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Robert Auer 23.07.2019 15:09

Zitat:

Zitat von awdor (Beitrag 2076968)
....
Meine Lektüre ist sowieso die NZZ, deren Chefredakteur kürzlich den richtigen Kommentar zur Lage der (Staats.)Medien in D abgegeben hat.
Grüße
Horst

Das überzeugt mich jetzt aber! :crazy: Sollte ich auch zu meiner Lektüre machen. Ob ich dann auch noch besser verstanden hätte, warum die Schweizer Staatsanwaltschaft die Steuerhinterziehung einiger Schweizer Banken deckt, indem sie Überbringer von CDs an die deutsche Steuerfahndung verfolgt?

turboengine 23.07.2019 15:54

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2076993)
Das überzeugt mich jetzt aber! :crazy: Sollte ich auch zu meiner Lektüre machen. Ob ich dann auch noch besser verstanden hätte, warum die Schweizer Staatsanwaltschaft die Steuerhinterziehung einiger Schweizer Banken deckt, indem sie Überbringer von CDs an die deutsche Steuerfahndung verfolgt?

Vermutlich ja. Der Diebstahl von Geschäftsdaten ist in der Schweiz genauso strafbar wie überall anders in der Welt auch.

ha_ru 23.07.2019 16:01

Hallo,

in nzz und Welt lese ich regelmäßig Beiträge zu aktuellen Themen als Korrektiv zu anderen Medien wie Zeit, Spiegel, Stern und Süddeutsche. Wenn es mir dort zu dick kommt, lese ich die taz fürs seelische Gleichgewicht :lol:

Was sich mir dabei aufdrängt ist der Gedanke, ist, dass immer mehr Artikel als Antwort auf Artikel der anders orientierten Presse verfasst werden und der Verfasser meint, die vermeintlich einseitige Argumentation der „Opposition“ durch genauso einseitige Gegenargumentation widerlegen zu müssen. Es findet immer weniger ein Abwägen der Positionen in einem Artikel statt.

Ist das ein Nachziehen zu den Diskussionen im Netz oder ist es der Wegbereiter dazu? Henne oder Ei, was kam zuerst? Ist müßig, aber empfinde derzeit einen Verlust der Diskussionskultur.

In deisme Forum war die bisher noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Lasst uns dabei bleiben.

Hans

Robert Auer 23.07.2019 16:39

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2077006)
Vermutlich ja. Der Diebstahl von Geschäftsdaten ist in der Schweiz genauso strafbar wie überall anders in der Welt auch.

Das ist aber auch eine unglaubliches Verhalten zum Schutz der Steuerhinterzieher. Die Abwägung ist auf einer rechtsstaatlichen Grundlage erfolgt. Die Schweizer bevorzugen einen Täterschutz für die eigene Bankenwelt.
Übrigens, hätte der von mir zitierte Vorredner in einem anderen Beitrag hier nicht die Vermutung der Verschwendung von Steuern durch den Einsatz von Maßnahmen der Menschen gegen den Klimawandel thematisiert, hätte ich auch diese Frage nicht aufgeworfen.

Ditmar 23.07.2019 16:48

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2077010)
Das ist aber auch eine unglaubliches Verhalten zum Schutz der Steuerhinterzieher. … Die Schweizer bevorzugen einen Täterschutz für die eigene Bankenwelt.

Das war denen schon immer wichtiger, nicht nur in der Neuzeit.
Geld (egal woher) stinkt ja bekanntlich nicht, oder doch?

Dat Ei 23.07.2019 17:18

Das Führen eines Schweizer Nummernkontos ist weder in der Schweiz, noch in Deutschland ein Delikt. Ebenso ist das Erwirtschaften von Gewinnen mit einem Schweizer Nummernkonto in beiden Statten kein Verbrechen. Das Nicht-Deklarieren der ausländischen Kapitalerträge in der deutschen Steuererklärung ist für Deutsche hingegen ein Gesetzesverstoss, nicht aber in der Schweiz. Damit interessiert sich auch der Staatsanwalt nicht dafür, solange es kein Rechtsabkommen zwischen den Statten gibt / gab, dass Erträge automatisch und von Gesetzes wegen zu melden seien. In der Schweiz war aber die Weitergabe der Kundendaten ein Gesetzesverstoss, weshlan sich der Staatsanwalt dafür sehr wohl interessierte.


Dat Ei

chefboss 23.07.2019 18:02

- Zum Glück sind wir nicht in der EU.
- Zum Glück sind hier im Forum politische Diskussionen nicht erwünscht.
- Leider wissen die wenigsten, was ein Nummernkonto war und verzichten somit auf die administrativ einfache Quellensteuer.
- Leider müssen Flugzeuge welche Kloten anfliegen wegen den Süddeutschen einen Umweg fliegen.
- Leider verzichtet die EU auf unsere Speicherkraftwerke.

Eines tröstet: Die EU verwechselt die Schweiz nicht mit Schweden.

Gruss, frank

Dat Ei 24.07.2019 08:37

Moin, moin,

ich zitiere mich ja ungern selber, aber...

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2076587)
Die Grünen sollen mal schön auf den ICE verzichten, denn seit Jahren bekämpfen sie den HGV. Lasst die mal mit IC oder RE fahren...

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2076607)
Mit Fahrzeiten unter 4h ist die Bahn konkurrenzfähig zum Flugzeug auf langen Relationen. Für Berufspendler vergrößert sie das Einzugsgebiet. Man schaue sich an, welche Effekte Hannover - Berlin, Köln - Frankfurt oder München - Berlin haben. Aber HGV voran zu treiben, heißt nicht, den regionalen Verkehr zu vergessen oder einzustellen. Nur hier treten ganz andere Probleme auf. U.a. auch reichlich aus der grünen Ecke.

Gestern gab es aus dem grünen Lager die folgende Nachricht: Grüne wollen Inlandsflüge bis 2035 überflüssig machen

Sehr interessant. Anscheinend ist es nun auch bei ihnen angekommen, dass die 4h eine magische Grenze sind, und HGV doch nicht so verkehrt ist. Jahrelang hat man gegen den HGV gewettert. Wahrscheinlich ist ihnen das genauso wenig peinlich, wie ihre Beteiligung am Projekt Stuttgart 21.

Nur wie sie das Einzugsgebiet für die 4h Fahrzeit binnen 16 verbleibenden Jahren maßgeblich erweitern wollen, dazu kommt wenig konkretes. Berücksichtigt man die üblichen Planungs- und Realisierungszeiten, insbesondere in Anbetracht der mittlerweile üblichen Klagewellen (Naturschutzverbände, Landeigentümer, Anreiner etc. pp.), dann ist man jetzt schon zu spät dran.

Auch die aktuellen Megastars der Politik sind im Grunde ihres Herzens nur Politiker.


Dat Ei

amateur 24.07.2019 08:55

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2076993)
Das überzeugt mich jetzt aber! :crazy: Sollte ich auch zu meiner Lektüre machen. Ob ich dann auch noch besser verstanden hätte, warum die Schweizer Staatsanwaltschaft die Steuerhinterziehung einiger Schweizer Banken deckt, indem sie Überbringer von CDs an die deutsche Steuerfahndung verfolgt?

Du fällst in die Falle des Whataboutism! Wird gerne von links wie rechts angewendet und entlarvt, dass Gesinnung wichtiger als argumentative Auseinandersetzung ist. Was hat die NZZ mit der Schweizer Staatsanwaltschaft zu tun?

Ich war übrigens selbst lange Fan der öffentlich rechtlichen, kann mir aber inzwischen noch nicht einmal mehr eine Tagessschau ansehen, ohne mich innerlich zu krümmen. Für mich einzig konstant gutes und ausgewogenes Medium war der Deutschlandfunk, der aber von den Intendanten und der Politik sein Budget immer weiter gekürzt bekommt, wobei das Jahresbudget des DLF für wahrscheinlich noch nicht einmal eine Traumschiff-Folge reichen würde.

Stephan

ha_ru 24.07.2019 09:11

Hallo,

ich war vor knapp 40 Jahren wissenschaftliche Hilfskraft an einem Eisenbahninstitut. Schon damals gab es viele Studien, wie man den Bahnverkehr attraktiver machen könnte. So z.B. 5 Güterumschagszentren mit Containerterminals, Entflechtung von Güter- und Personenverkehr um die Transportzeiten im Güterverkehr planbar zu machen ...

Was wurde davon realisiert? Meines Wissen nichts, da es alles Anfangsinvestionen erfordert hätten, die Politik aber Geld einsparen wollte. Die Institutsmitarbeiter haben schon damals Frust geschoben.

Wenn ich dann in dem oben zitierten Artikel lese

Zitat:

"Ein eigenes Angebot mit klassischen Schlaf- und Liegewagen ist aktuell nicht geplant", sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Nachtzüge seien ein Nischengeschäft, das nur von einem Prozent der Bahn-Kunden genutzt werde. "Da unsere Mittel begrenzt sind, stecken wir das Geld lieber in neue Fernverkehrszüge im Tagesbetrieb. Davon haben dann 99 Prozent unserer Fahrgäste etwas."
stelle ich fest:
Nichts dazugelernt. Statt ein Gesamtkonzept zu entwickeln wird einseitig auf den Personenfernverkehr geschaut. Auch beim Bahnprojekt Stuttgart-Ulm und Stuttgart 21 wird viel Geld in den Personenfernverkehr für relativ geringe Fahrzeitverkürzungen gesteckt, das an anderer Stelle jetzt fehlt.

Und 99% der Fahrgäste sind nicht im Fernverkehr unterwegs, da werden die Pendler einfach weggelassen, die fahren im Verkehrsverbund. Bei Stuttgart 21 wird keine Rücksicht auf die VVS genommen, die eh schon überfüllten U- und S-Bahnen werden ausgedünnt, zum Teil erfolgen Vollsperrungen, so dass aus 10 Minuten auch mal 40 Minuten Fahrzeit werden.

Hans

Robert Auer 24.07.2019 09:28

@amateur: Die substanzielle Antwort ist von Dat Ei gekommen. Übrigens: Dass du mit den Öffentlich Rechtlichen Programmen nicht mehr klar kommen kannst ist mir nicht wichtig. Ich suche meine Informationsquellen jedenfalls nicht danach aus was ich hören will. :oops:

Ditmar 24.07.2019 10:01

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2077102)
… kann mir aber inzwischen noch nicht einmal mehr eine Tagessschau ansehen, ohne mich innerlich zu krümmen.
Stephan

Da kann wahrlich nur noch ein Arzt helfen. :oops:

felix181 24.07.2019 10:30

Warum fällt es allen hier so schwer andere Meinungen gelten zu lassen - es ist nicht nur die eigene Meinung die wirkliche "Wahrheit".
Ich finde auch die Untergriffe gegen die Schweizer Kollegen hier erbärmlich!

Dat Ei 24.07.2019 10:39

Moin Hans,

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2077104)
ich war vor knapp 40 Jahren wissenschaftliche Hilfskraft an einem Eisenbahninstitut.

in Stuttgart? Ich weiß, eine neugierige Frage. Musst nicht antworten.


Dat Ei

Robert Auer 26.07.2019 15:38

Ist es bei euch auch angenehm warm? Wir in Schwerin haben nur 30-33 Grad Celsius und jede Menge Seen zur Abkühlung, allerdings sinken die Pegelstände mehr als vor 2018 von mir wahrgenommen.
Upps! Für die Leute mit Zweifeln, ob aktuellen Temperaturtrends nicht doch nur zu den immer wieder wärmeren und kälteren Perioden der Erde gehören und die damit an natürliche Zyklen glauben:
https://www.arte.tv/de/afp/neuigkeit...-erderwaermung
und für Leute, für die es besser ist, wenn die Erkenntnisse aus der Schweiz kommen:
https://www.welt.de/wissenschaft/art...ispiellos.html
Ich bin schon gespannt, was hier dazu widerlegt wird!:cool:

cbv 26.07.2019 19:34

33°C aber gefühlte 387% Luftfeuchtigkeit...

steve.hatton 27.07.2019 00:34

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2077006)
Vermutlich ja. Der Diebstahl von Geschäftsdaten ist in der Schweiz genauso strafbar wie überall anders in der Welt auch.

Offenbar ändert sich da inzwischen was in der Betrachtung durch Gerichte.....

Nach Deiner Theorie ist jeder Whistleblower erst mal ein Straftäter.....dann kann man auch selbständiges eigenverantwortliches Denken und Handeln verurteilen und Galileo wurde demgemäß zurecht verurteilt ?

Windbreaker 27.07.2019 08:15

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2077765)
Offenbar ändert sich da inzwischen was in der Betrachtung durch Gerichte.....

Nach Deiner Theorie ist jeder Whistleblower erst mal ein Straftäter.....dann kann man auch selbständiges eigenverantwortliches Denken und Handeln verurteilen und Galileo wurde demgemäß zurecht verurteilt ?

Naja, ich denke es kommt schon ein bisschen darauf an, woher die geleakten Informationen kommen. Geheimnisverrat ist durchaus eine Straftat. In jedem Arbeitsvertrag steht zum Beispiel ein Passus mit dem Verbot, Geschäftsinterna nicht nach außen zu tragen.

steve.hatton 27.07.2019 08:23

Allerdings sind es doch Straftaten die "verraten" werden, oder ?

Chelsea Manning ist also erst mal Verräterin ?

Oder ist Zuschauen und nichts unternehmen aktive Unterstützung/Behilfe ?

Dat Ei 27.07.2019 08:25

Zitat:

Zitat von Windbreaker (Beitrag 2077783)
In jedem Arbeitsvertrag steht zum Beispiel ein Passus mit dem Verbot, Geschäftsinterna nicht nach außen zu tragen.

Ohne das "nicht" ergibt das einen Sinn.


Dat Ei

Dat Ei 27.07.2019 08:29

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2077784)
Allerdings sind es doch Straftaten die "verraten" werden, oder ?

Welches Schweizer Gesetz wird gebrochen, wenn der Deutsche die Gewinne nicht in der Steuererklärung deklariert? Wie soll das die Bank nachvollziehen, ob er deklariert hat oder nicht?

Die Lösung besteht in bilateralen Abkommen, die zum Beispiel eine Meldepflicht der Banken an die jeweiligen Finanzämter vorsehen.


Dat Ei

Windbreaker 27.07.2019 08:32

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2077786)
Welches Schweizer Gesetz wird gebrochen, wenn der Deutsche die Gewinne nicht in der Steuererklärung deklariert?

Gar keines. Das Gesetz wird jedoch gebrochen, wenn interne Informationen von Bankkunden nach außen (deutsche Finanzämter) getragen wird. Das ist Geheimnisverrat und durchaus strafbar.

Windbreaker 27.07.2019 08:33

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2077785)
Ohne das "nicht" ergibt das einen Sinn.


Dat Ei

:top:

amateur 27.07.2019 08:41

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 2077123)
Da kann wahrlich nur noch ein Arzt helfen. :oops:

Für mich war die Tagesschau immer ein neutrales Informationsmedium. Natürlich ist die Auswahl der Informationen schon subjektiv, aber ansonsten wurden mehr oder weniger einfach Fakten genannt. Heute klingt in allem eine Wertung mit. Ganz doll bei Tagesthemen und dem Heute Journal. Die Welt wird einem erklärt, auch wenn es sich nicht um einen eindeutigen Kommentar handelt. Darauf reagiere ich sehr empfindlich, unabhängig vom Inhalt und wie konform ich gehe.

Der DLF kriegt das noch ganz gut hin, wird aber immer weiter kastriert. Warum?

Stephan

chefboss 27.07.2019 08:47

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2077786)
Die Lösung besteht in bilateralen Abkommen, die zum Beispiel eine Meldepflicht der Banken an die jeweiligen Finanzämter vorsehen.
Dat Ei

Die Lösung war die Quellensteuer. Aber Grosseuland mit seinen vielen Beamten möchte ja selber verwalten. Solange bilaterale Verträge an fremde Richter verknüpft werden, sehe ich in diesen Verträgen bei unserer direkten Demokratie keine Fortschritte.

amateur 27.07.2019 08:51

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2077110)
Ich suche meine Informationsquellen jedenfalls nicht danach aus was ich hören will. :oops:

Das ist eine einfache Unterstellung. Nach whataboutism kommt die moralische Abwertung des anderen. Du folgst dem Muster nach Plan. Wenngleich Du das sehr subtil machst. :D

Ausgangspunkt war übrigens ein NZZ Artikel, den Du als Quelle von Kritik abwerten wolltest, weil er aus der Schweiz kommt und dort ja auch Geldwäsche und Steuerhinterziehung gibt, was mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hatte und sich jetzt ganz weit vom Thema Friday for Future entfernt.

Ich suche mir die Informationsquellen nicht danach aus, was ich hören will, sondern wie ich es hören will. Ausgewogen, sachlich, möglichst nicht nur einzelne Aspekte beleuchtend. Das „Welt verstehen“ will ich selbst übernehmen und auch selbst kontinuierlich adaptieren.

Stephan

steve.hatton 27.07.2019 08:58

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2077786)
Welches Schweizer Gesetz wird gebrochen, wenn der Deutsche die Gewinne nicht in der Steuererklärung deklariert? Wie soll das die Bank nachvollziehen, ob er deklariert hat oder nicht?
Dat Ei


Mei nett....

Theoretisch könnte das schwer sein, in der Realität vermute ich mal wissen die Banker mehr als genug wenn vom Oligarchen ein Sack Kohle eingebunkert werden soll oder der deutsche Michel alle 4 Wochen mit 10k vorbeikommt.....

Das nennt man denn Sorgfaltspflicht....

Und in Arbeitsverträgen grundsätzlich strafrechtliche Exitregeln einzubauen wäre schon mal ein Schritt - sprich der Schutz der Geheimhaltung wird mit strafrechtlicher Relevanz umgehend obsolet.

Vielleicht nicht direkt vergleichbar, aber man kann den Gruntenor gut erkennen:

In einem Kaufvertrag über eine bestehende Immobilie kann ich Gewährleistungen ausschließen, so weit so gut, aber sobald Arglist ins Spiel kommt ist der Mangelausschluss für die Katz - so zB kann man der Rückkehr von Moral und Anstand etwas unter die Arme greifen...

Robert Auer 27.07.2019 09:40

@amateur: Ich habe nicht vor, jemanden etwas zu unterstellen! Aber ich vertrete meine eigene Meinung und setze mich dafür ein, dass wir uns alle wieder mehr auf Solidarität zum Schutz der Umwelt und den Schutz unserer Gesellschaft konzentrieren. Vielleicht brauchen wir ja auch noch mehr Rutger Bregman?

turboengine 27.07.2019 09:59

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2077666)
https://www.arte.tv/de/afp/neuigkeit...-erderwaermung
und für Leute, für die es besser ist, wenn die Erkenntnisse aus der Schweiz kommen:
https://www.welt.de/wissenschaft/art...ispiellos.html
Ich bin schon gespannt, was hier dazu widerlegt wird!:cool:


Gähn. Lies doch mal, wie veröffentlichte Wissenschaft heute funktioniert:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/...a-1154483.html

Die Behauptung, das es früher keine Globale Erwärmung gab ist ganz sicher falsch. Die Warmphase im Mittelalter war global.

Mit einem riesigen aber lücken- und fehlerhaften Datensatz kann ich Dir alles beweisen. Am besten etwas, was zur aktuellen Jahreszeit und und dem Erregungsgrad von gretatistischen Redaktionen passt.

Robert Auer 27.07.2019 10:06

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2077812)
Gähn. Lies doch mal, wie veröffentlichte Wissenschaft heute funktioniert.....

Es hätte mich sehr gewundert, wenn ich von dir zu diesem Thema nichts mehr gehört hätte. Leider ist es für mich nichts Neues. :roll:

Dat Ei 27.07.2019 10:08

Zitat:

Zitat von Windbreaker (Beitrag 2077788)
Gar keines. Das Gesetz wird jedoch gebrochen, wenn interne Informationen von Bankkunden nach außen (deutsche Finanzämter) getragen wird. Das ist Geheimnisverrat und durchaus strafbar.

Sehe ich genauso.

Bei der Anlage von Geld im Ausland gibt es mindestens drei Aspekte, die rechtlich relevant im Heimatland des Anlegers sein können:

a) Transfer ins Ausland: steuerfrei, muss aber ab 10k€ deklariert werden,
b) Gewinne im Ausland: sind steuerlich relevant und müssen deklariert werden
c) Transfer ins Inland: steuerfrei, muss aber ab 10€ deklariert werden

Bei a) und c) sind entweder meldepflichtige Banken involviert, oder der Anleger muss beim Grenzübertritt eine Anmeldung vornehmen. Bei b) melden Banken den Gewinn dem FA, sofern Rechtsabkommen oder ein gemeinsamer Rechtsraum existieren. Ansonsten ist es die Aufgabe des Anlegers. Die ausländische Bank erfüllt in dem Fall nur die rechtlichen Anforderungen im eigenen Land.


Dat Ei

Orbiter1 27.07.2019 11:14

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2076599)
Du vergisst die vierte Dimension: die Zeit. Mal exportieren die einen mehr, mal die anderen. Und wenn man Schulden gemacht hat, muss man die auch irgenwann zurückzahlen.

Normalerweise.

Es sei denn, man erfindet so was cooles wie die Target-2 Salden im Euro-System. Dann zahlen am Ende immer die Deutschen.

https://de.statista.com/statistik/da...-euro-laender/


Die Italienische Nationalbank hat von den deutschen und luxemburgischen Geschäftsbanken italienische Staatstitel zurückgekauft und mit Target Saldo bezahlt - Spanien auch.

https://www.youtube.com/watch?v=shZv3MtokAY

Wenn also die italienische Nationalbank bankrott geht, sind rund 400 Milliarden Guthaben der Deutschen futsch. Das kann schnell passieren, denn die Italienische Nationalbank ist streng formal gesehen privatwirtschaftlich organisiert und hat gerade mal 7.5 Mia. Aktienkapital. Italien kann also bei einem Euro-Austritt seine Nationalbank hopps gehen lassen und danach einfach eine neue gründen.

Zusammen mit den noch auflaufenden Kosten der vermurksten Energiewende ist man da in D schon im Billionenbereich an zukünftigen Belastungen.

Uff.

Diesen groben Unfug kann man nicht so stehen lassen. Um nur 2 Punkte aufzugreifen. Die Target-Salden bestehen nicht zwischen den Notenbanken der Eurozone untereinander sondern immer zwischen der nationalen Notenbank und der EZB. D. h. wenn Italien keine Lust mehr hat die 485 Mrd € Target 2 Defizit (Stand Mai 2019) auszugleichen sind davon alle anderen 18 Eurozonenstaaten mit ihrem EZB-Anteil betroffen (für Deutschland wären das ca 27%).

Die Idee Italien könnte sich mal eben aus dem Euro verabschieden, die mit 485 Mrd defizitäre nationale Notenbank schließen und eine unbelastete neue Notenbank mit der Währung Lira öffnen ist selbstverständlich nur in der Theorie machbar. Dazu sollte man sich einmal mit dem beschäftigen was im Hintergrund passiert wenn Manfrotto einen LKW ihrer Produkte von Italien nach Deutschland schickt. Mit Hintergrund ist der Papierkram (Zollformalitäten) und der monetäre Geldfluss gemeint. Um es kurz zu machen. Sollte Italien mit ihrer Notenbank wie oben beschrieben verfahren wird die EZB den Außenhandel (Im- und Export) zwischen der Eurozone und Italien für beendet erklären. Kleiner Hinweis, ca 50% der italienischen Exporte gehen in die Eurozone. Aufgenommen wird der Außenhandel erst wieder wenn sich die italienische Regierung und Notenbank zu einer Tilgung ihrer Target-Verbindlichkeiten verpflichtet haben. Das es eine extreme Abhängigkeit Italiens von der Eurozone und ihren 18 Mitgliedsländern gibt haben inzwischen sogar die Maulaufreisser Salvini und Di Maio kapiert. Seitdem hört man nicht mehr viel von ihnen zum Thema Euro-Austritt. Diesen Unfug verbreiten hier in Deutschland eigentlich nur noch EU- und Euro-feindliche AfD-Funktionäre.

turboengine 27.07.2019 11:18

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 2077813)
Leider ist es für mich nichts Neues. :roll:

Wieso bringst Du dann immer diese marktschreierischen Nachrichtenmeldungen an? Kannst Du Dir nicht eigene Gedanken machen?

cbv 27.07.2019 12:13

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2077791)
Für mich war die Tagesschau immer ein neutrales Informationsmedium.

You made my day.

Robert Auer 27.07.2019 13:26

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2077834)
Wieso bringst Du dann immer diese marktschreierischen Nachrichtenmeldungen an? Kannst Du Dir nicht eigene Gedanken machen?

Ich bringe keine marktschreierischen Nachrichten, sondern das zum ernsten Thema passende, dessen Inhalt ich für die Beurteilung und Bildung einer eigenen Meinung für nützlich halte. Der Gegenpart wird ja durch dich abgedeckt.
Da ich mich rund um informiere und nicht nur das lese was in mein Weltbild passt, fühle ich mich auch in der Lage, ohne Greta Phobie zu argumentieren.

hajoko 27.07.2019 15:17

@ Robert Auer, sehr gut gekontert :top:

turboengine 27.07.2019 16:24

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 2077832)
Diesen groben Unfug kann man nicht so stehen lassen.

Da ich beruflich mit der Finanzmarktregulierung zu tun habe möchte ich hier noch darauf antworten, auch wenn es zusehends OT wird:

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 2077832)
Die Target-Salden bestehen nicht zwischen den Notenbanken der Eurozone untereinander sondern immer zwischen der nationalen Notenbank und der EZB. D. h. wenn Italien keine Lust mehr hat die 485 Mrd € Target 2 Defizit (Stand Mai 2019) auszugleichen sind davon alle anderen 18 Eurozonenstaaten mit ihrem EZB-Anteil betroffen (für Deutschland wären das ca 27%).

Das wäre im Falle „Business as usual“ korrekt. Wenn es hart auf hart kommt müssen wir uns mit einem sogenannten Stresszenario auseinandersetzen.

Die Tragetsalden unterliegen einem Virtuellen Clearing. Allerdings müssen nur Geschäftsbanken die Salden täglich ausgleichen, Zentralbanken müssen das nicht. Theoretisch könnte die EZB beim Autritt Italiens aus dem Euro verlangen, dass Italien sein Saldo ausgleicht, bzw. collateralisiert. Allerdings hat die EZB keinerlei Durchsetzungsmöglichkeit, sie kann ja schlecht Truppen nach Italien schicken. Italien wird das also nicht tun. Da Italien die drittgrösste Volkswirtschaft Im Euro ist, wird das Eurosystem in dem Fall am Ende sein, die EZB auf einem Haufen wertloser Staatspapiere aus Italien und Spanien sitzen und mit Sicherheit die Aussenstände der Deutschen Bundesbank mit harter Währung bedienen können. Dann „isch over“.

Welche Geisteshaltung die derzeitige italienische Regierung hat, sieht man an der Ankündigung sogenannte MiniBots ausgeben zu wollen. Das sind Staatsanleihen in kleinen (Mini) Stückelungen von 1,2,5,10,20,50,100, 200 und 500 Euro welche von der Regierung zur Begleichung von Steuerforderungen akzeptiert werden.

https://www.handelsblatt.com/finanze...a1fetm2lD3-ap6

Diese Bots werden sicher mit Abschlag gegenüber dem Nominalwert gehandelt werden, aber Italien gibt damit de facto eine Alternative Währung aus. Das ist Falschmünzerei mit Papiergeld. Aus ähnlichen Gründen wurde Griechenland 1908 schon aus der dem Euro vorausgegangenen Europäischen Währungsunion - der lateinischen Münzunion - rausgeworfen.

Italien benutzt diese Minibots als Druckmittel und verlangt von der EZB die Löschung der von ihr im QE-Programm aufgekauften Italienischen Staatstitel. Wir können auch davon ausgehen, dass Italien das Targetsystem hiermit umgeht und bereits die Ausgabe nationaler Währung vorbereitet.

Wenn Italien aus dem Euro aussteigt (Italien ist die drittgrösste Volkswirtschaft der EU) ist der Euro am Ende und die Targetsalden kann man in den Kamin schreiben. Es wäre nicht das erste mal, dass Gesetz und Praxis beim Euro nichts miteinander zu tun haben.

Da die Targetsalden nich kollateralisiert sind, ist es komplett egal gegen wen man die Forderungen hat. Das Geld ist futsch - so oder so.

Niemand in der Finanzwirtschaft, ich wiederhole niemand, gibt mehr einen, Pfifferling auf den Lissabonvertrag und die Statuten der EZB. Mit Frau Lagardè vorne dran schon zweimal nicht.

Ein interessanter Vortrag hierzu war kürzlich and der Fachhochschule in München von Hanns-Werner Sinn.

https://youtu.be/9b8IRUGzPRk

Die jungen Leute sollten sich auch hierüber Sorgen machen und demonstrieren. Mo-Do ist ja noch Zeit.

BeHo 27.07.2019 16:26

Zitat:

Zitat von hajoko (Beitrag 2077885)
@ Robert Auer, sehr gut gekontert gegen turboengines Populismus :top:

Auch wenn es schwer fällt - mir juckt(e) es auch des öfteren im Finger, und ich machte leider auch schon viel zu oft den Fehler -, sollte man solche Graben schaffende Schlagworte in einer sachlichen Diskusdion vermeiden.

@Klaus: Das, was Du Denjenigen vorwirfst, die einen stattfindenden anthropogenen Klimawandel als sehr wahrscheinlich erachten, machst Du selbst teilweise noch viel exzessiver bzgl. Deiner Einlassungen zu Medien, Politik und Wissenschaft. Zumindest empfinde ich das so. Gleichzeitig vermisse ich bei Dir aufgrund Deiner Einlassungen eine Meinung zu den Handlungsmöglichkeiten. Einfach alles machen lassen, was möglich ist? Der winzige halbwegs runde Krümel im Weltall, auf dem wir leben und auch derzeit nur lebensfähig sind, ist wohl noch einige Millionen Jahre zur Selbsheilung fähig. Dazu braucht es keine Menschen. Aktuell geht es um Risikoeinschätzungen für einen winzigen Zeitraum von ein paar Menschengenerationen, die von unseren aktuellen Entscheidungen beeinflusst und evtl. gefährdet werden. Egal welche Entscheidungen getroffen werden, Verlierer wird es auf jeden Fall geben. Mir könnte es ja eh komplett egal sein, da sich mein egoistisches Gen nicht durchsetzen konnte/wollte.

P.S.: Ohne Protestbewegungen hätten wohl sehr viele Menschen heute eine schlechtere "Lebensqualität".

hajoko 29.07.2019 12:17

Heute ist Erdüberlastungstag, das heißt: Wir haben für dieses Jahr unsere natürlichen Ressourcen aufgebraucht. Was wir jetzt bis Jahresende noch an nachwachsenden Rohstoffen verbrauchen, übersteigt die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen. Das hat die Organisation Global Footprint Network ausgerechnet, und damit nicht genug. In den vergangenen Jahren ist der Verbrauch immer weiter gestiegen, vor 20 Jahren lag der Tag, ab dem die Menschen aus ökologischer Sicht über ihre Verhältnisse leben, noch im September. Noch mieser wird die Bilanz, wenn wir das nicht auf die Weltbevölkerung, sondern auf uns Deutsche beziehen. Die Weltbevölkerung beansprucht derzeit die Ressource von 1,75 Erden, wir Deutschen verbrauchen hochgerechnet drei Erden. Würden also alle wie wir leben, wäre der Erdüberlastungstag schon am 3. Mai gewesen.

Dat Ei 29.07.2019 12:32

Zitat:

Zitat von hajoko (Beitrag 2078389)
Die Weltbevölkerung beansprucht derzeit die Ressource von 1,75 Erden, wir Deutschen verbrauchen hochgerechnet drei Erden. Würden also alle wie wir leben, wäre der Erdüberlastungstag schon am 3. Mai gewesen.

Was lernen wir daraus?

a) Gut, dass es so wenige Deutsche gibt.
b) Wir sollten sämtliche Formen der Familienförderung einstellen.

Im Ernst: der Aspekt der wachsenden Weltbevölkerung geht oft bei dem Thema unter. Da wird das Eis politisch halt sehr schnell sehr dünn.


Dat Ei


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