Ui, da fühlt sich aber gleich jemand auf den Schlips getreten. Das muss man aber abkönnen, wenn man einfach mal so in den Raum stellt, dass GIMP alle Programme bis 100€ übertrifft. Ich habe lange mit GIMP gearbeitet. Ich habe lange mit PSP bis zu 12 Ultimate gearbeitet. Ich habe nur eine Evaluationsphase mit PSE 7 gearbeitet. Ich habe vor gefühlten Äonen mit PhotoImpact gearbeitet. Und jetzt habe ich PhotoLine.
Im Gegensatz zum 59€ teuren PhotoLine zähle ich mal auf, was mir auf Anhieb in den Sinn schießt, wo GIMP klar unterlegen ist (und das gilt nicht für alle, aber für einige Punkte jeweils ausschnittweise auch für die jeweiligen Mitbewerber):
- Nicht destruktive Bearbeitung (praktisch alles ist durchgängig als Arbeitsebene auszuführen wenn man will).
- Durchgängige 16-Bit Unterstützung.
- Ebenengruppen (auch sog. gekapselte Gruppen, die erst in sich gezeichnet werden, bevor sie überblendet werden). Gruppen können geschachtelt sein. Sogar Gruppen können Masken sein.
- Performance (zumindest unter Windows): Wenn man unter GIMP die lokalen Kontraste mit einem großen USM anheben will, kann man sich einen Kaffee holen. Das Gleiche gilt für viele andere Filter. Ich will gar nicht wissen, wie das aussähe, wenn die als nicht destruktive Arbeitsebenen übereinandergelegt werden könnten. Nicht, dass man für die gelegentliche Bildbearbeitung nicht auch mal etwas warten könnte, aber da viele Filter-Einstellungen wegen der teilweise nicht mehr zeitgemäßen Vorschau per Trial and Error iteriert werden müssen, macht es irgendwann einfach nicht mehr wirklich Spaß.
- Die Möglichkeit für Nicht-Geeks Vorgänge mit Aktionen zu automatisieren (welcher Bildbearbeiter / Hobby-Fotograf will denn unbedingt Scheme oder Python lernen?). Man kann entgegen halten, dass das Scripting unter GIMP dafür mächtiger ist (d'accord), aber eben leider nicht für nicht entwicklungsaffine Leute.
- PS kompatible Plugins werden zwar über ein GIMP Plugin verfügbar gemacht, aber es gibt doch Einiges, was nicht funktioniert. Es gibt zwar etliche gute GIMP Plugins, aber eben nicht immer das, was man (ich) will.
- Stabilität. Ich habe die aktuelle Version (2.6.8) noch nicht sehr intensiv benutzt. Kann sein, dass es besser geworden ist. Aber einige 2.6.x'er haben mir fast die Haare ausfallen lassen. Save early, save often gehörte bald wieder zu meinen konditionierten Standard-Reflexen.
Nix für ungut. Von den kostenlosen Programmen halte ich GIMP auch für das bei weitem umfangreichste und beste. Aber zu behaupten, dass es all die kostenpflichtigen Konkurrenten schlägt ist - aus meiner ganz subjektiven und daher sicher auch gefärbten Sicht - einfach nicht wahr.
Gruß,
Markus