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-   -   Das Urteil im Fall Hoeneß (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=144440)

Windbreaker 14.03.2014 00:21

Zitat:

Zitat von RainerV (Beitrag 1559487)
Ersetze Bundesverfassungsgericht durch Bundesgerichtshof, dann passt's.

Ups ja das haste natürlich recht!

fetteente 14.03.2014 00:22

Also, ich bin weder Bayern-noch BVB- noch von sonst wem ein Fan (außer von meiner Frau), gehöre zu der 20% Minderheit die Fußball einfach nicht interessiert.
Für mein Rechtsempfinden war die Forderung der Staatsanwaltschaft berechtigt, diese Strafe hätte eher gepasst. Insbesondere, da er ja, wie schon erwähnt, in spätestens 2 Jahren wieder draussen ist und auch sonst viele Vergünstigungen geniesst, die jemand ohne diese Prominenz und das Geld eben nicht hat.

Aber das persönliche Rechtsempfinden deckt sich nun mal nicht immer mit den Urteilen. Dass wegen eines "unterschlagenen" Pfandbons in Höhe von 50 ct die Kassiererin fristlos gekündigt wurde, ging mir auch gegen den Strich.

Ich glaube aber nicht, dass UH sich um sein Lebenswerk gebracht hat. Dafür ist die Schar der Anhänger bei den Fans und in der Industrie zu groß.

BTW: den Kommunikationsstil, der hier streckenweise herrscht, halte ich .. na ja für optimierungswürdig ;-), aber vielleicht bin nur ein alterndes Mimöschen. Dabei kam mir die Idee: alle Beteiligten hier zu einer Talkrunde bei Jauch und Konsorten und die Tantiemen gehen an das Forum, das wärs doch, oder?
ne ne, war nur Spaß, die Tantiemen an Hoeness, der hats jetzt bitter nötig.

Zaar 14.03.2014 00:41

Wer hat was nötig?

Im einfachsten (und für uns Uli wahrscheinlich ungünstigsten) Fall handelt es sich um Abgeltungssteuern auf Kapitalerträge die alle um die 26-28% herumhampeln (25% + Soli und Kirche). Das hieße, der Uli hätte bei einer Steuerschuld von 27 Millionen (ich vereinfache auf 25%) ca. 108 Millionen Gewinn erwirtschaftet. :shock:

Dafür reichten ihm ca. 10 Mio. Euro von Herrn Dreyfus (damals seinerseits König von Adidas - unwesentlicher Shareholder des FC Bayern) aus.

Da müsste der Uli gnadenlos gut sein. Das ist kein Zocken, das ist Zaubern. Wenn wir davon ausgehen, dass er nicht zaubern kann, woher kam dann das Geld, das er da auf wundersame Weise vermehrt hat?

Und warum verdammt ist das in den Medien so viel wichtiger als all die neuen alten Bedrohungen, die uns aller persönlich wesentlich mehr betreffen werden, als die Verurteilung eines - ich erlaube mir das Wort - Sozialschmarotzers?

Viele Grüße,
Markus

Sonnenkind 14.03.2014 07:54

Zitat:

Zitat von RainerV (Beitrag 1559478)
Das ist falsch. Ja, es gibt Politiker, die sie gerne abschaffen würden. Aber die Bundesregierung wird diesen Stimmen nicht nachkommen. Es wird sicherlich Änderungen geben, aber sie wird sicher nicht abgeschafft werden.

Also doch nicht falsch. DAS ist der Punkt für die aktuelle Diskussion. Keiner hat gesagt, dass es auch so kommt.
Zitat:

Sie war laut Urteilsbegründung nicht vollständig und daher unwirksam. Zudem "unfreiwillig" aus purer Angst vor Entdeckung abgegeben, da die Stern-Recherchen schon Hinweise auf ihn gaben: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-0...urteil-prozess

Rainer
@ Dat Ei

Na also, im übrigen gab es im Prozess auch die Aussage, er sei sehr wohl schon entdeckt.

Sonnenkind 14.03.2014 08:01

Zitat:

Zitat von Windbreaker (Beitrag 1559483)
... dann solltest du mal die Definition von Revision googeln. Revision macht nur Sinn, wenn man sich gegen Verfahrensfehler wenden will. Die Staatsanwaltschaft kann nur darüber mäkeln, dass das Strafmaß anders bewertet wurde. Ansonsten ist das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft ja gefolgt.

Die Verteidigung legt Revision ein, weil sie der Meinung ist, das die Nichtanerkennung der Selbstanzeige eben ein Verfahrensfehler ist. das soll vom Bundesverfassungsgericht geklärt werden.

Brauch ich nicht. Jetzt ist es ja auch richtig.
Vorher hast Du nämlich behauptet, es seien keine Verfahrensfehler gemacht worden.
Zitat:

Übrigens Revision lässt sich nur einlegen, wenn rechtliche Fehler in einem Verfahren gemacht wurden (z.B. eine Selbstanzeige nicht anerkannt) Da das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft bis auf das Strafmaß gefolgt ist , sind hier keine Rechtsfehler zu beklagen und deshalb wohl auch keine Revision möglich.
Genau das (ob welche vorliegen) prüft der BGH ja.
Wenn Du jedoch in der Lage bist, schnell, zuverlässig und treffsicher Ferndiagnosen abzugeben, ist der BGH ja künftig überflüssig. :D
Was das sparen würde, dagegen ist das Hoeneßsche Diebesgut Peanuts...

CB450 14.03.2014 08:21

Zitat:

Zitat von Zaar (Beitrag 1559493)

Und warum verdammt ist das in den Medien so viel wichtiger als all die neuen alten Bedrohungen, die uns aller persönlich wesentlich mehr betreffen werden, als die Verurteilung eines - ich erlaube mir das Wort - Sozialschmarotzers?

Weil die Person Hoeneß extrem polarisiert.
Weil er er das Gesicht des FC Bayern ist, was noch mehr polarisiert.
Weil der Prozess eine Show für die Presse und damit für die Sensationslust in uns allen war.
Weil hier endlich wir "Kleinen" beobachten konnten wie ein "Großer" ganz tief fällt.
Weil es direkt vor unserer Nase passiert.
Weil, weil, weil! ;)

Und ja, Du hast vollkommen recht damit wie unwichtig diese Sache im Vergleich zu den Bedrohungen ist die sich gerade wieder aufbauen.

Aber wir Menschen lassen uns halt gerne und leicht ablenken.

Im Übrigen auch von den Politikern, die jetzt wieder über Gerechtigkeit und Steuermoral fabulieren und seit Jahrzehnten nicht in der Lage sind unser Steuersystem gerechter und durchschaubarer zu machen ( das ist keine Entschuldigung für Uli H.)
Aber wie gesagt, wir lassen uns leicht ablenken...

dergrossekleine 14.03.2014 08:38

Zitat:

Zitat von mrrondi (Beitrag 1559397)
Und weil er Steuer hinterzogen hat darf man einen Menschen öffentlich an den Pranger stellen

Als Promi muß er damit leben, die Vorteile des Promi kostete er ja auch voll aus....

Zitat:

Zitat von ulf (Beitrag 1559402)
naja, andere verdrücken sich ins Ausland, zahlen keinen Cent Steuern in Deutschland und werden dennoch umjubelt....

Legal -> Illegal, die Möglichkeit hätte er ja auch gehabt, blöd ist er ja nicht...

Zitat:

Zitat von Windbreaker (Beitrag 1559450)
Trotzdem hat für mich Hoeneß rechtzeitig die Reißleine gezogen, gesagt dass er Fehler gemacht hat und auch zur Aufklärung beigetragen. Das alles sind für mich Argumente gegen eine Freiheitsstrafe.

Blödsinn, das hat er nur getan um seinen Arsc* zu retten. Auch die Worte vor Gericht, tut ihm leid: Alles nur Geschwätz um evtl. besser aus der Sache rauszukommen. Das glaubt doch niemand wirklich....? :roll:

Knast MUß in dem Fall sein, Geld hat er doch genug, was juckt den eine Strafe von meheren Mios? Die zahlt der mit einem kalten Lächeln wie der Manager die x hundert Euro wegen Rasen und Nötigung auf der Autobahn. Geldstrafe reicht bei sowas nicht, es muß an die persönliche Freiheit gehen, Knast oder Führerschein im Autobahnfall...

WB-Joe 14.03.2014 08:43

Was hier in der ganzen Diskussion etwas vergessen wird ist die Frage, wie wurde seine Steuerhinterziehung öffentlich? Wieso war die Öffentlichkeit plötzlich so gut informiert?
Wer hat Informationen weiter gegeben? Wer muß dafür zur Rechenschaft gezogen werden?

CB450 14.03.2014 08:52

Wie unspannend! ;)
Geheimnisverrat ist doch keine Straftat, wie uns unsere Spitzenpolitiker
erst kürzlich erklärt haben.

Ernst-Dieter aus Apelern 14.03.2014 08:57

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1559486)
Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich nicht bei E.D.a.A. dafür bedanken, dass er diese Grube hier aufgemacht hat.

Der Runde muss ins Eckige und fertig. Was ist daran nur so interessant....

Wenn es nur so einfach wäre mit dem Runden ins Eckige...............
Fußball ist nun mal ein Geschäft bei dem Geld über dem Sport steht!
Siehe Vergabe der Fußball WM nach Katar.
Hoeneß ist mit seiner Steuerhinterziehung als Kopfmensch bewußt das Risiko eingegangen entlarvt zu werden.Mit einer solchen Strafe mußte er rechnen.Wäre er freigesprochen worden hätten hätten Viele den Glauben in die Gerichte oder sogar an den Rechtsstaat verloren.
Und zum Thema Lebenswerk, Viele sind schon viel tragischer um Ihr Lebenswerk gebracht worden.
Hoeneß hat selbst den Ast abgesägt auf dem er gesessen hat.


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