Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Landschaftsbild - von Ottmar, 'Wohnlandschaft'
Diskussion rund um dieses Bild (http://www.d7userforum.de/phpBB2/modules.php?set_albumName=gf052004&id=aby&op=modload&name=gallery&file=index&include=view_photo.php).
Diskussionsdauer: 3 Tage (endet am 27.06. um 9 Uhr)
astronautix
24.06.2004, 09:24
Hallo,
im Grunde passt der Titel ja zum Bild. Es ist für Unterhaltung gesorgt (Sat-Schüssel), Strom ist auch vorhanden (anders macht die Schüssel wenig Sinn und auch die multimediale Unterhaltung bleibt auf der Strecke) und für eine öffentliche Verkehrsanbindung ist auch gesorgt. Soviel zum Thema Wohnlandschaft.
Leider gefällt mir das Bild genau wegen den oben genannten Zivilisationserscheinungen nicht. Dazu kommt, dass der Himmel links ist zu hell, ebenso ist die Satschüssel (mag sie auch noch so sinnvoll sein und auch zum Titel des Bildes passen) Sie stört mich doch arg im Bild, dazu ist auch sie leicht überstrahlt. Ebenso stört mich das Bushaltestellenschild in der rechten unteren Ecke. Dann wären da noch die Stromleitungen.
Sorry!
Oder habe ich jetzt voll am Thema vorbei geschrieben?
Ich finde, das Bild hat absolut nichts mit dem Thema zu tun.
Und auch abgesehen davon gefällt es mir nicht besonders
psychogerdschi
24.06.2004, 20:21
Servus Ottmar !
Mein erster Gedanke: Was soll das :shock: :?:
Nach Besichtigung deiner Gallerie mußte ich feststellen, das du einen sehr interessanten Stil pflegst !
Könnte man pessimistisch-brutalen Abbildungsrealismus nennen.
Das schockierende "Landschaftsphoto" spricht für sich.
Überstrahlter Himmel, SAT-Schüssel am Haus, Einbeziehung der öffentlichen Infrastruktur und der schiefe Horizont um die Unglaublichkeit zu betonen (oder hat es dich umgehaut bei diesem Anblick ?).
Und erst der Rahmen in "mausgrau" - jetzt muß ich meine Antidepressiva auspacken :?
Hey Ottmar,
nachdem wir uns ja persönlich kennen, hoffe ich, daß Du mir es nicht übel nimmst, aber ich kann mit dem Bild überhaupt nix anfangen. Ich kann Dir auch keinen Tipp geben, was man an dem Bild noch besser machen könnte... Nächstes mal greifst Du aber wieder an, versprochen?
Dat Ei
Nein, Frank, ich nehme Dir da doch nichts übel. Ich freu mich eher, dass Du mir das 'gute' Bild doch auch zutraust. Den Themenvorschlag von Fritzchen find ich genial. Hier können doch einfach alle mitmachen. Allerdings hielt ich es vermessen mit yai anzulegen, dagegen sehe ich mich chancenlos. Aber jetzt kommt die Genialität von Fritzchen. Das Thema lässt sich wunderbar weit definieren. Ich war deswegen auch von Photopeters Beitrag enttäuscht, hab ich hier doch eine ansprechende 'Körperlandschaft' erwartet.
Was den Inhalt meines Bildes betrifft, haben Astronautix und psychogerdschi viel gefunden. Was ihr seht ist ein Haus im rustikalem Stiel wie es für die Gegend südlich von München typisch ist. Wer genau hinsieht erkennt dass das holzige ein Vorbau an ein sehr konventionelles Haus ist, das damit zu eher erschlagenden Idylle wird, mit weißem und braunem Fenster. Wohnlandschaft wurde in den 80er Jahren die ausufernden Sofagebirge in den modernen Wohnungen bezeichnet. Unsere Landschaft ist aber meist außen, also hab ich hier innen und außen vertauscht. Zentrale Bewegung ist zum ersten Linie die Holzform aber, wie schon beobachtet wurde als zweite Ebene entlang der Stromleitung, über die Satellitenschüssel zur Bushaltestelle. Stromleitungen als Führungslinien kenn ich aus den Bildern von Jeff Wall, sie werden dort als wichtiges Element eingesetzt.
Ich selber hab das als Umsetzung der Idee aus Peter Sloterdijks neuem Buch 'Spähen III - Schäume', das Kapitel übers Wohnen gesehen. (Ich hab das Buch mit Begeisterung gelesen.) Dort wird Wohnen als Leben an einer Haltestelle mit Blick ins Unendliche beschrieben. Wohnraum als Basisstation für die Expedition in die Arbeit oder in die Freizeit und Wohnen als verwöhnende Geste für Reisende ohne sofortigen Anschluss in beispielloser Bauform der geschützten und klimatisierten Haltestelle. Denn das Warten ist für dem Menschen trostlos und es liegt daran diese Zumutung mit einem Minimum an Komfort zu mindern. 'Häuser sind Warteräume, in denen man die Zeit bis zum Eintreten eines mit Bestimmtheit vorweggenommenen Ereignisses verbring.'
Dort bezieht er sich besonders auf Vilém Flusser, von dem ich folgenden Text gefunden habe:
'Die irrtümlich als Schönheit empfundene Hübschheit einer jeden Heimat, diese Verwechslung zwischen Ungewöhnlichem und Gewohntem, zwischen Außerordentlichem und Ordinärem, ist in manchen Heimaten jedoch nicht nur eine ästhetische, sondern eine ethische Katastrophe.' (http://userpage.fu-berlin.de/~zosch/ops/flusser.html)
Das war der Eindruck und das Gefühl unter dem ich das Bild eingesandt habe. Allerdings sind mir die formalen Fehler, das Überstrahlen der Schüssel und das zuHelle des Himmels. Ich muss zugeben, ich hab's nicht wegbekommen. Mir fehlt einfach doch immer noch die Routine in der EBV.
Damit hat das Bild seinen wohl verdienten Platz als roten Laterne bekommen. Vielen Dank für alle Kommentare.
Ottmar, eine Rote Laterne hab ich an "deinem" haus aber nicht entdeckt :lol:
Nur der Titel war etwas irritierend, weil Wohnlandschaft eine Innenaufnahme suggeriert.
Und mir hat noch eine Lüftlmalerei gefehlt.
Sicher wäre es ohne Schüssel, aber dafür mit vollen blühenden Geranien besser geworden ;)
Nächstes Mal, neuer Versuch... schon jetzt mal viel Glück und viel Erfolg!