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About Schmidt 26.06.2017 13:23

Zitat:

Zitat von ericflash (Beitrag 1926296)
Hallo Wolfgang, genau deshalb haben wir mit der Hochzeitsfotografie angefangen. Weil sie so abwechslungsreich ist:

1. Macro --> Ringe, Strauß, immer wieder neue Motive
2. Event/Reportage --> die Leute den ganzen Tag begleiten, Emotionen einfangen
3. Portrait --> das Brautpaar perfekt ablichten
4. Location --> den Schmuck, die Location einfangen

Diese Beispiele die du hier zeigst sind auch super. Das sind dann auch große Firmenaufträge wo auch noch bezahlt wird (gehe ich mal davon aus). Hier ist ein weit anderes Auftreten gefordert als bei Privatkunden. Wenn man in diesem Gebiet tätig ist, hat man glaube ich weniger Zeit für private Kunden :D

Du hast sicherlich nicht ganz unrecht. Aber bei der nächsten Hochzeit wieder:
Ringe, Strauß nur ein anderer Ring und ein anderer Strauß
Brautpaar nur andere Personen, sonst ???
Location, da stellt sich sicher die Herausforderung Licht, aber der Schmuck? Wenn ich Hochzeitsbilder sehe, sehe ich da auch viel ähnliches.

Wenn ich aber in einem Betrieb eine Produktion fotografiere, ein Abriss von Gebäuden oder im Medizin und Pflegebereich. Ich treffe nie wieder die gleiche Situation an. alle Abläufe sind einmalig und individuell. Die Herausforderung riesig.

Ehrlich, ich wollte mein Geld nicht mit Hochzeiten und ähnlichem verdienen (müssen)
Ist aber nur meine Meinung.

Gruß Wolfgang

hanito 26.06.2017 13:31

Eine Frage hätte ich noch, wie sieht es aus mit Videos? Wird das auch gemacht oder ist das nicht so angesagt? Welches Equipment wird da benutzt?

guenter_w 26.06.2017 14:27

Zitat:

Zitat von hanito (Beitrag 1926298)
Eine Frage hätte ich noch, wie sieht es aus mit Videos? Wird das auch gemacht oder ist das nicht so angesagt? Welches Equipment wird da benutzt?

Professionelle Videografie ist ein extrem weites und heterogenes Feld. Der notwendige Kapitaleinsatz ist so immens, dass es nur wenige "Freelancer" gibt. Unter 30.00 € für die professionelle Grundausstattung geht da praktisch nichts! Mal so eine Fotokamera mit Videofunktion in einem einfachen Rigg langt nicht hin. Ich kenne nur Betriebe (Agenturen) mit Dutzenden Mitarbeitern, die sich eine Videoabteilung über Jahre hinweg aufbauen und mit Hochschulabsolventen aus dem Medienbereich bestückt sind.

Elric 26.06.2017 15:32

Zitat:

Zitat von hanito (Beitrag 1926246)
Wenn ich hier von 2500€ für eine Hochzeit lese frage ich mich schon wofür und wer soviel Geld für Fotos ausgibt.

Wer? Meine Frau und ich zum Beispiel.
Wir haben das unserem Sohn zur Hochzeit geschenkt.
Da wir genau wissen, was für ein Aufwand dahinter steckt und auch von der fotografischen Leistung sehr angetan sind/waren, war uns das die Summe wert.
Und nein, wir haben keinen Goldesel, Erbonkel/-tante oder ähnliches.

Leider gab es zu unserer Hochzeit nicht diese Möglichkeiten wie heute. Wir hätten das liebend gerne auch für uns ausgegeben.

gpo 26.06.2017 16:06

Moin

erstmal Dank an Hannes für klare Worte....
was fehlt wären genauere Zeit/Angaben für Vorbereitung...und
die leidige Nachbareitung EBV, Fotobuch, DVDs usw...

ich glaube(weiß) das das zu locker erwähnt wurde, das als Mehr Zeit drauf geht :crazy:

a-Schmidt...
deine Einwendungen sind nett nur....als Hochzeiter wirst du nicht am nächstem Tag
einen obergeilen Industrie Job bekommen...auch das wird Jahre dauern und...

Wirtschat und Industriebetriebe....
brauchen auch nicht JEDE Woche einen neuen (Foto)Geschäftsbericht....
heißt locker überschlagen, du wirst min. 1-2-3x im Monat so einen Job brauchen...
und das unter heutigen Bedingungen, halte ich für unrealistisch :roll:

du darfst nich vergessen, bisher waren in den Firmen PR oder Werbeleute
die kannten sich gut aus und sorgten sich um die "richtigen Fotografen)
gibt es heute auch nicht mehr :shock:

rudolfo....was du machst ist auch "schönreden"....
die Zeiten sind lange vorbei>>> wo man sich "was aussuchen konnte"
heute sind alle Nischen längst besetzt....oder beweise das Gegenteil
-----------------

Spezialisten...
wurde mir früher auch ständig eingeredet...also der Schuhfotograf macht nur Schuhe,
der Schmuckfotograf macht nur Schmuck...der Industriefotograf ...Industrie...

bekanntlich gibt es noch mindestens 50 weitere Gruppierungen und alle...
hat die digitalisierund "abserviert"...einfach vergessen :roll:

Studio...
ja man kann lange streiten, ob sowas nötig ist...ich hielt es für nötig und es war erfolgreich....
denn alle genannten Bereiche konnte ich nun zeitgleich oder hinter einander machen...

dann noch "der Trick" nicht EIN Studio...sondern in einem Studio 2x Vollarbeitsplätze :top:
als das realisiert wurde ging bei mir das Geld drucken los....
logisch das ich dann mein folgendes Großstudio gleich mit 3x Vollarbeitsplätzen ausgestattet hatte....

und nicht genug...
es gab 3x Blitzanlagen+Reserven, es gab 2x MF Format und 3x GF Format....
alleine an Autopolen hatte ich 40x Stück und Kistenweise das ganze Manfrottogeraffel...

ging was defekt, reichte ein griff ins Regal...
natürlich war alles "übergreifend nutzbar" weil die Studioräume auch unterschiedlich groß waren...

der nächste Vorteil, ein komplettes Deckenschienensystem....
mit dem Vorteil das 30% Arbeit eingespart wurden, oder 30% weniger bezahlte Assis
oder 30% mehr Umsatz gemacht werden konnten...mit einem Mann versteht sich ;)

Jobs....
was schon früher so war, die meisten Fotografen wollten Mädels/Models/Mode/Beauty
und Hochzeiten wenns ordentlich Kohle gab...also waren diese Bereich voll überlaufen...

kaum eine kam auf die Idee die "schlimmen Jobs" aus der Werbung zu machen...
mit schlimm ist gemeint, wo andere sich schon das Genickt gebrochen hatten,
die kompliziert wurden, mit obernörgelnden Kunden...(könnte Beispiele liefern!)

die brachten aber das Geld...und als die ersten Bilder auf dem Tisch lagen
wurden sogar die Nörgler ganz zahm :P
Mfg gpo

meshua 26.06.2017 16:55

Auch von mir ein Dankeschön an Hannes und Gerd für den "Klartext". Die Fotografen-Romantik gibt's eben genausowenig, wie die des Fernfahrers. Reich durch Fotografie werden nur die wenigsten - mit dauerhaften Kontakten zu entsprechend zahlungskräftigem Klientel. Und ohne Kontakte + (Selbst-)Vermarktung kann man es als Haupteinnahmequelle für den Künstler vergessen. Ich mag meinen Dayjob (Ingenieur), weil er mir die künstlerische Freiheit ermöglicht und versüßt - mit viel Spaß am Handwerk, den persönlichen Kontakten und ganz ohne Existenzängste. :top:

Und ich kann mir genau das Equipment einfach zulegen, was ich meine zu benötigen, um Grenzen zu überwinden, Erfahrungen zu erweitern. Ich muß nichts auf Krampf wirtschaftlich rechnen und bin nur mir selbst Rechenschaft schuldig. Als überzeugter Minimalist geht das in Ordnung. :cool:

Jeder kennt in seinem Umfeld sicher einige gescheiterte Existenzen, welche an der Romantisierung & Monetarisierung ihres Hobbys gescheitert sind oder (noch) vor sich hinwurschteln. Fotografie als Hauptjob - auch für mich aktuell kein Thema.

Beste Grüße, meshua

screwdriver 26.06.2017 17:26

Zitat:

Zitat von hanito (Beitrag 1926298)
Eine Frage hätte ich noch, wie sieht es aus mit Videos? Wird das auch gemacht oder ist das nicht so angesagt? Welches Equipment wird da benutzt?

Video ist eine komplett andere Welt und die Differenzierung verschiedener Bereiche sehr viel gravierender. Das hat auch Einfluss auf die sinnvoll einsetzbare Ausrüstung. Das geht von der Minicam oder Fingercam über DSLM/ DSLR-Kameras und leichten Videokameras der 1kg-Klasse bis grossen Kameras mit mehreren kg Gewicht und eingebauter Funkübertragung des Bildsignals.

Für viele Sachen ist man hier als Einzelkämpfer hoffnungslos überfordert.

Allerdings ist bei Videoproduktion die Trennung zwischen Materialerstellung (die Filmerei als Solche) und der Nachbearbietung (Schnitt, Vertonung, Effekteerstellung) sehr viel ausgeprägter und die einzelenen Arbeitsschritte auch sehr viel aufwändiger und zeitintensiver.

So kann man als grobe Hausnummer mindestens eine Stunde Arbeitszeit pro Minute fertigem Film nur für die Schnittarbeit ansetzen wenn man keine Effekte oder Animationen einbaut.

Der Zeitaufwand zur Materialerstellung variiert auch sehr. Je nach dem, wie Aufwändig ein Set eingerichtet werden muss, man ggf, auf das richtige Licht warten oder es "machen" muss, oder sich die "Darsteller" (insbesondere bei Naturaufnahmen) rar machen.
Da kann man leicht mehrere Manntage / je Minute fertigem Film verbraten.


Da ist meine 1-Mann- Konzertfilmerei noch richtig effektiv und als Hobbyist und Quereinsteiger noch realisierbar.
Da setzte ich bis zu 7 Kameras ein, die ich in ca. 2 Stunden aufgebaut und eingerichtet habe.
Davon bediene ich 2 (bis 3) Kameras direkt manuell und eine weitere per Fernsteuerung.
Der Rest läuft, einmal eingerichetet, in festen Positionen und Einstellungen.
Dann kommt das Konzert selber mit ca 2 Stunden (kann bei Open-Airs aber auch 10 Stunden/ Tag sein) und der anschliessende Abbau mit nochmal 1-2 Stunden. Die tatsächliche Ausbeute für den Schnitt eines Solokonzerts von 2 Stunden sind aber meist nur 1 oder 2 Titel mit ca. 7-12 Minuten Gesamtlänge.

Das heisst hier in der Gesamtrechnung:
(mind.) 2-4 Stunden An- und Abbreise, 3-4 Stunden Auf- und Abbbau, 2 Stunden Konzert.
4-5 Stunden Sichern und Vorsichten des Materials, 10 Stunden Schnittarbeit.

Also in Summe 3 volle Arbeitstage.
Ich selber beschränke mich in sehr vielen Fällen auf die reine Filmerei und überlassen den Musikern das Verarbeiten des Materials.
Je nach Lust und Laune und verfügbarer Freizeit "schaffe" ich ca. 2 bis 4 Konzerte/ Monat.

Wenn man mit Kameraschienen und grossem Kamerakran arbeiten will/ muss, sind schnell mal 4-5 Manntage für den Auf- und Abbau verbraucht und man braucht eine 10-köpfige Filmcrew.

Für szenisches Filmen stehen dann leicht mal 3-5 LKW mit Equipment mit Ausrüstung vor der Location. Das will erst mal gewuppt werden.
Das sind dann Grössenordnungen, wo der gemeine Hobbyist nicht mehr mitspielen kann.

Die genutzten Kameras sind da fast das Unauffälligste und die Kosten von 20.000 bis 50.000 EUR für eine professonele Kamera ein vergleichsweise geringer Kostenfaktor, an dem man nicht wrklich sparen muss. Wobei das ganze Gerödel oft sowieso vom Verleiher kommt.

Klar, kann man das auch alles alleine machen, wenn man genug Zeit hat und die Darsteller endlos zur Verfügung stehen. :crazy:

meshua 26.06.2017 18:31

Zitat:

Zitat von mrrondi (Beitrag 1926256)
(...)
Bin nur Froh das die Frauen in dem Fall immer ein grosses Mitspracherecht haben.
Männer blicken das Gesamtpaket "Fotograf" recht selten.

:top: Hätte ich nicht besser formulieren können - deckt sich auch ganz gut mit meiner Erfahrung! ;)

Beste Grüße, meshua

About Schmidt 26.06.2017 19:15

Zitat:

Zitat von gpo (Beitrag 1926332)
Moin


a-Schmidt...
deine Einwendungen sind nett nur....als Hochzeiter wirst du nicht am nächstem Tag
einen obergeilen Industrie Job bekommen...auch das wird Jahre dauern und...

Wirtschat und Industriebetriebe....
brauchen auch nicht JEDE Woche einen neuen (Foto)Geschäftsbericht....
heißt locker überschlagen, du wirst min. 1-2-3x im Monat so einen Job brauchen...
und das unter heutigen Bedingungen, halte ich für unrealistisch :roll:

du darfst nich vergessen, bisher waren in den Firmen PR oder Werbeleute
die kannten sich gut aus und sorgten sich um die "richtigen Fotografen)
gibt es heute auch nicht mehr :shock:


Mfg gpo

Also ich kenne mindestens fünf Leute, die gut davon Leben. Einer betreut verschiedene Projekte mitunter ein halbes Jahr lang.
Ein anderer ist sogar fest eingestellt, weil in diesem Werk sonst niemand fotografieren darf. Dafür darf der dann in der ganzen Weltgeschichte herum reisen, und Bauwerke fotografieren, die mit Werkstoffen dieses Werkes erbaut wurden. Er wird davon nicht reich, kann aber sehr gut davon leben und bereist die ganze Welt. Hier mal eines seiner Bilder

KLICK

Das wäre für mich auf jeden Fall interessanter als Hochzeitsringe mit dem Makro ;)

Ich gehe mal davon aus, dass alle hier gezeigten Bilder von im sind, sicher bin ich mir dabei allerdings nicht. weil es auch Bereiche gibt, die von anderen Fotografen betreten werden dürfen. In der Produktion jedoch, darf nur er fotografieren und zeigen darf er nur, was von der Firma frei gegeben wird.

Gruß Wolfgang

mrrondi 26.06.2017 19:26

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1926291)
Was ich schon seltsam finde ist, dass wenn über Fotografen/innen geredet wird, die Gedanken immer gleich Richtung Studio, Portrait, Kinder, Schule, People, Hochzeit Kommunion usw. gehen. Das sind doch die typischen Standard-Fotos, die man immer und überall bei Fotografen in Schaufenstern findet und mitunter total langweilig sind.
Nach vier Jahren Kommunionfotografie hatte ich die Schnauze davon so voll, dass ich mir geschworen habe, nie mehr eine Kommunion zu fotografieren. Portrait im Studio, Schulklassen, Hochzeiten, Kommunion, immer gleiche Abläufe, ständige Wiederholungen.

Dabei gibt es so viele interessante Bereiche, die mir als Fotograf sehr viel mehr Spaß machen würden, weil sie abwechslungsreich und herausfordernd sind. Mal zwei Beispiele:

KLICK


KLICK


Natürlich ist das nur als als Beispiel zu sehen, es gibt genügend andere Bereiche, in denen man sich austoben kann. Nur hier spricht seltsamer weise niemand darüber.

Gruß Wolfgang

Es ist nie das Gleiche - kein Mensch ist gleich - keiner Kunde gleich - jeder Kunde muss anders behandelt und geknackt werden - aber vielleicht ist das auch die Kunst bei der People Fotographie - dieses Knacken - diese Beziehung und dieses eine Bild zu schiessen.
Technik ? völlig überbewertet.

Und diese beide Webseiten - zum ersten geb ich besser kein Kommentar ab - das ist schlimmste Klischeefotografie und Nummer 2. Ob er davon Leben kann.
Wo ist die Schwierigkeit ? Gute Location - alles vorhanden.
Da kommt selten was auf dich zu was du weniger planen kannst.

Aber Businesskunden sind mir die liebsten .
Schnell - rein - raus - gutes Ergebnis und man hat auch meist mit Profis zu tun
die wissen wie gute Bilder aussehen .


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