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-   -   Ist Fotograf noch ein gut bezahlter Job (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=179949)

guenter_w 26.06.2017 08:53

Zitat:

Zitat von ericflash (Beitrag 1926226)
Ja leider es ist halt einfach "nebenbei" viel Arbeit. Vor allem ist ja die administrative Arbeit schon ziemlich hoch. Ich will jetzt nicht jammern, aber alle warnen die es nur so mal schnell machen wollen. Die Büroarbeit, Rechnungen, Finanzamt, Marketing, Webseiten Betreuung, Social Media, Berichte schreiben, Kundengespräche, Vorbereitungen für Shootings, etc. pp. schlucken 50% der Arbeit, 30 Prozent ist Bearbeiten und der Rest Fotografieren.

Du hast die Situation wirklich zutreffend beschrieben, aber auch den Finger in die schmerzhafteste Wunde gelegt: die meisten Nebenerwerbler haben nicht den Druck von Voll-Profis, verkaufen ihre Zeit weit unter dem Gestehungspreis und machen so den Markt, wenn nicht kaputt, so doch sehr schwer! Wer für seine effektive Arbeitszeit in Deutschland nicht mindestens 50 €/Stunde in Ansatz bringen kann (ohne eigenes Studio!), gefährdet den Beruf! Ich lasse Anfragen mit weniger Umsatz grundsätzlich unbeantwortet!

Man 26.06.2017 08:58

Zitat:

Zitat von ericflash (Beitrag 1926218)
...wir hören aus folgenden Gründen auf...

Vernünftig. Es mag vielleicht nicht wirklich spannend sein als Angestellter in einem "Bürojob" zu arbeiten - aber es ist halt sehr beruhigend, wenn das Gehalt regelmäßig sprudelt (oder wenigstens tröpfelt).
Bei Fotografie als Nebenjob spielt es dann (in Deutschland kann das Finanzamt noch Spielverderber sein: das stellt eine Neben-Tätigkeit bei ausbleibenden Erträgen gern als Liebhaberei dar = ab dann sind keine Werbungskosten mehr absetzbar) keine Rolle mehr, ob sich das rechnet - notfalls hört man einfach auf.

vlG

Manfred

ericflash 26.06.2017 09:05

Gerechnet hat sich das Ganze schon für uns. Wir haben natürlich wie so mancher am Anfang viel zu wenig verlangt, sind aber seit langem auf einen normalen Lohnniveau.
Hauptsächlich geht es um die Zeit/Freizeit selber.

mrrondi 26.06.2017 09:11

Wichtig ist sich ned unter Wert zu verkaufen und das ist nicht einfach.
Wenn man 2.500 Euro für ne Hochzeit aufruft - schlucken schon manche
aber gerechnet an dem was geboten wird und auf den Aufwand und Stunden runtergebrochen wird - ist es alles andere als teuer.

Gesehen wird in der Regel ja nur die 10-12 Stunden Anwesenheit bei der HZ.
Der Rest bleibt ja im Verborgenen.

guenter_w 26.06.2017 09:16

Zitat:

Zitat von ericflash (Beitrag 1926237)
Gerechnet hat sich das Ganze schon für uns. Wir haben natürlich wie so mancher am Anfang viel zu wenig verlangt, sind aber seit langem auf einen normalen Lohnniveau.

Nach deinen Angaben blieben 354 €/Monat netto, bei ebenfalls angegeber Arbeitszeit von 20 Stunden/Woche macht das unter dem Strich 4,50 €/Stunde netto! Dass dir da die Freizeit mehr wert ist, lässt sich leicht nachvollziehen. Das zeigt aber genau das, was ich zuvor ansprach - die meisten verkaufen sich unter Preis und zerstören so die Basis für einen Beruf! Wenn vollzeitberechnet 720 € fürs "Leben" als Rohgewinn übrigbleiben, dreht man besser Däumchen...

ericflash 26.06.2017 09:30

Hallo,

das ist was bleiben darf nach Abzug der Kosten. In dem Fall haben wir natürlich um einiges mehr Umsatz gemacht und so einiges an Sachen finanziert. Also geblieben ist so gesehen dann schon mehr :D um einiges mehr. Sonst wärs natürlich viel zu wenig.

hanito 26.06.2017 09:32

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 1926242)
Wenn vollzeitberechnet 720 € fürs "Leben" als Rohgewinn übrigbleiben, dreht man besser Däumchen...

Was glaubst Du wieviel Selbstständige so am Rande des Bankrotts leben. Kommt drauf an was man für einen Beruf hat. Oft zahlen die Kunden einfach nicht mehr oder gehen woanders hin. Den Beruf wechseln ist ja auch nicht so einfach.

Wenn ich hier von 2500€ für eine Hochzeit lese frage ich mich schon wofür und wer soviel Geld für Fotos ausgibt.

mrrondi 26.06.2017 09:34

Genügende !
Es sind halt eben nicht nur Fotos ;-)

guenter_w 26.06.2017 10:08

Zitat:

Zitat von hanito (Beitrag 1926246)
Was glaubst Du wieviel Selbstständige so am Rande des Bankrotts leben. Kommt drauf an was man für einen Beruf hat. Oft zahlen die Kunden einfach nicht mehr oder gehen woanders hin. Den Beruf wechseln ist ja auch nicht so einfach.

Wenn ich hier von 2500€ für eine Hochzeit lese frage ich mich schon wofür und wer soviel Geld für Fotos ausgibt.

Mit Wohnung hat der Hartz IV-Bezieher schon mehr... Deshalb gibt es ja so viele Privatinsolvenzen...

Wenn man natürlich im Hotel Mama lebt, geht das auch! Gibt leider jede Menge Clubfotografen, die so rumschwirren.

ericflash 26.06.2017 10:20

Genau so ist es, meine Frau und ich haben sich das genau durchgerechnet. Wenn du davon Leben willst, musst du im Jahr mindestens auf 20-25 Hochzeiten (Reportagen) zu 2.500 Euro herum tanzen. Sonst rechnet sich das Ganze nicht. Die Stunden darfst da aber trotzdem nicht rechnen, wie bei jedem Selbstständigen sind die dann statt der üblichen 40h eher bei 50-60h in der Woche. Eine normale 12h Hochzeit sind ungefähr 20h in der Nacharbeit. Wenn mal alles rechnet wie Bearbeitung, Fotobuch, Dankeskarten, Social Media, die 20te Änderung des Fotobuchdesigns etc. pp.
Dafür lebt man zwar den Traum der Fotografie ist halt dafür meistens am Wochenende unterwegs wo alle anderen frei haben :D
Gerade mrrondi wird das bestätigen können, da München ein ganz anderer Markt ist, dass es schon zahlende Kunden gibt. Hier bei uns am Land gibt es die sogar. Man muss sich nur so verkaufen, dass einen die Kunden unbedingt auch wollen. Der Sprung ist halt von Nebenerwerb auf Vollzeit einfach extrem. Da muss du statt 11.000 Umsatz plötzlich das vier - fünffache machen. Als Nebenerwerb zahlt man in AT ja fast keine Steuern. Kann man alles schön im Internet recherchieren. Ein Bekannter ist im Design tätig als Selbstständiger, der hat viele viele Aufträge und könnte sich zu Tode arbeiten nur für einen Mitarbeiter ist es dann wieder zu wenig. Ohne Assi bist du auf einer Hochzeit aber meiner Meinung nach eine arme Sau. Entschuldigung für den Ausdruck. Bei 30 Grad in der Hitze alles alleine schleppen + viele Perspektiven finden schier unmöglich.
Ein Tipp an alle angehenden Hochzeitsfotografen, wenn man wirklich die zahlenden Kunden erreichen will. 4-5 styled Shoots organisieren, am besten in perfekten Locations mit richtig schönen Brautpaaren, daraus eine Hompage basteln, ein paar Tausender in Social Media Marketing investieren und gleich richtige Preise ausrufen.
Auch wenn es hart klingt, die "geldigen" kommen nicht wegen Fotos am Landwirtshaus in gemütlicher Wirtshausatmosphäre :shock: Die wollen verwöhnt werden. Dementsprechend muss auch das Auftreten sein. Mit gemütlicher Hose oder gar Schlappen braucht man da nicht zum Gespräch auftauchen :crazy:


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