Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weichheit lichtstarker bei Offenblende
chri$ti@n
09.11.2006, 14:36
Anfrage an die Objektivkenner:
Immer wieder hört man, dass sehr lichtstarke Objektive bei Offenblende sehr weich sein sollen. Auch ich habe diese Äusserung schon getätigt.
Kann es eurer Meinung nach auch sein, dass die Gründe für diese Aussage woanders liegen?
Meines Erachtens nach ist es hauptsächlich die geringfügig falsch liegende Schärfeebene, für welche es unterschiedlichste Ursachen geben könnte:
* Autofokus trifft nicht so exakt, wie es für diese Lichtmonster notwendig wäre. Alleine durch den Sucher ist erkennbar, wie sehr sich eine Miniadaption des Fokusrings auf die Schärfe auswirkt. Für Blendenwerte entsprechender Zoomobjektive sitzt der AF dann aber doch exakt genug!
* Bei Freihandfotografie wird zwischen Scharfstellen und Auslösen die Distanz zum Objektiv geringfügig verändert
Eine Begründung für meine These möchte ich euch nicht vorenthalten:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/50er_Crop_Offenblende.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33807)
Ich weiß, es ist kein gutes Motiv, um gute AF-Performance zu erhalten. Das Bild ist ein eher mittiger 100% Crop, aufgenommen mit meinem 50/1.4, Offenblende und Freihand bei ISO 800 mit JPG Fine. Jedenfalls war ich sehr überrascht, wie excellent die Schärfe (schaut mal links auf "MEINE GROSSE FOT...") in Anbetracht der Rahmenbedingungen ist. Allerdings muss ich zugestehen, dass der (aufs zentrale Feld gelockte) AF eher auf "DRINKS" und "Außerfern" hätte stellen sollen.
Wer kann meine These unterstützen?
Also da ist schon was dran, das ändert aber grundsätzlich nichts daran, daß die meisten Objektive (nicht nur die lichtstarken) bei Offenblende weicher sind als abgeblendet. Ich habe mit meinem 50mm /1,4 bei Offenblende auch schon sehr brauchbare Ergebnisse erzielt (wenn der AF 100%ig gesessen hat) -deutlich besser als dein IMO doch schon recht unscharfes Beispiel übrigens- das heisst aber nicht, daß es abgeblendet nicht noch weiter zugelegt hätte. Diese Objektive sind offen nunmal etwas "weich" (eine bessere Beschreibung fällt mir dazu nicht ein, so richtig unscharf würde ich es nicht nennen, knackscharf aber halt auch nicht).
Es gibt Objektive, die durch Abblenden nicht oder kaum besser werden, die sind aber die Ausnahme. Und natürlich muß der Fokus speziell bei Offenblende absolut exakt sitzen, das Motiv sollte parallel zum Chip liegen (war bei deinem Beispiel nicht der Fall meine ich) und der Fotograf sollte beim Auslösen den Abstand möglichst nicht verändern (daher macht man solche Tests auch vom Stativ! und idealerweise auch nicht bei ISO 800), logisch.
Als ich am allerersten Färänkischen Stammtisch mal das 1.4/85 G in die Finger bzw. auf die D7D gekriegt hatte, versuchte ich, mein Gegenüber mit Offenblende zu fotografieren. Nach drei Versuchen, seine Augen scharf zu kriegen, gab ich auf. Ein Zentimeter Bewegung nach vorn oder hinten versaut einen schon wieder den Fokus.
Ist halt nicht so einfach. ;)
Schöne Grüße,
Holger
chri$ti@n
09.11.2006, 14:53
Ich habe mit meinem 500mm /1,4 ...
Hui, das Objektiv möchte ich gern mal sehen. Mindestens 40cm Frontlinsendurchmesser und ein paar 100kg sollte das schon wiegen :P
... dein IMO doch schon recht unscharfe Beispiel ...
Meinst du tatsächlich? Mehr 100% Crop Schärfe krieg ich freihand mit den konservativen D7D-Einstellungen beim besten Willen nicht hin (bezieht sich jetzt nur auf den Buchrücken "MEINE GROSSE FOT..."
das heisst aber nicht, daß es abgeblendet nicht noch weiter zugelegt hätte.
Das wollte ich nicht in Frage stellen. Wobei es mehr abgeblendet sicher unschärfer geworden wäre, weil ich etwa bei Blende 8 1/15s wohl kaum ruhig genug gehalten hätte!
Es gibt Objektive, die durch Abblenden nicht oder kaum besser werden, die sind aber die Ausnahme.
Kann ich auch bestätigen. Lediglich mein Minolta 100er Makro legt beim Abblenden nur unwesentlich zu!
Ich habe mit meinem 500mm /1,4 ...
Hui, das Objektiv möchte ich gern mal sehen. Mindestens 40cm Frontlinsendurchmesser und ein paar 100kg sollte das schon wiegen :P
Ich hab's ja schon korrigiert ;)
... dein IMO doch schon recht unscharfe Beispiel ...
Meinst du tatsächlich?
Ja, ich find's etwas unscharf, das geht besser. Und ich kann nur den gesamten Ausschnitt betrachten - die linke Seite mag vielleicht schärfer sein (das Hedgecoe Buch), aber viel aufzulösen ist da ja leider nicht, also schwer zu beurteilen.
Mehr 100% Crop Schärfe krieg ich freihand mit den konservativen D7D-Einstellungen beim besten Willen nicht hin (bezieht sich jetzt nur auf den Buchrücken "MEINE GROSSE FOT..."
"Freihand" dürfte hier der Knackpunkt sein. Benutze mal ein Stativ, SVA, ISO 100 oder 200 (statt 800, das alleine bügelt schon einiges weg) und RAW - da sind noch Reserven, du wirst sehen. Und mach versuchsweise auch mehrere Bilder des gleichen Motivs, dabei immer wieder neu fokussieren (lassen) - da kann es durchaus deutliche Abweichungen in der Schärfe geben (eben weil hier die kleinste Abweichung in der Fokusgenauigkeit schon sichtbar wird).
Es geht dabei natürlich nur darum, das Optimum zu finden, das dieses Objektiv bei einer bestimmten Blende zu leisten imstande ist - praxisnah ist was anderes. Wenn es dir um einen Test unter Praxisbedingungen geht, ist dein Vorgehen natürlich legitim, aber dann kannst du eventuelle Unschärfen IMO schlecht dem Objektiv anlasten. Die Bedingungen, unter denen ein Bild entstanden ist, spielen meist eine viel größere Rolle als die Technik.
Das wollte ich nicht in Frage stellen. Wobei es mehr abgeblendet sicher unschärfer geworden wäre, weil ich etwa bei Blende 8 1/15s wohl kaum ruhig genug gehalten hätte!
Na wenn du da auch freihand rumruderst... Das sind einfach keine Testbedingungen. Wenn's sein muß, benutz halt den Blitz, das bringt auch was, speziell bei sehr wenig Umgebungslicht (weil dann nur noch der Blitz für die Belichtung zuständig ist - die eigentliche "Belichtungszeit" ist dann quasi so kurz wie die Blitzleuchtdauer).
Es gibt Objektive, die durch Abblenden nicht oder kaum besser werden, die sind aber die Ausnahme.
Kann ich auch bestätigen. Lediglich mein Minolta 100er Makro legt beim Abblenden nur unwesentlich zu!
Das gleiche gilt IMO auch für das "Forumstele" (Sigma 100-300mm /4), was es ja auch so beliebt macht. Auch das Ofenrohr ist offen zumindest schon sehr gut, viele Makros und einige Festbrennweiten ebenfalls. Den Objektiven kommt an der 5D/7D aber auch entgegen, daß sie "nur" 6 MP auflösen müssen - an 10 oder mehr MP wird man für's Optimum evtl. nochmal einen Tick mehr abblenden müssen.
Ich werde mal ein Bild meines 50mm /1,4 bei Offenblende raussuchen/machen, das meiner Meinung nach das Optimum dieses Objektivs (d.h. meines Exemplars!) darstellt.
Kurz und klar:
- Die Tiefenschärfe ist bei Offenblende natürlich klein, aber es sollte möglich sein, zumindest ein Testbild in die Schärfeebene zu bringen.
- Jede Linse hat Linsenfehler, das Ausmaß steigt mit dem Abstand der Lichtstrahlen von der optischen Achse. Beim Abblenden gelangen die Randstrahlen mit großen Fehlern nicht auf den Film / CCD, d.h. das Bild wiird immer schärfer.
Ergänzung:
- Sehr teure Objektive sind so gut korrigiert, dass auc´h bei offenblende die Schärfeleistung gut ist, es gibt dennoch fast kein Objektiv, dass nicht leicht abgeblendet noch besser wird.
- Bei starkem Abblenden werden Linsenfehler im kleiner, aber es kommt zu Schärfeverlust durch Beugung. Daher gibt es einen Blendenwert, bei dem ein Objektiv maximal scharf abbildet und einen Blendenwert, bei dem (bezogenen auf einen vorgegebenen max. zulässigen Zerstreuungskreisdurchmesser, also sozusagen ein vorgegebenen, noch akzeptables Maß an Unschärfe) der Schärfentiefenbereich maximal wird.
Grüße
Jan
chri$ti@n
09.11.2006, 16:00
@Jan
Danke für deinen recht fundierten Kommentar. Allerdings ist mir jede deiner Aussagen vorher auch schon klar gewesen.
Mit geht´s wirklich nur darum, ob "man" die optischen Eigenschaften der "Lichtriesen" bei Offenblende unterschätzt, und zwar wegen der Kombination aus zu geringer Schärfentiefe und zu geringer AF-Genauigkeit.
Mit geht´s wirklich nur darum, ob "man" die optischen Eigenschaften der "Lichtriesen" bei Offenblende unterschätzt, und zwar wegen der Kombination aus zu geringer Schärfentiefe und zu geringer AF-Genauigkeit.
Also ich nehme mal an, daß wer mit solchen Objektiven fotografiert, auch einzuschätzen und (mehr oder weniger objektiv und fundiert) zu testen weiß, welche Leistungen die Objektive haben. Das der Bereich der Schärfentiefe und die Treffgenauigkeit des AF hierbei eine wichtige Rolle spielt, dürfte (solte) eigentlich allgemein bekannt sein.
Übrigens kommt noch ein Faktor hinzu, der sich speziell auf die Praxis und nicht auf irgendwelche Tests bezieht: Offenblende nutzt man auch (nicht nur, aber auch), um vielleicht mal bei wenig Licht noch freihand nutzbare Belichtungszeiten zu erreichen, die dann aber trotzdem noch sehr nah an (oder über) der Verwacklungsgrenze liegen. Wenn ich mein 50mm /1,4 also in die Kneipe mitnehme und wegen des schlechten Lichts nur mit offener Blende fotografiere, dazu vielleicht ISO 800/1600 und immer mit Zeiten um 1/15 oder länger, dann ergibt das natürlich keine top scharfen Bilder. Daran ist dann aber nicht (nur) das Objektiv schuld, das muß klar sein. Und ich denke das ist bei den Aussagen bezüglich der "Weichheit" lichtstarker Objektive bei Offenblende auch klar - ich zeige nachher mal ein paar Bilder, die das hoffentlich veranschaulichen (also das ein 50mm /1,4 bei Offenblende nunmal eben etwas "weich" ist, auch unter "optimalen" Bedinungen).
Wie schon gesagt: man muß immer auch die Umstände, unter denen ein Foto entsteht, berücksichtigen. Ich denke aber, dazu sind die meisten Leute, die sich zu solchen Dingen äussern, auch in der Lage. Wenn nicht, erkennt man das meist schnell ;)
Die meisten hochwertigen Lichtriesen sind zudem auf ein schönes Bokeh hin konstruiert, da Unschärfe bei Aufnahmen mit Offenblende zu einem wichtigen Gestaltungswerkzeug werden kann.
Mein 1.4/35 zum Beispiel verstehe ich als ein Spezialobjektiv, das im Gebrauch sicher nicht so unkompliziert ist wie mein Lieblingszoom, das KoMi 2.8/28-75, und ich könnte auch nicht sagen, ob es schärfer ist. Doch eröffnet es eben auch neue Gestaltungsmöglichkeiten, die die Optik für mich interessant machen.
Schöne Grüße,
Holger
OK chri@n,
zu Deiner Frage:
Such Dir ein geeignetes Motiv, ein gutes Stativ (Tischplatte, SVA, Selbstauslöser) und versuch manuell optimal scharf zu stellen, dann kannst Du die optischen Eigenschaftes des Objektiv beurteilen.
Verwackeln muss jeder mit sich selbst und seinem AS ausmachen.
Das größte Problem sehen ich im AF, der kann wirklich zu ungenau sein für lichtstarke Objektive. Ich habe früher gern mit XD7 und 1,4er Normalobjektiv fotografiert, mein Ausschuss war i.d.R. auf schlechten Fokus zurückzuführen (vor allem bei Bewegten Motiven), die Grundschärfe reichte allemal.
Lösung: Lotto spiele und Gewinnen (oder 77 Jahre lang wöchentlich nicht Lotto spielen und 2 EUR sparen) -> M8 kaufen. Bei Leica-Obejktiven braucht man sich auch über die optische Qualität bei Offenblende keine Sorge zu machen :).
Grüße
Jan
Ich habe hier mal ein paar Beispiele, die die (Offenblend)Leistung des 50mm /1,4 zeigen sollen, als Vergleich habe ich auch noch das 50mm /3,5 Makro herangezogen.
Technisches: Stativ, SVA, AS aus, RAW (konvertiert mit Adobe Camera RAW), Fernauslöser, Tageslicht durch Fenster. 100% Ausschnitte vom Rand, alle gleich bearbeitet und nicht nachträglich geschärft (Schärfe = 0 in ACR).
Da die Bilder mit RAW und AWB entstanden sind und das Licht sich wohl während der Aufnahmen etwas geändert hat, sind die Farben und Helligkeit der Bilder nicht gleich. Aber das sollte nicht stören, hier geht's ja nur um die Schärfe.
Zuerst das 50er bei f1,4, Nahbereich (DVD Hülle aus ca. 80 cm Abstand, absolut plan, die Schärfentiefe spielt hier also keine Rolle):
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/1414.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33813)
Hier bei f2,8:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/1428.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33815)
Und noch f5,6:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/1456.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33816)
Ich denke, man kann hier gut erkennen, was mit "weich bei Offenblende" gemeint ist und wie das Objektiv bis f5,6 an Schärfe zulegt. Danach wird's nicht mehr besser und auch f2,8 finde ich schon sehr gut. Leider habe ich diesmal versäumt, in Drittelstufen abzublenden, das 50mm /1,4 wird nämlich mit jedem "Klick" sichtbar besser.
Im direkten Vergleich mag das Ergebnis bei f1,4 natürlich übel wirken, IMO ist es aber absolut brauchbar. Zur Demonstration habe ich mal die ganze Hülle ausgeschnitten (war in der Höhe ungefähr formatfüllend), verkleinert und leicht nachgeschärft:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/1414gross.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33814)
Für's Web oder Ausdrucke (vielleicht nicht unbedingt Postergrößen...) IMO vollkommen ausreichend.
Und zum Vergleich noch ein Ausschnitt mit dem Makro bei Offenblende (f3,5):
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/3535.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33817)
Das Ergebnis bei f5,6 spare ich mir mal, denn da kann ich keinerlei Unterschiede/Verbesserungen mehr erkennen. Das Makro wäre also ein Beispiel für ein Objektiv, das offenblendtauglich und nicht "weich" ist.
Und da nicht alle die Tests im Nahbereich für sinnvoll halten und mich die Leistung der Objektive bei etwas größerem Abstand ebenfalls interessiert, hier noch eine Kekspackung aus gut 3m Abstand (ich hätte gerne irgendwas draussen fotografiert, aber es regnet leider):
Das 50er mit f1,4:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/14142.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33819)
F2,8:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/14282.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33820)
F5,6 spare ich mir, das sieht nicht viel anders aus. Bei diesem Aufbau mag auch die Schärfentiefe etwas mit reinspielen, da ich hier nicht ganz so sorgfältig vorgegangen bin.
Und noch das Makro bei f3,5:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/35352.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33821)
F5,6 war auch im "Fernbereich" wieder nicht besser.
Nachdem ich jetzt nach längerer Zeit wieder mit solchen "Testbildern" bei Offenblende zu tun hatte, muß ich übrigens mein Urteil über die Schärfe des anfangs gezeigten Beispiels revidieren (auch wenn unsere Bilder kaum vergleichbar sind): das ist schon OK so, nicht unscharf.
Hallo Jens,
wie hast Du fokussiert? Es ist ja gerade der entscheidende Punkt, auf den Christian, wenn ich recht verstanden habe, hinauswollte. Verliert bei Offenblende z.B. Dein 50'er wirklich so an Schärfe oder ist evtl. nur die Fokussierung zu ungenau und das Motiv kommt mit dem Abblenden in den Schärfentiefebereich.
Christians Regalbild legt nahe, dass es so sein könnte.
Abhilfe könnte eine sehr sorgfältige manuelle Fokussierung, eine Reihe von Aufnahmen mit wiederholten AF-Messungen oder auch sozusagen eine Fokusreihe (Aufnahmeserie mit minimal geändertem Fokus) bringen.
Jan
wie hast Du fokussiert?
Wie oben von mir empfohlen: AF, mehrmals von unendlich oder Nahgrenze und dann das beste Ergebnis ausgewählt.
Verliert bei Offenblende z.B. Dein 50'er wirklich so an Schärfe
Ja, darum ging's ja.
Allerdings finde ich das Ergebnis bei f1,4 wie gesagt auch nicht soo unscharf. Klar, im direkten Vergleich sieht das übel aus und Christians Beispiel fand ich ja auch erst unscharf, aber 100% Ausschnitte sind da einfach trügerisch. Auch bitte ich zu bedenken, daß die Ausschnitte komplett ungeschärft sind (von einer möglichen, durch den Benutzer nicht zu beeinflussenden Grundschärfung in ACR vielleicht mal abgesehen). Bei normaler Größe betrachtet oder ausgedruckt und ohne direkten Vergleich zu anderen Bildern mit kleinerer Blende ist das absolut brauchbar - die Auflösung und Details sind da, nur liegt halt so eine Art "Schleier" drüber. Knackscharf ist es natürlich auch nicht, keine Frage - eben "weich".
oder ist evtl. nur die Fokussierung zu ungenau und das Motiv kommt mit dem Abblenden in den Schärfentiefebereich.
Das erste Motiv ist plan und das Ergebnis das beste aus einer Reihe von mehreren Versuchen, die Schärfentiefe spielt da also keine Rolle und der Fokus hat gepasst - d.h. besser ging's nicht. Den Aufbau habe ich versucht so gewissenhaft wie möglich vorzunehmen, kleine Fehler will ich aber nicht ausschließen, ebenso gilt es natürlich auch die Serienstreuung zu berücksichtigen: mir kommt es z.B. so vor, daß die Schärfe nach unten hin (von wo auch die Ausschnitte stammen) etwas nachlässt, das habe ich aber durch Veränderungen der Ausrichtung (mit Wasserwaage und Zollstock wohlgemerkt) nicht ändern können. Hier kommen wir wohl in den Bereich, wo sich kleinste Fertigungstoleranzen bemerkbar machen (= minimale Dezentrierung?).
Abhilfe könnte eine sehr sorgfältige manuelle Fokussierung
Das habe ich natürlich auch versucht: so genau wie die Kamera kriegt man das niemals hin, selbst mit Sucherlupe/Winkelsucher mit 2facher Vergrößerung (habe beides versucht). Das verhindert der Sucher, meine Augen und der übersensible Fokusring des Objektivs. Mit dem 90er Makro bekomme ich scharfe, manuell fokussierte Bilder bei Offenblende hin - mit dem 50er hat der Fokus immer daneben gelegen, egal wie viel Mühe ich mir gab. Das gilt jedenfalls für die Bilder im Nahbereich, bei den anderen habe ich's dann gar nicht mehr probiert - das hätte wegen der Größe der Kekspackung im Sucher aber auch nicht funktioniert.
eine Reihe von Aufnahmen mit wiederholten AF-Messungen oder auch sozusagen eine Fokusreihe (Aufnahmeserie mit minimal geändertem Fokus) bringen.
Ersteres habe ich gemacht. Für die Fokusreihe müsste man wieder manuell eingreifen und das kann nur in die Hose gehen.
OK, mehrfach AF ist vermutlich das Beste, was man machen kann.
Danke für Deine Erläuterungen!
Meine guten Erinerungen liegen wohl daran, dass ich mir nie 100%-Cropbs aus unmittelbarer Nähe,sondern nur Abzüge bis max. A3 bzw. Dias aus normalem Wohnzimmerabstand angesehen habe.
Jan
chri$ti@n
09.11.2006, 18:58
@Jens
Danke für deinen ausführlichen Test. Deine Ergebnisse decken sich ungefähr mit meinen. Die 100% Ansicht sollte jedenfalls verboten werden :)
wie hast Du fokussiert?
Wie oben von mir empfohlen: AF, mehrmals von unendlich oder Nahgrenze und dann das beste Ergebnis ausgewählt.
Mich würde nur noch eines interessieren. Waren die Ergebnisse zwischen den besten und den schlechteren marginal oder doch sehr deutlich? Würde man bei einem 10x15 Abzug einen Unterschied erkennen?
Mich würde nur noch eines interessieren. Waren die Ergebnisse zwischen den besten und den schlechteren marginal oder doch sehr deutlich?
Manchmal sind die Unterschiede recht deutlich (idR. jedoch minimal bis nicht existent), ich denke die wenigsten Kameras treffen jedesmal den Fokus auf Anhieb absolut perfekt (erst recht nicht unter Alltagsbedingungen). Und da schon kleinste Abweichungen bei offener Blende, kleinem Abstand und einem detaillierten Motiv recht deutliche Auswirkungen zeigen...
Das ist ja der Grund, wieso ich das überhaupt so umständlich teste und jedem empfehle, das mal auszuprobieren. Meine Kamera war wegen grober Schwankungen und unerklärlicher Schärfprobleme (die letztendlich am ungenauen AF lagen) auch schonmal zur Kur in Bremen, seitdem ist es deutlich besser, aber halt immer noch nicht perfekt. Ob es diesbezüglich überhaupt Perfektion gibt/geben kann - keine Ahnung.
Würde man bei einem 10x15 Abzug einen Unterschied erkennen?
Die ganz argen Ausrutscher: ja, gut möglich.
Wenn man selbst bei 600x4xy Pixel einen Unterschied erkennt:
Nochmal die ganze Hülle bei f1,4:
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/1414gross.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33814)
Und hier bei f5,6, identische Bearbeitung (wobei ich es schon fast überschärft finde):
http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/data/thumbnails/6/1456gross.jpg (http://www.d7userforum.de/phpBB2/4images/details.php?image_id=33824)
Man sollte hier imho auch zwischen Auflösung und Kantenschärfe unterscheiden. Wenn man Aufnahmen mit sehr grossen Öffnungen anschaut und details sucht, sieht man häufig, dass die Details durchaus vorhanden sind. Aber an harten Kanten treten dann häufig solche Halos auf und der Kontrast fällt etwas ab. Das ist die Folge sphärischer Aberration.
Man sollte hier imho auch zwischen Auflösung und Kantenschärfe unterscheiden. Wenn man Aufnahmen mit sehr grossen Öffnungen anschaut und details sucht, sieht man häufig, dass die Details durchaus vorhanden sind. Aber an harten Kanten treten dann häufig solche Halos auf und der Kontrast fällt etwas ab. Das ist die Folge sphärischer Aberration.
Exakt, schön gesagt.