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Panflam 05.05.2023 17:28

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2274947)

Rahmenbedingungen zu setzen, ist das eine. Nur müssen sie realistisch (umsetzbar) sein, und dürfen nicht das Kind mit dem Bade auskippen. Binnen weniger Jahre Kohle, Atom und Gas als Energiequelle abzumoderieren, aber gleichzeitig den Bedarf an elektrischer Energie durch Themen wie E-Mobilität, Wärmepumpen oder Verbote und Strafzahlungen für Industrie anzukurbeln, wird nicht funktionieren. Die Transformation, ihre Geschwindigkeit und ihre Machbarkeit ist der Schlüssel zum Erfolg, nicht der reine Wille.


Dat Ei


Zusätzlich werden die Kosten durch Schäden (Unwetter, Hochwasser, Trockenzeiten usw.) die der Klimawandel verursacht und die Schutzmaßnahmen dafür weitere Summen verschlingen. Dies lässt man all zu gern außer Acht.

Gruß Jörg

steve.hatton 05.05.2023 17:28

Also über Herrn Mehdorn brauchen wir wohl nicht mehr zu sprechen, er wolltee die Bahn schneller als das Flugzeug machen weil er bei Dornier schon versagt hatte - mein verstorbener Schwager litt schon "unter ihm".
Wenngleich er mit den drei Zerstörern der Infrastruktur ("Sueddeutsche Zeitung" zu den letzten Verkehrsministern vor Wissing) würdige Nachfolger / Helfer in der Sache hatte.

Die Transformation wurde wann beschlossen - (ja Rot-Grün) - was wurde von wem dann nicht umgesetzt?

Das ist ja eine einfache Sache, man behindert die Transformation politisch wie industriell, da ist ein Oligopol sehr praktisch, um ja mit dem alten Scheiß weiter machen zu können.

Das Kind ist schon längst mindestens halb aus der Wanne - durch böswillige Unterlassung!!!

Ich hätte mir auch vorstellen können die KKWs (3 oder 6) weiter laufen zu lassen, bis der Rest umgesetzt ist, aber eigentlich hat das das Volk so beschlossen, als sie seinerzeit ROt-Grün gewählt haben, oder stand das in keinem Wahlprogramm?

Ansonsten empfehle ich die Sendung zu Tchernobyl auf zdf Info........

peter2tria 05.05.2023 17:37

Wenn ich mich wählen lasse, muss ich das managen, was ich vorfinde.
Da hilft es nicht sich dahinter zu verstecken, dass die Vorgänger zu wenig gemacht haben, wenn man was beschließt, was nicht machbar ist.
Man will im Zweifel nur davon ablenken, dass man keine Lösung hat - oder andere nehmen einen mit dem Argumentin Schutz.

steve.hatton 05.05.2023 17:44

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2274945)
Das ist alles richtig, aber bei Licht besehen hat die böse Regierung Merkel damit eine Menge Geld NICHT ausgegeben und trotzdem ein ordentliches Defizit behalten.

Da man Geld üblicherweise nur einmal ausgeben kann - wo hätte man denn eigentlich einsparen sollen um die Dinge die du hier richtig nennst zu finanzieren? Die Frage gilt auch heute, wo der Staat trotz Rekordsteuereinnahmen und den zweithöchsten Abzügen der Welt nicht mit dem Geld auskommt. Wo würdest du sparen? Und bitte jetzt nicht wieder die ominöse Reichensteuer, egal wie man die skalieren würde wären die Einnahmen nur Symbolik.

Nicht nur, aber das ist ein anderes Thema.

Die entscheidende Frage ist, was kostet mehr, die Welt weiter zu schädigen und die Konsequenzen auszubaden (zu finanzieren) oder die Wende zu finanzieren.

Ersteres könnte richtig teuer werden.

Zudem werden immer Panik-Rechnungen aufgemacht. Man muss nicht jeder Haus rundherum dämmen, neue Fenster einbauen und das Dach dämmen und die Kellerdecke und die Heizkörper ersetzen - er reichen meist 2-3 Maßnahmen , also auch ohne die Brandbeschleuniger an die Wan zu pappen! Aber es werden Kosten von 150.000 € für Oma´s Häuschen hochgerechnet und damit wird Panik geschürt.

Viel schlimmer ist, dass aktuell Wohnungbaugesellschaften massenweise Gasetagenheizungen bestellen und einbauen, obwohl die alten noch prima 10-20 Jahre laufen könnten, um 30 Jahre ihre Ruhe zu haben - das Problem der Politik ist oft dass sie gar nicht so schlecht denken kann, wie die Vermeider agieren !

Der Verkauf von Vissmann ist auch so eine Sache: Sind sie zu klein für den Markt der Wärmepumpen und haben wirklich keine Chance gegen die großen Amerikaner und Asiaten oder wollen Sie einfach bequem das Buch in Deutschland zumachen ......

Auch die Preissteigerungen von 100% in 2 Jahren sind ganz interessante Auswirkungen einer schläfrigen Kartellbehörde.

steve.hatton 05.05.2023 17:47

Zitat:

Zitat von peter2tria (Beitrag 2274971)
Wenn ich mich wählen lasse, muss ich das managen, was ich vorfinde.
Da hilft es nicht sich dahinter zu verstecken, dass die Vorgänger zu wenig gemacht haben, wenn man was beschließt, was nicht machbar ist.
Man will im Zweifel nur davon ablenken, dass man keine Lösung hat - oder andere nehmen einen mit dem Argumentin Schutz.

Ich glaube es versteckt sich niemand. Natürlich muss ich je nach Vorgänger "Unterlassenes" auf den Weg bringen - und dann halt schneller - wie gesagt, die Alternative ist sehr sehr wahrscheinlich deutlich teurer!

Und wer sagt, dass es nicht machbar ist ?

turboengine 05.05.2023 20:08

Habt ihr noch ein leeres Sparschwein? Ja? Dann ganz schnell auffüllen, denn ihr dürft bald ganz viel Geld für verbilligten Strom für die Industrie löhnen…

Der Strom für die Industrie soll subventioniert werden - und das ganze wird wieder mit einem sehr schönen Namen „geframed“: „Brückenstrompreis“.

Zitat:

Die Kosten für den sogenannten „Brückenstrompreis“ schätzt das Wirtschaftsministerium auf der Basis der aktuellen Prognosen zur Entwicklung der Strompreise bis 2030 auf 25 bis 30 Milliarden Euro.
https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-18870972.html

Kraftwerke abschalten - den Preis damit hochtreiben und dann heruntersubventionieren.
Toll!

Dat Ei 06.05.2023 10:03

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2274970)
Also über Herrn Mehdorn brauchen wir wohl nicht mehr zu sprechen, er wolltee die Bahn schneller als Fdas Flugzeug machen weil er bei Dornier schon versagt hatte - mein verstorbener Schwager litt schon "unter ihm"w.

doch, da sollte man durchaus drüber sprechen. Der Bund als 100%iger und alleiniger Aktieninhaber des Konzerns übt durch die Besetzung des Vorstandsvorsitzenden seinen Einfluss auf die Firmenpolitik aus. Die Besetzung des Postens mit Mehdorn durch Rot-Grün ist daher kein Zufall, sondern eine Willensäußerung.

Das Ziel Mehdorns und der damaligen Zeit, den Hochgeschwindigkeitsverkehr deutschland- und europaweit auszubauen und zu stärken, und damit auch dem Luftverkehr Marktanteile abzuknapsen, hatte und hat durchaus seine Berechtigung. Es galt und gilt die Faustformel, dass die Schiene der Luft bei Reisezeiten bis zu 4 h überlegen ist. Wenn man in den 4 h immer längere Strecken zurücklegen kann, so gräbt das der Luft immer längere Relationen ab. Das Problem war damals wie heute, die Kleinstaaterei überhand nahm und nimmt, Prozesse immer komplexer und langsamer wurden und Planfestellungsverfahren durch diverseste Protestgruppen und Klagewellen zum Erliegen kamen. Die, die mehr Verkehr auf der Schiene haben wollten und wollen, sind auch die ersten, die gegen Bahninfrastrukturprojekte vorgehen.

Mehdorns größte Fehler sind eher in seinen Börsenplänen (oder waren es doch die Pläne aus Berlin?) zu sehen, die ihn einen Sparkurs haben einschlagen lassen, der mehr an Geiz, denn an Sparsamkeit grenzte. Die Bahn hat sich kaputt gespart.

Die Bahn führte in den Nullerjahren ein degressives Preissystem ein, das längere Verbindungen deutlich im Preis senkte. Zur finanziellen Kompensation stampfte man die BahnCard ein. Das führte dann zu zusätzlichen, wirtschaftlichen Problemen, als auf Druck der Politik, der Gewerkschaften und der Straße die BahnCard wieder ins Leben gerufen wurde, man aber den Tarif auf dem bestehenden Niveau ließ. Auch damals war die Verstrickung von Politik und Bahn schon nicht glücklich, und die Bahn oftmals ein Spielball der Politik und der politischen Lager. Da braucht man sich auch nicht mehr über die Hauruck-Aktionen wie 9,-€- und 49,-€-Ticket wundern...


Dat Ei

Gepard 06.05.2023 20:15

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2274988)
Habt ihr noch ein leeres Sparschwein? Ja? Dann ganz schnell auffüllen, denn ihr dürft bald ganz viel Geld für verbilligten Strom für die Industrie löhnen…

Genau das hab ich auch sofort gedacht. Ich glaube das in einigen Jahren der Strom bei uns so teuer ist, das er für einen goßteil der Bevölkerung zum Luxusgut wird.
Ob Heizen mit Strom über Wärmepumpe dann noch finanzierbar ist?
Wenn ich den Strom für 6 Cent/kwh kriege, könnte ich auch mit Heizlüfter Heizen.

steve.hatton 06.05.2023 21:26

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275007)
Moin, moin,



doch, da sollte man durchaus drüber sprechen. Der Bund als 100%iger und alleiniger Aktieninhaber des Konzerns übt durch die Besetzung des Vorstandsvorsitzenden seinen Einfluss auf die Firmenpolitik aus. Die Besetzung des Postens mit Mehdorn durch Rot-Grün ist daher kein Zufall, sondern eine Willensäußerung.

...

Und das war in den Jahren nach Mehdorn besser ?

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275007)
Es galt und gilt die Faustformel, dass die Schiene der Luft bei Reisezeiten bis zu 4 h überlegen ist. Wenn man in den 4 h immer längere Strecken zurücklegen kann, so gräbt das der Luft immer längere Relationen ab. ...

Das wäre sinnvoll.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275007)
...Das Problem war damals wie heute, die Kleinstaaterei überhand nahm und nimmt, Prozesse immer komplexer und langsamer wurden und Planfestellungsverfahren durch diverseste Protestgruppen und Klagewellen zum Erliegen kamen. ...

Komisch, dass dennoch Autobahnen gebaut werden können....

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275007)
.. Die, die mehr Verkehr auf der Schiene haben wollten und wollen, sind auch die ersten, die gegen Bahninfrastrukturprojekte vorgehen.

Das kannst DU so klar verifizieren - respekt.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275007)
Mehdorns größte Fehler sind eher in seinen Börsenplänen (oder waren es doch die Pläne aus Berlin?) zu sehen, die ihn einen Sparkurs haben einschlagen lassen, der mehr an Geiz, denn an Sparsamkeit grenzte. Die Bahn hat sich kaputt gespart.

Naja, die schwarze Null muss irgendwie finanziert werden....

Zu den Sparplänen weise ich nur mal auf Eschede hin. Das Unterlassen von Wartungen ist m.E. grob fahrlässig und hätte bei unbeeinflusster Rechsprechung sicher zu massiven Problemen geführt....das hat sich der Eigener möglicherweise selbst gerettet und den Vorstand vor einen m.E. gerechtfertigten Haftstrafe bewahrt.

Ich bin nur froh, dass ich just in dieser Zeit meine wöchentliche Tour von Augsburg nach Hamburg auf "Augsburg Airways" umgestiegen bin, sonst müsstet ihr meine Ergüsse hier nicht ertragen. Der Röntgen wäre mein Zug gewesen.

Aber es gibt ja heute noch genug Auswirkungen der Unterlassungen der Bahn....

"Alle reden vom Wetter - wir nicht"
ist sehr lange vorbei.

Die Quartalsfixierung der BWler lässt für "Zukunft" keinen Raum.

turboengine 07.05.2023 09:01

Zitat:

Zitat von Gepard (Beitrag 2275071)
Ob Heizen mit Strom über Wärmepumpe dann noch finanzierbar ist?

Das wird zunehmend zum Problem. Man möchte ja die CO2-Emissionen immer weiter verteuern aber dadurch wird auch die Energieerzeugung auch immer teuerer, weil Deutschland ja durch ideologische Verbohrtheit und die geographischen Gegebenheiten auf Dauer nicht von fossilen Kraftwerken wegkommt.

Man wird jetzt durch die Verbotspolitik bei Gebäudeheizung und Auto von Elektrizität abhängig gemacht und später dann umso mehr abkassiert. Die durch Steuern finanzierten Subventionen werden dann abgebaut und den Verbrauchern aufgehalst (Verursacherprinzip). Aber die Subventionierung von Industriestrom wird wohl dauerhaft so bleiben müssen.

Leider verstehen das die Leute einfach nicht (mehr), weil sie von den Medien eingelullt werden. Auch das Framing des Bundeswirtschaftsministeriums („Brückenstrompreis“) wird nichts daran ändern, dass hier eine Dauersubventionsmaschine installiert wird.

Denn wann die „Brücke“ endet vermag man anhand anderer Großprojekte erahnen. Und wer das in der Zwischenzeit bezahlt kann man an der Steuer- und Abgabenquote für Arbeitnehmer ablesen.

https://www.oecd-ilibrary.org/sites/...709-b1ed73e076

Deutschland ist sowohl Vizeuropa- wie auch Vizeweltmeister bei der Abgabenquote. Nur Belgien ist weltweit noch höher bei der Abgabenlast. Leider zahlen EU-Beamte keine Steuern - ich wäre überzeugt dann sähe die Politik auch anders aus.

Es ist mir ein Rätsel wie man angesichts dieser desaströsen Zahl auch noch weitere Subventionen für die Energieversorgung beschließen kann. Die dümmste Energiepolitik der Welt ist schon teuer, aber offenbar noch nicht teuer genug.

Und durch die Verbotspolitik wird es auch nicht bei den rekordhohen Steuern und Abgaben bleiben, sondern auch die Wohnkosten und die Verbraucherpreise werden steigen - „Greenflation“. Aber der Frosch lässt sich langsam kochen…

steve.hatton 07.05.2023 09:47

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2275099)
...

Deutschland ist sowohl Vizeuropa- wie auch Vizeweltmeister bei der Abgabenquote. Nur Belgien ist weltweit noch höher bei der Abgabenlast. Leider zahlen EU-Beamte keine Steuern - ich wäre überzeugt dann sähe die Politik auch anders aus.

…

Das Wort zum Sonntag - da hast Du wohl recht.

Dummerweise schicken wir auch noch unsere "Restposten" in die EU.....

turboengine 07.05.2023 10:09

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Die Quartalsfixierung der BWler lässt für "Zukunft" keinen Raum.

Auf BWLer zu schimpfen ist immer gerne gesehen aber wohlfeil. Viel Unsinn wäre aber dann auch nicht möglich wenn man die Grundsätze der Wirtschaft beachten müsste:

Z.B. hier:

Rom fährt Müll zur Verbrennung nach Amsterdam - und die EU und die Schweiz subventionieren das Ganze.

Zitat:


Roms Abfall rollt jetzt durch den Gotthard

Seit Anfang April werden wöchentlich 900 Tonnen gemischter Abfall zur Verbrennung nach Amsterdam transportiert – durch den Gotthard-Basistunnel.
https://www.nzz.ch/schweiz/die-stadt...ard-ld.1736636

Das subventioniere ich indirekt mit, da von der Strassenverkehrsabgabe der Bahnverkehr mitfinanziert wird. Soviel zum Sinn von Staatswirtschaft vs. BWL.

Schweine mit Brot füttern…
https://www.forum-ddr-grenze.de/t148...n-der-DDR.html

steve.hatton 07.05.2023 23:11

Ja den Mülltransport las ich auch grad in der NZZ - Kurioses zum Wochenede?

Dat Ei 08.05.2023 08:21

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Und das war in den Jahren nach Mehdorn besser ?

wie ich hier bereits mehrfach schrieb, war und ist die Finanzierung der Bahn seit Jahrzehnten eher eine On-/Off-Beziehung und nicht von Konstanz und Strategie geprägt. Die Mehdorn-Zeit fällt in die Rot-Grüne-Zeit und zeigt, dass hier genauso schwach agiert wurde, wie in den Zeiten konservativer Regierungen.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Das wäre sinnvoll.

Die Arbeitsthese, dass Bahnverbindungen, die kürzer als 4h dauern, Verkehr von der Luft auf die Schiene verlagern, haben Experten bereits im letzten Jahrtausend gepredigt. Dennoch haben sich insbesondere die Grünen mit dem Thema HGV sehr schwer getan und diesen, wo es ging, torpediert. Erst seit wenigen Jahren ist auch bei ihnen die Erkenntnis angekommen, dass der HGV ein probates Mittel gegen den Wahnsinn der inländischen Flüge ist. Der Bedarf, lange Distanzen in kurzer Zeit zu bewältigen, ist einfach gegeben, insbesondere im Bereich der Geschäftsreisenden. Dieses Reisendensegment bekommt man mit prohibitiven Preisen für Flugreisen nicht weg definiert, sondern muss ihnen bessere Alternativen bieten, wie z.B. den HGV. Bei gleicher Reisedauer ist die Zugfahrt viel entspannter und kann produktiv genutzt werden. Flugreisen bestehen aus vielen, kurzen
Abschnitten (Anfahrt Flughafen, Einchecken, Boarding, Start-/Flug-/Landephase, Aussteigen, Fahrt vom Flughafen zum Ziel), die nur wenig produktive Zeit erlauben.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Komisch, dass dennoch Autobahnen gebaut werden können....

Bahn- und Autobahnnetz haben seit der Wende eine unterschiedliche Entwicklung genommen. Im Schienennetz haben wir eine Konsolidierung und Neuausrichtung gesehen, dass rein kilometrisch zu einer Reduktion der Streckenkilometer geführt hat. Den Streckenstilllegungen unwirtschaftlicher Strecken, insbesondere im zu dichten Netz der Deutschen Reichsbahn, stehen die großen Neubaustrecken gegenüber, von denen einige im Rahmen der VDE-Maßnahmen (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) erfolgten. Das Autobahnnetz ist in 26 Jahren ca. 18% gewachsen, wobei der Zuwachs in den neuen Bundesländern überproportional war.
Man wird auch zukünftig einen weiteren Ausbau des Autobahnnetzes benötigen, um den Bedarf decken zu können. Das hat die zuletzt vorgestellte Langfristprognose wieder gezeigt.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Das kannst DU so klar verifizieren - respekt.

Schein nur ein kleiner Respekt zu sein, aber immerhin Respekt. Ist aber nicht nötig - ist schlicht beruflich bedingt.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Zu den Sparplänen weise ich nur mal auf Eschede hin. Das Unterlassen von Wartungen ist m.E. grob fahrlässig und hätte bei unbeeinflusster Rechsprechung sicher zu massiven Problemen geführt....das hat sich der Eigener möglicherweise selbst gerettet und den Vorstand vor einen m.E. gerechtfertigten Haftstrafe bewahrt.

Das ist aber auch knapp am Aluhut vorbei, oder?


Dat Ei

frame 08.05.2023 14:23

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275169)
Bei gleicher Reisedauer ist die Zugfahrt viel entspannter und kann produktiv genutzt werden. Flugreisen bestehen aus vielen, kurzen
Abschnitten (Anfahrt Flughafen, Einchecken, Boarding, Start-/Flug-/Landephase, Aussteigen, Fahrt vom Flughafen zum Ziel), die nur wenig produktive Zeit erlauben.

du vergisst dabei dass Geschäftsreisen sehr oft ausserhalb des Landes beginnen oder enden und es dann um Zubringer- oder Anschlussflüge geht - da ist das Umsteigen in den nächsten Flieger halt sehr viel einfacher. Viele deutsche Flughäfen sind nur sehr umständlich an das HGV-Netz angebunden ...

frame 08.05.2023 14:31

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2275099)
Es ist mir ein Rätsel wie man angesichts dieser desaströsen Zahl auch noch weitere Subventionen für die Energieversorgung beschließen kann. Die dümmste Energiepolitik der Welt ist schon teuer, aber offenbar noch nicht teuer genug.

Da denke ich nun komplett anders. Die deutsche Bevölkerung will diese Energiewende, nicht die Industrie. Dann soll die Bevölkerung gefälligst auch die Party bezahlen und sich nicht beklagen wenn die bösen Unternehmen nicht mitmachen.

Wir haben sehr hohe Arbeitskosten, unsägliche Regulierung und Bürokratie, wie sollen Unternehmen die auf dem Weltmarkt agieren nun auch noch mit den höchsten Energiepreisen zurechtkommen? In einem grossen Teil der deutschen Wirtschaft laufen Pläne um Standorte zu verlagern.

Und wenn das dann so ist dann haben wir kein Kostenproblem mehr mit dem Strompreis sondern ein Einahmeproblem - keine Arbeitsplätze mehr. Wer kein Geld verdient kann auch keine Wärmepumpe kaufen. Zumindest der Fachkräftemangel ist dann erledigt. Die schönen Steuereinnahmen aber auch.

z.B. Viessmann und Bosch bauen nicht aus Versehen die neuen Fabriken für die Wärmepumpen in Polen wo sie mit zuverlässigem Kohlestrom und bald auch mit Atomstrom versorgt werden.

frame 08.05.2023 14:36

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2274916)
Am besten mit Kernkraft? Da ja dezentral und Keine Gefahr, Da ja die sichersten Kernkraftwerke der Welt. ( Im Kriegsfall? )
Vorsicht Satire

Natürlich sind Kernkraftwerke im Kriegsfall gefährdet - aber ein Supergau in einem Kernkraftwerk verursacheffektiv einen viel höheren Schaden als ein Atombombenabwurf. Die Strahlung einer Atombombe hat eine vergleichbar kurze Halbwertszeit.

Wenn eine Atommacht im Krieg grossen Schaden anrichten will wirft sie viel schneller und gezielter eine ihrer Bomben statt ein AKW hochzujagen.

Bei einem Eroberungskrieg wo man das Gelände später zum eigenen Staatsgebiet integrieren will ist aber beides ziemlich sinnfrei.

Dat Ei 08.05.2023 14:54

Moin Frank,

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275208)
du vergisst dabei dass Geschäftsreisen sehr oft ausserhalb des Landes beginnen oder enden und es dann um Zubringer- oder Anschlussflüge geht - da ist das Umsteigen in den nächsten Flieger halt sehr viel einfacher. Viele deutsche Flughäfen sind nur sehr umständlich an das HGV-Netz angebunden ...

ich habe Reisen mit Reisezeiten unter 4h betrachtet. Damit fällt das Gros der internationalen Flugreisen weg, wenn man die Fahrten zum und vom Flughafen oder Umstiege zwischen Flügen oder Flug-Zug berücksichtigt.

Flughäfen direkt an das HGV-Netz anzuschließen, halte ich im Vergleich zum Potential der Städte, für suboptimal. Meiner persönlichen Meinung nach hält der ICE bereits heute an viel zu vielen Milchkannen.


Dat Ei

frame 08.05.2023 16:53

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275215)
ich habe Reisen mit Reisezeiten unter 4h betrachtet. Damit fällt das Gros der internationalen Flugreisen weg, wenn man die Fahrten zum und vom Flughafen oder Umstiege zwischen Flügen oder Flug-Zug berücksichtigt.

Flughäfen direkt an das HGV-Netz anzuschließen, halte ich im Vergleich zum Potential der Städte, für suboptimal. Meiner persönlichen Meinung nach hält der ICE bereits heute an viel zu vielen Milchkannen.

Das ist richtig, aber wenn man innerdeutsche Flüge KOMPLETT abschaffen will, das sollte ja das Ziel sein, dann muss man auch die anderen Reisen berücksichtigen. Wenn Geschäftsreisen sich durch sowas um Stunden verlängern und umständlicher werden (wie kommt man vom Bahnhof Stuttgart mit Gepäck zum ICE?) dann schafft man einen zusätzlichen Standortnachteil.

Und ein innerdeutsches Flugnetz mit Kurzstrecken in Betrieb zu halten NUR für Reisende die länger als 4h unterwegs sind wäre auch abwegig.

in Frankfurt funktioniert der Fernbahnhof ja sehr gut, da ist natürlich auch entsprechend Fahrgastaufkommen.

Dat Ei 08.05.2023 17:37

Moin, moin,

in Zeiten einer sinkenden Anzahl Beschäftigter und zunehmenden Zahl Online-Meetings sollte man Verkehrsaufkommen und Verkehrsleistung von Geschäftsreisen per Flieger mal nicht überschätzen. Die Verkehrsleistung der Luft wird sich perspektivisch in Richtung ~7% über alle Verkehrsmittel entwickeln. Die geschäftlich induzierte Verkehrsleistung liegt bei ~16% über alle Fahrtzwecke.


Dat Ei

frame 08.05.2023 17:46

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275227)
in Zeiten einer sinkenden Anzahl Beschäftigter und zunehmenden Zahl Online-Meetings sollte man Verkehrsaufkommen und Verkehrsleistung von Geschäftsreisen per Flieger mal nicht überschätzen. Die Verkehrsleistung der Luft wird sich perspektivisch in Richtung ~7% über alle Verkehrsmittel entwickeln. Die geschäftlich induzierte Verkehrsleistung liegt bei ~16% über alle Fahrtzwecke.

Natürlich ist das nicht so viel, deshalb füllt man ja die Flüge mit Ferienreisenden auf.

Aber eine Firma in Sindelfingen mit weltweiten Standorten muss nunmal auch Leute dorthin schicken und da von Stuttgart aus nicht alle Ziele erreichbar sind wird auch ein Teil über Frankfurt oder München gehen.

Und eine amerikanische oder chinesische Firma die einen Standort in Deutschland gründen oder kaufen will wird sich sehr genau anschauen wie die Reisezeiten sind.

Das ist in der Summe der Reisen nicht relevant, aber es hat trotzdem potentiell relevante ökonomische Auswirkungen.

Dat Ei 08.05.2023 17:59

Moin, moin,

und warum muss bei einer internationalen Flugverbindung der nationale Vor-/Nachlauf ebenfalls per Luft erfolgen?


Dat Ei

turboengine 08.05.2023 19:08

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2274916)
Da ja die sichersten Kernkraftwerke der Welt. ( Im Kriegsfall? )
Vorsicht Satire

Wäre Putin nicht überzeugt gewesen, uns dank der dümmsten Energiepolitik der Welt erpressen zu können, hätte er diesen Krieg erst gar nicht begonnen.

turboengine 09.05.2023 13:29

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275212)
Da denke ich nun komplett anders. Die deutsche Bevölkerung will diese Energiewende, nicht die Industrie. Dann soll die Bevölkerung gefälligst auch die Party bezahlen und sich nicht beklagen wenn die bösen Unternehmen nicht mitmachen.

Mit allem einverstanden aber bei der volkswirtschaftlichen Wirkung von Subventionen muss ich Dir widersprechen. Die superteuren Energiepreise werden ja auch schon für Private subventioniert - per Grundbeträge bei der Sozialhilfe, der „Beitragsrabatt“. Zusätzlich werden durch die Teuerung die Lohnforderungen steigen und die Unternehmen zahlen das dann mittelbar auch.

Der Bäcker muss dann per Lohnanstieg die Aluhütte subventionieren. Ok, durch die Expertise des Wirtschaftsministers wissen wir ja: Bäcker hören dann halt einfach auf zu produzieren. Nicht schlimm.

Diese „Spillover-Effekte“ findet man überall - sogar in planwirtschaftlich geführten Ländern. Es bleibt einfach dabei: Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis (für alle).
Einfach Abschalten á la Peter Lustig funktioniert beim Fernseher - nicht beim Kraftwerk.

https://youtu.be/1RpuTQS4hWw

Und da nützt auch das Tragen einer Latzhose oder ein Framing-Ratgeber nichts.

frame 09.05.2023 14:00

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2275289)

Der Bäcker muss dann per Lohnanstieg die Aluhütte subventionieren.

ja, das ist so. Aber was ist die Alternative? Die Aluhütte schliesst und geht in's Ausland. Dann kann der Bäcker so billig verkaufen wie er will, die Leute haben keine Arbeit und können nichts kaufen.

Die deutschen Aluhütten haben sowieso schon zugemacht oder auf ein Minimun reduziert oder verkaufen Strom statt Aluminium.

Der Strom ist ja nicht wirklich subventioniert wenn er zu einem im Ausland üblichen Preis abgegeben wird, er ist (im Normalfall) immer noch unter Herstellungskosten, es werden nur lokale Lasten runtergenommen.

frame 09.05.2023 14:09

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275231)
und warum muss bei einer internationalen Flugverbindung der nationale Vor-/Nachlauf ebenfalls per Luft erfolgen?

Natürlich muss er das nicht, aber es ist sehr viel einfacher.

Wie läuft eine Flug-Geschäftsreise ab? Man fährt per Taxi zum nächsten Flughafen, checkt ein, gibt sein Gepäck ab, fliegt n-Strecken und am Ende steigt man wieder ins Taxi.

Die Alternative? Mit dem Taxi zur nächsten kleinen Bahnstation oder ÖPNV-Haltestelle, das Gepäck runterschleppen in Züge die für Gepäck nicht gebaut sind. Dann das Gepäck durch den Hauptbahnhof schleppen in einen Fernzug der auch nicht wirklich für grosses Gepäck gebaut ist.
Wahlweise: Mit dem Taxi in ein verstautes Stadtzentrum fahren direkt zum Hauptbahn hof.

Dann mit dem Zug zur nächsten Stadt, dort meist wieder das Gepäck in den nächsten ÖPNV wuchten um zum Flughafen zu kommen.

Auch wenn du denkst der ICE hält an zuviel Milchkannen würde ich es für durchaus sinnvoll halten wenn es mehr Haltestellen auf der grünen Wiese gäbe wo man einfach anreisen und günstig parken kann. Nicht jeder wohnt in der Grossstadt und kommt leicht zum Hauptbahnhof. Wenn man dann mal im Auto sitzt ist der Umstieg in die Bahn oft nicht mehr attraktiv weil man dazu umständlich in ein Stadtzentrum fahren muss und dort auch das Parken teuer ist

Dat Ei 09.05.2023 14:33

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275293)
Natürlich muss er das nicht, aber es ist sehr viel einfacher.

beim Umweltschutz geht es in erster Linie nicht um einfacher, sondern um weniger - weniger Umweltbelastung und weniger Ressourcenverbrauch.

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275293)
Wie läuft eine Flug-Geschäftsreise ab? Man fährt per Taxi zum nächsten Flughafen, checkt ein, gibt sein Gepäck ab, fliegt n-Strecken und am Ende steigt man wieder ins Taxi.

Die Alternative? Mit dem Taxi zur nächsten kleinen Bahnstation oder ÖPNV-Haltestelle, das Gepäck runterschleppen in Züge die für Gepäck nicht gebaut sind. Dann das Gepäck durch den Hauptbahnhof schleppen in einen Fernzug der auch nicht wirklich für grosses Gepäck gebaut ist.
Wahlweise: Mit dem Taxi in ein verstautes Stadtzentrum fahren direkt zum Hauptbahn hof.

Dann mit dem Zug zur nächsten Stadt, dort meist wieder das Gepäck in den nächsten ÖPNV wuchten um zum Flughafen zu kommen.

Wie groß / klein der Anteil der Geschäftsreisen bzw. der Geschäftresien per Flug innerdeutsch ist, habe ich aufgeführt. International wird die Gruppe noch kleiner und wir haben eh nur an einem Ende Einfluss auf den Verkehr. Wir müssen zur Bewältigung der Umweltprobleme nicht ein Verkehrssystem aufziehen, dass eine Splittergruppe in den Fokus setzt.

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275293)
Auch wenn du denkst der ICE hält an zuviel Milchkannen würde ich es für durchaus sinnvoll halten wenn es mehr Haltestellen auf der grünen Wiese gäbe wo man einfach anreisen und günstig parken kann. Nicht jeder wohnt in der Grossstadt und kommt leicht zum Hauptbahnhof. Wenn man dann mal im Auto sitzt ist der Umstieg in die Bahn oft nicht mehr attraktiv weil man dazu umständlich in ein Stadtzentrum fahren muss und dort auch das Parken teuer ist

Da sehe ich jetzt nicht den Widerspruch. Der ICE ist in meinen Augen keine weiß angestrichene S-Bahn für den Nahverkehr. Seine Vorzüge liegen in den erreichbaren Geschwindigkeiten, die Distanzen schrumpfen lassen, nicht im permanenten Beschleunigen und Abbremsen. Zu viele Haltepunkte führen das Konzept eines Intercity Express ad absurdum. Wer lange Distanzen zurücklegen muss, aber nicht an oder in Nähe zu einem ICE-Halt wohnt, könnte im Zulauf zum ICE einen Nah- oder Regionalverkehrszug oder einen IC nutzen.


Dat Ei

Porty 09.05.2023 15:37

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275295)
Moin, moin,
Wie groß / klein der Anteil der Geschäftsreisen bzw. der Geschäftresien per Flug innerdeutsch ist, habe ich aufgeführt. International wird die Gruppe noch kleiner und wir haben eh nur an einem Ende Einfluss auf den Verkehr. Wir müssen zur Bewältigung der Umweltprobleme nicht ein Verkehrssystem aufziehen, dass eine Splittergruppe in den Fokus setzt.
Dat Ei

Als ich vor ein paar Jahren meine Tochter in Seoul besuchte, haben wir unser Gepäck am Hauptbahnhof Seoul eingecheckt und in Nürnberg wieder in Empfang genommen. Warum bekommt man so was hier nicht hin?
Abgesehen davon, Langstrecke geht in Deutschland in Frankfurt oder München, selbst ab BER gehen 4! Interkontinentale Verbindungen: 1 x New York, 1 x Doha und 2 x Tel Aviv, der Rest ist überwiegend Urlauberverkehr oder Zubringer zu den großen Hubs, wie AMS, Heathrow, Paris CDG und vielleicht noch Rom oder Madrid.
Köln/ Bonn, Hamburg, DUS oder Stuttgart? Fehlanzeige.
Dafür ist Stuttgart Schwerpunkt der Businessfliegerei......

Dat Ei 09.05.2023 15:47

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2275302)
Als ich vor ein paar Jahren meine Tochter in Seoul besuchte, haben wir unser Gepäck am Hauptbahnhof Seoul eingecheckt und in Nürnberg wieder in Empfang genommen. Warum bekommt man so was hier nicht hin?

wenn es sich rechnen würde, würde es jemand machen. Aus der einfachen Überlegung schließe ich, dass es sich nicht rechnet oder preislich nicht darstellbar ist. Unsere Kostenstruktur dürfte in Deutschland eine andere als in Südkorea sein.


Dat Ei

frame 09.05.2023 16:43

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275295)
Wir müssen zur Bewältigung der Umweltprobleme nicht ein Verkehrssystem aufziehen, dass eine Splittergruppe in den Fokus setzt.

Nun, ich habe versucht darzustellen dass diese Gruppe zwar eine Splittergruppe ist wie du das nennst deren Reisen kaum relevant sind, dass aber deren wirtschaftliche Bedeutung wesentlich höher ist. Umweltschutz braucht Geld und wer Geld ausgeben will muss welches einnehmen. Steuern.

Wenn ein Standort nicht in Deutschland gewählt wird sondern woanders wegen schlechter Infrastruktur dann sind die Auswirkungen halt weit grösser als ein paar Controller in Transportunternehmen oder Aktivisten von FFF überblicken können.

Wobei das Thema Ansiedlung in Deutschland andererseits sowieso durch ist, die einzigen die noch was bauen sind die die gigantische Subventionen bekommen wie z.B. Intel in Magdeburg. 1.5Mio€ pro Arbeitsplatz. Das wird sich sicher rechnen.

Das Land wird sich zur Dienstleistungsgesellschaft entwickeln und der Export wird sterben, das hat den grossen Vorteil dass auch diese Geschäftsreisen entfallen werden.

Dat Ei 09.05.2023 17:10

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275306)
Nun, ich habe versucht darzustellen dass diese Gruppe zwar eine Splittergruppe ist wie du das nennst deren Reisen kaum relevant sind, dass aber deren wirtschaftliche Bedeutung wesentlich höher ist. Umweltschutz braucht Geld und wer Geld ausgeben will muss welches einnehmen. Steuern.

und Du glaubst allen Ernstes, dass Du dieses Clientel in breiter Front zum Umstieg in ein öffentliches Verkehrsmittel bewegt bekommst? Die sitzen lieber hinten rechts als vorne links - vom stehen in vollen Verkehrsmitteln ganz zu schweigen. Da sehe ich eher Leihwagen, Shuttledienste oder Chauffeure...

Aber ehrlich gesagt ist das ein Nebenkriegsschauplatz. Die Aussage, um die es ursprünglich ging, lautete: der Zug ist bei Fahrzeiten unter 4h sehr wettbewerbsfähig im Vgl. zum Luftverkehr. Je mehr HGV-Strecken wir haben, und je länger die Distanz wird, die man in der Zeit überbrücken kann, desto mehr kann der innerdeutsche Flugverkehr reduziert werden.


Dat Ei

Porty 09.05.2023 18:08

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275303)
Moin, moin,
wenn es sich rechnen würde, würde es jemand machen. Aus der einfachen Überlegung schließe ich, dass es sich nicht rechnet oder preislich nicht darstellbar ist. Unsere Kostenstruktur dürfte in Deutschland eine andere als in Südkorea sein.
Dat Ei

Die Lohn- und Preisstruktur in Südkorea ist ziemlich vergleichbar mit der in Deutschland.
Der Service kostete damals so um die 30 € einschließlich High Speed- U- Bahn vom Hbf nach Incheon (60 km/ 30 min)
Dort haben sie es auch fertig bekommen, dass man sich im öffentlichen Nahverkehr zurecht findet, ohne die koreanische Sprache zu verstehen oder gar die Schrift lesen zu können. Und das zu sehr günstigen Preisen.
Im Berliner Nahverkehr hat man schon als Deutscher seine Probleme....
Als letztes Jahr in Augsburg an der Straßenbahn gebaut wurde, gab es nicht mal an den zentralen Haltestellen der Innenstadt Informationen über die geänderte Verkehrsführung....
In Asien hat Service einen anderen Stellenwert wie in der Servicewüste Deutschland.
So zieht man die Leute nicht aus dem Auto in den ÖPNV.
Übrigens macht es in Luxemburg richtig Spaß, dort mit dem ÖPNV unterwegs zu sein. Und das obwohl er dort kostenlos ist :top: (Dafür gibt es kaum Parkplätze und die sind richtig teuer)
Ich war erst vor 3 Wochen dort - mit der Bahn...

Dat Ei 09.05.2023 19:26

Moin, moin,

was ich auf die Schnelle zu Südkorea gefunden habe, ist, dass das BIP, aber auch die Gehälter in D rund 50% über Südkorea liegen.

Berlin ist für mich unter vielen Aspekten ein Beispiel, aber ein schlechtes Beispiel. Die haben sich es auch erlaubt, die S-Bahn für Monate ausser Betrieb zu nehmen.

Für einen Ansatz, wie ihn Luxemburg betreibt, fehlt uns im Auto verliebten D noch die Traute und Gesetzeslage: Autoverkehr mit prohibitiven Preisen in Städten abstrafen und den Erlös direkt dem Nahverkehr zuscheiden.

Dat Ei

Porty 09.05.2023 19:50

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275319)
Moin, moin,

was ich auf die Schnelle zu Südkorea gefunden habe, ist, dass das BIP, aber auch die Gehälter in D rund 50% über Südkorea liegen.


Ich kenne nur die Situation in Seoul und Umgebung. Meine Tochter hat da 15 Monate gearbeitet.
In den ländlichen Gebieten in den Bergen sieht es sicher anders aus. Aber auch da ist der ÖPNV sehr günstig. Rund 100 km mit der S- Bahn bis zur Endhaltestelle mitten in den Bergen ca 2,50 €
oder 200 km zur nächsten größeren Stadt (500 000 Einwohner) mit dem KTX rund 20 €, mit dem Intercity über die Altbaulinie (2 Stunden statt 1 Stunde) keine 10 €.
Sauberkeit und Komfort: Perfekt!
Pünktlichkeit wie in Japan, auf die Sekunde......

turboengine 17.05.2023 11:19

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2274882)
der findige Staatssekretär Graichen [...] Wie man hört, soll es ja an der Anzahl der ihm nahestehenden Mitarbeitern nicht scheitern.

...und dann damit nun nicht mehr haltbar.

https://www.tagesschau.de/eilmeldung/graichen-104.html

Ich hätte den schon vorher wegen fehlender Fachkompetenz gefeuert. Ich hoffe, dass auch in der erweiterten "Expertenblase" mal aussortiert wird.

Auch die Finanzierung von NGOs wie BUND, Greenpeace, Agora Energiewende muss auf den Prüfstand.

Ein derartig haarsträubender Compliance-Fall ist nicht weit weg vom Dieselskandal usw. die zurecht von Gerichten verfolgt wurden. Ich bin gespannt ob da noch was nachkommt. Ich fürchte aber: Nein.

Einstweiliger Ruhestand - bei den Bezügen ist das eher eine Belohnung.

steve.hatton 17.05.2023 15:36

Ja aber wo sind dann die Fachleute - es kann doch nicht sein, dass man in einem Land wie D mit derartigen Bezügen keine Leute findet !

Der Auftrag an den BUND war dann wohl doch zu viel.....

Wie ich las wollte Herr Altmaier den Herrn Graichen auch schon haben....

Eine Auflistung der Fehlverhalten und vor allem der daraus resultierenden "sinnlosen" Kosten für die Allgemeinheit wären mal richtig erhellend....oder zutiefst deprimierend.

turboengine 17.05.2023 16:17

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2276059)
Ja aber wo sind dann die Fachleute - es kann doch nicht sein, dass man in einem Land wie D mit derartigen Bezügen keine Leute findet !

Doch das gibt es. Man muss schon eine besondere Art Mensch sein um die dargestellte Realität den politischen Wünschen und Dogmen anzupassen. In Berlin und anderswo ( Öko-Instiut, DWI, usw.) hat sich da eine Blase von Paladinen gebildet welche genau diesem Zweck dienen. Die pseudowissenschaftliche Unterfütterung von Poltik.
Ein weiteres Beispiel davon ist Claudia Kemfert vom DWI. Intellektuell eher mittelmässig ausgestattet hat sie es im Öko-Establishment ganz nach oben geschafft. Jasager wie diese gibt es zuhauf - auch in der freien Wirtschaft. Dummerweise heist es dort aber nach Fehlleistungen: „Leider müssen wir in Zukunft auf ihre Mitarbeit verzichten“. Beim Staat fällt man dagegen weich. Ich bin mir sicher, dass man auch für Herrn Graichen irgendwo ein gut dotierten Bullshit-Job in irgend einer Ökostiftung, Beirat oder sonstige finden wird.

steve.hatton 17.05.2023 16:27

Also ich wäre mir für einen hochdotierten Bullshit-Job auch nicht zu schade, oder was ähnliches wie der Trauzeuge, Vertrag unterschreiben, nie arbeiten, aber €€€€€.

Nur meine Ethik stünde mir da im Weg, das wäre dann doch ein hartes Stück Arbeit.

steve.hatton 17.05.2023 16:30

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2276041)
......
Ich hätte den schon vorher wegen fehlender Fachkompetenz gefeuert. ...

Dazu hättest Du ihn erst mal einstellen müssen, was mir weniger wahrscheinlich erscheint.:cool:

twolf 22.05.2023 09:12

Strom und Gas wird Günstiger

https://www.spiegel.de/wirtschaft/un...d-06a4256f6cfc


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