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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Fotostories und -reportagen » Indonesien 2017
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Alt 09.10.2017, 13:32   #1
pirrax
 
 
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Beiträge: 314
a 7 II Indonesien 2017

Einleitung
Wie sieht ein Mann sein Geburtsland während eines mehrwöchigen Aufenthalts, nachdem er das Land vor mehr als 20 Jahren verlassen hat? Was ist für ihn selbstverständlich, was ist für andere Leute, die noch nie dort waren, was Außergewöhnliches? Die Frage habe ich mich nämlich selbst gestellt. Inspiriert von Reiseberichten von anderen SUFlern versuche ich diese Frage zu beantworten.

Die Anreise
Wir haben uns vor ca. zwei Monaten für einen Hinflug mit Air France entschieden. Der Flug ging aber nur bis Singapur. Alternativ hätte man einen KLM-Flug nehmen können und damit hätte man direkt von Amsterdam bis nach Jakarta (die Hauptstadt von Indonesien) -ohne umzusteigen- fliegen können. Wir haben uns dennoch für Air France entschieden, da ein Sitz mit mehr Beinfreiheit bei Air France günstiger war. Bei einem zwölfstündigen Flug ist man für jede cm extra, die man zwischen seinen Knien und dem Vordermann hat, froh.

Um weiter nach Jakarta zu fliegen, haben wir zusätzlich zwei günstige Flugtickets für die Strecke Singapur-Jakarta gebucht. Die Strecke ist eine Goldgrube für die Fluggesellschaften. Fast mindestens einmal pro Stunde hob eine Maschine für diese Strecke ab und die Maschine ist in der Regel mindestens ¾ voll mit Passagieren. Es war also kein Problem einen passenden günstigen Flug zu finden. Weniger bequem war die Tatsache, dass wir unser Gepäck in Singapur vom Band holen und es erneut selbst einchecken mussten. Die paar cm mehr Beinfreiheit und der gute Preis für einen 12 Stundenflug waren uns aber wichtiger und haben deshalb die paar kleine Unbequemlichkeiten in Kauf genommen.

An unserem Startflughafen angekommen schauten wir auf die Anzeigetafel, um zu wissen, an welchem Schalter wir uns einchecken müssen. Schnell haben wir unseren Flug nach Paris gefunden. Fast genau in diesem Moment stellten wir fest, dass der Flug nach Amsterdam annulliert war! Der Check-in Schalter war lange nicht besetzt. Ich vermute, die Check-in-Mitarbeiter haben etwas gewartet, um zu hören, was sie für Anweisungen wegen der KLM-Flugannullierung erhalten wurden. Air France und KLM gehören zusammen, so standen wir beim Check in mit ratlosen KLM-Passagieren. Von KLM-Passagieren vor uns hörten wir, dass eine Umbuchung auf die nächste Maschine nicht möglich gewesen sei, weil die nächste Maschine schon komplett ausgebucht war. Hätten wir uns für einen Flug mit KLM entschieden, hätten wir also unseren Flug nach Jakarta verpasst!

Bis heute habe ich nicht verstanden, wieso man nicht frühzeitig reagiert hat. Es war meiner Ansicht nach möglich, die Passagiere mit dem Zug nach Amsterdam zu bringen. Dadurch dass der Check-in-Schalter lange nicht besetzt war, wurde die Zeit einfach für viele Passagiere zu knapp geworden.

Erleichtert, dass wir einfach Glück hatten, haben wir, als wir endlich dran waren, unsere Boardingtickets erhalten. Unser Gepäck war bis Singapur eingecheckt. Die Reise konnte also beginnen. In Paris hatten wir ca. 4 Stunden Zeit. Die Zeit haben wir mit einer Kaffeepause, einer Bummeltour durch die ganzen Duty-free-Shops verbracht. Ich hatte nebenbei die Zeit genutzt, um die Deckenkonstruktionen vom Terminalgebäude zu knipsen. Die fand ich einfach interessant:


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Geändert von pirrax (09.10.2017 um 14:16 Uhr)
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Alt 09.10.2017, 13:43   #2
pirrax

Themenersteller
 
 
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a 7 II

Ankunft in Singapur und Weiterflug nach Jakarta

Angekommen in Singapur wussten wir, dass für uns etwas stressig wird. Unser Flug hatte nämlich eine Stunde Verspätung. Wir haben dummerweise bei der Buchung des Anschlussfluges nach Jakarta nicht bedacht, dass 2,5 Stunden für das Gepäckholen, durch die Immigration gehen und uns erneut einchecken zu knapp waren. Anstatt 2,5 Stunden hatten wir durch die Verspätung nur noch 1,5 Stunde(n) Zeit. Wir sind zur Gepäckausgabe gejoggt. Zwischenzeitlich habe ich mein Telefon wieder eingeschaltet und bekam ein SMS von Air France:

„Es tut uns leid, Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Gepäck verspätet eintreffen wird.“

WTF! Total verwirrt sind wir zum Gepäckausgabeband gegangen. Dort wartete schon eine Mitarbeiterin mit einer Liste von Passagieren mit einem ähnlichen Schicksal. Die Mitarbeiterin wollte erstmal die betroffenen Passagiere zusammensammeln, aber da wir uns beeilen mussten, hat sie freundlicherweise uns schon mal zum Lost-Found-Schalter begleitet. Dort konnte ein Mitarbeiter zügig das nötige Formular ausfüllen. Daumen hoch, er war sehr professionell. Da wir ja (mittlerweile nur noch in einer Stunde) nach Jakarta weiterfliegen mussten, habe ich gebeten, dass mein Gepäck bis nach Indonesien transferiert wird. Ich habe noch die Adresse von meinen Eltern in Indonesien gegeben, damit die Fluggesellschaft mein Gepäck dorthin bringt.

In der Zwischenzeit hat meine Frau freudenstrahlend ihr Gepäck vom Band erhalten. Ich habe bis heute immer noch nicht verstanden, wieso ihr Gepäck mit uns mitgeflogen ist aber meins nicht. Höfflich bedankte ich mich für die hervorragende Bearbeitungszeit des Lost-Found-Mitarbeiters. Ich bekam den Hinweis, dass ich mich erneut in Jakarta wegen meines Gepäckes bei Lost and Found melden sollte (ich habe zwar nicht verstanden wieso, aber gut).

So sind wir innerhalb von geschätzten 10 Minuten von einem Terminalgebäude zum Nächsten gerast. Der Check-in Schalter für unseren Flug war natürlich am anderen Ende vom Terminalgebäude und das Einchecken war schon abgeschlossen. Mit einer Mischung aus Bitten und Drängeln haben wir doch noch die Check-in-Mitarbeiterin überreden können, uns einzuchecken. Ziemlich platt von unserem 12 Stundenflug und die ganze Rennerei sind wir glücklich in unseren Flieger nach Jakarta eingestiegen. Ich hatte während des Fluges nach Jakarta ein gemischtes Gefühl. Glücklich dass wir unseren Flug nach Jakarta doch gekriegt haben und ein bisschen leicht irritiert, wieso mein Gepäck nicht mitgeflogen ist, obwohl meine Frau und ich gleichzeitig unser Gepäck abgegeben haben.

In Jakarta angekommen wurde man sofort mit der typischen indonesischen Unorganisiertheit konfrontiert. Erstmal war es nicht leicht, die richtige Linie für die Immigration zu finden. Mittlerweile darf man nämlich für 30 Tage Indonesien visumfrei besuchen. Den richtigen Weg zu finden war nicht leicht, weil man an allen Visa on Arrival Schaltern vorbei gehen musste um den Ausgang zu finden. Wahrscheinlich war es auch Absicht, damit verwirrte Touristen doch Visa on Arrival kaufen, obwohl sie die 90 Tage Aufenthalt eigentlich nicht brauchen.

Das nächste Chaos erlebte ich beim Lost-Found-Schalter. Ich sollte mich in Jakarta erneut melden. So hat man mir in Singapur gesagt. Eigentlich müsste ich ja das ganze Durcheinander bereits kennen, aber wenn man schon lange im Ausland gelebt hat, hat man einiges bereits vergessen. Es fing schon damit an, dass es keine richtige Schlage gab. Man ist einfach auf einen Mitarbeiter gestürzt, den man erwischen konnte. Insgesamt waren es drei (armen) Mitarbeiter, die die Meldungen und Beschwerden der Passagiere ohne Gepäck bearbeiten mussten. Dort bei den Mitarbeitern war eine Supervisorin dabei, die alles andere als hilfreich war. Sie hat ständig mit meiner Ansicht nach nutzlosen Verbesserungsvorschlägen zwischengefunkt. Ich habe ja verstanden, was sie zu den Mitarbeitern gesagt hat, während die anderen Fluggäste verdutzt geschaut haben, da sie die indonesische Sprache nicht verstehen. Ich habe mich kurz beim Warten mit zwei Deutschen unterhalten, die auch ohne ihr Gepäck da waren. Eigentlich hätten sie mit KLM einen Tag früher ankommen müssen, aber ihr Flug von Berlin wurde wegen des schlechten Wetters gecancelt und sie mussten eine Nacht in Amsterdam verbringen. Bei den war es noch schlimmer, sie haben zwei Stück Gepäck abgegeben, das Gepäck ist beide nicht angekommen (bei uns immerhin ist das Gepäck von meiner Frau mitgeflogen). Dazu kommt es, dass sie am nächsten Tag mit dem Bus weiterverreisen wollten. Wie sie am Ende wieder ihr Gepäck wiederbekommen sollen, frage ich mich bis heute noch. Es war auch ein hin- und her- mit der Geldentschädigung für ihr verspätetes Gepäck (z.B. um erstmal Hygieneartikel nachzukaufen). Scheinbar wusste der Lost-Found-Mitarbeiter nicht, was die Passagiere für Rechte haben oder ihm war nicht wirklich bewusst, in was für einer dummen Situation die zwei Deutschen gesteckt haben.

Als ich endlich dran war, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was der Mitarbeiter gemacht hat. Er hat meine Unterlagen erneut kopiert (obwohl alles bereits im System gespeichert ist) und am Ende meinte er, ich soll mich bei einer anderen Fluggesellschaft melden, mit der wir nach Jakarta geflogen sind. Ich habe mehrfach wiederholt, dass die andere Fluggesellschaft mit der Verspätung meines Gepäckes nichts zu tun hat, weil Air France diesbezüglich verbockt hat und nicht die andere Fluggesellschaft. Irgendwann mal hat er resignierend mich weggeschickt und gesagt, dass wir fertig seien.

Total verwirrt von dem ganzen Chaos kamen wir raus und wurden herzlich von meinen Eltern empfangen. Zu Hause in Bogor habe ich von meinem Vater ein paar Sachen zum Anziehen leihen können und wir sind nach dem Abendessen ziemlich früh eingeschlafen.

Am nächsten Tag wurde ich ziemlich früh schon wach. Ich habe die Zeit genutzt, um mir den Garten von meinen Eltern anzuschauen. Dabei fiel mir auf, dass meine Eltern einen „Jambu“-Baum haben. Ich habe diese Frucht als ein kleines Kind sehr gerne gegessen. Jambu schmeckte süß säuerlich erfrischend und etwas wässrig. Ich konnte mich daran erinnern, wie ich als Kleinkind ungeduldig die Unreifen schon geerntet habe, gegessen und davon Bauchschmerzen bekam. Ich habe versucht, rauszufinden, wie die Frucht auf Deutsch heißt. Sie wird auf Deutsch „Javaapfel“ genannt.


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Bogor ist eine „kleine“ Stadt 50 km südlich von Jakarta. Ich habe seit meiner Geburt 12 Jahre lang die Zeit in Jakarta verbracht. Irgendwann mal wurde die Stadt uns zu voll und sind nach Bogor umgezogen. Als ich mit 12 nach Bogor umgezogen bin, hatte Bogor ca. 300.000 Einwohner. Mittlerweile hat Bogor ca. 1,5 Mio Einwohner. In Bogor habe ich 5,5 Jahre lang gewohnt, bevor ich nach Deutschland ging.

Nach dem Frühstück sind wir zum Markt gegangen. Meine Frau geht nämlich gerne zum Markt, um das Leben und den Alltag von den Menschen vor Ort mitzuerleben. Ich habe eine gute Position gefunden, um den Markt zu knipsen.


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Insgesamt machte der Markt einen saubereren Eindruck, als ich ihn in Erinnerung hatte. Mit der Überdachung ist der Boden überwiegend trocken (damals hatte der Markt nur Holzbalken als eine Dachkonstruktion und bei den häufig vorkommenden Monsunregen war ein Marktbesuch mit trockenen Füssen ein Ding der Unmöglichkeit).

Bogor ist bekannt für ihren botanischen Garten. Der Garten ist ein Erbe aus der damaligen niederländischen Kolonialzeit. Ihn hat man dort errichtet, wo es am häufigsten regnet. Bogor hat auch den Beinamen „Regenstadt“ (Kota Hujan). Außen am botanischen Garten kann man ziemlich untypisch für Indonesien gut zu Fuß laufen. In Indonesien sind Fußwege nämlich Mangelware.


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Die Bäume im botanischen Garten sind schon ziemlich alt und bewuchern zum Teil den Zaun vom botanischen Garten.

Um den Verkehr Herr zu werden, hat man sich in Bogor dazu entschieden, mehrere Straßen in Einbahnstraßen umzuwandeln. Die Straßen um den botanischen Garten waren z.B. zu meiner Zeit in Bogor keine Einbahnstraße. Scheinbar hat die Maßnahme was gebracht, weil wir haben in Bogor keinen Stau gehabt (trotz der mittlerweile relativ hohen Anzahl an Anwohnern).

Meine alte Schule haben wir besucht. Ich war dort 3 Jahre lang während meiner Mittelstufe. Als wir dort waren, hat meine Frau mich gefragt, ob ich die Schule größer in Erinnerung hatte. Ja, etwas größer hatte ich sie in Erinnerung.


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Und dann kamen wir am Dom von Bogor. Der Dom ist direkt neben meiner alten Schule. Ich musste wieder daran denken, wie furchtbar es war, dass ich als Teenager jeden Samstagabend zur Messe musste und zusätzlich dazu am ersten Freitag im Monat. In meiner ehemaligen katholischen Schule durften Kinder anderer Religion auch zum Unterricht gehen. Sie hatten nach der 5. Stunde am Freitag Unterrichtsende, während die katholischen Kinder (wie ich) im Gegensatz dazu entweder noch eine Zusatzstunde katholischer Religion hatten oder am jeden 1. Freitag im Monat zur Messe mussten. Da wurde die Erinnerung wieder wach, wie ich versucht habe, die Messe zu schwänzen (z.B. mich auf der Toilette eingeschlossen und mich dort versteckt).


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Mittlerweile war es fast Mittag, die Sonne hat den höchsten Punkt erreicht und es wurde etwas unerträglich heiß. Die Katze in der Rikscha zeigte uns, was man am besten bei der Temperatur macht, so sind wir erstmal wieder zurück zu meinen Eltern zurückgefahren, um ein Siesta zu machen.


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Abends nach dem Essen sind wir zu einem Einkaufszentrum gegangen. In Einkaufszentren bummeln ist eine Lieblingsbeschäftigung in Asien. So ist es auch kein Wunder, dass Samstagabend die Einkaufszentren gut besucht sind. Wir waren in einem Einkaufszentrum, das noch nie da war, als ich noch in Bogor war. Dort habe ich mir eine günstige Badehose geholt, damit wir am nächsten Tag vormittags ein wenig schwimmen konnten, ohne dass ich auf mein Gepäck warten musste. Ich habe im Einkaufszentrum eine Stelle gefunden, von dort aus ich dieses Bild machen konnte:


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Nach dem Hinflug und diesem Tag hatte ich ca. nur noch die Hälfte der Akkuladung zur Verfügung. Als ich meinen Akku aufladen wollte, fiel mir wieder ein, dass mein Aufladegerät sowie mein Stativ in meinem abgegebenen Gepäck waren. Ich habe anfangs nicht verstanden, wieso Sony im Lieferumfang nur ein USB-Kabel zum Akkuaufladen in der Kamera mitgeliefert hat. Ich war kein Freund von dieser Lösung, aber an diesem Abend war ich froh, dass ich auf diese Art meinen Akku wieder aufladen konnte. So schnell konnte man seine Meinung ändern.

Zu Hause bei meinen Eltern angekommen, habe ich online gesehen, dass mein Gepäck zwischendurch in Singapur eingetroffen ist und mit der nächsten Singapore Airlines Maschine nach Jakarta gebracht wurde. Die Geschichte dazu erzähle ich bei der nächsten Gelegenheit.
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Geändert von pirrax (09.10.2017 um 14:28 Uhr)
pirrax ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2017, 16:14   #3
Harry Hirsch
 
 
Registriert seit: 24.08.2014
Ort: Stuttgart
Beiträge: 1.077
Meistens enthalten die Fotostorys mehr Bilder als deiner.
Du stellst die Erzählung in den Vordergrund.
Wir sitzen auf dem Hamburger Flughafen und warten auf unsere verspätete Maschine.
Daher konnte ich mir die Zeit mit deiner Story verkürzen. Na ja - und irgendwie passt das ja auch hierher. Also deine Flugerlebnisse.
Ich bin schon gespannt, wie es mit deinem Gepäck weiter geht.
Apropos: wir hatten zum Glück noch nie Pech mit dem Gepäck. Aber den Erlebnis bestärkt mich in unserer Vorgehensweise so zu packen, dass keiner “nackt“ da steht, wenn ein Koffer abhanden kommt.
Gegen ein Verschwinden beider Exemplare hilft das natürlich auch nichts.

Warst du seit 20 Jahren nicht mehr in deiner Heimat? Ist das dein erster Besuch?

Wie gesagt, ich bin gespannt auf deine Fortsetzung!
__________________
Grüße Joachim
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Dreieckige Räder haben gegenüber viereckigen den Vorteil, pro Umdrehung einmal weniger zu holpern.
Harry Hirsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2017, 07:25   #4
GBayer
 
 
Registriert seit: 18.08.2010
Ort: Müllendorf
Beiträge: 624
Zitat:
Zitat von pirrax Beitrag anzeigen
Bogor ist eine „kleine“ Stadt 50 km südlich von Jakarta. Ich habe seit meiner Geburt 12 Jahre lang die Zeit in Jakarta verbracht. Irgendwann mal wurde die Stadt uns zu voll und sind nach Bogor umgezogen. Als ich mit 12 nach Bogor umgezogen bin, hatte Bogor ca. 300.000 Einwohner. Mittlerweile hat Bogor ca. 1,5 Mio Einwohner. In Bogor habe ich 5,5 Jahre lang gewohnt, bevor ich nach Deutschland ging.

Bogor ist bekannt für ihren botanischen Garten. Der Garten ist ein Erbe aus der damaligen niederländischen Kolonialzeit. Ihn hat man dort errichtet, wo es am häufigsten regnet. Bogor hat auch den Beinamen „Regenstadt“ (Kota Hujan). Außen am botanischen Garten kann man ziemlich untypisch für Indonesien gut zu Fuß laufen. In Indonesien sind Fußwege nämlich Mangelware.

Die Bäume im botanischen Garten sind schon ziemlich alt und bewuchern zum Teil den Zaun vom botanischen Garten.
Herzliche Grüße nach Bogor!

Eine Anektote dazu:
Mit umfangreicher, schwerer Fotoausrüstung bin ich zu Fuß durch die Stadt spaziert, immer auf der Suche nach interessanten Motiven. Der Weg war weit, es wurde Nacht. Gegen 23:30 marschierte ich Nähe Ortsgrenze auf der Ausfallstraße. als ich an einer Polizeistation vorbeikam. Zwei Polizisten standen heraußen im Freien. Irgendwie kam ich ihnen verdächtig vor, sie winkten mir und baten mich in die Station zu einer Überprüfung. Drinnen waren noch weitere 5 Beamte und ich wurde ausgiebig befragt. Am Ende der Prozedur verriet man mir, daß es äußerst ungewöhnlich wäre, daß Einzelpersonen um diese Zeit zu Fuß durch diese einsame Gegend wanderten. Es wäre überaus gefährlich! Allein die Fotoausrüstung und die Zigaretten würden genügen, sein Leben aufs Spiel zu setzen, wenn man so provokant damit herumläuft. Man organisierte mir ein Taxi - mit dem Auftrag, auf kürzestem Weg mein Hotel aufzusuchen.

Mein Chauffeur und Leibwächter lachte sich halb tot, als er mich am nächsten Morgen abholte, weil ich ihm absichtlich frei gegeben hatte, nachdem ich offiziell nur den ganzen Tag im Botanischen Garten meine Speichkarten füllen wollte.

Servus
Gerhard
__________________
Wenn Dich ein Laie nicht versteht, heißt das noch lange nicht, dass Du ein Fachmann bist. Sprachfüllschaummasse erstickt sinnvolle Inhalte.

... und wenn die Technik dann absolut perfekt ist, öffnet sich eine große Leere - denn dann geht es nur noch um Bildinhalte und diese sind nicht zu messen, wiegen, zählen.
GBayer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2017, 12:44   #5
pirrax

Themenersteller
 
 
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Ort: Wolfenbüttel
Beiträge: 314
a 7 II

Erstmal zu Euren Kommentaren:

@Harry: wäre die Anreise ganz glatt gelaufen, wäre der Beitrag auch um die Hälfte kürzer geworden. Nachhinein kann man wieder lachen und das Ganze mit einer gewissen Humor Revue passieren lassen. Ich hoffe bei Dir lief alles glatt. Man fühlt sich so machtlos, wenn es mit den Flügen nicht so lief, wie sein soll.

Es ist in der Tat eine gute Idee, ein bisschen Wechselklamotten im Handgepäck mitzunehmen. Eigentlich soll man immer so verreisen. Es hat aber in der Regel mit dem Gepäck gut geklappt, so dass man fahrlässig wurde. Das war auch für mich das erste Mal, dass mein Gepäck beim Hinflug nicht mitgekommen ist (bei einem Rückflug war es uns beide schon mal passiert, war aber nur halb so schlimm, weil überwiegend nur dreckige Wäsche im Gepäck waren. Gut, die verspäteten Mitbringsel waren ein wenig ärgerlich).

Ich war zwischendurch nach "meinem Umzug" nach Deutschland wieder in Indonesien, war aber auch nicht so häufig dort. Häufig waren Abstände von 4-5 Jahren dazwischen. Das Land veränderte sich. Ich musste mich selbst hin und wieder fragen, ob mache Dinge/Orte wirklich anders waren oder ob ich eine falsche Erinnerung hatte/anders wahr genommen habe. Selbst bei Rundfahrten in Bogor fragte mein Vater, ob mir die und die Ecken von der Stadt wieder bekannt vorkamen und zu meinem Entsetzen musste ich ab und zu passen.

@GBayer: Ja, Bogor ist ab ca. 22 Uhr so gut wie tot. Eigentlich ist es ziemlich einfach, sich in Bogor mit den grünen „Angkot“ (Minibusse) fortzubewegen. Leider ist es nicht selbsterklären, wie die Routen sind. Ich musste selbst nachschauen, wie die Angkots nun fahren, nachdem manche Straßen Einbahnstraßen geworden sind. Ab 22 Uhr fahren aber kaum noch welche davon.

Deine Erfahrung zeigte mir wiederum, dass Indonesien relativ sicher ist. Die Polizisten waren um Deine Sicherheit besorgt und haben sich um Dein Rücktransport gekümmert. Die Empfehlung und die Sorge kann ich gut verstehen. Man sagt, es ist nicht ratsam, spät in der Nacht allein durch Bogor rumzulaufen, gleichzeitig ist mir nicht bekannt, dass eine erhöhte Gefahr in späten Stunden besteht.

So jetzt zur Fortsetzung meines Berichtes:

Meine Gepäck-Odyssee

Zwischendurch hatte ich die Vorstellung, dass mein Gepäck irgendwoanders auf der Welt war und einen eigenen Urlaub ohne mich machte. Eine Nacht davor loggte ich mich bei Air France ein und sah, dass mein Gepäck schon in Singapur war und sich auf ein Weitertransport nach Jakarta befand. Ich ging davon aus, dass jeder Zeit das Telefon klingeln wird und abgesprochen wird, wann das Gepäck zur Adresse von meinen Eltern gebracht wird. Am nächsten Tag Vormittag waren wir eine Runde schwimmen und es kam immer noch kein Anruf. Ich ergriff die Initiative und rief an.

Mein Gepäck kam tatsächlich gestern Abend an. Die Mitarbeiterin im Telefon fragte mich, wann ich es im Flughafen abholen möchte. Hallo? Normalerweise bringt man ein verspätetes Gepäck zum Besitzer und zwar bis zur Haustür. In Indonesien ist dies aber keine Selbstverständlichkeit. Ich hatte aber keine Lust zu diskutieren und wir wollten an dem Tag ohnehin einen Ausflug nach Jakarta machen. Also sagte ich im Telefon, wann ich ungefähr komme, um mein Gepäck abzuholen.

Die Strecke von Bogor zum Flughafen beträgt ca. 80 km. Für diese Entfernung ist eine Autofahrt von drei Stunden keine Seltenheit. Mit meiner Geburtsstadt Jakarta habe ich ein Hass-Liebe-Verhältnis. Ich fühle mich in irgendeiner Weise mit der Stadt verbunden und gleichzeitig ist der Verkehr eine reine Katastrophe. Nicht umsonst hat Jakarta bei den Ausländern den Beinamen „the big Durian“. Durian ist eine Stinkfrucht, die nicht jedermann Sache ist. In Indonesien beliebt, bei den Ausländern gelten sie zu vermeiden.

Nach ca. zwei Stunden Autofahrt kamen wir im Flughafen an. Es war zum Glück Sonntag. An Sonntagen ist es für Leute aus Bogor empfehlenswert vormittags nach Jakarta zu fahren, weil viele Leute aus Jakarta sonntags Ausflüge Richtung Bogor oder Puncak (ein Berg in der Nähe von Bogor) machen. Dort eingetroffen ging ich zum Lost-Found-Büro und bekam den Hinweis, dass ich zum Lost-Found-Büro bei der Gepäckausgabe in der Ankunftshalle hingehen soll. Etwas verwirrt fragte ich, wie ich in die Ankunftshalle komme. Die Dame erklärte mir, dass ich durch den Mitarbeitereingang durchgehen soll, das klappt schon. Sowas wäre z.B. in Europa meiner Ansicht nach undenkbar, dass Unbefugte einfach durch den Mitarbeitereingang durchgehen dürfen.

Angekommen wieder beim Lost-Found-Büro, dort wo ich bei meiner Ankunft in Jakarta schon war, gab ich meine Unterlagen. Aus Europa ist man gewohnt, dass sowas eine Sache von ein paar Minuten ist. In Indonesien musste ich ca. 15-20 Minuten warten, bis mein Gepäck gefunden und zu mir gebracht wurde. Als ein Mitarbeiter freudenstrahlend meinen Rucksack brachte, erkannte ich ihn nicht sofort. „Da fehlt doch was“ dachte ich. Meinen Rucksack packte ich immer in einem Überzug, damit sich die Schnallen und Gurte nicht auf irgendeinem Gepäckband verheddern. Da stand mein Rucksack quasi nackt ohne den Überzug. Ich fragte nach, wo der Überzug blieb. Die Lost-Found-Mitarbeiterin meinte, dass mein Rucksack gestern so eintraf, also nicht in einem Überzug. Wie die Flughafen-Mitarbeiter in Paris und Singapur meinen Rucksack noch zuordnen konnten, blieb mir ein Rätsel. Die Barcodes und –tags wurden nämlich an den Überzug angebracht und nicht an den Rucksack selbst. Ich musste für den Erhalt unterschreiben und ich fragte, wie ich nun mit dem Rucksack durch den Zoll gehe, weil ich das Zollformular bereits bei meiner Ankunft abgab. Die Mitarbeiterin versicherte mir, dass die signierte Kopie meines Abholzettels völlig ausreiche. So ging ich mit meinem Rucksack durch den Zoll und als ich die Kopie meines Abholzettels zeigen wollte, winkte der Zollbeamte mich schon durch. Theoretisch hätte ich also was Illegales auf diese Weise nach Indonesien schmuggeln können. Ach ja, in diesem Moment merkte ich, dass ich tatsächlich in Indonesien angekommen bin. Draußen freudenstrahlend mit meinem Rucksack ging ich zu meiner wartenden Frau und meinen Eltern und dachte, „Jetzt beginnt der Urlaub!“

Jakarta

„Was ist in Jakarta für ausländische Touristen interessant?“ Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Jakarta ist in erster Linie eine Stadt für die Indonesier selbst. Man nahm Singapur als Vorbild (höher, luxuriöser, größer) und lies ein paar Dinge auf der Strecke. Es war z.B. noch nicht lange her, dass die Linienbusse eine eigene Busspur bekamen. Die Gefälle zwischen arm und reich sind immer noch riesig. Die teuren gigantischen Einkaufszentren liegen häufig nicht so weit entfernt vom nächsten Slum. Zeitlang waren die Flüsse mit Müll verstopft und verdienten die Bezeichnung „ein Fluss“ nicht. Sie waren einfach eine Kloake. Zum Glück kam langsam das Umdenken. Die Flüsse wurden nach und nach vom Müll befreit, man baute günstige bezahlbare Apartments, um die Menschen vom Slum umzusiedeln. Die Hilfsgelder kamen langsam richtig für Aufbauprojekte an und nicht in die Tasche von korrupten hochrangigen Beamten hinein. Seitdem der beliebte Wunschpräsident Jokowi an der Macht kam, hat man den Eindruck, dass sich Indonesien auf dem richtigen Weg befindet.

Die Niederländer kolonisierte Indonesien 350 Jahre lang. Typisch Jakarta bleibt aus dieser Zeit kaum noch was übrig. Lediglich auf dem Fatahillah Square kann man heute noch ein paar Gebäude aus der Kolonialzeit finden. Die Gebäude befinden sich in unterschiedlichen Zuständen. Von fast vergessenen Ruinen bis noch Intakt:


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Das Bild oben war eine gute Gelegenheit für mich, meinen "teuren" ND-Filter zu testen.

Natürlich durfte eine indonesische (eher javanische) Figur dabei nicht fehlen:


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Fatahillah Square ist ein beliebtes sonntags Ausflugziel für die Anwohner von Jakarta (wenn sie nicht nach Bogor fahren oder sich in Einkaufszentren verweilen). So war es auch nichts Außergewöhnliches, dass dort viele Straßenartisten und -verkäufer tummelten:


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Der Platz ist für einen Streetfotograf wahrscheinlich eine schöne Fundgrube. Ich fand diese Nebenstraße mit dem schönen Gebäude im Hintergrund interessant.


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Nach dem Besuch vom Fatahillah Square fuhren wir zur Istiqlal Moschee. Laut Wikipedia ist Istiqlal die größte Moschee in Südost Asien. Interessant war für mich die Tatsache, dass diese Moschee nur ein paar Meter entfernt vom Dom von Jakarta gebaut wurde und dass der Architekt ein christlicher Religionsangehöriger war. Istiqlal mit ihrer Nähe zum Dom von Jakarta gilt als das Symbol von der Religionsoffenheit in Indonesien. Ich denke, eine bessere symbolische Nähe und Religionsoffenheit gibt es kaum.

Wir waren etwas spät dort. Ich hatte nur eine kurze Zeit dieses Bild vom Außen zu knipsen. Das Bild zeigt nicht die Größe der Moschee:


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Und Bilder vom Innen:


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Ein Fenster vom Istiqlal verdeutlicht die Nähe zum Dom von Jakarta. Mein Vater witzelte, dass der schönste Blick vom Istiqlal auf den Dom gerichtet war. Ob es ein Zufall oder eine Absicht war, weiß ich nicht.


Bild in der Galerie

Nach diesem Ausflug und für mich ein ziemlich erfolgreicher Tag fuhren wir wieder zurück nach Bogor. Abends lag ich im Bett glücklich, dass mein Rucksack doch einen Urlaub mit mir machen wird. Außerdem war es toll, dass ich mein Stativ wieder hatte. Mit dem Leihstativ von meinem Vater kam ich nämlich nicht klar. Am nächsten Tag ging die Reise weiter. Wir flogen von Jakarta zum unserem Zwischenziel weiter (mehr dazu in meinem nächsten Beitrag). Danke für’s Lesen!
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Geändert von pirrax (10.10.2017 um 16:09 Uhr)
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Alt 10.10.2017, 15:41   #6
wus
 
 
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Schön hier mal wieder eine Story aus und über Indonesien zu lesen!

2015 waren wir auch in Jakarta, Bogor und Puncak. Ich war vorher schon 6 mal in Indonesien gewesen, kannte von Jakarta aber nur den Flughafen. Da dachte ich, jetzt muss ich auch mal die Hauptstadt besuchen:

"Wer die Hauptstadt nicht kennt, kennt das Land nicht."

Das hat sich auch wieder einmal bestätigt, auf verschiedene Weise.

Was sich allerdings auch bestätigt hat ist, dass Jakarta kaum einzigartige Attraktionen hat. Ich habe es zwar nicht ausgesprochen bereut, dort 4 Tage verbracht zu haben, rückblickend - nach insgesamt 8 Wochen Java, Bali, Sulawesi und Kalimantan, in denen ich viel gesehen und erlebt habe -, sagte ich mir aber doch, die Zeit die ich in Jakarta, Bogor und auch Bandung verbracht habe wäre ich lieber noch woanders hingefahren.

Den botanischen Garten in Bogor fand ich auch nur so einigermaßen interessant. Es ist ein toller, großer Park, der meines Erachtens aber die Bezeichnung botanischer Garten nicht (mehr?) so recht verdient.

Zitat:
Zitat von pirrax Beitrag anzeigen
[U]damit verwirrte Touristen doch Visa on Arrival kaufen, obwohl sie die 90 Tage Aufenthalt eigentlich nicht brauchen.
Das Visa on Arrival ist auch erst mal nur für 30 Tage!

Bin schon gespannt wohin ihr nach Jakarta weiterreist.
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Alt 12.10.2017, 10:29   #7
pirrax

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@wus: Es war gut, dass Du in Jakarta warst. Auf dieser Art versteht man Indonesien und die Geschichte besser. Ich kannte Indonesien aus der Suharto Zeit. Zu der Zeit war es wichtig Hochhäuser Eins nach dem anderen zu errichten. Es blieb leider viel auf der Strecke und die Einzigartigkeit einer Stadt ging dabei verloren.

So komisch es sich anhört, muss man in Jakarta als Tourist die Stadt so genießen wie die Anwohner selbst. Dies bedeutet also die Einkaufszentren abklappern (was nicht jedermann Sache ist, insbesondere wenn ein Tourist aus Deutschland kommt und nicht an asiatische Konsumverhältnisse gewohnt ist).

Im botanischen Garten war ich sage und schreibe EINMAL. Ich fand ihn auch nicht besonders. Er war zwar groß aber gleichzeitig war die Anlage nicht so gut gepflegt, so dass man die Flora-Sammlungen richtig würdigen konnte. Den Präsident Palast neben dran fand ich interessanter.

Ich habe nachgeschaut. Man kann bis zu 30 Tagen visumfrei nach Indonesien einreisen. Mit Visa on Arrival kann man einmal um 30 Tage seinen Aufenthalt verlängern und kommt auf insgesamt 60 Tage (ohne Visum muss man Indonesien nach 30 Tagen wieder verlassen und kann den Aufenthalt nicht verlängern). Ich habe die Einreisebestimmung mit Visa on Arrival nie genau gelesen. Ups

So genug geplaudert, jetzt geht weiter mit dem Reisebericht:

Die Reise ging weiter

Abflug von Jakarta

Eigentlich wollte ich das Drum-Herum von der eigentlichen Reise minimieren. Eine kleine Anekdote muss ich doch erzählen.

Die Fahrt zum Flughafen war okay. Für die Jakarta-Verkehrsverhältnisse konnte man von einem flüssigen Verkehr an einem Montagvormittag sprechen. Wir kamen jedenfalls nach ca. 2,5 Stunden am Flughafen an.

In Indonesien sowie wahrscheinlich auch bei vielen asiatischen Flughäfen ist es üblich, dass man nur zum Check-In-Schalter kommt, wenn man tatsächlich ein Flugticket hat. Nicht wie in Europa ist es nicht möglich ohne ein Flugticket jemanden beim Einchecken zu begleiten, wenn man selbst nicht mitfliegt. Angekommen am Flughafen fragten wir zunächst, ob wir nach dem Einchecken wieder raus dürfen, um uns von meinen Eltern zu verabschieden. Es war kein Problem, so checkten wir ein und gaben unser Gepäck ab und gingen wieder raus. Um rauszugehen mussten wir auf eine andere Ebene kommen. Dabei fiel mir auf, dass dieser Ausgang auch gleichzeitig auch ein Eingang für die Flughafenbesucher ist, die zu den Restaurants und Souvenirläden gehen wollen. Unten musste man also sein Flugticket zeigen aber eine Etage drüber konnte jeder in den limitierten Bereich kommen.

Wir saßen gemeinsam in einem Cafe, um die Wartezeit zu überbrücken und stiegen anschließend in unsere Maschine nach

Bali

ein.

Auch mit Bali habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits ist die Insel schön, andererseits wurde Bali durch den Massentourismus nicht mehr das, was Bali eigentlich war. Bali stand eigentlich nicht auf unserer Reiseroute, aber um weiter zu unserem eigentlichen Ziel zu kommen (wo das ist, erzähle ich bei einer anderen Gelegenheit) mussten wir über Bali fliegen.

Wir suchten ein Ort in Bali, der nicht so weit weg vom Flughafen liegt, der nicht der australische Ballermann (Kuta) ist und wo dort nicht nur fünf Sterne Hotel gibt (Nusa Dua) gibt, also quasi was noch eher Bali ist. Wir entschieden uns für Jimbaran. Jimbaran kennen viele Balibesucher als ein beliebtes Ausflugziel für ein Abendessen direkt am Strand. Tagsüber geht in Jimbaran sehr gemütlich zu, so stellten wir uns vor.

Angekommen in Jimbaran wurden wir nicht enttäuscht. Der Strand war tagsüber relativ menschenleer, man konnte die Fischer bei der Arbeit zuschauen und es war dort sehr schön entspannt.


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Wir machten zwischenzeitlich einen Ausflug zu einem beliebten Sonnenuntergangspot in Südbali (Uluwatu). Zum ersten Mal in unserem Leben probierten wir den Dienstanbieter „Uber“ und konnten ziemlich günstig für 80.000 Rupiah (umgerechnet ca. 5 Euro) uns dorthin bringen lassen.

Angekommen in Uluwatu fiel mir wieder ein, was es dort gibt: AFFEN! Meine Frau hat nämlich Angst vor Affen. So war der Ausflug für sie etwas weniger entspannt. Ich hielt meine Kamera die ganze Zeit fest, weil auch schon mal vorkam, dass ein paar Affen Kameras und Smartphones klauten.

Es war trotzdem lohnenswert, Uluwatu zu besuchen Insbesondere zum Sonnenuntergang sah es magisch aus.


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Zurück nach Jimbaran mussten wir im Gegensatz zur Hinfahrt wesentlich mehr für unseren Transport bezahlen (280.000 Rupiah), weil Grab und Uber keine Gäste von Uluwatu abholen dürfen (nur Hinbringen ist erlaubt). Das wussten wir nicht vorher. Na ja insgesamt für die Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet war es trotzdem okay.

Abends machten wir das Pflichtprogramm für Jimbaran (Dinner am Strand). Insgesamt waren wir jeden Abend dort und genoss die tolle Seafood Küche am Strand von Jimbaran.


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Es war anfangs ein seltsames Gefühl dabei, da Jimbaran auch mal ein Ziel eines terroristischen Anschlages war (2005). Mit der Zeit verflog dieser Gedanke und man genoss einfach den Moment.

Im nächsten Beitrag zeige ich Euch noch mehr von Jimbaran. Vielen Dank für’s Lesen!
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Geändert von pirrax (12.10.2017 um 14:40 Uhr)
pirrax ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2017, 16:58   #8
nobody23
 
 
Registriert seit: 19.07.2011
Beiträge: 794
@pirrax

Es würde sich lohnen, die Bilder in eine Tabelle zu packen! (Lesbarkeit/Länge)
Ansonsten weiter so mit dem spannenden Bericht.

Nicolas
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Mein Reunion Fotoabenteuer
nobody23 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2017, 17:12   #9
aidualk
 
 
Registriert seit: 17.12.2007
Beiträge: 13.517
Selbst den Einheimischen ist das dort etwas unheimlich.
Tolle Story!

Hast du eigentlich einen deutschen Pass?
aidualk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2017, 10:49   #10
pirrax

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 09.05.2017
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Beiträge: 314
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@nobody23: Danke für Deinen Vorschlag, wird direkt unten umgesetzt

@aidualk: Danke, meintest Du, dort zu sein, wo einen Terroranschlag gab? Ich denke, ein ähnliches Gefühl bekommt man auch jetzt in Berlin am Breitscheidplatz oder in Barcelona auf La Rambla. Es ist nicht unbedingt eine große Angst dabei, dass man nicht mehr hingeht, aber man nimmt die Umgebung etwas anders wahr.

Ich habe einen deutschen Pass und musste meinen Indonesischen damals im Tausch abgeben. Ich glaube, der Immigration-Mitarbeiter am Flughafen hat sich amüsiert, dass ich als ein Ex-Indonesier nur 30 Tage in Indonesien bleiben durfte.

So nun geht weiter mit meinem Reisebericht

Jimbaran Fischmarkt

In der Zeit auf Jimbaran hatte ich noch einen Jetlag. Ich wurde mehrfach zu früh wach. An einem Tag nutzte ich die Gelegenheit, um am Strand unten am Wasser lang zu joggen. Das Unternehmen scheiterte jedoch nach einer gewissen Zeit, weil der Sand zum Laufen zu weich war und ich das Laufen nach ca. 2 km aufgeben musste. Dabei fiel mir auf, dass weiter gen Norden der Strandabschnitt durch die Fischer vor Ort ziemlich lebendig war (nicht wie sonst Tagsüber fast menschenleer). Ich konnte beim Laufen beobachten, wie die Fischer mit ihrem Tagesfang zurückkamen und ihre Waren zum Markt brachten. Als ich am Tag darauf wieder so früh wach wurde, beschloss ich, die Kamera mit zum Markt mitzunehmen. Anbei sind ein paar Bilder aus meiner Knipserei:


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Das Wort „Anugrah“ (auf dem zweiten Bild) bedeutet übrigens grob übersetzt: (Gottes)Geschenk

Auf dem Markt selbst war viel los:


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Auf dem Markt konnte man die frisch gefangenen Fische kaufen und sie gegen ein geringes Entgelt ein paar Meter weiter neben dem Markt an anderen Verkaufsständen grillen lassen. Dies konnte ich auf dem Markt zu einer anderen Tageszeit beobachten, während wir unsere Kokosnüsse genossen. Eine Alternative, wenn die Seafood Restaurants einem zu teuer sind (was ich nicht so empfand, da wir immer zu einem hingingen, das etwas weiter weg von den Touristen-Abladestellen lag).

Glücklich mit meiner Ausbeute gingen wir zurück und trafen diesen netten Herrn. Er signalisierte, dass ich ruhig mal ein Foto machen durfte und ein gemeinsames Foto mit ihm durfte nicht fehlen:


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Lasst Euch nicht von seinem ernsten Blick irritieren. Er war sehr nett. Ich glaube, ihm war ein wenig peinlich zu lächeln, weil er nicht mehr alle Zähne hatte.

Und ja, ich bin für einen Indonesier zu groß geraten.

Die schönen bunte Fischerboote zogen mich magisch an, so dass ich an einem anderen Tag noch mal dort war und diese Bilder knipste:


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“Satria” bedeutet übrigens “Krieger”.

Nach ein paar schönen entspannten Tagen in Jimbaran ging die Reise weiter. Wohin, das verrate ich Euch bei meinem nächsten Beitrag. Bis dahin ein schönes Wochenende!
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