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Alt 28.10.2013, 13:14   #509
Neonsquare
 
 
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Zitat:
Zitat von buddel Beitrag anzeigen
Consumer-DSLRs wird es solange geben, wie Nachfrage besteht. Die ganzen Blabla-Seiten brauchen halt Themen zum schreiben...
Aber das ist doch gerade das Argument das die Seite aufgreift - offenbar brechen aktuell die Verkaufszahlen insbesondere bei Einsteiger-DSLRs stark ein. Was könnte dahinter stecken:

Ich denke man kann getrost sagen, dass praktisch jeder der in diesem Forum angemeldet ist nicht zu den typischen (!) Käufern dieser Einsteiger-DSLRs gehört. Das sind eigentlich typischerweise Nutzer, die sich nicht wirklich ausführlich mit Fotografie beschäftigen, die aber mit den Ergebnissen ihrer alten Kompakten oder ihres Handys unzufrieden waren. Was sind die typischen Schmerzen?

1) Verwackelte, unscharfe, verrauschte Bilder
2) Mehr Zoom
3) "Große Kamera Look" (Geringe Tiefenschärfe)

Punkt 1 ist selbst mit Handys wie dem iPhone über die Jahre immer besser geworden. Die Ergebnisse genügen oft bereits den Ansprüchen der Nutzer. Grund dafür sind immer bessere Kleinstsensoren und immer bessere Signalverarbeitung. Bedenke: Um die Klientel zufriedenzustellen kann man durchaus bei High-ISO ziemlich deftig glattbügeln - außerdem muss es am Ende eh bloß in Facebook-Größe anschaubar sein.

Punkt 2: Meistens wird "mehr Zoom" genau dann benötigt, wenn man weit schauen kann - also Tagsüber. Da reichen die Signalreserven der heutigen Sensoren bereits für recht starke Crops, sprich "Digitalzoom". Von Themen wie Nokias PureView mal noch ganz abgesehen.

Punkt 3: Es geht den Nutzern um das Resultat - nicht wie man es erreicht. Es ist vollkommen ok wenn ein Softwarefilter den Effekt erzeugt und wenn es nicht absolut stimmig aussieht? Das kann der Laie eh schwer unterscheiden.

Heißt: Es fehlt zunehmend der Leidensdruck, der einfache Nutzer dazu bewegt nach einer "Profikamera" zu suchen. Früher haben sie dann Bekannte und BinBisslBlöd-Mitarbeiter gefragt und erfahren, dass bei Profikameras "Canon" vorne draufsteht und das sie groß sind. Bei den Preisen der zuerst gezeigten Kameras schluckt der Nutzer dann erstmal und resigniert - bis er das tolle EOS 1100er Superkit für 350€ gezeigt bekommt - eine Profikamera für "Nichtmal-Hobbyisten".

Genau mit dieser Art von Low-Cost-DSLR konnte Canon und Nikon jahrelang viel Umsatz generieren. Sogar für Sony hat das mal eine zeitlang recht gut funktioniert. Offenbar ist es mit dieser Zeit jedoch vorbei und die Antwort heißt überraschenderweise nicht "Spiegellos" sondern schlicht und einfach "Smartphone". Hersteller wie Sony können da recht gut umschichten, aber bei Nikon sieht es wirklich schwierig aus - nach dem Markt für Kompakte bricht ihnen nun wohl der Einsteiger-DSLR-Markt weg. Das muss nicht gleich der Untergang sein, aber so weitergehen wie bisher kann es auch nicht.

Für "Systemkameras" ab sagen wir 500€ aufwärts heißt das nicht unbedingt viel. Dieser Markt ändert sich vermutlich nicht so drastisch. Für Fotoenthusiasten heißt das schlicht, dass die Zeit von Billigst-Bodys und Billigst-Objektiven vermutlich vorbei ist. Man kriegt in Zukunft die gleiche Qualität (!) eben teurer und wo das Preis-Leistungsverhältnis sich dann nicht mehr rechnet fallen Produkte weg.

Gruß,
[neon]

Geändert von Neonsquare (28.10.2013 um 13:17 Uhr)
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