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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tamron 28-75 vs 20-40 Unterschiedliche Bildschärfen bei entfernten Motiven?


RRibitsch
21.04.2026, 08:12
Hallo!

Ich habe jetzt mein Tamron 28-75 mm f 2.8 G II und ein Tamron 20-40 mm f 2.8, beide bei Blende f 5.6 und 35mm Brennweite verglichen, wobei mir aufgefallen ist, dass die fernen Bereiche beim 28-75 deutlich schärfer sind, als beim 20-40. Fokussiert wurde auf ein Objekt in ca. 30 Metern Entfernung, der relevante Hintergrund ist ca. 90 m entfernt. Die Schärfe am Fokuspunkt ist bei beiden identisch, beim entfernten Objekt sieht man den Unterschied eindeutig. Die Kamera ist eine Alpha 6700, welche ich parallel zur Alpha 7 IV verwende, daher beide FE Objektive.

Mir ist schon klar, dass das 28-75 auf Schärfe und gute Mikrokontraste getrimmt ist, aber es verwundert mich doch sehr. Alle Aufnahmen habe ich mit identischer Einstellung und RAWs vorgenommen.

Da ich überwiegend im Brennweitenbereich von 40-60 mm im Vollformatbereich fotografiere (Eisenbahnfotografie) wäre das 20-40 ideal für die 6700, welche ich als Zweitausrüstung verwende. Gleichzeitig ist es auch ein gutes Weitwinkel für die A7 IV, daher meine Überlegungen.

Woran könnte dies liegen?

erwinkfoto
21.04.2026, 22:12
Wurde bei beiden gleichermaßen fokussiert bzw sogar manuell?
Fokuspunkte gleich?

Könnte dein 20-40 evtl. Nicht das beste Exemplar sein?

Wurden die zu vergleichende Aufnahmen beide an der 6700 geschossen?
War das unter kontrollierten Bedingungen, d.h. keine wechselnde Lichtbedingungen und somit Kontrast?

Mich würde es sehr interessieren, ich überlegte das 28-75 G2 zu holen, das 20-40 habe ich bereits.

Viele Grüße,

Erwin

Man
21.04.2026, 23:03
In der Theorie müssten beide Aufnahmen (identische Brennweite, identische Blende) identisch sein - deshalb die Frage: "stimmt" die Brennweite?
Du hast die Vergleichsaufnahmen vom selben Standpunkt am besten vom Stativ aus gemacht?
Stimmt der Hintergrund überein = ist auf beiden Aufnahmen derselbe Hintergrund (Ausdehnung in der Breite) zu sehen oder ist es bei dem einen Objektiv etwas mehr und bei dem anderen etwas weniger?
So ganz genau 35 mm wird man bei den eh Zoomobjektiven nicht einstellen können, das werden eher Näherungswerte sein.

Bei rd. 30 Metern bis zum Motiv wahrscheinlich nicht die Fehlerquelle, aber dennoch: liegt der Fokuspunkt bei beiden Aufnahmen identisch, also an derselben Stelle des Motivs?

Die Blende ist rechnerisch das Verhältnis von Brennweite (F) zum Durchmesser der Eintrittspupille.
Blende F/4 bedeutet bei 20 mm Brennweite, dass die Eintrittspupille 5mm im Durchmesser ist (20 / 4 = 5), bei 40 mm müsste sie 10 mm Durchmesser haben (40 / 4 = 10).
Der Durchmesser der Linsen ändert sich bei einem Zoomobjektiv durch das Zoomen nicht.
Ein Zoomobjektiv mit durchgehend identischer Blende muss also abblenden, wenn man es von der hohen Brennweite (40mm) zu einer niedrigeren Brennweit zoomt.
Vielleicht läuft das nicht immer gleich ab und das eine Objektiv hat bei 35mm vielleicht nit F/2,8 sondern vielleicht F/3,2?

Diese minimalen Unterschiede, wenn es die hier überhaupt gibt, wären aber vermutlich nicht als "beim entfernten Objekt sieht man den Unterschied eindeutig" zu erkennen.

RRibitsch
22.04.2026, 07:08
Ich habe die Aufnahmen bei identischen Bedingungen gemacht, bei 28mm sehe ich z.B. keinen nennenswerten Unterschied, bei 35mm ist es eindeutig. Ob das 20-40 vielleicht nicht das beste Exemplar ist, kann ich so nicht beurteilen, zumal die Schärfe beim anvisierten Motiv nur minimal vom 28-75 abweicht. Das Ganze sieht wie eine leichte Freistellung des vorderen vom Hintergrund aus. Bei Blende 8 ist der Unterschied dann zu vernachlässigen.

Für mich ist Blende f 5.6 Standard, da ich diese Einstellung für 250 km/h schnelle Züge benötige, ohne dass die ISO hochgehen.

Ein Vergleich an der A7 IV hat ein identisches Bild gezeigt. Ich werde den Test mit manueller Fokussierung wiederholen und die Ergebnisse hier einstellen.

aidualk
22.04.2026, 09:22
Es wird ja hier im Prinzip das Bokeh, ausserhalb der eigentlichen Schärfenebene, verglichen. Objektive können unterschiedliches Verhalten im Bokeh zeigen, sowie auch in den Übergangsbereichen. Zoomobjektive meist schwächer/unruhiger als Festbrennweiten. Nicht umsonst gibt es bei Objektivtests auch immer ein Kapitel Bokehverhalten, manchmal wird auch der Übergangsbereich von Schärfe zu Unschärfe beschrieben. Hier sind zwei verschiedene Zooms am Werk. Für mich ist es nicht ungewöhnlich, dass die Ergebnisse auch unterschiedlich ausfallen können, auch je nach Brennweiteneinstellung.

edit: Ähnliches hatten wir ja schon (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=204625&page=2). ;)

RRibitsch
22.04.2026, 10:45
Stimmt, hatten wir schon, nur eine wirkliche Erklärung war für mich nicht ableitbar.
Das mit dem Bokeh klingt plausibel.

Das 28-75 ist daher von der Charakteristik meine erste Wahl, ideal wäre ein APS-C Zoom, welches ähnliche Eigenschaften aufweist und von den Abmessungen in etwa dem 20-40 entspricht. Viel Auswahl gibt es da leider nicht, das Sigma 18-50 bzw. Sony 16-55.