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kk7 03.09.2024 18:20

Danke, @Dat Ei. Es lässt sich aus der Studie leider nicht herauslesen, inwieweit die verschlechterte Service-Qualität zu einer Abschreckung der Autofahrer geführt hat. Auch frage ich mich, gab es eine Veränderung in der Anzahl der Insassen im Auto? Wurden Kurzstreckenfahrten (<30km) ausreichend genau über Zählstellen erfasst?

Porty 03.09.2024 18:58

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311582)
- Im ÖPNV bestimmt nicht die Bahn die Preise
- Tja, das Autofahren scheint immer noch zu billig zu sein... ;)


Dat Ei

Wenn ich zu meiner Mutter will, muss ich Bayern verlassen und dann ist man bei mind. 46 € die einfache Fahrt, will ich vor 9:00 los 55 € Könnte auch den ICE über Erfurt für 85 € im Supersparpreis oder 125 € im Flexpreis nehmen. Dafür brauche ich mit dem ICE auch 15 min länger.........

Mit dem Auto brauch ich, wenn ich zivilisiert fahre 15 l Benzin
Natürlich kommen beim Auto auch noch Wertverlust, Versicherung, Service und noch einiges mehr dazu. Aber das sind bis auf die Reifen Fixkosten, die muss ich zahlen, wenn die Karre nur in der Garage steht. Auf der Habenseite sind 3 statt 5 Stunden (Wenn den alles planmäßig fährt), ich muss nicht 3 mal Umsteigen und muss bei meiner Mutter die Einkäufe nicht heim schleppen.
Eigentlich schön doof, wenn man die Bahn nimmt.......


Das 9 € Ticket war Schwachsinn, da war die Bahn mit Leuten voll, die man dort eigentlich nicht haben will. Die werden durch die 49 € und das Abo abgehalten, da dieses Klientel normalerweise nicht über ein Konto mit Guthaben verfügt.

Dat Ei 04.09.2024 08:36

Moin, moin,


Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2311607)
Wenn ich zu meiner Mutter will, muss ich Bayern verlassen und dann ist man bei mind. 46 € die einfache Fahrt, will ich vor 9:00 los 55 € Könnte auch den ICE über Erfurt für 85 € im Supersparpreis oder 125 € im Flexpreis nehmen. Dafür brauche ich mit dem ICE auch 15 min länger.........

was haben die Preise für ein ICE-Ticket mit dem ÖPNV zu tun? Nochmals: die Preise für den Nahverkehr bestimmt nicht die Deutsche Bahn. Sie setzt nur die Preise für den Fernverkehr, also Produkte wie z.B. IC oder ICE.

Anhand der genannten Fahrpreise vermute ich, dass es sich auch nicht um eine typische Pendlerstrecke bzw. -entfernung hält. Sie als typisches Beispiel für die Wirksamkeit eines Zeitkartentarifs wie das Deutschlandticket aufzuführen, ist eh schon etwas fragwürdig. Aber bitte: wenn Dich die einzelne Fahrt schon 46 bzw. 55 € im Nahverkehr(?) kostet, dann sieht man mal, wie schnell sich ein Deutschlandticket für den Verbraucher rechnet, aber auch, wie hoch die zusätzlichen Subvention sein muss, damit die Unternehmen leben können.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2311607)
Mit dem Auto brauch ich, wenn ich zivilisiert fahre 15 l Benzin
Natürlich kommen beim Auto auch noch Wertverlust, Versicherung, Service und noch einiges mehr dazu. Aber das sind bis auf die Reifen Fixkosten, die muss ich zahlen, wenn die Karre nur in der Garage steht. Auf der Habenseite sind 3 statt 5 Stunden (Wenn den alles planmäßig fährt), ich muss nicht 3 mal Umsteigen und muss bei meiner Mutter die Einkäufe nicht heim schleppen.
Eigentlich schön doof, wenn man die Bahn nimmt.......

Vielleicht solltest Du Dir eine BahnCard 50 oder eine BahnCard 100 kaufen und die Kosten dafür als Fixkosten (oder Eh-da-Kosten) verbuchen, dann wird das Bahnfahren für Dich nur halb so teuer bzw. sogar kostenlos. Das wäre der analoge Rechenansatz zu Deiner Schönrechnerei des Autos.

Nimmt man aber die Vollkosten, so liegt selbst ein kleiner Golf bei 50 Cent pro km aufwärts (ADAC, Stand April 2024). Und was kommt bei Deiner Vollkostenrechnung raus? Nur Mut!

Davon ab finde ich es immer wieder erheiternd, dass Du glaubst, aus Deiner ganz persönlichen Brille heraus, allgemeine Aussagen zum Verkehr treffen zu können. Persönliche Erfahrungswerte sind eine ganz schwache Datenbasis für die Verkehrsplanung.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2311607)
Das 9 € Ticket war Schwachsinn, da war die Bahn mit Leuten voll, die man dort eigentlich nicht haben will. Die werden durch die 49 € und das Abo abgehalten, da dieses Klientel normalerweise nicht über ein Konto mit Guthaben verfügt.

Puh, jetzt wird Deine Wortwahl arg schwierig, ob gewollt oder ungewollt. Das erinnert mich zu sehr an die letzten Wahlkämpfe und Wahlergebnisse.

Ich möchte an der Stelle nicht mehr hinzufügen, als dass der öffentliche Personenverkehr ein zugangsoffenes System ist. Bei Aboverträgen, wie dem Deutschlandticket, bei denen der Kunde vorab eine Leistung zugesichert bekommt und unbegrenzt in Anspruch nehmen kann, ist es branchenübergreifend üblich, dass eine Bankverbindung und meist auch eine Bonitätsprüfung / SCHUFA-Auskunft vorliegen muss. Ich nenne mal die Mobilfunkbranche als weiteres Beispiel. Nicht geprüft wird, ob der Kunde ein Guthaben auf seinem Konto hat. Selbst ohne Guthaben auf dem Konto, ist eine negative Bonitätsprüfung / SCHUFA-Auskunft zwingend. Von daher habe ich auch keine Vorstellung, wen Du mit "Klientel" meinst. Ich will es aber ehrlich gesagt auch nicht wissen...


Dat Ei

steve.hatton 04.09.2024 11:54

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Ich möchte an der Stelle nicht mehr hinzufügen, als dass der öffentliche Personenverkehr ein zugangsoffenes System ist. Bei Aboverträgen, wie dem Deutschlandticket, bei denen der Kunde vorab eine Leistung zugesichert bekommt und unbegrenzt in Anspruch nehmen kann, ist es branchenübergreifend üblich, dass eine Bankverbindung und meist auch eine Bonitätsprüfung / SCHUFA-Auskunft vorliegen muss. Ich nenne mal die Mobilfunkbranche als weiteres Beispiel. Nicht geprüft wird, ob der Kunde ein Guthaben auf seinem Konto hat. Selbst ohne Guthaben auf dem Konto, ist eine negative Bonitätsprüfung / SCHUFA-Auskunft zwingend. Von daher habe ich auch keine Vorstellung, wen Du mit "Klientel" meinst. Ich will es aber ehrlich gesagt auch nicht wissen...


Dat Ei

Kurze Zwischenfrage: Beim Deutschlandticket kann man also fahren und muss erst nachher bezahlen ?

Die von Dir gewählten Beispiele beruhen zwar auf dieser Zahlungsart, bei der Bahn war`s m.w. immer so, dass man zuerst bezahlt und damit den Anspruch auf eine Leistung hat.

Porty 04.09.2024 12:54

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Moin, moin,
was haben die Preise für ein ICE-Ticket mit dem ÖPNV zu tun? Nochmals: die Preise für den Nahverkehr bestimmt nicht die Deutsche Bahn. Sie setzt nur die Preise für den Fernverkehr, also Produkte wie z.B. IC oder ICE.


Was interessiertes mich als Kunde ob ich mit Nah- oder Fernverkehr unterwegs bin?
Ich will von A nach B, halbwegs zuverlässig, mit erträglichen Komfort und das auch noch in einen erträglichen Zeitrahmen.
Wenn die Bahn sich im Nah- oder Fernverkehr selbst Konkurrenz macht ist das deren Problem und nicht meins. Oder das der Politiker, die für die Rahmenbedingungen verantwortlich sind



Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Anhand der genannten Fahrpreise vermute ich, dass es sich auch nicht um eine typische Pendlerstrecke bzw. -entfernung hält. Sie als typisches Beispiel für die Wirksamkeit eines Zeitkartentarifs wie das Deutschlandticket aufzuführen, ist eh schon etwas fragwürdig. Aber bitte: wenn Dich die einzelne Fahrt schon 46 bzw. 55 € im Nahverkehr(?) kostet, dann sieht man mal, wie schnell sich ein Deutschlandticket für den Verbraucher rechnet, aber auch, wie hoch die zusätzlichen Subvention sein muss, damit die Unternehmen leben können.


Nochmal für Dich: Bahnfahren ist zeitaufwendig, unkomfortabel und teuer. Will man mich als Kunden ins System locken, will ich als Entschädigung wenigstes etwas Geld sparen.
Es Gibt Leute, die mit ihren Geld rechnen müssen, auch wenn das Managern und Politikern wohl nicht mehr so vorstellbar ist.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Vielleicht solltest Du Dir eine BahnCard 50 oder eine BahnCard 100 kaufen und die Kosten dafür als Fixkosten (oder Eh-da-Kosten) verbuchen, dann wird das Bahnfahren für Dich nur halb so teuer bzw. sogar kostenlos. Das wäre der analoge Rechenansatz zu Deiner Schönrechnerei des Autos.


Du kennst offenbar die Preise und die Konditionen für die Bahncard nicht so recht?
Ne Bahncard 100 kostet 4550 € im Jahr. Mein Auto ist jetzt 6 Jahre alt, macht also 27300 € und ich hab vor, das Fahrzeug noch ein paar Jahre zu fahren. Bezahlt hab ich damals 17000 € und ein 6 Jahre altes Vorgängermodell

Merkst du was?
Bahncard 50 ist ein Witz, da in Verkehrsverbünden nur ausnahmsweise hilfreich und die 50% gibt es nur auf die völlig überteuerten Flexpreise. Für die Sparpreise gibt es nur 25%



Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Nimmt man aber die Vollkosten, so liegt selbst ein kleiner Golf bei 50 Cent pro km aufwärts (ADAC, Stand April 2024). Und was kommt bei Deiner Vollkostenrechnung raus? Nur Mut!


Und was hilft mir die ganze Rechnung, wenn ich das Auto schon für die 10 km zum nächsten Bahnhof brauche und ab und zu auch mal dahin muss, wo ich ohne Auto nur mit dem Taxi komme? Oder ist das Taxi bei der Bahncard 100 mit dabei?


Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Davon ab finde ich es immer wieder erheiternd, dass Du glaubst, aus Deiner ganz persönlichen Brille heraus, allgemeine Aussagen zum Verkehr treffen zu können. Persönliche Erfahrungswerte sind eine ganz schwache Datenbasis für die Verkehrsplanung.


Nun ich fahre eigentlich viel und mit offenen Augen mit der Bahn und bin durchaus in der Lage über die persönliche Brille hinaus zu denken


Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311617)
Puh, jetzt wird Deine Wortwahl arg schwierig, ob gewollt oder ungewollt. Das erinnert mich zu sehr an die letzten Wahlkämpfe und Wahlergebnisse.
Dat Ei

Danke, dass du ich in die rechte AfD- Ecke schiebst. Das erfüllt ja schon fast den den Tatbestand der persönlichen Beleidigung! :twisted: Ist aber wohl ein probates Mittel , wenn einem die Argumente ausgehen. Jeder der mich kennt, weis dass ich mit dieser politischen Richtung so gar nichts anfangen kann und als Bedrohung empfinde.

Aber für dich die Erklärung, wer damit gemeint ist: Leute, die sich nicht benehmen können, Betrunkene, Pöbelnde, oder die so gar nicht verstehen können, warum man an der offenen Tür nicht während der Fahrt rauchen darf. In dem Monat, wo ich das 9 € Ticket hatte, hab ich 2 Bundespolizeieinsätze live erlebt. Jeweils mit mehrstündigen Verspätungen.
In der Luftfahrt nennt man so was Unruly Persons......



P.S Bewohner des Speckgürtels und Pendler scheinen dein persönliches Feindbild zu sein.
aber nicht jeder ist in der Lage sich eine Wohnung in bester verkehrsgünstiger Lage in München zu leisten oder gar zu besitzen.
Für den Rest bleibt nur zu pendeln (macht im Großraum München echt Spaß, egal ob mit Auto oder ÖPNV) oder gleich außerhalb der Ballungsräume zu leben. Ich bevorzuge letzteres, da das Leben hier deutlich Stressfreier ist. Mal abgesehen davon, Firmen der Branche, in der ich 45 Jahre zu hause war, gibt es nur eine Hand voll in D und die sind halt in der Pampa.....

steve.hatton 04.09.2024 13:09

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2311626)
.....
Wenn die Bahn sich im Nah- oder Fernverkehr selbst Konkurrenz macht ist das deren Problem und nicht meins. Oder das der Politiker, die für die Rahmenbedingungen verantwortlich sind

....

Nicht ganz richtig.

Die nicht gelösten Probleme der Verantwortlichen - seit Jahrzehnten - werden bzw. sind längst zum Problem der Nutzer geworden.

amateur 04.09.2024 13:49

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2311626)
Was interessiertes mich als Kunde ob ich mit Nah- oder Fernverkehr unterwegs bin?
Ich will von A nach B, halbwegs zuverlässig, mit erträglichen Komfort und das auch noch in einen erträglichen Zeitrahmen.
Wenn die Bahn sich im Nah- oder Fernverkehr selbst Konkurrenz macht ist das deren Problem und nicht meins. Oder das der Politiker, die für die Rahmenbedingungen verantwortlich sind

Es mag ja sein, dass Dich das nicht interessiert. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Nahverkehr von den Bundesländern und Verbünden bestellt und abgerechnet wird und die DB Personenverkehr ein separates gewinnorientiertes Unternehmen ist. So ist es von der von uns gewählten Politik in den 90er und Anfang der 2000er designed worden. Und die Nahverkehrsleistungen werden von ganz vielen verschiedenen Firmen (und nur unter anderem von der DB Regio) erbracht.

Interessiert es Dich auch nicht, ob Du mit Lufthansa oder Ryanair fliegst, weil Du ja Flugkunde bist und nun mal ne Erwartung an das Fliegen hast?

Diese Art von Diskussion führt doch wirklich zu nichts.

Stephan

Porty 04.09.2024 14:34

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2311630)
Es mag ja sein, dass Dich das nicht interessiert. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Nahverkehr von den Bundesländern und Verbünden bestellt und abgerechnet wird und die DB Personenverkehr ein separates gewinnorientiertes Unternehmen ist. So ist es von der von uns gewählten Politik in den 90er und Anfang der 2000er designed worden. Und die Nahverkehrsleistungen werden von ganz vielen verschiedenen Firmen (und nur unter anderem von der DB Regio) erbracht.

Wenn ich mit der Bahn unterwegs sein will, muss ich mit den Möglichkeiten klar kommen, die mir geboten werden. Da ist es zunächst mal egal, ob auf dem Zug DB, DB Regio, Go Ahead, Abelio oder was auch immer drauf steht. Ich hab in der Regel nicht die Wahl. Wenn doch, z.b. wenn ich zu meiner Mutter fahre, liegt die Entscheidung in dem Dreieck Kosten/ Fahrzeit/ Komfort.
Welche Partei was wann entschieden hat, beeinflusst diese Entscheidung weder bei mir als auch bei 99,9% der übrigen Fahrgäste. Oder schaust du dir die Aktionärsstruktur einer Firma an, bevor du ein Produkt auswählst?

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2311630)
Interessiert es Dich auch nicht, ob Du mit Lufthansa oder Ryanair fliegst, weil Du ja Flugkunde bist und nun mal ne Erwartung an das Fliegen hast?

Stephan

Ich flieg nicht mit Ryanair, da ich weder in einer Boeing 737 Max sitzen möchte, nicht mit der Art von MOL einverstanden bin, wie er versucht Flughäfen und Mitarbeiter zu erpressen, noch hab ich Lust permanent Versuche ausgesetzt zu sein über den Tisch gezogen zu werden. Vom Komfort mal ganz zu schweigen. Wobei auch die Lufthansa momentan ziemlich im Kreuzfeuer der Kritik steht. So nach dem Motto: Bei TAP einsteigen, ITA kaufen, dafür aber immer schlechterer Service. Immerhin hat man sich dort jetzt entschlossen in der Ecco auf Europaflügen wieder diverse Getränke gratis anzubieten. Weil hat die Fluggäste zu anderen Anbietern gewechselt sind.
https://www.aerotelegraph.com/luftha...tis-anzubieten
Und in der Fliegerei hat man in der Regel etwas mehr Auswahl.
Mal davon ab, dass Fliegen in den letzten Jahren immer nerviger geworden ist und ich es vermeide, wann immer es geht Wenn es unbedingt sein muss, sind KLM und EasyJet meine Favoriten.

Dat Ei 04.09.2024 15:56

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2311630)
Diese Art von Diskussion führt doch wirklich zu nichts.

Danke Stephan, da hast Du vollkommen recht. Der Versuch, einmal die Komplexität von öffentlichem Verkehr und insbesondere Schienenverkehr aufzuzeigen, ist gescheitert bzw. sinnlos.


Dat Ei

PS: Ich finde es auch unmöglich, dass ich mit meiner Rabattkarte vom Bäcker keinen Rabatt beim Metzger bekomme. Das ist so gemein - darüber sollte ich mich beim Konditor beschweren! :crazy:

peter2tria 04.09.2024 16:12

Die Frage ist von welcher Seite man die Situation aus betrachtet.

Als potentieller Bahnkunde und Steuerzahler kann man ja Ansprüche haben; die sind ja nicht abwegig.
Wenn mir als Bahnkunde nun erklärt wird, dass das nicht geht, dann habe ich Optionen (trotzdem Bahnfahren und das Auto/Flieger nutzen).
Als Steuerzahler möchte ich dass das Geld vernünftig eingesetzt wird (wahrscheinlich ist das beim Staat nirgends so), daß heißt mehr Wert auf das Angebot legen und besser dort subventionieren.
Mit dem D-Ticket wird meinem Empfinden nach dem System Nahverkehr Geld entzogen ohne einen nennenswerten (versprochen) Effekt zu erzielen. Da kommt die Studie wieder ins Spiel.

Dat Ei 04.09.2024 16:37

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von peter2tria (Beitrag 2311635)
Die Frage ist von welcher Seite man die Situation aus betrachtet.

Als potentieller Bahnkunde und Steuerzahler kann man ja Ansprüche haben; die sind ja nicht abwegig.

dafür sollte man aber erstmal verstehen, wessen Kunde man ist. Nur weil man in etwas einsteigt, das auf Schienen fährt, ist man nicht automatisch Bahnkunde. Neben den beiden Töchtern der DB AG, namentlich DB Fernverkehr und DB Regio, haben wir u.a. Bundesländer, Verbünde und Privatbahnen. Außer DB Regio haben alle Genannten eine Tarifhohheit, sprich sie legen die Preise und Bedingungen fest.


Dat Ei

kk7 04.09.2024 16:57

Egal in welchen Zug ich einsteige gehe ich davon aus, dass ich Kunde der Deutschen Bahn bin. Vielleicht nicht direkt, aber immer indirekt. Die Schieneninfrastruktur betreibt die Bahn und damit hängt aller Schienenverkehr von der DB ab. Und die DB ist für den Zustand der Schienen, der Stellwerke, Sicherungsanlagen, etc. verantwortlich.

Zum Deutschlandticket - ich dachte, die Milliarden, um die zwischen Bund und Ländern gefeilscht wurden, seien dafür da, um Mindereinnahmen im Fahrkartenverkauf beim ÖPNV abzufangen. Wofür werden die dann eingesetzt?

Zur Studie - die Studie beschreibt nur den Ist-Zustand zum damaligen Zeitpunkt. Konkrete Ursachen, warum das Angebot nicht mehr angenommen wurde, konnte ich nicht herauslesen. Habe ich da was überlesen?

Dat Ei 04.09.2024 17:14

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311638)
Egal in welchen Zug ich einsteige gehe ich davon aus, dass ich Kunde der Deutschen Bahn bin. Vielleicht nicht direkt, aber immer indirekt.

nein, das ist nicht richtig.

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311638)
Die Schieneninfrastruktur betreibt die Bahn und damit hängt aller Schienenverkehr von der DB ab. Und die DB ist für den Zustand der Schienen, der Stellwerke, Sicherungsanlagen, etc. verantwortlich.

Das ist richtig. Zuständig ist seit Ende 2023 die DB InfraGO, die aus der Zusammenlegung aus DB Netz und DB Station&Service entstanden ist.

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311638)
Zum Deutschlandticket - ich dachte, die Milliarden, um die zwischen Bund und Ländern gefeilscht wurden, seien dafür da, um Mindereinnahmen im Fahrkartenverkauf beim ÖPNV abzufangen. Wofür werden die dann eingesetzt?

Der Bund hat per Gesetz entschieden, dass es ein Deutschland weites Ticket für 49 € geben wird, und dass er sich mit max. 1,5 Milliarden € beteiligen wird. Er hat eine tarifliche Entscheidung getroffen, ohne Tarifgeber ober Betreiber zu sein. Wie hoch die Mindereinnahmen sein werden, oder wem welches Geld aus dem Topf zusteht, war und ist nicht klar. Aktuell geht man von 3 Milliarden € aus.

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311638)
Zur Studie - die Studie beschreibt nur den Ist-Zustand zum damaligen Zeitpunkt. Konkrete Ursachen, warum das Angebot nicht mehr angenommen wurde, konnte ich nicht herauslesen. Habe ich da was überlesen?

Man hat sich auf die faktischen Auswirkungen des Angebots beschränkt.


Dat Ei

peter2tria 04.09.2024 17:35

Ja und Nein.
Für mich als Kunde ist das nicht immer ersichtlich - zumindest nicht leicht ersichtlich.
Ich habe schon gemerkt, dass ich zwar über das Portal 'die Bahn' Tickets kaufen kann, aber die Informationen dazu 'unterschiedlich' sind.
Meist ist dann auf dem Zug noch das DB Logo - (mit und ohne Zusätze), dann bin ich bei der Bahn: Punkt.

Und wenn das jetzt zerstückelt ist und ich dann selber schuld bin, dass ich z.B. in einen DB Regio Zug gestiegen bin und das ist dann doch garnicht 'die Bahn'' ... :crazy:

Ehrlich - und wenn es die Bahn ist, muss diese es mit den Töchtern oder Unterauftragnehmer regeln.
Klar, wenn ich bei Go-Ahead kaufe, rede ich nicht über die Bahn.

Ich denke, nachdem die Politik dem Bürger sagen will, fahre besser Bahn (äh, welche jetzt), ist der Anspruch auch an entsprechende Stellen. Klar müsste man den Politiker dann sagen: bring das in Ordnung, dann nutze ich es auch. Vielleicht sollte man mit Schmied und nicht mit dem Schmiedel reden.

Punkt 2, bleibt:
Egal - für mich verfehlt das D-Ticket das versprochene Ziel, in Relation zum eingesetzten Geld.

Crimson 04.09.2024 17:59

ein Resultat ist auf jeden Fall mal sichtbar: Privatisierung, Aufsplittung, Konkurrenz sind für den Kunden nichts - ich weiß schon, warum ich in D nur noch unter Zwang in ein Schienenvehikel steige. Fun Fact: dieses Ergebnis war vorher klar, also ist es mutwillg (oder sogar böswillig) herbeigeführt worden.

kk7 04.09.2024 19:00

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311639)
Der Bund hat per Gesetz entschieden, dass es ein Deutschland weites Ticket für 49 € geben wird, und dass er sich mit max. 1,5 Milliarden € beteiligen wird. Er hat eine tarifliche Entscheidung getroffen, ohne Tarifgeber ober Betreiber zu sein. Wie hoch die Mindereinnahmen sein werden, oder wem welches Geld aus dem Topf zusteht, war und ist nicht klar. Aktuell geht man von 3 Milliarden € aus.

Dat Ei

Nachdem Du nach meiner Wahrnehmung oft mit der betriebswirtschaftliche Brille argumentierst - Rahmenbedingungen ändern sich für Unternehmen öfters ohne dass es eine Kompensation gibt. Hier federt der Bund das für die direkt betroffenen Unternehmen ab.

Dat Ei 04.09.2024 19:02

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von peter2tria (Beitrag 2311643)
Meist ist dann auf dem Zug noch das DB Logo - (mit und ohne Zusätze), dann bin ich bei der Bahn: Punkt.

mit der Haltung läufst Du Gefahr, ziemlich böse Überraschungen zu erleben, weil das schlicht eine falsche Annahme ist. Nur weil ein DB Logo auf dem Besteck prangert, heißt das nicht, dass Du bei Zustieg Kunde der Bahn bist. Steigst Du in München in die S-Bahn ein, bist Du erstmal Fahrgast des MVVs, in dessen Auftrag die Bahn fährt. Auch im überregionalen Verkehr gibt es Züge, die ein DB-Logo tragen, aber für eine anderes Verkehrsunternehmen fahren. So z.B. Teile der Nachtzüge der ÖBB. Des Weiteren gibt es Drittbahnen, die Züge von der DB leasen, weil ihnen selbst just das eigene Besteck fehlt.


Dat Ei

Dat Ei 04.09.2024 19:09

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 2311644)
ein Resultat ist auf jeden Fall mal sichtbar: Privatisierung, Aufsplittung, Konkurrenz sind für den Kunden nichts

es gab Jahrzehnte, in denen man gegen die Monopolisten und gegen das Beamtentum der ehemaligen Staatsbetriebe gewettert hat - zu Recht oder Unrecht will ich hier gar nicht beurteilen. Wir haben den Ansatz der Privatisierung auch bei der Bundespost gesehen - in manchen Bereich hat es funktioniert, in manchen nicht. Eine Rolle rückwärts wird heute im europäischen Kontext kaum mehr möglich sein, weil man Unternehmen die Ausübung ihres Gewerbes untersagen und / oder einen Zwangsverkauf anordnen müsste.

Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 2311644)
Fun Fact: dieses Ergebnis war vorher klar, also ist es mutwillg (oder sogar böswillig) herbeigeführt worden.

Welches Ergebnis meinst Du jetzt? Das der Privatisierung oder das der Studie zum Deutschlandticket?


Dat Ei

kk7 04.09.2024 19:13

Wieso Zwangsverkauf? Über die Klinge springen lassen und als Staat billig zuschlagen :shock::crazy:

Dat Ei 04.09.2024 19:15

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311648)
Nachdem Du nach meiner Wahrnehmung oft mit der betriebswirtschaftliche Brille argumentierst - Rahmenbedingungen ändern sich für Unternehmen öfters ohne dass es eine Kompensation gibt. Hier federt der Bund das für die direkt betroffenen Unternehmen ab.

er federt ab - nette Formulierung. Er greift massiv in einen Markt ein, der eh schwer an der Subventionsnadel hängt, bestimmt den Preis und die Tarifbedingungen, lässt aber das wirtschaftliche Risiko andere tragen. Und das sind in dem Fall die Länder, Kommunen und Verkehrsunternehmen. Zudem schafft er Probleme und Aufgaben, die es vorher in der Form nicht gab, und die er noch nicht einmal hat kommen sehen. Die Verteilung der Gelder, die erstmal im Geldsack des jeweiligen Verkäufers des Deutschlandtickets landen, müssen zum einen zentral erfasst, verwaltet und "gerecht" verteilt werden. Und wie lautet die Antwort auf die Frage, wie viel Geld wem zusteht?


Dat Ei

kk7 04.09.2024 19:21

Wer bekommt die Fahrgast-Einnahmen im Nahverkehr? Sind die Teil der Ausschreibung bzw. die zu erwartende Höhe?

Dat Ei 04.09.2024 19:39

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311651)
Wieso Zwangsverkauf? Über die Klinge springen lassen und als Staat billig zuschlagen :shock::crazy:

und Du meinst, dass der Staat in der Lage wäre, alle Unternehmen, die heute am Deutschlandtarif teilnehmen, so zu führen, dass es nicht nur funktioniert, sondern besser würde? Ich habe eher den Eindruck, dass der Staat bereits heute bei seinen Kernaufgaben überfordert ist.


Dat Ei

kk7 04.09.2024 19:44

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311654)
Moin, moin,



und Du meinst, dass der Staat in der Lage wäre, alle Unternehmen, die heute am Deutschlandtarif teilnehmen, so zu führen, dass es nicht nur funktioniert, sondern besser würde? Ich habe eher den Eindruck, dass der Staat bereits heute bei seinen Kernaufgaben überfordert ist.


Dat Ei

Sorry, ich dachte, wir diskutieren hier über die Deutsche Bahn :zuck:

Dat Ei 04.09.2024 19:56

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311653)
Wer bekommt die Fahrgast-Einnahmen im Nahverkehr? Sind die Teil der Ausschreibung bzw. die zu erwartende Höhe?

auch die Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil viele Faktoren mitspielen. Die Einnahmen aus Verbundfahrscheinen werden innerhalb des Verbundes verteilt. Da gibt es unterschiedlichste Verfahren, wie vertragliche Regelungen oder Verteilungen basierend auf Fahrgasterhebungen oder Modellierungen. Bei Nahverkehrstickets, die über die Verbundgrenzen hinausgehen, wird es dann noch komplexer, weil die Anzahl der Beteiligten steigt, und Fahrgasterhebungen in den Umfängen nicht leist- und bezahlbar sind. Je pauschaler die Tickets sind, und desto größer die zugelassenen Verkehrsräume sind, desto mehr ist man auf sehr, sehr aufwendige Modellierungen angewiesen. Und dann gibt es noch Fv-Tickets, die in unterschiedlichem Umfang die Nutzung von Nahverkehrsleistungen zulassen (aufgrund einer tariflichen Anerkennung oder einer Zusatzleistung), so dass hier der Fernverkehr Teile der Einnahmen an den Nahverkehr abführen muss.

Das Deutschlandticket, das ja nicht nur für den schienengebundenen Nahverkehr, sondern für fast(!) alle Nahverkehrsunternehmen (so auch Bus oder U-Bahn) gültig ist, stellt eine ganz neue Herausforderung da. Das hat Berlin erstmal nicht interessiert, als es das Ticket aus dem Hut zauberte.


Dat Ei

Crimson 04.09.2024 19:57

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311650)
es gab Jahrzehnte, in denen man gegen die Monopolisten und gegen das Beamtentum der ehemaligen Staatsbetriebe gewettert hat - zu Recht oder Unrecht will ich hier gar nicht beurteilen.

man vielleicht, ich habe das immer schon für einen Fehler gehalten - aber urteilen will ich auch nicht, nur eine private Einzelmeinung haben.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311650)
Wir haben den Ansatz der Privatisierung auch bei der Bundespost gesehen - in manchen Bereich hat es funktioniert, in manchen nicht. Eine Rolle rückwärts wird heute im europäischen Kontext kaum mehr möglich sein, weil man Unternehmen die Ausübung ihres Gewerbes untersagen und / oder einen Zwangsverkauf anordnen müsste.

selbstredend geht das so nicht mehr rückwärts... wobei ich mir ein Szenario (leider wieder) vorstellen kann, das ich aber niemandem hier wünsche.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311650)
Welches Ergebnis meinst Du jetzt? Das der Privatisierung oder das der Studie zum Deutschlandticket?

ich meinte die Privatisierung, Fun Fact 2 ist, dass es zum D-Ticket auch passt ;)

Dat Ei 04.09.2024 20:01

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311655)
Sorry, ich dachte, wir diskutieren hier über die Deutsche Bahn :zuck:

manche reden hier von Bahn, andere von Deutsche Bahn, ÖPNV, SPV oder SPNV. Eigentlich war der letzte Impuls und Auslöser für die letzten Seiten die Studie zum Deutschlandticket. Damit wären wir dann m.E. beim ÖPNV.


Dat Ei

kk7 04.09.2024 20:18

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311657)
auch die Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil viele Faktoren mitspielen.

Die Antwort geht für mich ein bisschen an meiner Frage vorbei. Kann durchaus sein, dass ich mir eine Ausschreibung zu simpel vorstelle. Ich vermute, es werden Strecken, Fahrten, Halte und Fahrgastzahlen ausgeschrieben. Als Leistungserbringer (ich bleibe bei der Deutschen Bahn) gebe ich ein Angebot ab, was ich dafür haben will. Der Preis wird sich sicherlich danach richten, ob ich neben der direkten Bezahlung durch den Ausschreibenden mit weiteren Einnahmen aus Ticketerlösen erwarten kann. Ist das in der Regel so und werden in den Ausschreibungen im Normalfall zu erwartende Einnahmen genannt?

PS: Danke übrigens noch für den Einblick in eine Welt die man sonst nur als Fahrgast kennt.

Dat Ei 05.09.2024 07:38

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311662)
Ist das in der Regel so und werden in den Ausschreibungen im Normalfall zu erwartende Einnahmen genannt?

das kann ich Dir nicht sagen, da ich noch keine Ausschreibungsunterlagen auf dem Tisch liegen hatte. Ich kann da aber gerne mal mit Kollegen Rücksprache halten, die in den Themen zuhause sind. Wird aber noch einige Tage dauern, weil ich erst nächste Woche wieder in Präsenz bin.

Ein bisschen was zum Thema SPNV gibt es hier zu lesen.


Dat Ei

kk7 05.09.2024 11:00

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2311667)
Ich kann da aber gerne mal mit Kollegen Rücksprache halten, die in den Themen zuhause sind.

Danke, das wäre nett :)

Dat Ei 05.09.2024 18:21

Moin, moin,

heute hatte ich die Gelegenheit, einen Kollegen online zu sprechen und ihn nach dem Sachverhalt zu fragen. Es ist so, dass üblicherweise in den Ausschreibungsunterlagen die Fahrgastzahlen (Ist-Zustand) genannt werden. D.h., es gibt keine Prognosezahlen. Der zu erwartende Erlös ist nicht genannt, insbesondere nicht, weil die Tarifierung nicht unbedingt in der Hand des Aufgabenträgers liegt. Gängig sind sowohl Brutto-Verträge, bei denen der Betrag für den Leistungsumfang feststeht und alleinig der Aufgabenträger die Chancen und Risiken trägt, oder Netto-Verträge, bei denen der EVU am Erfolg oder Misserfolg partizipieren kann. In den letzten Jahren werden vermehrt Bonus-Malus-Regelungen in die Verträge aufgenommen, um den EVUs bei guter Erbringung ihrer vertraglich geregelten Leistung ein Extra zu geben, oder bei Minderleistung sie finanziell abzustrafen. Da solche Verträge lange Laufzeiten haben, wird es auch noch einige Jahre dauern, bis sie in der Fläche Standard sind. Die EVUs bevorzugen aus den Gründen gerne Laufzeitverlängerungen bestehender Vertragswerke.

Oben habe ich immer von einem Aufgabenträger gesprochen. Bei Linien oder Netzen, die über Landesgrenzen hinweg betrieben und ausgeschrieben werden, sind durchaus auch mehrere Aufgabenträger beteiligt. In solchen Fällen wird zwischen den Beteiligten oftmals ein federführender Aufgabenträger ausgewählt, der stellvertretend die Ausschreibung durchführt.


Dat Ei

kk7 05.09.2024 19:18

Danke für die ausführlichen Informationen. Ich musste erst mal nachschauen, wer mit Aufgabenträger genau gemeint ist. Wikipedia ist da sehr hilfreich und liefert dann auch gleich noch eine Verlinkung zum z.B. Bestellerprinzip. Wenn die Fachbegriffe bekannt sind findet man auch was :cool:

Wenn ich Deine und die Informationen auf Wikipedia richtig interpretiere sind die EVUs finanziell vom Deutschland Ticket weniger betroffen. Die Verkehrsunternehmen und Verbünde dürften die Hauptlast der Mindereinnahmen tragen.

Verweise auf Wikipedia für weitere Interessierte:

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96...bentr%C3%A4ger
https://de.wikipedia.org/wiki/Bestel...ip_(Nahverkehr)

Dat Ei 06.09.2024 07:34

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von kk7 (Beitrag 2311697)
Wenn ich Deine und die Informationen auf Wikipedia richtig interpretiere sind die EVUs finanziell vom Deutschland Ticket weniger betroffen. Die Verkehrsunternehmen und Verbünde dürften die Hauptlast der Mindereinnahmen tragen.

nun, der ganze Bereich der Verteilung der Einnahmen und Kompensationen hängt auch ein gutes Jahr nach der Einführung des Deutschlandtickets noch in der Luft. Der Bund, der das Problem in die Welt gesetzt hat, hält sich brav zurück und sieht seine Aufgaben für erledigt an, während sich die eigentlich Betroffenen in endlosen Diskussionen verstricken und nicht vom Fleck kommen.

Zudem führt das Deutschlandticket zwangsläufig zu einem Tarifkannibalismus, weil es andere Fahrscheingattungen verdrängt. Das kann bei gewissen Vertragskonstellationen dazu führen, dass z.B. der kleine, ländliche Busbetreiber statt seine Fahrpreise zu erheben, nur noch die Brotkrumen abbekommt, die ihm irgendwann per Verteilung vom Deutschlandticket zugewiesen werden.


Dat Ei

turboengine 06.09.2024 12:49

Die Ampel hat schon wieder ein Coup gelandet: Minister Wissing hat im Rahmen der nun beginnenden „Operation Abendsonne“ in der Koalition mit Parteifreund Gero Hocker eine ausgewiesenen Fachmann zum Bahnbeauftragten gemacht.
Das Dumme ist nur dass er keine Ahnung von der Eisenbahn hat. Der niedersächsische FDP-Bundestagsabgeordnete ist agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Und Präsident des Deutschen Fischereiverbands.

https://www.welt.de/politik/deutschl..._p35_extra_row

Die Deutsche Bahn und die sie umgebenden politischen Posten dienen so eher der Versorgung nutzloser Sesselfurzer als dass es hier voranginge. Offenbar musste der gute Mann noch kurz vor dem sich abzeichnenden Ende der Ampel einen hochdotierten Posten bekommen - und der war frei. Mit der Bahn kann man es ja machen.

Dat Ei 06.09.2024 16:27

Moin, moin,

und diese Art von Personalpolitik findest Du auf vielen Ebenen vor, angefangen beim Bund, über das Land, die Verbünde, die Verkehrsunternehmen etc. pp. Man kann sich lebhaft vorstellen, was dann dabei rumkommt, wenn es um eine gemeinsame Projekt- oder Zukunftsplanung geht. Große Arbeitskreise ohne Ende und ohne Fortschritt in der Sache, mangelnde Protokollierungen und Kommunikation, Anwesende, die sich zwar für Verantwortung bezahlen lassen, aber jede Form von Entscheidung und Verantwortung scheuen, weil ihnen die Kompetenz fehlt, Selbstdarstellungen, Rivalitäten, Neidereien, etc. pp. Wenn das alles nicht so traurig wäre...


Dat Ei

steve.hatton 06.09.2024 22:31

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2311719)
.... noch flugs einen hochdotierten Posten bekommen - und der war frei. Mit der Bahn kann man es ja machen.

Wesselsky wäre auch frei :crazy:

turboengine 07.09.2024 00:03

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2311729)
Wesselsky wäre auch frei :crazy:

Der ist nun Reklamefigur bei Sixt.

https://www.sixt.de/magazine/news/st...er-des-monats/

Mit Gratulation zur “bahnbrechenden Karriere”.

Porty 07.09.2024 10:08

Vielleicht stand er ja bei denen schon auf der "Gehaltsliste"
Er hat zumindest den Autovermietern ordentlich Geld eingebracht.

turboengine 07.09.2024 15:57

Der Zugfunk ist ausgefallen…

Zitat:

Fahrten im Süden, Osten oder Westen seien noch möglich, sofern sie nicht durch die Mitte Deutschlands verlaufen
https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-19970156.html

:eek:

Dat Ei 08.09.2024 14:18

Moin, moin,

wer mal einen weiteren Einblick zum Thema Fahrpläne und Reisendeninformationsysteme bekommen möchte, der kann sich mal dieses 68 min lange Video eines Vortrags auf der Easterhegg 2023 anschauen. Achtung: Nerd-Alarm!


Dat Ei

felix181 08.09.2024 15:45

Ich bin mir zwar sicher, dass "Dat Ei" gut begründen kann, warum wie bei quasi allen Ländern der Welt auch ein Vergleich Japans mit Deutschland in punkto Bahn unzulässig ist, aber ich war eben im Sommer in Japan mit der Bahn unterwegs und war begeistert: pünktlich, sauber, verlässlich. Hat zu 100% perfekt funktioniert.


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