrennung von Holz in deren Kaminen seit Jahren partiell zumindest in Städten verboten - natürlich wird das auch bei uns kommen, weil es Unsinn ist.

Zudem ist das nicht besonders gesund:
https://deavita.com/aktuelle-nachric...tzung-716.html


So schnell erfriert man nicht in (West-)Europa.

Ich heize nicht mit Holz, habe aber die drei Kaminöfen, um im Notfall u.a.auch Schäden an der Wasserversorgung abwenden zu können. Die Stromversorgung und die Gaslieferung ist heute nicht mehr so sicher, dass man sich da gar keine Gedanken machen muss.
Je besser die Messtechnik um so schlimmer wird das eingeschätzt, was dem Menschen schadet.
Ich wohne an einer viel befahrenen Straße und da kümmert sich auch immer noch keine Sau um die Feinstaub- sowie Lärm-Belastung, die durch die Verkehrsbelastung und die gefühlt alle 15 Minuten passierenden Einsatzfahrzeuge (mit Signalhorn an jedem Fahrzeug auch im Verband) entsteht. Mit Dingen, die der einzelne Bürger zu tun hat ist man schnell bei der Sache. Probleme die die Allgemeinheit zu lösen hat, werden auch noch nach zwei Jahrzehnten nicht angepackt.

ha_ru 27.02.2022 11:00

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235563)
Auch in diesem Thread werden gerne Wattebäuschchen gepustet. Holzheizung, Vorlauftemperaturen, Batteriespeicher, E-Autos… Alles lobenswert aber nur der Tropfen auf dem heissen Stein. Es geht hier um die Umstellung einer Industriegesellschaft und nicht um das Wochenendhäuschen.

Das Problem ist aber das Grosse Ganze: Naive Annahmen, unrealistische Ziele und die ideologiegetriebene, nicht technologieneutrale Umsetzung der Energiewende. Nun steht man vor den Scherbenhaufen:

Das Problem ist, dass die Politik und Leute wie Du eine einfache Lösung für alle haben will, wir andere aber die nicht sehen und nicht darauf warten wollen und deshalb jeden kleine Schritt gehen wollen. Fürs Abwarten sehen wir einfach keine Zeit mehr.

Und die Zahlen zeigen auf, dass es schon mehr als der Tropfen ist.

guenter_w 27.02.2022 11:00

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2235563)
ja, sicher. Alles winzig kleine Beiträge. ...

Auch in diesem Thread werden gerne Wattebäuschchen gepustet. Holzheizung, Vorlauftemperaturen, Batteriespeicher, E-Autos… Alles lobenswert aber nur der Tropfen auf dem heissen Stein. Es geht hier um die Umstellung einer Industriegesellschaft und nicht um das Wochenendhäuschen.

Für mich ganz individuell sind mehr als 100% Stromproduktion über die letzten 16 Jahre kein Wattebäuschchen, ebensolange die Unterstützung der Brennwertheizung durch Sonnenkollektor für Warmwassererzeugung. Gleichzeitig deutliche Reduzierung des Stromverbrauches durch konsequente Umstellung der Beleuchtung und Nutzung energieeffizienter Geräte und Steuerung. Hätte ich einen genügend dimensionierten Batteriespeicher, wäre ich nahe dran an der Energieautarkie. Das hochgerechnet auf etliche Hunderttausend privater Haushalte und relativ geringe Subvention staatlicherseits wäre deutlich mehr als das "Wattebäuschchen" und allemal sinnvoller als die Gießkannensubventionierung in E-Autos...

berlac 27.02.2022 11:08

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2235565)
Und die Zahlen zeigen auf, dass es schon mehr als der Tropfen ist.

Da füge ich jetzt mal noch hinzu: "Steter Tropfen höhlt den Stein" :D

Auch wenn manche hier einige scheinbar etwas anderes vermitteln wollen ist es klar, dass es nicht von heute auf morgen geht. Es ist klar, dass es Rückschläge geben kann die das ganze erschweren und verzögern, wie es wohl jetzt aktuell auf Grund äußerer Einflüsse auch kommen wird. Klar ist aber auch das man etwas ändern muss und man auch endlich ernsthaft damit anfangen muss.

turboengine 27.02.2022 11:16

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2235566)
Hätte ich … , wäre ich

Das genau ist das Problem. Mit der „hätten wir - wären wir“ Selbstsuggestionsmethode sind wir genau da wo wir jetzt sind: Geisterfahrer auf dem Holzweg in der falschen Richtung. Das ist alles energiepolitischer Kitsch und kein Zukunftsprogramm. Niemand weltweit macht diesen Irrsinn nach ausser den Österreichern und den Luxemburgern - und mit Verzögerung den Schweizern.
Auch in der Schweiz sollen nun auf Betreiben der Energieministerin Sommaruga eilends Gaskraftwerke gebaut werden als Teil der „Energiestrategie 2050“. Als die Energiestrategie zur Abstimmung stand, wurde dies noch heftig abgestritten. Nun will man den CO2 Ausstoss erhöhen und ist von russischem Gas abhängig.

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